PRESSE
Klassenunterschied kaum zu sehen
 

18.01.06

Oberligist Westfalia Herne setzt sich im ersten Testspiel mit 1:0 gegen den Verbandsliga-Spitzrnreiter DSC Wanne-Eickel durch

Einen erfolgreichen Testspielauftakt hatten der SC Westfalia Herne und der DSC Wanne-Eickel, die sich bei Regen auf rutschigem Kunstrasen an der Forellstraße vor 120 Zuschauern gegenüber standen. Ein Klassenunterschied wurde beim knappen 1:0 (1:0)-Erfolg der Platzherren jedoch nur selten sichtbar, obwohl SCW-Coach Frank Schulz im Gegensatz zu DSC-Teamchef Willi Koppmann aus dem Vollen schöpfen konnte. Nur die Topstürmer Sami El-Nounou und Michael Erzen kamen nicht zum Einsatz.

Davon konnte Koppmann nur träumen. Mit elf Feldspielern und einem Torwart war der Spielraum auf Seiten des Wanners begrenzt. Einige mussten arbeiten, andere sind noch verletzt, und Christoph Dannhausen, dessen Wechsel vom SCW zu den Schwarz-Gelben inzwischen perfekt ist, war noch nicht spielberichtigt. Wer unter diesen Umständen mit Einbahnstraßenfußball der Strünkeder gerechnet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Zwar zeigten die Gastgeber zweifelsfrei die reifere Spielanlage, doch der Verbandsliga-Spitzenreiter hielt mit großem Einsatz dagegen und hatte gute Chancen.

Der entscheidende Treffer gelang dem SCW nach einem schnellen Angriff über die rechte Seite. Dort hatte Sven Barton den Turbo gezündet, ging bis zur Grundlinie durch und bediente Hasan Beganovic mit einem Rückpass, den der Youngster aus 16 Metern mit einem Flachschuss unhaltbar unterbrachte (30.). Bis zur Pause vergab der DSC drei dicke Chancen, und in der 65. Minute wurde Hakan Cimsit elfmeterreif gehalten, worauf der Schiri den Wanner Stürmer mit Gelb verwarnte. Beide Trainer zogen ein positives Fazit. "Das Spiel war fair, es gab keine Rivalitäten, ein schöner Aufgalopp", erklärte Schulz. "Wir haben gut gearbeitet. Das wird mit Platztraining belohnt", lobte Koppmann. jes

18.01.2006
 
Quelle: WAZ Herne

Adrian Cetera kommt zur Westfalia
 

06.01.06

Dritter Neuzugang für Frank Schulz: Nach den Verpflichtungen von Anthony Yeboah und Arben Tahiri hat Fußball-Oberligist SC Westfalia Herne seinen Kader noch einmal verstärkt. Adrian Cetera vom Ligarivalen SpVg. Erkenschwick unterschrieb bei den Strünkedern einen Vertrag für anderthalb Jahre.

"Ich wollte ihn schon mal nach Herne holen und freue mich, dass es jetzt geklappt hat. Adrian ist ein junger und sehr talentierter Mann", sagte Frank Schulz. Für den 24-Jährigen hat der SCW-Trainer eine Rolle im Sturm oder im offensiven Mittelfeld vorgesehen.

Ob Schulz selbst am Schloss Strünkede bleibt, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. "Es gibt Anfragen von anderen Vereinen, und das hört man sich natürlich auch an", erklärte der Ex-Profi. Aber auch mit Westfalias Vorsitzendem Jürgen Stieneke hat er schon Gespräche geführt. Schulz: "Von der Tendenz her sieht es gut aus. Vom Herzen her möchte ich gerne in Herne bleiben. Im Februar will der Boss alles unter Dach und Fach bringen."

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Quelle: WAZ Herne

Erzen-Wechsel nur ein Gerücht
 

03.01.06

Die Meldung am Montag stand in einer Zeitung im Sauerland: Michael Erzen, Top-Torjäger des Fußball-Oberligisten SC Westfalia Herne, würde den Verein in der Winterpause verlassen. Interessenten seien der 1. FC Kaiserslautern und Roda Kerkrade aus der niederländische Ehrendivision. "Wenn da etwas dran wäre, würde ich das wissen", weist Trainer Frank Schulz die Information zurück in die Gerüchteküche.

Klar ist aber auch, dass der rasante Aufstieg des nur 1,70 Meter großen Wirbelwindes in Fußballkreisen nicht unbemerkt geblieben ist. Innerhalb von nur zwei Jahren gelang Erzen der Sprung vom sauerländischen Kreisligisten SSV Allendorf mit einer einjährigen Zwischenstation beim Verbandsligisten TuS Sundern bis in die Oberliga.

"Natürlich sind andere Vereine an ihm Interessiert. Und vor allem viele Vermittler wollen sich an ihn ´ranhängen", weiß Ex-Profi Schulz natürlich bestens, wie es in diesem Geschäft zugeht. "Ich habe Michael gesagt, dass ich ihm jederzeit weiterhelfen werde, wenn er denn meinen Rat will. Und er hat mir gesagt, dass ich der Erste bin, der es erfährt, wenn er einen Wechsel plant. Bis zum Sommer hat er jedenfalls noch einen Vertrag in Herne", erklärte der SCW-Trainer.

Solche Gerüchte, wie auch um eine mögliche Rückkehr von Yakup Köse zum SV Schermbeck, schmecken Schulz natürlich gar nicht. Auch aus dem Grund wünscht sich der Coach, dass SCW-Boss Jürgen Stieneke jetzt schnell ein Zeichen setzt. "Wenn man erst Anfang März Gespräche führt, ist es manchmal schon zu spät. Mir geht es dabei nicht unbedingt um meine Person, aber auch die Spieler wollen Klarheit haben. Der Verein sollte schnell den Weg suchen, um die Weichen für die nächste Saison zu stellen", fordert Schulz, der gleichzeitig klar macht, dass er sich in Herne sehr wohl fühlt: "Wir hatten hier in den letzten zweieinhalb Jahren sehr schöne Erfolge. Jetzt sollten wir aber darauf achten, dass es vernünftig weitergeht und wir jegliche Unruhe aus der Rückrunde heraushalten."

Im letzten Jahr stand Frank Schulz schon kurz vor dem Absprung zu Kickers Emden, auch diesmal gab es schon Anfragen beim Ex-Profi. Jetzt ist die Vereinsführung des SC Westfalia gefordert, schnell Nägel mit Köpfen zu machen.


03.01.2006 Von Uwe Ross
 
Quelle: WAZ Herne

Bistrich überprüft die Fitness
 

28.12.05

Mit einem Termin, der selbst bei einigen Profis für Unbehagen sorgt, steigen die Kicker des SC Westfalia Herne am 7. Januar in die Vorbereitung auf die Rückrunde ein. Dann nämlich findet im eigenen Sportstudio von Co-Trainer Horst Bistrich die Fitnessüberprüfung statt. "Dabei werden wir schnell sehen, wer noch Nachholbedarf hat und können so gezielt Gruppen für das Vorbereitungstraining hat", erläuterte Bistrich.

Das erste Freilufttraining findet einen Tag später um 10.30 Uhr im Stadion oder an der Forellstraße statt. Der Ball rollt für die Westfalia erstmals im neuen Jahr beim Hallenturnier des SV Sodingen (14./15. Januar), wenn es um die inoffizielle Stadtmeisterschaft geht.

Auch der vorläufige Plan für die Vorbereitungsspiele steht für die Mannschaft von Frank Schulz inzwischen fest. Am Samstag, 21. Januar, geht es um 14.15 Uhr zu Hause gegen den Verbandsligisten Germania Gladbeck. Am Sonntag darauf steht das Hallenturnier in Ratingen mit u. a. Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg II an. Weitere Heimspiele bestreitet der SCW am Mittwoch, 25. Januar, um 19 Uhr gegen den Nordrhein-Oberligisten 1. FC Kleve und am Sonntag, 29. Januar, um 14.15 Uhr gegen den Lokalrivalen SV Sodingen.

28.12.2005

 
Quelle: WAZ Herne

Klassenerhalt bleibt das Ziel
 

27.12.05

Halbzeitbilanz mit Trainer Frank Schulz: "Wir haben eine gute Hinrunde gespielt". Schwächen in der Chancenverwertung verhinderten weitere Siege. "Man muss versuchen, noch mehr herauszukitzeln"

Halbzeit in der Fußball-Oberliga: Nach 17 von 34 Spielen befragte Wolfgang Volmer Westfalias Trainer Frank Schulz nach seinen Einschätzungen.

Im Sommer haben Sie mit Westfalia Herne in der Oberliga Neuland betreten, jetzt ist die erste Hälfte der Saison gelaufen. Wie sehen Sie die Hinrunde?

Schulz: Ich denke, dass wir eine gute Hinrunde gespielt haben, auch wenn noch das eine oder andere mehr drin gewesen wäre. Intern habe ich das der Mannschaft schon zugetraut. Aber ich bin vorsichtig und weiß, wie schnell man zum Beispiel durch Verletzungen in eine Schieflage geraten kann. Insgesamt aber bin ich sehr zufrieden. Besonders gefreut hat mich, dass die Mannschaft immer, wenn es mal knisterte wie nach den Niederlagen in Gütersloh oder Dortmund, eine Reaktion gezeigt hat und wiedergekommen ist. Das ist es, was diese Mannschaft auszeichnet und weshalb es mir Spaß macht, mit dieser Mannschaft zu arbeiten.

Fünf der ersten sieben Spiele wurden gewonnen, danach gelang in zehn Spielen nur noch ein Dreier. Wie erklären Sie das?

Schulz: Na ja, wie soll ich das erklären? Wir haben danach sehr oft unentschieden gespielt, auch dann, wenn wir eigentlich gewinnen mussten wie in Emsdetten oder zuletzt in Erkenschwick. Der Hauptgrund war wohl, dass sich beide Stürmer, El-Nounou und Erzen, mal eine Auszeit genommen und nicht so getroffen haben, und zwar zu getrennten Zeiten. Chancen hatten wir nämlich auch in vielen anderen Spielen. Nur haben wir sie nicht mehr so verwertet wie zu Beginn und wie wir es im letzten Jahr in der Verbandsliga gewohnt waren.

Also kein Kräfteverschleiß oder Auswirkung davon, dass euch die Gegner ernster genommen haben als noch in den ersten Spielen?

Schulz: Das glaube ich nicht, nein. Viele haben uns auch vorher schon sehr gut eingeschätzt, haben gesagt, das ist eine sehr kompakte Mannschaft, die sich gefunden hat. Diesen Respekt hatten wir von Anfang an. Nein, ich denke, es war wirklich die fehlende Konstanz im Offensivbereich, die sich in diesem Saisonverlauf ausdrückt.

