11. März 2007

Delbrücker SC - SCW  4:1 (3:0)

 





















Fotos: Cib, InfoSchlumpf                                                                                                                            Fenster schließen

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Westfalia wie gelähmt

Leidenschaftsloser Alibi-Kick wird mit einer 1:4-Klatsche bestraft. Rückstand schon nach drei Minuten. Bautz wehrt Strafstoß ab, Behrend sieht die Ampelkarte. Delbrücks Wiebusch trifft dreimal.
Rumms, das saß. Heftig abgewatscht vom Delbrücker SC, schlichen die Spieler des SC Westfalia nach einem leidenschaftslosen Alibi-Kick bedröppelt vom Rasen am Laumeskamp. Und nun steht sie im Raum, die Frage, die alle vermeiden wollten und die ohnehin niemand beantworten kann. Hat der Lizenzschock die Glieder so gelähmt? Oder war es der unglückliche Auftakt mit einem unhaltbar abgefälschten Freistoßtor gleich in der dritten Minute, der die Schulz-Elf aus den Stollen kippte? Jeder Spieler, jeder Fan wird seine eigene Meinung haben. So wie Trainer Frank Schulz, der seinen Jungs den Willen nicht absprechen wollte. "Aber wenn nur drei, vier Spieler den Schalter nicht umlegen können, ist das eben zu wenig. Fußball ist auch Kopfsache, und dieses Spiel haben wir im Kopf verloren."
Die Schulz´sche These, seine Mannschaft hätte in dieser Verfassung auch gegen jeden Landesligisten verloren, provozierte allerdings einen verbalen Konter. "Und wir hätten mit dieser Leistung jeden anderen Oberligisten auch geschlagen", meinte DSC-Trainer Roger Schmidt. So hat halt jeder seine Wahrheit.
Fakt jedenfalls ist: Westfalia ließ in Delbrück alles vermissen, was die Mannschaft sonst so stark macht: Bedingungslosen Einsatz, Kompaktheit und Teamgeist. Das Ergebnis war eine auch in dieser Höhe absolut verdiente Niederlage.
Es hätte sogar noch schlimmer kommen können. So wehrte Olli Bautz einen vom indisponierten Dominik Behrend verursachten Raschke-Elfmeter mit einer tollen Parade ab (22.), hielt auch sonst, was zu halten war. Bei Wiebuschs Freistoß zum 2:0 sah der SCW-Keeper zwar unglücklich aus, aber auch dieser Ball war leicht abgefälscht und erwischte Bautz so auf dem falschen Fuß (41.).
Vier Minuten später ließ der von Norman Seidel kaum zu kontrollierende Wiebusch seinen zweiten Streich folgen. Dabei stand die komplette Herner Deckung tatenlos Spalier. So war die Messe schon zur Halbzeit gelesen.
Der Rest war Zugabe für die stillen Genießer in Schwarz-Weiß. Erst als die Herner Fans auch ihre "Wir-wollen-euch-kämpfen-sehen"-Rufe eingestellt hatten und sich in Galgenhumor flüchteten, hatten die Delbrücker im Schmuckkästchen AM-Stadion auch stimmlich die Platzhoheit. Zu feiern hatten sie einen echten Helden: Raffaele Wiebusch. Kaum war Herne nach Behrends Ampelkarte in Unterzahl, drehte der quirlige Stürmer mit dem Hinterkopf eine Kuhn-Flanke zum 4:0 ins lange Eck und machte seinen Dreierpack perfekt.
Doch da hatten sich die Herner längst in ihr Schicksal ergeben. Ziemlich emotionslos spielten sie ihren Stiefel herunter, rafften sich zwar zu einigen wenigen ansprechenden Aktionen auf, schienen aber in erster Linie den Schlusspfiff herbeizusehenen. Das Ehrentor, von Sami El-Nounou per Handelfmeter erzielt, war für die lange Rückfahrt auch kein rechtes Trostpflaster. "Über dieses Spiel werden wir reden müssen. So kann es in den nächsten Wochen nicht weitergehen", kündigte Frank Schulz klare Worte an.

Delbrücker SC - SC Westfalia Herne 4:1

Tore: 1:0 (3.) Hansjürgen, 2:0, 3:0, 4:0 (41., 45., 73.) Wiebusch, 4:1 (86.) El-Nounou (11m).

DSC: Thiel - Schwanebeck, Capretti, Hansjürgen, Riemer - Welker (83. Eckel), Mesic, Plucinski, Kuhn - Raschke (68. Wiens), Wiebusch (81. Fulhorst).

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Baum - Barton, Gebauer (77. Urbainski), Köse (59. Makarchuk), Tahiri, Behrend - El-Nounou, Erzen (83. Oerterer).

SR: Claas Steenebrügge (Bochum).

Zuschauer: 525.

Gelb/Rot: Behrend (67.).

11.03.2007 Von Wolfgang Volmer