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Fotos: Cib, Blank, Froese, Marcel
T., InfoSchlumpf
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Das Ende von Preußens Gloria
Westfalia
entzaubert den Titelfavoriten. Die bessere Mannschaft gewinnt gegen
die klangvolleren Namen. "Bäumchen" räumt auf und bringt Gäste in
Führung, Erzen und El-Nounou legen nach. Vierter Sieg in Serie.Seit
Samstag wissen wir, dass Sven Barton nicht nur ein großartiger
Fußballer ist, sondern auch über seherische Gaben verfügt. "Geiles
Wetter, viele Zuschauer, starker Gegner, und jetzt kommt Westfalia",
freute sich der grippegeschwächte Flügelflitzer schon nach dem
Warmmachen im Preußen-Stadion. Eine Aussage, die vieles verriet, was
in 90 aus SCW-Sicht fantastischen Minuten folgen sollte. Und die
eine Erkenntnis bestätigten: Um Großes zu erreichen, bedarf es im
Fußball mehr als eines dicken Etats und starker Solisten. Wer
Teamgeist und Selbstvertrauen, Freude am Spiel und unbändigen Willen
dagegenzusetzen hat, kann alles gewinnen. So wie der SC Westfalia,
der vom Spitzenreiter und Titelfavoriten verdient drei Punkte
entführte.
Danach sah es in den ersten Minuten allerdings noch nicht aus.
Angetrieben vom Wanne-Eickeler Artur Matlik, machten die Preußen
gleich mächtig Dampf, schnürten den nervös beginnenden Gast in
dessen Hälfte ein. Ansgar Brinkmann, der "weiße Brasilianer",
zauberte unglaubliche Tricks auf den Rasen und hatte nach seinem
Supersolo auch gleich die erste dicke Chance auf dem Fuß. Mit
letztem Einsatz warf sich Norman Seidel in die Schussbahn und
fälschte zur Ecke ab (7.). Herne kämpfte, rackerte, verschaffte sich
auch mit Härte Respekt - und entlarvte den Preußen-Zauber bald als
brotlose Kunst.
Zwar blieb die Kreß-Elf über die gesamte Spielzeit optisch
überlegen, wirklich zwingend aber kam sie kaum einmal vors Tor.
Serien von Frei- und Eckstößen segelten in den Herner Sechzehner,
richteten aber keinen Schaden an. Die Lufthoheit hatte ganz allein
Michael Baum. Und was "Bäumchen" nicht wegräumte, klärten der erneut
fehlerlose Charly Neumann, der sichere Olli Bautz oder einer ihrer
aufopferungsvoll kämpfenden Kameraden. Gegen dieses Bollwerk fiel
Münster nichts ein, das war´s mit "Preußens Gloria".
Schon die ersten Konter deckten zudem die Schwäche der SCP-Abwehr
auf. Zunächst leistete sich Keeper Joswig einen Schnitzer. Doch
Michael Erzen schloss zu überhastet ab und verfehlte mit einem
Drehschuss vom Strafraumeck das verwaiste Tor (11.). Später
entpuppte sich vor allem Wersching als Unsicherheitsfaktor, immer
für einen Stockfehler gut.
Die Herner Führung aber war kaum zu verhindern. Tobias Urban, der
erneut überragendes Spielverständnis nachwies, zirkelte eine Ecke
auf den ersten Pfosten, Baum lief hinein und wuchtete den Ball per
Kopf ins Netz (38.). Münster war geschockt, brachte die
Verunsicherung auch mit in die zweite Hälfte. Und erhielt bald die
Quittung. Verfehlte Barton nach einem seiner zahlreichen Flügelläufe
noch das Ziel (49.), nutzte Michael Erzen nach Werschings Patzer und
Urbans Zuspiel seine Chance zum 0:2 kalblütig aus. Als Caspers wenig
später einen Freistoß aus 18 Metern über die Mauer ins Eck zirkelte,
glaubten viele SCP-Fans, ihre Elf könnte die Partie noch umbiegen.
Doch nur zwei Minuten später zerstörte Sami El-Nounou mit dem
exzellent herausgespielten 3:1 diese Hoffnung. Und wenn Erzen oder
Barton einige der klaren Konterchancen genutzt hätten, wären die
wütend anrennenden Preußen um ein Debakel nicht herumgekommen.
SC Preußen Münster - SC Westfalia Herne 1:3
Tore: 0:1 (38.) Baum, 0:2 (53.) Erzen, 1:2 (64.) Caspers, 1:3 (66.)
El-Nounou.
SCP: Joswig - Wersching, Matlik, Thamm (74. Gurzynski), Caspers -
Szollar (46. Ende) - Brinkmann, Piorunek, Siedschlag - Mayer, Kampf
(56. Sosislo).
SCW: Bautz - Neumann - Baum, Seidel - Barton, Sürgit, Tahiri (88.
Gebauer), Makarchuk (76. Köse) - Urban - El-Nounou, Erzen (85.
Behrend).
SR: Dominik Nowak (Kirchhellen).
Zuchauer: 2950
22.10.2006 Von Wolfgang Volmer
Quelle:
WAZ Herne
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