Westfalia steht mit sechs Siegen, sechs Unentschieden und fünf Niederlagen recht gut da. Zudem habt ihr erst siebenmal zu Hause, aber schon zehnmal auswärts gespielt. Und das neue Jahr beginnt mit Heimspielen gegen Lippstadt und Schermbeck.

Schulz: Richtig, ich habe den Spielplan auch genau vor Augen. Diese ersten Spiele sind enorm wichtig, auch die danach bei Fichte Bielefeld und zuhause gegen Ahlen. Da können wir schon so viele Punkte holen, dass wir gar nicht erst nach unten rutschen. Gerade zuhause spielen wir ja nun schon seit zwei Jahren sehr gut und konstant, haben nur ganz wenige Punkte abgegeben. Daran haben natürlich auch unsere tollen Fans ihren Anteil. Das heißt natürlich nicht, dass wir die Punkte schon haben, aber es ist schon einfacher, sie zuhause einzufahren. Deshalb ist auch nach der Winterpause der Start wieder sehr wichtig.

Wie im letzten Jahr haben Sie auch diesmal eine ganz klare Stammformation gefunden. Rotation gibt es im Grunde nur auf der linken Außenbahn, oder wenn Sie aus taktischen Gründen die Mittelfeldzentrale mit einem Offensivmann besetzen. Soll die Verpflichtung von Tahiri und Yeboah den Konkurrenzkampf anheizen?

Schulz: Ich denke schon, dass die Leistungsdichte im Kader noch enger wird. Sicher, wenn alle fit sind, ist es für Spieler im Defensivbereich schwer, in die Mannschaft hineinzukommen. Hallerbach und Sürgit machen ihren Job in der Defensive schon verdammt gut. Tahiri hat in Hagen auf der linken Seite oder auch als Manndecker gespielt. Mit ihm haben wir eine Variationsmöglichkeit, auch von der Schnelligkeit her. Yeboah kenne ich schon so lange, er kann im Sturm oder auch auf der linken Seite spielen, trifft da natürlich auf starke Konkurrenz. In der Vorbereitung werden wir sehen, wer sich da durchsetzt. Aber es ist auch wichtig, dass das Gefälle nicht so groß ist.

Welcher Spieler hat Sie in der Hinrunde überrascht, positiv wie negativ?

Schulz: Wenn mich einer negativ überrascht hätte, würde ich das öffentlich nicht sagen. Ich will auch keinen hervorheben. Sicher freut mich die Entwicklung bei jungen Leuten wie Ümit Celik. Der hat zwar noch nicht oft gespielt, aber ich sehe ihn ja im Training, er kommt immer näher heran. Makarchuk hat Riesenpotenzial. Ihn will ich weiter nach vorne bringen. Auch ein Sven Barton, der schon abgestempelt war als einer, der nur auf der Außenbahn rennen kann, hat sich weiter entwickelt und gezeigt, dass er auch andere Positionen spielen kann.

Viele positive Aspekte also. Grund genug, das Saisonziel neu zu definieren?

Schulz: Absolut nicht. Noch ist keine Mannschaft abgeschlagen, man muss gewaltig aufpassen, nicht unten reinzurutschen. Wenn wir das Polster von sechs, sieben Punkten halten, so dass wir uns auch mal eine Niederlage erlauben können, haben wir eine gute Saison gespielt. Sollte es ein einstelliger Tabellenplatz werden, wäre es eine super Saison.

Und wie beurteilen Sie die mittelfristige Perspektive des Vereins?

Schulz: Schwierige Frage. Das ist es, worüber ich mir Gedanken mache. Die handelnden Personen hier tun alles, was in ihren Möglichkeiten steht. Aber man kann nicht Jahr für Jahr eine gute Rolle spielen mit mittelmäßigen Möglichkeiten. Es wird darauf ankommen, ob auch mal andere Wege eröffnet werden. Man kann nicht jede Saison von vorne anfangen, man muss versuchen, noch mehr rauszukitzeln. Es ist einfach so, dass die Arbeit am meisten Spaß macht, wenn der Blick nach oben geht. Ich versuche immer, nach vorne zu pushen. Aber wenn man das nicht weiter entwickelt, fällt man irgendwann runter. Herr Stieneke macht wirklich alles, aber ich habe Zweifel, ob das auf Dauer gut geht.


27.12.2005

 
Quelle: WAZ Herne

Schulz verhandelt mit Cloppenburg
 

23.12.05

Nord-Oberligist buhlt um Westfalias Trainer. Frank Schulz: "Entschieden ist noch gar nichts". Ex-Profi fühlt sich nach eigenem Bekunden in Herne weiter sauwohl, zweifelt aber an der langfristigen Perspektive

Diese Nachricht dürfte unter Herner Weihnachtsbäumen für Diskussionsstoff sorgen: Frank Schulz, Trainer des SC Westfalia, spielt ernsthaft mit dem Gedanken, den Fußball-Oberligisten zu verlassen.

Aus dem Norden der Republik verlautete, Schulz habe sich über einen Vermittler beim BV Cloppenburg, derzeit Tabellenfünfter in der Oberliga Nord, als neuer Trainer ins Spiel gebracht. Ein erstes Gespräch sei geführt worden, Schulz habe erklärt, Herne in der Winterpause verlassen zu wollen. Zwar gebe es noch Gespräche mit einem weiteren Kandidaten, doch Schulz habe einen sehr guten Eindruck gemacht und gelte als Favorit für den Posten, den Geschäftsstellenleiter Alexander Woloschin nach der Trennung vom belgischen Trainer Tom Saintfiet ausgefüllt habe, und zwar befristet bis zur Winterpause.

Frank Schulz bestätigte sein Interesse. "Ja, ich war in Cloppenburg und habe ein erstes Gespräch geführt. Aber entschieden ist noch gar nichts, es gibt auch kein konkretes Angebot. Und einen Vermittler habe ich noch nie eingeschaltet." Im Übrigen habe er dem Cloppenburger Vorstand Stillschweigen zugesichert. Zu einem weiteren Gespräch, so der 44-Jährige weiter, habe man sich für den gestrigen Freitagabend verabredet.

Für den Ex-Profi, der seine Spielerlaufbahn in Osnabrück, unweit von Cloppenburg, beendet hatte, ist das ein ganz normaler Vorgang. "Es gibt immer mal wieder Anfragen. Mich freut es, wenn ich irgendwo im Gespräch bin. Das zeigt doch, dass meine Arbeit positiv gesehen wird."

Schulz empfindet es als absolut legitim, sich die Vorstellungen anderer Vereine anzuhören. Auch wenn er sich in Herne weiter "sauwohl" fühle. "Aber mein Vertrag läuft zum Saisonende aus, und ich habe schon im Vorjahr bemängelt, dass die Gespräche viel zu spät aufgenommen wurden. So kurzfristig kann man nicht planen", vermisst er eine längerfristige Perspektive.

Man darf gespannt sein, ob SCW-Boss Jürgen Stieneke diesen Ball annimmt und als Doppelpass zurückspielt.


23.12.2005 Von Wolfgang Volmer
 

Jörg Goslar neuer Trainer beim BV Cloppenburg

Punktgenau zum Weihnachtsfest liegt das Präsent unterm Tannenbaum: Fußball-Oberligist BV Cloppenburg ist auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Jörg Goslar kommt vom Staffel-Konkurrenten Hannover 96 II und unterzeichnete gestern einen bis zum Juli 2007 laufenden Vertrag.

Die Verpflichtung des am 29. Dezember 42 Jahre alt werdenden Goslar ging ausgesprochen kurzfristig, nämlich erst in den letzten Tagen, über die Bühne. „Am Mittwoch hatte ich mit der sportlichen Leitung von Hannover 96 ein Gespräch, in dem ich für mich keine Perspektive mehr gesehen habe“, meint der zweifache Familienvater, der dann telefonischen Kontakt mit Cloppenburgs Ex-Coach und Geschäftsstellenleiter Alexander Woloschin aufnahm und sich am Donnerstag in der Kreisstadt mit BVC-Klubchef Professor Dr. Joachim Schrader traf.

„Jörg Goslar hat exzellente Kontakte speziell im Jugendbereich. Dass wir einen solchen Mann, der von einem Bundesligisten kommt und mit der Oberliga-Mannschaft bei nur zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Wilhelmshaven Meister werden kann, für uns gewinnen, ist ein Signal für Cloppenburg und für die Liga“, freut sich Schrader auf die Zusammenarbeit mit dem bereits dritten Übungsleiter nach Tom Saintfiet und Alexander Woloschin. Vor der ersten Trainingseinheit des neuen Jahres am Montag, 2. Januar, soll Goslar zunächst der Presse und dann den Spielern vorgestellt werden.

Mit der Verpflichtung von Jörg Goslar, der im fünften Jahr Hannover 96 II trainiert und davor erfolgreich beim Stadtrivalen SF Ricklingen wirkte, war ein Mitbewerber aus dem Rennen, dessen Engagement an der Friesoyther Straße fast schon beschlossene Sache war: Frank Schulz, der ehemalige Bundesliga-Profi von VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach sowie aktuelle Coach des Oberligisten Westfalia Herne, hatte in einem Vorstellungsgespräch ebenfalls einen guten Eindruck hinterlassen. Beide Parteien baten sich jedoch noch einige Tage Bedenkzeit aus. Just in dieser Phase erreichte Cloppenburg dann die Bewerbung von Jörg Goslar, der nun den Zuschlag erhielt.

Der künftige BVC-Coach kennt die Oberliga Nord bestens und freut sich vor allem auf die Duelle mit seinem Ex-Klub Arminia Hannover. „Denn eigentlich“, schmunzelt der langjährige 96-Trainer, „eigentlich bin ich ja ein Blauer“.

Quelle : Münsterländische Tageszeitung vom 24.12.2005
 

Ein Flirt und seine Botschaft

KOMMENTAR: Heute gefeiert, morgen gefeuert - das ist das Schicksal des Fußballtrainers. Scheinbar unabwendbar, wie unzählige Beispiele lehren. Denn Erfolg ist im Sport nur ganz selten ein treuer Begleiter. Und Freiburg ist nicht überall.

Dass viele Trainer dieser Passivrolle überdrüssig sind und den stereotypen Ablauf durchbrechen wollen, ist so verständlich wie verstörend. Ralf Rangnick hat es jüngst auf Schalke gewagt - und jede Menge Ratlosigkeit hinterlassen. Ganz so außergewöhnlich ist das Verhalten von Frank Schulz nicht. Er hört sich an, was andere ihm anzubieten haben. Das ist nicht ehrenrührig. Ob die Initiative dazu von ihm oder vom Verein ausging, spielt allenfalls eine untergeordnete Rolle. Es ist so wie in jedem anderen Job: Mit einem Arbeitsplatz im Rücken, den man zur Zufriedenheit aller ausfüllt, verhandelt es sich besser als nach einem Rausschmiss. Langzeitarbeitslose werden es bestätigen.

