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Fotos: Cib, Blank, InfoSchlumpf
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Eine heiße Kiste
Emsdetten gerät erst nach Roter
Karte auf die Verliererstraße. Herner Mannschaft schenkt ihrem Trainer drei
Punkte zum 46. Geburtstag. Arben Tahiri, Michael Erzen und Tobias Urban treffen.
Karneval? Wen interessiert das schon. Am Schloss ging gestern auch ohne
Pappnasen die Party ab. Zu feiern gab es genug: Den 46. Geburtstag von Trainer
Frank Schulz, der sich für diverse Ständchen der Fans mit einer Lokalrunde
bedankte. Vor allem aber einen weiteren Dreier, der den SC Westfalia beinahe auf
Platz eins katapultiert hätte. Prost.
Vor dem kühlen Blonden gab es allerdings eine ganz heiße Kiste. Denn die
Emsdettener gingen enorm gallig zu Werke, verlangten der Schulz-Elf alles ab.
Die Gäste wirkten nicht wie ein Abstiegskandidat, aber sie spielten so: mit dem
Einsatz und dem Biss, die im Klassenkampf nötig sind.
Um den SCW zu besiegen, bedarf es aber mehr. Denn in Sachen Leidenschaft und
Hingabe lassen sich die Herner nur schwerlich übertreffen. Auch gestern hielten
sie voll dagegen und lieferten den Gästen ein packendes Kampfspiel, in dem nur
Schiedsrichter Andre? Berger mitunter den Überblick verlor. Statt Härten und
Nickligkeiten energisch zu unterbinden, widmete er sich Nebenkriegsschauplätzen
am Spielfeldrand, registrierte jedes Überschreiten der Coaching-Zone und stellte
sich taub, wenn Spieler nach einer Behandlung wieder aufs Feld wollten. In Folge
dieser wenig souveränen Spielführung kam es mehrfach zu Diskussionen und
"Rudelbildungen", die in der 62. Minute ihren Höhepunkt erlebten. Wieder einmal
wurde gedrängelt und geschubst, bis Dominik Behrend auf dem Hosenboden saß und
Olli Bautz fast ausrastete. Nach langem "Kriegsrat" mit beiden Assistenten hatte
Berger die Hauptübeltäter identifiziert, zeigte Bautz den gelben und Emsdettens
Gieseler sogar den roten Karton - richtige, aber ohne Autorität vermittelte
Entscheidungen.
Nicht nur 05-Trainer Bernd Kipp sah hierin die Schlüsselszene des Spiels. Denn
zu diesem Zeitpunkt stand seine Elf dicht davor, zumindest einen Punkt
mitzunehmen. Nachdem es die mit Maximalpower beginnenden Herner versäumt hatten,
Arben Tahiris Blitztor weitere folgen zu lassen, hatten die Gäste zunehmend die
Spielkontrolle übernommen. Nicht unverdient fiel auch das 1:1, als die komplette
Herner Abwehr bei einem schnell ausgeführten Freistoß schlief und der von Norman
Seidel ansonsten gut bewachte Böwing-Schmalenbrock einlochte.
Auch in Überzahl schafften es die Herner jedoch nicht, wirklich dominant
aufzutreten. Bis Tobias Urban kam. Gerade auf dem Platz, schickte der kleine
Mittelfedmann Michael Erzen mit einem Traumpass auf die Reise, und der zuvor
emsige, aber glücklose Stürmer vernaschte Torwart Potthoff und lief mit dem Ball
ins Tor. Das große Aufatmen ging allerdings erst durchs Stadion, als Urban
selbst einen Überzahlangriff in letzter Sekunde zum 3:1 abschloss. Es durfte
gefeiert werden.
SC Westfalia Herne -
SpVg Emsdetten 05 3:1
Tore: 1:0 (5.)
Tahiri, 1:1 (49.) Böwing-Schmalenbrock, 2:1 (76.) Erzen, 3:1 (90.+4) Urban.
SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Baum - Barton, Gebauer, Köse (74. Urban), Tahiri,
Behrend (82. Makarchuk) - El-Nounou, Erzen (90.+3) Cetera.
Emsdetten: Potthoff - Gieseler, Marek, Günner (57. Celik) - Aslantas (86.
Meinigmann), Ridder, Bettmer, Niemeier, Kol - Leifken, Böwing-Schmalenbrock.
SR: Andre Berger (Wermelskirchen).
Zuschauer: 800.
Rote Karte: Gieseler (Emsd./62.).
18.02.2007 Von Wolfgang Volmer |
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