4. Februar 2007

SCW - Erkenschwick  2:0 (0:0)

 



























 

Fotos: Cib, Blank, InfoSchlumpf, Froese                                                                                                                     Fenster schließen

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Ein Sieg der Moral
Humpelnde Herner halten heißen Erzrivalen nieder. Arben Tahiris Tor öffnet den Weg zum verdienten 2:0. Michael Erzen versetzt Erkenschwick den Gnadenstoß. Norman Seidel lässt Setzke keine Schnitte.
"Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön", schallte es noch eine Stunde nach Spielschluss durchs alte Clubhaus. Freudetrunken lagen sie sich in den Armen, Spieler und Fans des SCW, stießen an auf den WM-Titel der deutschen Handballer. Aber auch auf einen hart erkämpften eigenen Sieg.
Weltmeister sind sie zwar nicht. Dennoch dürfen Westfalias Fußballer ähnlich stolz sein auf ihre Leistung wie die Brand-Recken. Dass der unbedingte Wille, dass Einsatz, Teamgeist und Moral im Sport Berge versetzen können, das bewiesen die Handballer in den letzten Tagen, die Truppe von Frank Schulz beweist es Woche für Woche.
Wie gestern gegen Erkenschwick. Da standen mit Charly Neumann, Sven Barton, Tim Gebauer und nach einer Viertelstunde auch Sami El-Nounou vier Spieler auf dem Platz, die beim Orthopäden besser aufgehoben gewesen wären. Doch mit Voltaren, Eis und noch mehr Willen warfen sie sich ins Gefecht, gaben kein Pardon. Am Ende reichte es, um einen starken Erzrivalen verdient niederzuhalten. Da wurde selbst der Trainer zum Fan. "Wahnsinnig, meine Jungs. Das ist eine geile Truppe", war Frank Schulz beinahe gerührt. Und fühlte sich an seine eigene aktive Zeit erinnert. "Der Charly, der Sven, das sind Jungs aus der alten Schule. Die können kaum laufen, aber die kannze nachts wecken, die spielen immer."
Und wie. Von Beginn an lieferten sich beide Erzrivalen auf dem tiefen, löchrigen Resen eine beinharte Partie. Zwar misslang der ein oder andere Pass, bisweilen sprangen die Bälle, als säße ein Frosch drin, doch Intensität, Tempo und Torszenen rissen die 1000 Zuschauer oft genug von ihren Sitzen. Die erste Hälfte verlief ausgeglichen. Auf Herner Seite versiebten der gut aufgelegte Michael Erzen nach einer großartigen Ballstafette (8.) und Sami El-Nounou nach Erzens Pass in die Gasse (16.) klare Möglichkeiten, bei der Stimberg-Elf machte vor allem Martin Setzke Programm. Michael Baum hatte mit ihm seine liebe Mühe und musste sich zwei-, dreimal bei Olli Bautz bedanken, der Setzkes Schüsse allesamt parierte. Sekunden vor der Pause hatte Westerhoff nach einem Seidel-Querschläger das 0:1 auf dem Fuß, doch seine überhastete Direktabnahme kullerte um wenige Zentimeter am Tor vorbei.
Zur Pause tat Frank Schulz genau das richtige. Er ließ seine Manndecker die Aufgaben tauschen, und fortan ward Setzke nicht mehr gesehen - außer beim Reklamieren oder Foulspielen . "Klette" Norman Seidel kochte den flinken Angreifer gnadenlos ab. Klasse.
Und vorne half der Kommissar. Nicht Brunetti, Lutter oder wer weiß wer - deren Darsteller Joachim Król zitterte auf der Tribüne mit seiner Westfalia. Sondern Kommissar Zufall. Nach einem weiten Barton-Einwurf sprangen El-Nounou und Mustroph unter dem Ball her, Arben Tahiri hielt gedankenschnell den Fuß hin und lenkte das Leder um den herausstürzenden Kozakowski zum 1:0 ins Netz.Danach hatte der SCW relativ leichtes Spiel. Die Wölpper-Elf öffnete, ohne wirklich gefährlich zu werden, handelte sich aber etliche Konter ein. Einen vollendete Erzen, nachdem der gerade eingewechselte Cetera nur die Latte getroffen hatte. Am Ende waren die Gäste selbst damit gut bedient.

SC Westfalia Herne - Spvgg Erkenschwick 2:0

Tore: 1:0 (55.) Tahiri, 2:0 (81.) Erzen.

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Baum - Barton, Gebauer, Köse (88. Chaaban), Tahiri, Behrend - El-Nounou (79. Cetera), Erzen.

Spvgg: Kozakowski - Fischer-Riepe (30. Sawatzki), Eisen, Mustroph, Kasperidus (63. Seidel) - Althaus (46. Vural), Allali, Grad, Warncke - Westerhoff, Setzke.

SR: Christian Erbs.

Zuschauer: 1000.

04.02.2007 Von Wolfgang Volmer