So wenig man den in Herne allseits beliebten Trainer jetzt verdammen sollte, weil die Verhandlung in Cloppenburg durchsickerte, so viel sagen seine Überlegungen über die Situation in Herne aus. Der SC Westfalia hat mit dem Gespann Stieneke/Schulz an der Spitze eine ganze Menge erreicht. Vielleicht sogar das Optimum. Wenn es mehr werden soll - und nach oben richtet sich der Blick jedes Trainers - müssen neue Impulse kommen. Von der heimischen Wirtschaft, von potenziellen Sponsoren, von kompetenten Mitarbeitern. Geschieht das nicht, bleibt Oberliga-Mittelmaß am Schloss das höchste der Gefühle.

Das ist die Botschaft, die von Schulz´ Flirt mit Cloppenburg ausgeht.


23.12.2005 Von Wolfgang Volmer

 

Quelle: WAZ Herne

Degenhardt nach Herten, Dannhausen zum DSC Wanne-Eickel
 

21.12.05

Die freie Zeit, die durch den erneuten Spielausfall am Samstag gegen Lippstadt zu Stande gekommen ist, hat Westfalia Herne genutzt. Der SCW sicherte sich endgültig die Dienste von Hagens Arben Tahiri sowie dem ehemaligen SSVer Tony Yeboah. "Wir haben beide unter Vertrag genommen", bestätigt Trainer Frank Schulz.

Beim Blick auf Tahiri gerät Schulz ins Schwärmen: "Arben macht nicht nur sportlich, sondern auch menschlich einen tollen Eindruck. Ich wollte ihn schon im Sommer haben und freue mich über sein Engagement." Die Komplimente kann der Defensiv-Spieler nur zurück geben: "Ich bin auf die neue Herausforderung heiß. Herne ist ein toller Traditions-Verein. Ich habe ein super Gespräch mit den Verantwortlichen und ganz besonders mit Herrn Schulz geführt. Es ist alles sehr familiär und ich kann endlich wieder in Ruhe Fußball spielen."

Zu Yeboah meint der ehemalige Bochumer Profi Schulz: "Tony kenne ich schon seit meiner Zeit in Lünen. Er ist nicht der Trainings-Weltmeister, ruft sein Potenzial nicht immer ab. Wenn ich ihn aber unter Druck setze, kann er uns im Spiel auf jeden Fall weiter helfen."

Durch die beiden Aufrüstungen haben die wechselwilligen Christoph Dannhausen und André Degenhardt natürlich bessere Karten, die Westfalia zu verlassen. "Christoph wird zum DSC Wanne-Eickel gehen, es ist eigentlich alles geklärt", gibt Schulz seinem Schützling grünes Licht. Auch für den Youngster Degenhardt hat Schulz klare Vorstellungen. "Die SG Herten will ihn haben, es wäre doch toll, wenn er dort Spielpraxis sammeln würde." Keine Bestätigung gibt der Coach im Fall von Yakub Köse, der sich am heutigen Sonntag in die Türkei zu einem Probe-Training bei einem Zweitligisten verabschieden soll.

Die Match-Absage kann Schulz indes verstehen: "Der Platz steht unter Wasser, es wäre Quatsch gewesen, zu spielen. Aber dadurch haben wir einen Nachteil, denn der SVL wird sich in der Pause mit Sicherheit ordentlich verstärken." Aber auch den "Schloss Herren" dürfte der Ausfall gelegen kommen sein, denn mit Torwart Olli Bautz, Manndecker Christian Kaup (beide Leistenoperation), Thomas Wienroth (Schultereckgelenk-Sprengung), Michael Erzen (Knie) und Norman Seidel (Sprunggelenk) hätten gleich fünf Stammkräfte gefehlt. Die Absage tat der Stimmung auf der gestrigen Weihnachtsfeier keinen Abbruch. Der SCW zauberte bis in die frühen Morgenstunden in der Herner Eishalle und ließ das erfolgreiche Sportjahr 2005 Revue passieren.

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Quelle: www.reviersport.de

Westfalia sagt Spiel ab
 

17.12.05

Vor drei Wochen waren es die Schneeberge, jetzt sind es die Wassermassen, vor denen König Fußball kapitulieren muss. Zumindest teilweise. Der Rasen am Schloss stand gestern nachmittag fast zur Hälfte unter Wasser, so dass sich der SC Westfalia zur erneuten Absage des Oberligaspiels gegen den SV Lippstadt genötigt sah.

Die Stadt verzichtete bislang auf eine Platzsperre. Doch wenn sich die Wetterprognose bestätigt, werden am Sonntag auch andere Anlagen "Land unter" melden.

Auch wenn er das Aufstiegsjahr gern mit einem weiteren Erfolg beendet hätte, kommt Frank Schulz die neuerliche Absage nicht wirklich ungelegen. "Es sind doch einige Blessuren auszukurieren", verweist der Herner Trainer auf die Verletztenliste. So hat sich nach Torwart Olli Bautz auch Manndecker Kiki Kaup einer Leistenoperation unterzogen. Wegen einer Schultereckgelenkssprengung muss Thomas Wienroth noch einige Zeit pausieren. Mit Michael Erzen (Knie) und Norman Seidel (Sprunggelenk) sind zwei weitere Leistungsträger angeschlagen. "Da ist es schon ganz gut, dass sie bei diesem tiefen Boden nicht spielen müssen", denkt Schulz auch an die Gesundheit seiner Schützlinge.

So werden sich die Spieler heute erst zur Weihnachtsfeier in der Eishalle treffen. Für zwei heißt es dann wohl Abschied nehmen. Neben Christoph Dannhausen, den es zum DSC Wanne-Eickel zieht, steht auch Eigengewächs Andre? Degenhardt vor dem Absprung. "Er möchte sich zur SG Langenbochum ausleihen lassen, um dort Spielpraxis zu sammeln", hat Schulz Verständnis für den jungen Angreifer, dem er künftig noch eine Menge zutraut. "Deshalb ist es ja gut, dass Andre? später wieder zurück will."

Zwar sind beide Abgänge noch nicht perfekt, doch der SCW ist bereits dabei, die Lücken zu füllen. Fündig wurden die Herner beim letztjährigen Aufstiegsrivalen SSV Hagen, der vollends auseinanderzufallen droht. Auf Arben Tahiri, der im defensiven Mittelfeld, aber auch auf der linken Seite und in der Abwehr einsetzbar ist, hält Schulz große Stücke: "Er passt super zu uns", ist der Coach überzeugt. Gestern Abend kam der frühere Oestricher nach Herne, um im Gespräch mit Jürgen Stieneke letzte Details zu regeln. Zweiter Neuer im Kader dürfte Anthony Yeboah werden, der seit Wochen beim SCW mittrainiert. Ihn kennt Schulz aus gemeinsamen Lüner Zeiten.


16.12.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Schulz-Elf beweist Nehmerqualitäten
 

12.12.05

Hut ab, SC Westfalia. Diese Mannschaft hat Nehmerqualitäten. Unbeeindruckt steckte die Schulz-Elf die Prügel von Dortmund weg und rappelte sich nur eine Woche später zu einer glänzenden Leistung auf, die mit dem 1:1 (0:0) in Erkenschwick aber nur unzureichend honoriert wurde.

"Ganz klar, Herne war heute besser und hätte einen Sieg verdient gehabt", gab auch Spvgg-Trainer Ingo Anderbrügge unumwunden zu. Sein Gegenüber hatte allen Grund, den zahllos vergebenen Chancen hinterherzutrauern. "Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Jetzt kann ich es nicht mehr sein", fasste Frank Schulz die 90 Minuten im Stimbergstadion zusammen. Hören konnte die Trainer kaum einer. Sie wurden übertönt von einer Erkenschwicker Fangruppe, die meinte, ihre Wut über die jüngste Entwicklung am Stimberg während der Pressekonferenz lauthals hinausschreien zu müssen. Doch das sind Erkenschwicker Probleme.

Die Gäste aus Herne konnten sich dagegen auch gestern der vollen Rückendeckung ihrer Fans sicher sein. Und sie bedankten sich mit einer ungemein engagierten Partie. Von Beginn an wirkte Westfalia schneller, entschlossener, zielstrebiger, und schon nach 16 Minuten hätte sie mit 2:0 führen können. Doch Hasan Sürgits Direktabnahme aus acht Metern nach einer Ecke von Andre? Dohm landete direkt in den Armen von Tobias Ritz, und auch als Michael Erzen nach El-Nounous Gassenpass frei aufs Tor zulief, behielt der Spvgg-Keeper die Oberhand. "Anderthalb Wochen haben wir das eins gegen eins geübt", schüttelte Frank Schulz den lichten Schopf. "Und was hab´ ich gepredigt? Ausspielen, ausspielen, ausspielen."

Erzen hätte die Partie gestern allein entscheiden können, doch irgendwie bekam er die Kugel nicht rein. "Wir haben die Herner Stürmer und auch die Nummer elf (gemeint war Edin Terzic) nie in den Griff gekriegt", gab auch Anderbrügge zu. Er hätte diese Liste locker erweitern können. Zumindest um Sven Barton. Der leistete nicht nur defensiv gute Arbeit, sondern ließ mit unwiderstehlichen Sprints mehrfach auch die halbe Erkenschwicker Elf aussteigen.

Aber auch das verpuffte. Und so ging es nach einer noch halbwegs ausgeglichenen ersten Hälfte ohne Tore in die Kabine. Kaum wieder auf dem Platz, klingelte es. Und zwar im Herner Kasten. Niemand griff Grallert an, dessen Hereingabe lenkte Woidtke mit etwas Dussel über die Linie. Ganze 35 Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt.

Der Schock saß, aber nur zehn Minuten. Dann rappelte sich der SCW auf und drängte auf den Ausgleich. Zur Hilfe kam ihm Thomas Magga, der Sürgits Kopfball per Hand abwehrte. Den Elfmeter verwandelte Sami El-Nounou eiskalt. Drei Minuten später hätte er erneut zum Punkt schreiten können, wenn Schiedsrichter Moritz nach Maggas klarem Foul an Erzen Mumm besessen hätte. Doch Moritz´ Pfeife blieb stumm. Dafür schrillte sie in der 74. Minute, als Erzen frei vor Ritz auftauchte und endlich einlochte. Hier auf Abseits zu entscheiden, obwohl Erzen mit Ball am Fuß hinter dem Rücken des Abwehrspielers nach innen kreuzte, war schon ein starkes Stück.

Es wäre der Erwähnung nicht wert gewesen, hätte der SCW aus seinem Powerplay in der Schlussviertelstunde noch Kapital schlagen können. Aber irgendwie wollte die Kugel nicht mehr rein. Schade.
 

Tore: 1:0 (46.) Woidtke, 1:1 (65.) El-Nounou (11m, Hand Magga).

Spvgg: Ritz - Magga, Falkowski, Kasperidus - Grallert, Damnitz (69. Knößl), Fischer-Riepe, Woidtke, Yavuzaslan - Bendig, Wood (82. Lenz).

