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Fotos: Cib, Hollain, Blank, InfoSchlumpf
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Das Glück des Tüchtigen
Privat gilt Frank Schulz
eher als ruhiger Vertreter. Am Spielfeldrand aber ist er ein ganz
anderer Mensch. Da geht er mit, ereifert sich, flucht und schimpft.
Gestern aber lächelte Westfalias Trainer schon lange vor dem Abpfiff
verschmitzt vor sich hin. Denn er wusste: Egal, wie dieses Spiel
ausgehen würde, seine völlig ausgelaugten Jungs hatten einmal mehr
das Optimale aus ihren Möglichkeiten gemacht.
Zwar brandeten die Bochumer Angriffswellen auch in der Nachspielzeit
noch mit voller Wucht Richtung Westfalia-Tor, doch die Herner
stemmten sich mit letzter Kraft dagegen, warfen sich mutig ins
Getümmel, metzelten die flinken VfL-Spieler auch schon mal im
Mittelfeld nieder - und retteten den 2:1-Sieg schließlich auch ins
Ziel. Drei weitere Punkte sind im Sack, Punkte, mit denen man
angesichts der Kräfteverhältnisse nicht wirklich rechnen durfte.
Selbst VfL-Trainer Nico Michaty musste schmunzeln: "Es war das
erwartete Kampfspiel und die obligatorische Niederlage gegen Herne",
so sein Fazit.
Dabei hatte er einiges aufbieten können. Mit Pallas, Grote und
Ilicevic liefen drei Profis im VfL-Dress auf, dazu die üblichen
Verdächtigen wie Hille, Kratofiel, Czysczon und Co. Viel
Offensivpower also gegen ein SCW-Team, das ohne den erkrankten Sven
Barton und mit einigen angeschlagenen Spielern antreten musste.
Frank Schulz‘ Taktik war somit klar: Räume eng machen, Konter setzen
und auf Standards hoffen.
Dieses Konzept ging in der ersten Hälfte voll auf. Die Bochumer
hatten zwar mehr Ballbesitz, spielten aber nicht zwingend genug, um
die vom einmal mehr überragenden Charly Neumann dirigierte Herner
Abwehr aushebeln zu können. Norman Seidel nahm den flinken Hille
ganz aus dem Spiel, und nach etlichen Rangeleien meldete auch
Michael Baum den zweiten VfL-Torjäger Stefan Kratofiel ab. Bei der
besten Bochumer Möglichkeit grätschte Baum seinem Gegenspieler in
die Schussbahn (24.), so dass der Ball in die Arme des bereits auf
dem Boden liegenden Olli Bautz kullerte. Eine weitere klare Chance
vergab Ilicevic (43.), der überall auftauchte und nur schwer zu
packen war. Da Herne nach vorne kaum stattfand, brauchten sich beide
Torhüter vor der Pause nicht schmutzig zu machen.
Nach Wiederbeginn legte der VfL noch einen Zahn zu. Dennis Grote,
der sich kurz vor Schluss noch die Ampelkarte einhandelte,
inszenierte einige flotte Kombinationen, die oft bei Ilicevic
endeten. Doch so ballgewandt und trickreich der Ex-Darmstädter auch
auftrumpfte, der Abschluss war seine Sache nicht. So verzog er in
der 55. Minute aus bester Position, und wenig später hechtete Olli
Bautz seinen Schlenzer aus dem Eck. Auf der anderen Seite gaben
Arben Tahiri mit einem Schuss aus spitzem Winkel (53.) und der für
den verletzten Michael Erzen eingewechselte Adrian Cetera mit einem
zu drucklosen Flugkopfball (67.) erste Warnschüsse ab.
Obwohl dunkle Wolken über dem Stadion aufzogen, fiel das 0:1 wie aus
heiterem Himmel. Allein gelassen von seinen künftigen Mitspielern,
lenkte Sami El-Nounou einen Freistoß von Tobias Urban per Kopf ins
lange Eck. Drei Minuten später drückte Czyszczon einen von der
Torauslinie hart und flach nach innen geschlagenen Grote-Freistoß
zum Ausgleich über die Linie. Nun musste der SCW auch um den einen
Punkt bangen. Doch es wurden drei: Einen mustergültigen Konter
schloss Arben Tahiri zum 1:2 ab, und Sekunden später verpasste
Dominik Behrend allein vor Torwart Luthe den Gnadenstoß. So musste
der SCW noch ein paar Minuten zittern.
Tore: 0:1 (74.) El-Nounou, 1:1 (77.) Czyszczon, 1:2 (83.) Tahiri
VfL: Luthe - Pallas (89. Schlösser), Czyszczon, Fabian, Klinger (88.
Klöckner) - Nimptsch - Ilicevic, Grote, Lyttek (62. Oppermann) -
Kratofiel, Hille
SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Baum - Urban, Gebauer, Köse, Tahiri,
Behrend (85. Urbainski) - El-Nounou (89. Makarchuk), Erzen (58.
Cetera)
SR: Stefan Glasmacher
Gelb/Rot: Grote (VfL/87.)
26.02.2007, WAZ Herne, von Wolfgang Volmer |
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