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Fotos: Cib, Blank, InfoSchlumpf,
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Ein Sieg der Moral
Humpelnde Herner
halten heißen Erzrivalen nieder. Arben Tahiris Tor öffnet den Weg
zum verdienten 2:0. Michael Erzen versetzt Erkenschwick den
Gnadenstoß. Norman Seidel lässt Setzke keine Schnitte.
"Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön", schallte es noch
eine Stunde nach Spielschluss durchs alte Clubhaus. Freudetrunken
lagen sie sich in den Armen, Spieler und Fans des SCW, stießen an
auf den WM-Titel der deutschen Handballer. Aber auch auf einen hart
erkämpften eigenen Sieg.
Weltmeister sind sie zwar nicht. Dennoch dürfen Westfalias Fußballer
ähnlich stolz sein auf ihre Leistung wie die Brand-Recken. Dass der
unbedingte Wille, dass Einsatz, Teamgeist und Moral im Sport Berge
versetzen können, das bewiesen die Handballer in den letzten Tagen,
die Truppe von Frank Schulz beweist es Woche für Woche.
Wie gestern gegen Erkenschwick. Da standen mit Charly Neumann, Sven
Barton, Tim Gebauer und nach einer Viertelstunde auch Sami El-Nounou
vier Spieler auf dem Platz, die beim Orthopäden besser aufgehoben
gewesen wären. Doch mit Voltaren, Eis und noch mehr Willen warfen
sie sich ins Gefecht, gaben kein Pardon. Am Ende reichte es, um
einen starken Erzrivalen verdient niederzuhalten. Da wurde selbst
der Trainer zum Fan. "Wahnsinnig, meine Jungs. Das ist eine geile
Truppe", war Frank Schulz beinahe gerührt. Und fühlte sich an seine
eigene aktive Zeit erinnert. "Der Charly, der Sven, das sind Jungs
aus der alten Schule. Die können kaum laufen, aber die kannze nachts
wecken, die spielen immer."
Und wie. Von Beginn an lieferten sich beide Erzrivalen auf dem
tiefen, löchrigen Resen eine beinharte Partie. Zwar misslang der ein
oder andere Pass, bisweilen sprangen die Bälle, als säße ein Frosch
drin, doch Intensität, Tempo und Torszenen rissen die 1000 Zuschauer
oft genug von ihren Sitzen. Die erste Hälfte verlief ausgeglichen.
Auf Herner Seite versiebten der gut aufgelegte Michael Erzen nach
einer großartigen Ballstafette (8.) und Sami El-Nounou nach Erzens
Pass in die Gasse (16.) klare Möglichkeiten, bei der Stimberg-Elf
machte vor allem Martin Setzke Programm. Michael Baum hatte mit ihm
seine liebe Mühe und musste sich zwei-, dreimal bei Olli Bautz
bedanken, der Setzkes Schüsse allesamt parierte. Sekunden vor der
Pause hatte Westerhoff nach einem Seidel-Querschläger das 0:1 auf
dem Fuß, doch seine überhastete Direktabnahme kullerte um wenige
Zentimeter am Tor vorbei.
Zur Pause tat Frank Schulz genau das richtige. Er ließ seine
Manndecker die Aufgaben tauschen, und fortan ward Setzke nicht mehr
gesehen - außer beim Reklamieren oder Foulspielen . "Klette" Norman
Seidel kochte den flinken Angreifer gnadenlos ab. Klasse.
Und vorne half der Kommissar. Nicht Brunetti, Lutter oder wer weiß
wer - deren Darsteller Joachim Król zitterte auf der Tribüne mit
seiner Westfalia. Sondern Kommissar Zufall. Nach einem weiten
Barton-Einwurf sprangen El-Nounou und Mustroph unter dem Ball her,
Arben Tahiri hielt gedankenschnell den Fuß hin und lenkte das Leder
um den herausstürzenden Kozakowski zum 1:0 ins Netz.Danach hatte der SCW relativ leichtes Spiel. Die Wölpper-Elf
öffnete, ohne wirklich gefährlich zu werden, handelte sich aber
etliche Konter ein. Einen vollendete Erzen, nachdem der gerade
eingewechselte Cetera nur die Latte getroffen hatte. Am Ende waren
die Gäste selbst damit gut bedient.
SC Westfalia Herne -
Spvgg Erkenschwick 2:0
Tore: 1:0 (55.) Tahiri,
2:0 (81.) Erzen.
SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Baum - Barton, Gebauer, Köse (88.
Chaaban), Tahiri, Behrend - El-Nounou (79. Cetera), Erzen.
Spvgg: Kozakowski - Fischer-Riepe (30. Sawatzki), Eisen, Mustroph,
Kasperidus (63. Seidel) - Althaus (46. Vural), Allali, Grad, Warncke
- Westerhoff, Setzke.
SR: Christian Erbs.
Zuschauer: 1000.
04.02.2007 Von Wolfgang Volmer |
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