SCW: Bautz - Neumann - Seidel (84. Kaup), Celik - Terzic, Barton, Dohm (62. Köse), Sürgit, Makarchuk - El-Nounou, Erzen.

SR: Sebastian Moritz (Bielefeld).

Zuschauer: 1200.

Gelb/Rot: Yavuzaslan (84.).

11.12.2005 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

Ruhrpottknaller der Kultklubs
 

10.12.05

Erkenschwick gegen Herne. Mehr als diese drei Worte braucht es nicht, um die Fans zu elektrisieren. Es ist der Ruhrpott-Knaller im Amateurfußball. Dortmund gegen Schalke für Arme, sozusagen.

Dass man am Stimberg dennoch seit fast zwei Wochen heftigst die Werbetrommel für die werweißwievielte Auflage dieses Evergreens schlägt, verdeutlicht die Probleme beider Traditionsklubs. Obwohl sie Kultstatus in der Szene genießen, müssen sie um jeden einzelnen Zuschauer werben, finanzieren sie sich doch zu einem weit größeren Teil über Zuschauereinahmen als die meisten Ligakonkurrenten. Und bewegen sich damit auch viel näher an der Basis.

Schon deshalb freut sich Frank Schulz auf die morgige Partie (14.15 Uhr) im Stimbergstadion. "Es waren immer interessante Spiele. Spiele, die auf Messers Schneide stehen, auch in der Verbandsliga", blickt der SCW-Coach zurück.

Besonders gern erinnert er sich an das letzte Aufeinandertreffen. Im Auftaktspiel dieser Saison fertigte Aufsteiger SC Westfalia die als Titelanwärter gehandelte Spielvereinigung mit 3:0 ab - und leitete damit eine höchst durchwachsene Erkenschwicker Phase ein, die letztlich zur Trennung von Trainer Pannebecker führte.

Doch das ist Schnee von vorgestern. Inzwischen hat am Stimberg Ingo Anderbrügge das Sagen. In Datteln geboren und in Oer-Erkenschwick seit langem sesshaft, hat der frühere Schalker "Eurofighter" vor wenigen Wochen seinen ersten Trainerjob im Seniorenbereich übernommen. Mit Erfolg, wie man hört. Ohne den ganz großen Glanz zu versprühen, hat sich die Spielvereinigung stabilisiert, rangiert auf dem Weg in die höheren Tabellengefilde nur vier Punkte hinter Herne auf Platz neun.

Zwar fehlen den Gastgebern mit Setzke, Cetera und Kapica drei Offensivkräfte, dennoch sieht Schulz hier die größte Stärke des Gegners. "Für Oberligaverhältnisse ist da eine Menge Potenzial", meint der Herner Coach, ohne in Schreckensstarre zu verfallen. "Wir haben zwar einige Angeschlagene und müssen auf Wienroth und Hallerbach verzichten, aber wir werden gegenhalten", sagt er dem Erzivalen den Kampf an.

09.12.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Vorgeführt wie die Tanzbären
 

05.12.05

Als selbstbewusster Außenseiter wollten sie im Stadion Rote Erde antreten, wie begossene Pudel schlichen sie nach 90 Minuten vom Platz: Hernes Oberligafußballern wurden gestern von der Borussen-Reserve schonungslos die Grenzen aufgezeigt. "Die Dortmunder Übermacht war für uns zu stark. Das war eine Klasse, gegen die wir mit unserem Kader nicht gegenhalten können", hakte Frank Schulz die einseitige Partie schnell ab.

Seine Spieler mussten sich zeitweise wie Tanzbären vorkommen, die von den leichtfüßigen, technisch perfekten Borussen auf dem glitschigen und zugleich tiefen Boden regelrecht vorgeführt wurden. Vor allem das Mittelfeldspiel, das der überragende Caliskan, Saka und Gambino aufzogen, war eine Augenweide. "Das war eine unserer stärksten Leistungen in dieser Saison. Wir waren sehr aggressiv und haben den Ball schön und geradlinig laufen lassen", war auch Theo Schneider sehr angetan von seinen Talenten. Einzig die nachlassende Konzentration in der Schlussphase und das nicht gerade optimale Verwerten der Torchancen hatte der Borussen-Coach zu bemängeln. Mit Recht. Denn mit fünf Gegentoren waren die Herner noch gut bedient.

Dabei begannen sie ausgesprochen forsch. Doch drei, vier ordentliche Offensivaktionen in den Anfangsminuten entpuppten sich schnell als Strohfeuer, ausgetreten durch eigene Unzulänglichkeiten. Ein Abspielfehler in der eigenen Hälfte führte zum 1:0 durch Salvatore Gambino, der Heitmeiers Schuss noch eine andere Richtung gab (9.). Und nur sechs Minuten später hieß es bereits 2:0. Erneut hatte Heitmeier auf der rechten Seite Platz ohne Ende, und Steegmann wuchtete seine Maßflanke unhaltbar für Bautz in die Maschen. Der SCW konnte das Thema Dortmund bereits getrost abhaken.

Tat er auch. Von Aufbäumen war in der Folge nämlich nichts zu spüren. Die meisten Herner begnügten sich mit Statistenrollen, kamen stets einen Schritt zu spät und konnten dem Dortmunder Kombinationsfluss nur staunend zusehen. Nur Sven Barton war seinem Gegenspieler mindestens ebenbürtig, und auch die beiden Stürmer arbeiteten unverdrossen weiter, obgleich ihnen jede Unterstützung fehlte.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Tore fielen. Es dauerte bis zur 42. Minute. Da vernaschte Pollok seinen Bewacher Norman Seidel und ließ auch Bautz keine Chance. Dass Barton Sekunden zuvor elfmeterreif gefoult wurde, ließ sogar Frank Schulz kalt. "Gewonnen hätten wir hier sowieso nicht", wollte der Herner Coach nicht nachkarten.

Auch nach der Pause änderte sich wenig. Die Borussen konnten weiter nahezu ungestört kombinieren und erzielten durch Gambino noch zwei Tore, gestatteten dem unermüdlich rackernden Sami El-Nounou aber zumindest das Ehrentor. Was die kreativen SCW-Fans gleich wieder zu spöttischen Liedern animierte. "Ihr werdet nie 100 Jahre..."


04.12.2005 Von Wolfgang Volmer

Tore: 1:0 (8.) Gambino, 2:0 (15.) Steegmann, 3:0 (42.) Pollok, 4:0 (56.) Gambino, 4:1 (73.) El-Nounou, 5:1 (85.) Gambino.

SR: Hagen (Oer-Erkenschwick).

Zuschauer: 616.

BVB: Pirson - Heitmeier, Hünemeier, Parensen, Kohlmann - Neumeister - Saka, Caliskan (81. Rammel), Gambino - Steegmann (75. Seggewiß), Pollok (63. Solga).

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Kaup - Barton, Sürgit, Makarchuk (68. Kohl), Hallerbach (21. Terzic), Degenhard (77. Beganovic) - El-Nounou, Erzen.

 

Quelle: WAZ Herne

Frank Schulz´ liebste Rolle
 

02.12.05

Die Ansage war klar. "Wir wollen aus den beiden letzten Spielen der Hinrunde drei Punkte holen, dann war es ein rundum gelungenes Jahr", hatte Westfalia Hernes Trainer Frank Schulz vor Wochenfrist formuliert. Daran hat sich auch durch den Ausfall des Lippstadt-Spiels nichts geändert. Geändert hat sich nur die Reihenfolge. Nun ist es eben nicht das Schloss Strünkede, sondern das ebenso ehrwürdige Dortmunder Stadion Rote Erde, wo der Oberliga-Aufsteiger seinen ersten Matchball verwandeln kann. Ein schwieriges, aber kein unmögliches Unterfangen, wie Schulz meint. "Dass Borussia Dortmund eine Riesenhürde ist, darüber müssen wir nicht reden. Wir fahren da mit großem Respekt hin. Aber auch sehr selbstbewusst. Wir haben schon einige Überraschungen geschafft. Warum soll uns das nicht in Dortmund gelingen?"

Eine berechtigte Frage, zumal seine Herner Truppe beim Tabellenzweiten locker aufspielen kann. "In der Bundesliga freuen sich auch alle auf Bayern München", übernimmt Schulz gern die Außenseiterrolle. "Wir haben überhaupt nichts zu verlieren."

Aber viel zu gewinnen. Dafür hat die Mannschaft in den letzten Tagen hart gearbeitet. "Wir konnten auf unserem Kunstrasen ziemlich viel machen. Die Jungs haben prima mitgezogen, gerade die, die meist auf der Bank sitzen", lobt Schulz.

Und heizt damit den internen Konkurrenzkampf an. Mit Bedacht, wie man annehmen darf. Denn die Konkurrenz im Nacken macht jedem Fußballer Beine. Genau darauf setzt der SCW-Coach, wenn er von jedem Spieler 100 Prozent fordert. "Wenn wir das schaffen, müssen die Borussen schon etwas zeigen", sieht Schulz seine Elf nicht chancenlos.

Dabei ist ihm schnuppe, ob sein Kollege Theo Schneider auf Spieler aus dem Bundesligakader zurückgreifen kann. "Das Dortmunder Potenzial ist so groß, da ist es wurscht, wer da spielt", macht sich Schulz keine Gedanken über Namen. Auf einen aber freut er sich. "Den David Solga habe ich damals von Brambauer nach Lünen geholt. Das ist ein Riesenfußballer, der ohne seinen Kreuzbandriss sicher auch schon ein paar Bundesligaspiele gemacht hätte."

Gute Fußballer aber hat der SCW ebenfalls im Kader. Unter der Woche mussten einige vergrippte Spieler kürzer treten, aber bislang steht nur der verletzte Wienroth als Ausfall fest. Somit kann Schulz seine Stammformation mit den bekannten Variablen (linke Seite, Mittelfeldzentrale, zweiter Manndecker) aufbieten.

02.12.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Respekt vor dem Schlusslicht
 

26.11.05

Klare Sache: Das Jahr 2005 wird als ein besonders schönes und erfolgreiches in die lange Vereinsgeschichte von Westfalia Herne eingehen. Das Aufstiegsjahr mit einem Sieg im letzten Heimspiel zu krönen, ist das Ziel von Trainer Frank Schulz und seiner Truppe, die morgen um 14.15 Uhr den SV Lippstadt 08 empfängt.

Ein undankbarer Gegner, wie Schulz meint. "Es ist schwierig, nach einem sehr guten Spiel wie gegen Gütersloh zur Tagesordnung überzugehen, erst recht, wenn man aufgrund der Tabelle als Favorit ins Spiel geht", betrachtet der SCW-Coach die Partie gegen das Schlusslicht nicht als Selbstläufer: "Lippstadt steht zwar ganz unten drin, hat sich aber nicht aufgegeben." Im Gegenteil, meint Schulz: "Die letzten Nachrichten aus Lippstadt zeigen, dass es da einen Aufschwung gibt. Beim Test gegen Paderborn soll der SVL ebenso wie zuletzt gegen Schalke gut gespielt haben."

