17. September 2006

SCW - Delbrücker SC  1:1 (0:0)

 


















 

 
Fotos: Cib, InfoSchlumpf, Jürgen A., Froese, Blank                                                           Fenster schließen

Grüterich rettet einen Punkt - Vier Minuten vor Schluss fällt der Ausgleich gegen Delbrück. Gäste haben mehr Chancen und größere Spielanteile. Westfalia kämpft engagiert, bleibt im Spiel nach vorn aber harmlos. Michael Erzen nicht zu ersetzen.
Es gibt Tage, da muss man auch mit einem Punkt gegen einen Tabellennachbarn zufrieden sein. Gestern war so ein Tag. So sehr sich die durch fünf verletzte Stammspieler geschwächten Herner bemühten, so verbissen sie sich in die Zweikämpfe stürzten, letztlich fehlten ihnen die Mittel, um eine kompakte und vor allem bei Standards gefährliche Delbrücker Mannschaft wirklich in Verlegenheit zu bringen. Und so atmete nicht nur SCW-Trainer Frank Schulz erleichtert auf, als der eingewechselte Christian Grüterich eine der wenigen Herner Chancen nutzte und kurz vor Schluss noch zum 1:1 ausglich.
Weniger zufrieden konnte Schulz´ Delbrücker Kollege Roger Schmidt sein. Denn seine Elf hatte nicht nur mehr Spielanteile, sie besaß auch ein Chancen-Plus und hätte durchaus einen Dreier vom Schloss entführen können.
Vor allem in der ersten Halbzeit hatten die Gäste Vorteile. Ganze Serien von Eckbällen und Freistößen senkten sich in den Herner Strafraum, obwohl Frank Schulz genau davor gewarnt hatte. Aber mit etwas Glück, einem starken Olli Bautz und Kapitän Charly Neumann als ruhendem Pol überstanden die Herner alle brenzligen Situationen. So boxte Bautz eine Direktabnahme von DSC-Kapitän Capretti aus dem Winkel (34.), und Berhorst verfehlte per Kopf ebenso knapp das Ziel wie Capretti mit dem Fuß (45.).
Dennoch stand die umformierte Herner Abwehr recht gut, leistete sich auch nicht so viele individuelle Fehler wie in manchen anderen Partien. Sebastian Kohl, der für den im Abschlusstraining verletzten Urbainski verteidigte, meldete DSC-Torjäger Ulf Raschke ab, und Norman Seidel lieferte sich erbitterte Duelle mit dem flinken Rafael Wiebusch. Auch das defensive Mittelfeld mit Hasan Sürgit und Tobias Urban lieferte ganze Arbeit.
Nach vorne hin fand Herne allerdings kaum statt. Sami El-Nounou war zu sehr auf sich allein gestellt, zumal er bei Standards hinten aushelfen und weite Wege gehen musste. Dominik Behrend zeigte gute Ansätze, konnte den schmerzlich vermissten Michael Erzen aber nicht ersetzen. Aus dem Mittelfeld kam wenig nach, so dass DSC-Keeper Thiel eine ruhige erste Hälfte verlebte.
Ein wenig änderte sich das Bild nach der Pause, die gleich mit der besten Herner Chance begann. El-Nounou hielt den Fuß in einen Urban-Schuss, doch Thiel wehrte mit tollem Reflex ab. Als der baumlange Hansjürgen eine Kuhn-Ecke per Kopf zum 0:1 verwandelte, verstärkte der SCW seine Offensivbemühungen, hatte aber Glück, dass Welker frei vor Bautz die Riesenchance zum 0:2 vergab (80.). Sechs Minuten später doch noch die Erlösung. Dohm und Barton hatten den Ball erkämpft, Behrend zog aus 16 Metern wuchtig ab, und den von Thiel abgewehrten Ball köpfte Grüterich zum schmeichelhaften 1:1 ein.

SC Westfalia Herne - Delbrücker SC 1:1

Tore: 0:1 (66.) Hansjürgen, 1:1 (86.) Grüterich.

SCW: Bautz - Neumann (83. Dohm), Seidel, Kohl - Barton, Sürgit, Urban, Tahiri - Köse (73. Grüterich), Behrend - El-Nounou.

Delbrück: Thiel - Fulland, Berkemeier, Hansjürgen, Kuhn - Berhorst, Cirivello, Capretti (75. Plucinski), Welker - Raschke (59. Radtke), Wiebusch (46. Fulhorst).

SR: Achim Möller (Bonn).

Zuschauer: 494 (Tageskasse).

17.09.2006 Von Wolfgang Volmer