29. Oktober 2006

SCW - Eintracht Rheine  3:0 (1:0)

 





















Fotos: Cib, Blank, Froese, InfoSchlumpf                                                                                      Fenster schließen

Der Zahn ist gezogen - Westfalia macht´s kurz und schmerzhaft. Klarer 3:0-Sieg stoppt Rheines Höhenflug. Nach Michael Baums Führungstor legt Sami El-Nounou in der Schlussphase zweimal nach.
Zahnerhaltung hat sich die Haranni-Clinic auf ihre Fahnen geschrieben. Ihr neuer Partner, der SC Westfalia, geht da deutlich radikaler zur Sache. Ratzfatz und ohne jede Betäubung war der Eintracht aus Rheine gestern der Zahn gezogen. Mit 3:0 fertigte die Schulz-Elf den Gast ab, der sich nach zwei Siegen in Folge auch in Herne etwas ausgerechnet hatte. Eine schmerzhafte Fehlkalkulation. Denn die Westfalia hat sich zu einem stabilen Gefüge entwickelt, das nicht so einfach ins Wanken zu bringen ist. Die Gäste versuchten es, waren gut organisiert, beweglich und spielstark. Doch die mit der Münster-Formation beginnenden Herner hielten von Beginn an dagegen. So entwickelte sich eine flotte, ansehnliche Partie mit guten Aktionen auf beiden Seiten. Die erste Chance bot sich Arben Tahiri, der knapp verzog (6.). Sekunden später drosch Olli Bautz nach einem Rückpass den Ball exakt auf Ali Göls Stirn, von der er zwei Meter übers verwaiste Tor segelte. Kein übler Auftakt.
Die Herner Führung fiel trotzdem aus dem Nichts. Tobias Urban, der immer mehr in die Taktgeber-Rolle schlüpft, zirkelte einen Freistoß in den Sechzehner, wo Bäumchen zum Baum wuchs und ins lange Eck einköpfte. So einfach ist Fußball. Dachten wohl auch die Herner, die sich in der Folge manche Nachlässigkeit gestatteten und Schmidt (18.) sowie Roling (21.) dicke Chancen erlaubten, welche die Rheinenser allerdings nicht nutzten. Kurz vor der Pause hatte der von Norman Seidel ansonsten abgemeldete Ali Göl fast den Ausgleich auf dem Kopf, kam aber nicht ganz an den Ball.
Etwas schmeichelhaft war die Herner Pausenführung also schon. Gleich nach Wiederanpfiff aber machte sich der SCW daran, sich die Führung zu verdienen. Fand Sven Bartons Flanke nach tollem Solo noch keinen Abnehmer (47.), konnte FCE-Keeper Brink El-Nounous Kopfball noch so eben per Fußabwehr parieren (48.). Im Gegenzug hatte Olli Bautz Glück, als er Schmidts Schuss mit dem Oberschenkel abwehren konnte und Norman Seidel den auf der Linie tanzenden Ball wegschlug.
Noch war also nichts entschieden. Erst als Rheine öffnete und Libero Klein-Reesink ins Mittelfeld vorzog, ergaben sich Herner Konterchancen, meist inszeniert durch Urbans blitzgescheite Pässe oder Bartons unwiderstehliche Sprints. Dennoch war es erneut eine Standardsituation, die das Spiel entschied. Bei Yakup Köses Ecke reagierte El-Nounou am schnellsten und vollstreckte im Stile eines Torjägers. Beinahe hätte der unermüdlich rackernde Herner Sturmführer sogar noch ein Dreierpack geschnürt. Doch Sekunden nach seinem von Barton vorbereiteten Kopfballtor zum 3:0 wehrte Brink seinen Linksschuss mit einem Reflex zur Ecke ab. Aber da war der Zahn längst gezogen.

SC Westfalia Herne - FC Eintracht Rheine 3:0

Tore: 1:0 (17.) Baum, 2:0 (78.) El-Nounou, 3:0 (90.) El-Nounou.

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Baum - S. Barton (90. Kohl), Sürgit (67. Gebauer), Tahiri, Makarchuk (61. Köse) - Urban - El-Nounou, Erzen.

FCE: Brink - Klein-Reesink - Schneider, Kotzek - Berk - Felix (65. Siedler), Schmidt, da Costa, M. Barton, Roling - Göl (84. Fleddermann).

SR: Marcel Pelgrim (Bocholt) Zuschauer: 700.

29.10.2006 Von Wolfgang Volmer

Quelle: WAZ Herne

Mehr Infos zur Haranni-Clinic: Haranni Clinic Akademie Herne