Dass in der Start-Elf von SV-Trainer Hundertmark kaum bekannte Namen stehen, kann Schulz nicht blenden. "Es ist eine junge Mannschaft, die sich entwickelt. Immerhin können es sich die Lippstädter leisten, einen Mann wie Torjäger Ulf Raschke meistens auf der Bank zu lassen."

Größere Probleme als im Angriff hat der Gast ohnehin in der Abwehr, mit 35 Gegentoren bislang das Scheunentor der Liga.

Gut möglich, dass der SVL deshalb morgen mit Mann und Maus verteidigt. Doch mit El-Nounou, Erzen und Makarchuk hat der SCW ein Angriffstrio, das jede Oberligaabwehr knacken kann. Weniger gut sieht es in der Abwehr aus. Hallerbach muss mit Kreislaufproblemen noch eine Woche pausieren, und Thomas Wienroth zog sich bei einem Trainingssturz eine schwere Schulteroperation zu und fällt bis zur Rückrunde aus.

25.11.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Ein Traum mit acht Toren
 

21.11.05

Mykola Makarchuk schießt Westfalia in den Fußballhimmel. Nach 5:3 über den FC Gütersloh geht es jetzt zum VfL Bochum. Gäste gleichen dreimal aus. Sami El-Nounou findet zur Glanzform zurück.

Was für ein geiles Spiel! Noch eine Stunde nach Abpfiff standen Dutzende SCW-Fans zusammen und ließen den Spielfilm dieses denkwürdigen Pokalfights immer und immer wieder ablaufen. 90 Minuten zwischen Himmel und Hölle, die dank zweier später Kunstschüsse von Mykola Makarchuk in einen einzigen Jubelsturm mündeten. Westfalia hatte sich eindrucksvoll für die 2:6 Schlappe in Gütersloh revanchiert - und darf so langsam von der Teilnahme an der DFB-Hauptpokalrunde träumen. Als vorletzte Hürde wartet des Viertelfinalspiel beim Ligarivalen VfL Bochum II (Termin steht noch nicht fest).Im Halbfinale hätte der SCW dann wieder Heimrecht und träfe auf den Sieger der Partie FC Bad Oeynhausen - SF Oestrich.

Der Knaller vom Samstag aber dürfte kaum noch zu toppen sein. Das war Fußball, so wie ihn die Fans mögen. Temporeich und rasant, spannend und kampfbetont - anderthalb Stunden mit höchstem Unterhaltungswert. Für die Trainer aber war es eine nervliche Tortur. Zu oft ließen kapitale Abwehrböcke den Blutdruck gefährlich anschwellen. Das war kein Tag für Herzkranke.

Gleich mit dem Anstoß gab Sven Barton die die Richtung vor. Mit dem Ball am Fuß sprintete er über 40 Meter und zog ab - nach gut zehn Sekunden hatte FCG-Keeper Grüger erstmals Ballkontakt. Fünf Minuten später musste er schon hinter sich greifen. Der ständig attackierende Michael Erzen jagte Heinrich den Ball ab und legte auf Sami El-Nounou. Dessen halbherziger Abschluss wurde von der Linie geschlagen, im Nachsetzen aber versenkte Erzen die Kugel im langen Eck. Gütersloh reagierte prompt, griff wütend an. Brandy ging auf der linken Seite durch, doch sein Rückpass war zu unpräzise (7.). Sekunden später strich Miletics 28m-Hammer knapp über den Kasten.

Noch bevor sich die von Frank Schulz auf zwei Positionen umgebaute SCW-Abwehr richtig sortiert hatte, hieß es 1:1. Brandy flankte in den Starfraum, ein Herner verließ sich auf den anderen, und mit der Hacke zauberte der aufgerückte Eckel die Kugel über die Linie. Besonders Christoph Dannhausen sah in dieser Szene schlecht aus. Ihm war die fehlende Spielpraxis auch in der Folge anzumerken, so dass Schulz ihn schon zur Halbzeitpause aus dem Spiel nahm.

Bis dahin hatte Erzen mit einem Kopfball (17.) und der bärenstarke Sami El-Nounou mit einem Schlenzer (20.) weitere Chancen, während die Gäste aus ihrer spielerischen Überlegenheit kein Kapital schlagen konnten. Marcus Fischer, im Ligaspiel dreifacher Torschütze, war bei Normen Seidel abgemeldet, und Kopfballmonster Antwerpen biss bei Ümit Celik auf Granit.
Seinen großen Auftritt hatte der junge Manndecker nach der Pause. Mit einem 40m-Diagonalpass bereitete Celik das 2:1 vor, bei dem El-Nounou Torwart Grüger auf dem falschen Bein erwischte.

Doch auch diesmal fiel in den Herner Jubel hinein der Ausgleich durch den überragenden Nadj. Damit waren die Weichen für eine packende Schlussphase gestellt. Nach El-Nounous 3:2 machte Gütersloh enormen Druck. Olli Bautz hielt, was zu halten war, doch nach Antwerpens Abstauber musste auch er zum dritten Mal das Leder aus dem Netz klauben.

Die Verlängerung bahnte sich an, mancher Herzschrittmacher drohte den Geist aufzugeben. Bis Makarchuk zuschlug. Nach toller Vorarbeit von Sven Barton und El-Nounou traf er mit dem rechten Außenspann zum 4:3, fast mit dem Schlusspfiff legte er mit einem linken Hammer aus unmöglichen Winkel noch eins nach. Und versetzte Herne in einen Siegesrausch.


Zuschauer: 913.

Herne: Bautz - Neumann, Seidel, Celik - Hallerbach (46. Degenhardt), Dannhausen (46. Wienroth), Barton, Sürgit - Makarchuk - El Nounou, Erzen

Gütersloh: Grüger - Eckel, Heinrich, Sahin - Brandy (76. Kaba), Behrens, Flock, Miletic, Nadj - Fischer, Antwerpen

Schiedsrichter: Steenebrügge (Bochum)

Tore:
1:0 Erzen (6.),
1:1 Eckel (16.),
2:1 El Nounou (48.),
2:2 Nadj (52.),
3:2 El Nounou (60.),
3:3 Antwerpen (81.),
4:3 Makarchuk (89.),
5:3 Makarchuk (90.)

20.11.2005 Von Wolfgang Volmer

Trainerstimmen:

Frank Schulz (SCW): "Wir haben aus der Niederlage gelernt, die wir vor drei Wochen einstecken mussten. Meine Mannschaft hat alles gegeben, dieses Spiel zu gewinnen, da war viel Leidenschaft drin. Wer Herne abschreibt, der hat schon verloren."

Dr. Jörg Weber (FCG): "Es war ein rassiges Pokalspiel. Die Niederlage ist bitter für uns, weil wir dreimal einen Rückstand aufgeholt haben und nicht die schlechtere Mannschaft waren."

Angestossen: Hoffnung auf weiteren Festtag

Die Feiertage stehen vor der Tür, für viele Herner Fußballfans aber liegt der schönste Festtag schon 48 Stunden zurück. Der triumphale Pokalsieg des SC Westfalia sorgte rund ums Schloss Strünkede für beste Partylaune. Alles stimmte am Samstag, fast alles. Die Herner Mannschaft spielte und kämpfte mit der selben Leidenschaft, mit der zuvor Didi Schmey seine
Westfalia-Hymne intonierte, die tanzenden Mädels ihre Hüften kreisen ließen und die Rapper ihre Verse in die Mikros schmetterten. Viel Aufwand wurde betrieben, um rund um den Fußball noch mehr Unterhaltung zu bieten.
Schade nur, dass sich nicht einmal 1000 Zuschauer im Stadionrund verloren. Dieser Tag hatte deutlich mehr verdient. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Beim VfL Bochum II hat der SCW vor wenigen Wochen schon einmal gewonnen. Gelingt das erneut, wartet auf die Herner Fans ein weiterer Festtag.

21.11.2005, von Wolfgang Vollmer


 

Quelle: WAZ Herne

SCW dürstet nach Revanche
 

19.11.05

Drei Siege noch, dann ein bisschen Losglück, und Westfalia Herne ist finanziell fürs erste saniert. In diese Richtung gehen die Träume mancher Fans, die schon vor dem heutigen Spiel der dritten Runde im Verbandspokal an ein Fußballfest vor 30 000 Zuschauern gegen Bayern, Schalke oder den BVB denken.

Doch gemach. So sehr dem Traditionsklub, den Machern wie den treuen Fans, ein solcher Coup zu gönnen wäre - Fußball ist kein Wunschkonzert. Frank Schulz weiß das. Hernes Trainer stand noch nie im Verdacht, ein Traumtänzer zu sein. Für ihn zählt nur die heutige Partie, und die ist schwer genug. Denn mit dem Oberligarivalen FC Gütersloh 2000 taucht um 14 Uhr ausgerechnet die Mannschaft am Schloss Strünkede auf, gegen die der SCW vor drei Wochen die höchste Niederlage der Schulz-Ära bezog. Mit 2:6 gingen die Herner bekanntlich im Heidewald unter. Es gibt also einiges gutzumachen.

"Natürlich wollen wir uns diesmal besser präsentieren und versuchen, eine Runde weiter zu kommen", formuliert Frank Schulz eine Selbstverständlichkeit. Und gibt sich optimistisch: "Wir haben gut trainiert und keine Verletzten. Nur Andre? Dohm fehlt aus beruflichen Gründen." Ein Verlust, der durchaus zu kompensieren ist. Zwar stand Dohm zuletzt in Emsdetten in der Startformation, doch für seine Position im zentralen Mittelfeld gibt es im Herner Kader genügend Alternativen.

Ohnehin macht die Offensive dem Herner Trainer weniger Kopfschmerzen. Michael Erzen und Sami El-Nounou waren zuletzt zwar nicht in allerbester Form, sind im Angriff aber weiterhin gesetzt und immer für das eine oder andere Tor gut. Und mit Mykola Makarchuk, der in Emsdetten eine Halbzeit lang groß aufspielte, agiert dahinter ein ideen- und trickreicher Spieler, der ebenfalls Torgefahr ausstrahlt.

Sein Hauptaugenmerk muss Schulz diesmal auf das Deckungsverhalten richten. "Es darf nicht passieren, dass wir noch einmal so vorgeführt werden wie in Gütersloh in der letzten halben Stunde", hämmert Schulz seinen Jungs ein. Und nimmt dabei die ganze Mannschaft in die Pflicht. "Wir dürfen das Spielfeld nicht 70, sondern maximal 40 Meter groß machen", mahnt er einen kompakten Auftritt an. "Nur so kann man richtig draufgehen und den Gegner zu Fehlern zwingen."

Namen sind dabei weniger wichtig als das Konzept. "Es ist gut möglich, dass es die eine oder andere Überraschung bei der Aufstellung geben wird´, hält Schulz seine Karten bedeckt. "Ich werde mir genau überlegen, wer zu wem passt." Seinen anhänglichsten Spieler, Norman Seidel, wird er vermutlich auf Marcus Fischer ansetzen, der beim 6:2 drei Tore erzielte.

18.11.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Revanche gegen Gütersloh
 

17.11.05

Es steht wieder ein Fußballfest auf Herner Boden vor der Tür. Am Samstag kommt es im Achtelfinale des DFB-Verbandspokals zum Oberliga-Duell zwischen dem SC Westfalia Herne und dem FC Gütersloh 2000 (14 Uhr, Schloss Strünkede). Für die heimischen Kicker wäre es gut, wenn die Regel "Der Pokal hat seinen eigenen Gesetze" dabei zur Geltung kommen würde. Vor drei Wochen kassierte der Aufsteiger im Heidewaldstadion nämlich eine deftige 2:6-Klatsche. Auch deshalb überlässt SCW-Coach Frank Schulz den Gästen freimütig die Favoritenrolle. "Gütersloh hat eine tolle Mannschaft und ein tolles Umfeld. Ich hoffe, dass das 2:6 bei meinen Spielern nicht mehr in den Köpfen steckt. Der Favorit sind wir jedenfalls nicht", so Schulz.

Trotz eines kleinen Hängers in der Meisterschaft, den der Coach aufgrund der bescheidenen Mittel und des dementsprechend dünnen Kaders auch auf den kraftraubenden Fußball seiner Mannschaft zurückführt, wollen sich Herner natürlich revanchieren. "Wir wollen wieder alles abrufen, um besser auszusehen als beim letzten Mal. Das Pokal-Achtelfinale ist eine tolle Sache. Wir wollen unsere Chance natürlich nutzen", geht der SCW-Coach motiviert an die Sache heran. In der letzten Runde hat der SCW in Wattenscheid auf jeden Fall seine grimmigste Pokalmaske aufgesetzt und den Topfavoriten aus der Regionalliga in der Verlängerung mit 2:1 ausgeschaltet.

Für die Revanche gegen Gütersloh haben die Strünkeder auch personell wieder alle Alternativen. Dazu zählt vor allem der in Gütersloh noch gesperrte Verteidiger Norman Seidel. Er könnte sich zum Beispiel um FC-Angreifer Marcus Fischer kümmern, der drei Treffer zum 6:2-Erfolg beigesteuert hatte. "Wir dürfen uns aber nicht nur auf Fischer konzentrieren. Gütersloh hat mit Brandy und Antwerpen noch mehr Hochkaräter in der Offensive", erklärte Schulz.

Dass sich seine Mannschaft am Samstag von einer ganz anderen Seite präsentieren muss, ist dem Coach völlig bewusst. "Wir stehen mit 23 Zählern punktgleich in der Tabelle. Ich wollte hier in Herne etwas verändern. Dieser Zwischenstand macht deutlich, was wir schon erreicht haben", blickt Schulz stolz auf die Arbeit der letzten zwei Jahre zurück. Dazu gehört auch, dass sich das Umfeld positiv entwickelt hat. "Es gibt viel mehr Leute, die im Hintergrund sehr gute Arbeit leisten", lobte der Coach die Hintermänner.

Für das Pokal-Highlight haben die Verantwortlichen einige besondere Leckerbissen für die Fans vorbereitet. Bereits ab 12.30 Uhr geht am Schloss musikalisch die Post ab. Mit von der Partie ist dann Schlagersänger Sandro de Ville, der unter anderem seine neue Ruhrgebietshymne "1000 Feuer" präsentieren wird. Garantiert gut wird auch die Unplugged-Session der Rock-Ladies "Why Amnesia". Im Gepäck hat das Trio sein brandneues Album "Something to Rememember". Wenn das nicht mal ein passendes Motto für dieses Pokalspiel ist. Schmissige Cover-Beats bringen "Los Gerlachos" und "P-Moll" mit. Einlass ist übrigens schon ab 12 Uhr. Dauerkarten sind im Pokal allerdings nicht gültig. Nur Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. jes

16.11.2005
 
Quelle: WAZ Herne

Rassiges Spiel bleibt ohne Sieger
 

14.11.05

Westfalias Oberligafußballer mussten die weite Heimreise aus dem Münsterland nicht mit leeren Händen antreten. Nach einer rassigen, temporeichen Partie entführten sie einen Punkt aus dem Salvus-Stadion. Auch wenn der letzte Sieg nun schon vier Wochen zurückliegt und mancher besorgte Fan die Ausbeute von acht Punkten aus den letzten acht Spielen als zu mager ansieht: Die Schulz-Elf konnte Emsdetten zufrieden verlassen. Sie hatte sich wieder einmal prächtig verkauft und da angeknüpft, wo sie in der zweiten Hälfte gegen Lotte aufhörte. Die Mannschaft machte einen stabilen, kompakten Eindruck, das 2:6 in Gütersloh scheint wirklich nur ein Ausrutscher gewesen zu sein.

Die gestrige Partie erinnerte über weite Strecken an das Spiel in Bochum, wo die Herner Mitte Oktober ihren letzten Sieg feierten. Wie damals brachte Sami El-Nounou sein Team früh in Führung (11.), diesmal nach toller Vorarbeit von Mykola Makarchuk und Sven Barton. Aber erneut schaffte es der SCW nicht, einen seiner Konter zum zweiten Tor zu nutzen. Doch anders als in Bochum leistete sich die ansonsten sehr sattelfeste Abwehr gestern eine Unkonzentriertheit, die Emsdetten mit dem ohne Frage verdienten Ausgleich bestrafte.

Gut 500 zahlende Zuschauer sahen ein ziemlich verrücktes Spiel. In der ersten Hälfte hatte Herne leichte Vorteile, die besseren Chancen aber lagen auf Seiten der Emsdettener. So klatschte Kols Schuss vor die Latte (13.), beim 25m-Hammer des 05-Scharfschützen Böwing-Schmalenbrock (32.) und bei zwei, drei anderen Szenen bewies SCW-Keeper Olli Bautz seine Extraklasse. Kurz vor der Pause aber hätte auch das 2:0 fallen können, als Andre? Dohms Eckball durch den Torraum rollte, ohne dass ein Herner den Fuß heran bekam (43.). Kurz darauf schloss Christian Hallerbach einen Konter zu spät ab. Auch ein Pass auf den durchstartenden El-Nounou wäre erfolgversprechender gewesen als sein missglückter Versuch.

Nach der Pause geriet die Schulz-Elf immer stärker unter Druck. Vor allem der spielstarke Makarchuk, im ersten Abschnitt bester Mann auf dem Platz, tauchte nun ab. So hingen die Herner Spitzen in der Luft, bekamen kaum verwertbare Bälle. Bis auf einen: Nach Bartons Musterpass hatte Michael Erzen freie Bahn, doch er überließ für El-Nounou, der im Abseits stand - dumm gelaufen (55.). Zumal Logermann kurz darauf eine Ecke ungehindert zum 1:1 einköpfen durfte. Dabei hätte es aber nicht bleiben müssen. Sekunden vor Schluss verbaselte Hallerbach auch seine zweite dicke Chance. Schade, aber irgendwie auch gerecht.

13.11.2005 Von Wolfgang Volmer

Tore: 0:1 (11.) El-Nounou, 1:1 (66.) Logermann.

SV 05: Tepe - Kol - Scholtz, Gieseler - S. Roth, Bettmer (82. Nowitzki), Langenstroer, Niemeier, A. Roth (59. Pielage) - Taurino (59. Logermann), Böwing-Schmalenbrock.

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Wienroth - Barton, Sürgit, Dohm (70. Köse), Hallerbach, Makarchuk - El-Nounou, Erzen.

SR: Frederick Assmuth (Köln).

Zuschauer: 515.

 

Quelle: WAZ Herne

Weltstars zu Gast am Schloss?
 

12.11.05

Möglicherweise darf sich Herne im kommenden Sommer auf hochkarätige Gäste freuen: auf die brasilianische Nationalmannschaft. Das Westfalia-Stadion am Schloss Strünkede ist als Trainingsstätte für Ronaldinho, Adriano und Co. im Gespräch.

Noch ist alles nur ein Gerücht. "Doch das Gerücht verdichtet sich", sagt Eduard Belker, Abteilungsleiter Sport der Stadt Herne. Sicher ist so viel: Ende Oktober hat eine Delegation des brasilianischen Fußballverbandes das Stadion des Oberligisten besichtigt. Zudem gibt es eine Vereinbarung mit Castrop-Rauxel. Schlägt eine Nationalmannschaft ihr WM-Quartier in der Nachbarstadt auf, trainiert sie in Herne.

Einiges spricht dafür, dass das Castroper Nobelhotel Goldschmieding die WM-Unterkunft der brasilianischen Nationalspieler wird. So erklärte ein Sprecher des brasilianischen Fußballverbandes, dass das Team während der WM definitiv in der Nähe von Dortmund Quartier beziehen werde. Auch der WM-Beauftragte für Nordrhein-Westfalen, Reiner Calmund, gibt Castrop-Rauxel - und damit auch Herne - mit Blick auf den Spielplan große Chancen. Der fünffache Weltmeister absolviert in jedem Fall ein Gruppenspiel in Dortmund. Werden die Brasilianer Gruppensieger, würden sie im Achtel- und später eventuell auch im Halbfinale dort antreten.

Bis die Kicker vom Zuckerhut aber in Herne trainieren, dürfte es noch einiges zu tun geben. So bemängelten die brasilianischen Funktionäre gegenüber dem Vorsitzenden des SC Westfalia Herne, Jürgen Stieneke, den Zustand des Rasens und der sanitären Anlagen. Abteilungsleiter Belker liegt ein Anforderungskatalog des Fußballweltverbandes FIFA vor. Inwieweit dieser umgesetzt werden muss und welche Kosten damit verbunden wären, ist unklar. Welche Vorstellungen die brasilianische Delegation hat, weiß Belker nicht: "Es hat noch keinen Kontakt gegeben. Wir warten voller Spannung die Gruppenauslosung am 9. Dezember ab." Erst dann wollen die Brasilianer ihre Entscheidung offiziell bekannt geben. jw

11.11.2005
 
Quelle: WAZ Herne

Der Abstandhalter
 

12.11.05

Nach drei Spielen ohne Sieg gerät es langsam wieder ins Blickfeld, das Saisonziel von Oberliga-Aufsteiger SC Westfalia: Es heißt Klassenerhalt. Nach wie vor. Daran ändert auch der sechste Platz nach 14 von 34 Spielen nicht. Und genau deshalb hat die morgige Partie beim SV Emsdetten 05 (14.15 Uhr) für Frank Schulz einen immens hohen Stellenwert. "In dieser Phase ist es wichtig, einen Gegner, der fünf Punkte hinter uns liegt, nicht näher herankommen zu lassen", meint der SCW-Trainer. "Deshalb ist es unser Minimalziel, in Emsdetten nicht zu verlieren."

Noch kann Schulz in Ruhe arbeiten, das Polster ist dick genug, dass die Mannschaft ohne Nervenflattern ins Salvus-Stadion einlaufen kann. Und das soll nach Möglichkeit auch so bleiben. "Unser Ziel muss es sein, immer genügend Abstand zu halten, um in der ganzen Saison mit unten nichts zu tun zu haben", lautet des Trainers Strategie.

In Emsdetten wird die Westfalia aber nur erfolgreich sein, wenn sie ihre kämpferischen Qualitäten voll einbringt. "Da auf dem Land wird Fußball gearbeitet. Wenn man da nicht gegenhält, kann man nicht bestehen", trichtert Schulz seinen Jungs ein - und ist zuversichtlich, sie auch zu erreichen: "Ich bin froh, dass wir nach zwei schwächeren Spielen gegen Lotte in der zweiten Halbzeit wieder alles gezeigt haben, was uns sehr, sehr lange ausgezeichnet hat." Und weiter auszeichnen soll.

Emsdetten, im Vorjahr lange an der Spitze, hat sich nach schwachem Saisonstart gefangen und klettert seit Wochen die Tabelle hoch. Dabei profitieren die 05er vor allem von der Formsteigerung ihres jungen Kapitäns Philipp Böwing-Schmalenbrock, den viele Experten für den besten Oberligaspieler halten. "Ein herausragender Mann, den viele Vereine aus Emsdetten weglocken wollen", meint Frank Schulz. "Aber wir dürfen uns nicht nur auf ihn konzentrieren."

Dennoch: Gelingt es, den Regie führenden Torjäger zu neutralisieren, ist viel gewonnen. Wen Schulz mit dieser Aufgabe betraut, ließ er noch offen. Auswahl hat er genug, steht ihm doch der komplette Kader zur Verfügung, nachdem Makarchuk wieder voll ins Training eingestiegen ist.

Der Fanbus fährt um 12 Uhr ab Stadion. Treffen 11.30 Uhr, Fahrpreis 10 E.

11.11.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Yeboah trainiert in Herne mit - Zweiter Trainer muss seinen Stuhl räumen
 

08.11.05

Seit einigen Wochen nimmt Anthony Yeboah regelmäßig am Training des SC Westfalia Herne teil. Der dunkelhäutige Offensivspieler kickte zuletzt für den von einer Finanz- und Vorstandskrise geschüttelten Verbandsligisten SSV Hagen, arbeitete früher aber schon beim Lüner SV mit dem Herner Trainer Frank Schulz zusammen. Auch Yeboahs letztjähriger Hagener Mitspieler Dimitrios Pappas war bereits Gast beim Herner Training. Ob sich der SCW in der Winterpause mit einem oder gar beiden Spielern verstärkt, ist nach Aussage von Trainer Schulz noch offen. wv

Nach Michael Pannenbecker, der vor knapp zwei Wochen in Erkenschwick seinen Trainerjob verlor und durch den Ex-Schalker Ingo Anderbrüggeersetzt wurde, musste jetzt ein zweiter Oberliga-Coach seinen Stuhl räumen. Schlusslicht VfB Fichte Bielefeld trennte sich von Holger Wortmann. Schon beim 1:0 gegen Siegen am Sonntag saß dessen vormaliger Assistent Sven Moning als Verantwortlicher auf der Bank. Als "externer Berater" ohne feste Vertragslaufzeit unterstützt ihn der frühere Gütersloher Trainer Maik Walpurgis. wv
 

Quelle: WAZ Herne

Westfalias Torjäger außer Dienst
 

07.11.05

Eine halbe Stunde lang schien es, als säße der Schock von Gütersloh den Herner Spielern noch in den Gliedern. Da klappte wenig bis gar nichts, und die Westfalia-Fans mussten Schlimmes befürchten. Dank ihrer vorbildlichen Unterstützung aber arbeitete sich der SCW aus dem Sumpf, gewann von Minute zu Minute mehr Sicherheit und war dem Sieg am Ende näher als die spieltechnisch deutlich überlegenen Gäste aus Lotte.

Der Anfang aber machte wenig Hoffnung. Die Schulz-Elf mühte sich zwar, in die Zweikämpfe zu kommen, stand defensiv auch recht sicher, doch kaum war der Ball erobert, wurde er leichtfertig wieder hergegeben. Einfache Pässe, ja selbst Einwürfe landeten beim Gegner, die Herner Verunsicherung war fast mit den Händen zu greifen. Zum Glück konnte Lotte das nicht wirklich nutzen. Hübsche Tricks, wie sie vor allem Ali Vural des öfteren zeigte, blieben brotlose Kunst, weil dem Lotter Spiel die Zielstrebigkeit fehlte - ein Verdienst auch von Thomas Wienroth, der Torjäger Lüttmann keinen Stich ließ. Und den umtriebigen Pahlig legte Norman Seidel an die Kette.


Nicht zufällig war es ein Freistoß, der den Gästen die Führung bescherte. Hozjak legte auf für Yarar, der traf mit dem linken Fuß flach und unhaltbar ins Eck (29.). Keine zwei Minuten später hätte bereits der Ausgleich fallen können, doch Michael Erzens Kopfball nach einer Degenhard-Ecke wurde von der Linie geschlagen.

Von da an ging es bergauf. André Dohm, schon früh für den schwachen Terzic gekommen, bemühte sich, dem Herner Spiel Linie zu geben. Mit zunehmendem Erfolg. Zwar klappte noch längst nicht alles, doch der SCW kam jetzt wenigstens ab und an mal in die Nähe des Lotter Tores. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. Zischte Sven Bartons 25m-Freistoß noch knapp über die Latte (39.), so hatte Dohm zwei Minuten später mehr Glück. Seine scharfe Freistoß-Hereingabe beförderte Mirco Heger mit der Stiefelspitze ins eigene Netz.

War das 1:1 zur Halbzeit für Herne noch sehr schmeichelhaft, so verdiente sich die Schulz-Elf den Punkt nach der Pause redlich. Lotte spielte weiter nett, aber harmlos und hatte bis auf eine Yarar-Flanke, die über dem verdutzten Bautz an die Latte klatschte, keine gefährliche Szene. Anders die Herner. Drei dicke Chancen boten sich allein Sami El-Nounou, doch der Torjäger ist zur Zeit ein Schatten seiner selbst, kam nicht einmal zum Abschluss. Besser machte es Michael Erzen. Aber weder sein Schuss aus halblinker Position noch sein Kopfball nach Neumanns Flanke waren präzise genug, um Wilmsmeier zu überwinden. Und Erzen vergab auch die letzte Chance. Als Schieri Joerend in der Nachspielzeit wegen eines Rückpasses höchst umstritten einen indirekten Freistoß im Lotter Strafraum verhängte, fand Erzen die Lücke nicht. Schade, aber doch irgendwie gerecht.

06.11.2005 Von Wolfgang Volmer

Westfalia Herne : SF Lotte 1:1 (1:1) Tore: 0:1 (29.) Yarar, 1:1 (41.) Dohm

Zuschauer: 700

SR: Thorsten Joerend (Lübbecke)

SCW: Bautz - Neumann - Wienroth, Hallerbach - Terzic (21. Dohm), Barton, Seidel, Sürgit, Degenhard (69. Köse) - El-Nounou, Erzen

SF Lotte: Wilmsmeier - Leimbrink, Marek, Lodter - Heger, Hozjak, Pahlig, Yarar, Otto (75. Rehers) - Vural (85. Celik), Lüttmann (70. Herdin)
 
Quelle: WAZ Herne

Lotte flößt Respekt ein
 

04.11.05

Der 2:6-Schock von Gütersloh ist verdaut, Westfalia Herne brennt darauf, Wiedergutmachung zu betreiben. Da kommt der morgige Gast gerade recht. Denn die Sportfreunde Lotte stehen nicht von ungefähr vier Punkte vor Herne auf Platz drei. "Das ist eine bärenstarke Truppe, die ich auch vor der Saison schon auf dem Zettel hatte", erinnert SCW-Trainer Frank Schulz an seinen Tipp.

Erst zweimal musste die Elf von Klaus Bienemann bislang gratulieren. Und das ist kein Zufall, wie Schulz weiß: "Lotte ist im Mittelfeld sehr gut besetzt, mit schnellen und wendigen Spielern, die viel Drang nach vorn entwickeln", warnt der Herner Coach. "Dieser Gegner ist schwer zu spielen."

Auch wenn die Namen der meisten Lotter Akteure hierzulande wenig bekannt sind, bürgen sie für Qualität. Viele haben schon in der Regionalliga gespielt, in Münster oder Osnabrück. Mit Jörg Pahlig, dem Mann hinter den Spitzen, Mirco Heger und Sebastian Lodter bildet ein ehemaliges Osnabrücker Trio ein stabiles Gerüst, auf dem Trainer Bienemann je nach taktischen Erfordernissen sein Team aufbaut. Hinten räumen erfahrene Leute wie die Ex-Schalker Rohleder und Herdin oder der frühere Rheinenser Thorsten Schütte auf, und vorne steht mit dem kopfballstarken Julian Lüttmann einer der besten Torjäger der Oberliga.

Frank Schulz weiß genau, was da auf seine Elf zukommt. "Nachdem wir jetzt in zwei Spielen nicht so gearbeitet haben wie gewohnt, müssen wir wieder unsere Tugenden in die Waagschale werfen. Sonst haben wir keine Chance", setzt der Coach wieder auf dem Teamgeist und die Kampfkraft des Aufsteigers. Da Norman Seidel seine Sperre abgesessen hat, kann Schulz aus dem Vollen schöpfen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Mykola Makarchuk, der nur Lauftraining absolvieren konnte.

04.11.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Debakel im Heidewald
 

31.10.05

Was für ein herrlicher Tag für fast 2000 Fußballfreunde: Die Herbstsonne lachte, zauberte beste Bedingungen aufs satte Grün des Heidewaldstadions und inspirierte die Spieler zu einer großartigen Leistung. Allerdings nur die der gastgebenden Mannschaft. Mit 6:2 (2:0) demontierte ein nach der Pause wie entfesselt aufspielender FC Gütersloh 2000 den bislang so erfolgreichen Aufsteiger Westfalia Herne.

"You´ll never walk alone" - trotzig schallte es aus dem Herner Fanblock, der erstmals in dieser Saison klar in der Minderheit war. Beistand dieser Art benötigte die Westfalia bitter. Denn eine solche Klatsche hat die Mannschaft unter der Ägide von Frank Schulz noch nie einstecken müssen. Entsprechend gefrustet waren die Spieler auch beim Auslaufen. Besonders Olli Bautz, der sich einen heftigen Wortwechsel mit Co-Trainer Horst Bistrich lieferte. Obwohl er hielt, was zu halten war, musste der ehrgeizige Keeper sechs Mal hinter sich greifen. Das nagt.

Dabei sah es anfangs gar nicht so schlecht aus, was die Gäste zeigten. Gleich zwei gute Möglichkeiten erspielten sich die Herner in den ersten zehn Minuten. Zunächst ließ FC-Keeper Kuschmann einen Sürgit-Schuss so abprallen, dass ihn Sami El-Nounou fast erwischt hätte (5.), dann tauchte Christian Hallerbach nach Köse-Pass frei im Strafraum auf. Doch statt mit dem linken Fuß aus zwölf Metern draufzuhalten, versuchte es Hallerbach mit der rechten Innenseite und versiebte kläglich. "Es war trotz allem ein irgendwie komisches Spiel", hatte Frank Schulz bei seiner späteren Analyse genau diese Szenen in Erinnerung. "Machen wir hier das 1:0, wer weiß, wie dieses Spiel gelaufen wäre."

Machten sie aber nicht. Stattdessen fiel das Tor auf der Gegenseite. Inmitten einer Spielertraube stieg Miletic nach einer Ecke am höchsten und köpfte ein (13.), unhaltbar für Bautz, der zuvor einen Flock-Freistoß mit Panthersprung aus dem Winkel gefischt hatte. Sechs Minuten nach dem 1:0 wäre Bautz erneut machtlos gewesen, doch Antwerpens Kopfstoß prallte von der Lattenunterkante ins Feld zurück.

Auch in der Folgezeit ging es auf und ab. Herne kämpfte, kam aber nicht wie gewohnt in die Zweikämpfe. Weil Terzic gegen Brinkmann wenig zustande brachte und Hallerbach mit Köse den Raum auf der linken Seite nicht nutzen konnte, ging über die Außenbahnen wenig. Dem 2:0 ging ein Herner Ballverlust auf der linken Seite voraus. Der Konter mündete in eine Ecke, und die nutzte Fischer zur Vorentscheidung (40.). Mit dem Doppelschlag durch Antwerpen und Fischer zu Beginn der zweiten Hälfte nahm das Fiasko seinen Lauf. Fast nach Belieben spielten Flock, Brandy, Fischer und Co. die SCW-Abwehr schwindelig. Der FC spielte sich in einen Rausch, den Kater aber badeten die Herner aus. Selbst die von Barton und Hallerbach verabreichten Aspirin-Pillen in Torform halfen da nur wenig.

30.10.2005 Von Wolfgang Volmer

FC Gütersloh 2000 SC Westfalia Herne 6:2 Tore: 1:0 (13.) Miletic, 2:0 (40.) Fischer, 3:0 (51.) Antwerpen, 4:0 (55.) Fischer, 4:1 (57.) Barton, 5:1 (61.) Fischer, 5:2 (89.) Hallerbach, 6:2 (90.) Flock

FCG: Kuschmann - Eckel, Sagin, Heinrich, Brinkmann - Flock, Miletic, Nadj (46. Kollmeier), Brandy (80. Behrens) - Antwerpen, Fischer (88. Kaba)

SCW: Bautz - Neumann - Kaup, Wienroth - Terzic (72. D. Degenhard), Barton, Sürgit, Köse (58. Dohm), Hallerbach - El-Nounou (80. A. Degenhardt), Erzen

SR: Martin Pier (Hamm)

Zuschauer: 1913
 
Quelle: WAZ Herne

Westfalia freut sich auf Gütersloh
 

28.10.05

Die Rivalität zwischen beiden Klubs ist alt, die Freude auf den immergrünen Vergleich riesengroß: Das morgige Spiel im Heidewaldstadion beim FC Gütersloh 2000 (15 Uhr) gehört für Westfalia Herne ohne Zweifel zu den Höhepunkten dieser Oberligasaison.

"Da spielt man einfach gerne Fußball", meint auch SCW-Trainer Frank Schulz. "Schönes Stadion, guter Rasen und tolle Stimmung. Wir freuen uns auf dieses Spiel vor sicher wieder 1500 Zuschauern."

Und dieses positive Gefühl wollen die Herner auch mit auf den Rasen nehmen. Deshalb hat sich der Coach auch nicht lange mit der Aufarbeitung des dürftigen 0:0 gegen Bielefeld am letzten Sonntag aufgehalten. "Ich habe die Fehler am Dienstag klar angesprochen, aber damit war das Thema auch abgehakt. Jetzt gilt unsere ganze Konzentration Gütersloh", richtet Schulz seinen Blick nach vorn.

Schließlich wartet da nicht irgendwer, wie der Herner Trainer betont: "Gütersloh hat schon eine starke Mannschaft. Ohnehin hat der Verein sehr gute Möglichkeiten, peilt jedes Jahr den Aufstieg an. Aber aus irgendeinem Grund klappt es nie. Auch diesmal hinken die Gütersloher wieder den Erwartungen hinterher."

Was noch freundlich ausgedrückt ist. Zwar liegt der Luxuskader von Trainer Dr. Jörg Weber immerhin auf Rang sechs, zur Spitze mit Dortmund II und Verl aber klafft schon ein Loch von 15 bzw. elf Punkten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Lücke noch zu schließen ist", meint auch Frank Schulz, der dennoch einen hoch motivierten Gegner erwartet. "Die wollen schon noch so weit wie möglich nach oben kommen."

Morgen aber steht dem FC ein selbstbewusster Gegner im Weg. "Wer hätte gedacht, dass Gütersloh uns am 13. Spieltag selbst mit einem Heimsieg nicht überflügeln könnte", verweist Frank Schulz durchaus ein wenig stolz auf die Tabelle. "Das zeigt doch, was unsere Mannschaft bisher geleistet hat." Und auch aus Gütersloh will der SCW etwas mitnehmen, obwohl mit Sürgit (krank), Makarchuk, Köse, Kaup und Neumann (alle angeschlagen) etliche Stammspieler fraglich sind.

28.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Ein Spiel zum Vergessen
 

24.10.05

Von diesem Spiel wird wohl keiner der 650 Zuschauer noch seinen Enkeln etwas erzählen. Westfalia Herne und Arminia Bielefeld II lieferten sich gestern eine Oberligapartie auf überaus bescheidenem Niveau, die mit dem einzig richtigen Ergebnis endete: Einem torlosen Unentschieden. Mehr hatten beide Mannschaften auch nicht verdient.



Der heftige Platzregen, der eine Stunde vor Spielbeginn über Herne niederging, hielt nicht nur viele Fußballfreunde vom Stadionbesuch ab, er sorgte auch für tiefen, enorm schwer bespielbaren Boden. Gutwillige werden das als Entschuldigung nehmen für eine selten gesehene Vielzahl von peinlichen Stockfehlern, die vor allem den Hernern unterliefen. Schwamm drüber.

Mehr als Bemühen war gestern im Grunde nicht erkennbar. Im gesamten Spielverlauf gab es auf beiden Seiten jeweils eine "halbe" Torchance, ansonsten herrschte statt Sturm die große Flaute. Mexiko würde sich freuen.

Dabei hatte Frank Schulz durchaus etwas riskiert, mit Kaup einen Zerstörer geopfert und dafür den spielerisch stärkeren Yakup Köse eingebaut. "Ich wusste, dass Bielefeld mit einem Fünfer-Mittelfeld und nur einer Spitze kommt", begründete der SCW-Trainer seinen Schachzug, der aber wirkungslos blieb. Denn das Matt drohte den Gästen erst, als sie binnen fünf Minuten zwei Figuren aus eigener Dummheit einbüßten. Erst trat Yildiz gegen Wienroth nach (71.), dann ließ sich Wieczorek an der Eckfahne zu einem Schubser hinreißen (76.) - zweimal zückte Marc Frömel Rot. Und zwar zurecht, wie auch Bielefelds Nachwuchskoordinator Peter Krobbach einräumte. "Beide Platzverweise gingen völlig in Ordnung. Das waren Dummheiten, die wir uns nicht gefallen lassen", kündigte er ein Nachspiel an.

Die Strafe hätten die Herner besser gleich auf dem Fuße folgen lassen sollen. Doch sie waren dazu nicht im Stande. Selbst gegen acht Mann hatten sie Mühe, den Ball zu behaupten, geschweige denn ein Powerplay aufzuziehen. Dabei hatte Schulz sofort reagiert und Beganovic für Thomas Wienroth eingewechselt, den neben Charly Neumann besten Herner. Ein klares Zeichen, das Spiel breit zu machen und die Arminen über die Flügel zu knacken. Ein guter Plan, den die Mannschaft jedoch nicht umsetzen konnte.



Eine abgeblockte Direktabnahme von Edin Terzic (64.), eine harte Flanke von Sven Barton, die Formann mit den Fingerspitzen über El-Nounou lenkte (72.): Das waren schon die gefährlichsten Situationen vor dem Tor der Gäste, die eine Stunde lang die klar stärkere Mannschaft waren. Aber auch ihre Besten standen in der Abwehr: Kapitän Leenemann und der abgeklärte Janjic standen wie eine Eins, ließen nichts anbrennen, zumal es die Herner viel zu oft mit hohen Bällen versuchten.

Westfalia Herne: Bautz - Neumann - Wienroth (78. Beganovic) - Terzic, Barton, Köse (87. Dohm), Sürgit, Hallerbach, Makarchuk (34. Kaup) - El-Nounou, Erzen

Arminia Bielefeld II: Formann - Schmidt, Leenemann, Janjic, Duda - Hoffmann, Wieczorek, Backhaus, Sansa (32. Jürgens), Röber (88. Ornatelli) - Bauer (46. Yildiz). SR: Marc Frömel (Ibbenbüren)

Zuschauer: 650

Rote Karten: Yildiz (71.), Wieczorek (76.)

23.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

Verkehrte Fußballwelt
 

21.10.05

Im Vorjahr klafften noch zwei Klassen zwischen Westfalia Herne und dem damaligen Regionalligisten Arminia Bielefeld II, in der aktuellen Momentaufnahme aber sind die Strünkeder an ihrem morgigen Gast (15 Uhr) vorbeigezogen. Als Tabellenvierter müssen die Herner gegen den Vierzehnten wohl oder übel die Favoritenrolle annehmen - eindeutiges Indiz für die positive Entwicklung, welche die Schulz-Elf zuletzt genommen hat.

Große Töne zu spucken aber ist Frank Schulz ´ Sache nicht. Ruhig und beharrlich arbeitet Westfalias Trainer weiter. "Unser System ist auf aggressives Zweikampfverhalten aufgebaut, darauf, im Mittelfeld eng zu stehen. Damit sind wir bisher in der Oberliga erfolgreich gewesen, und so werden wir es auch weiter versuchen", setzt der Coach weiter auf die Herner Stärken. Eine Philosophie, die sich auch in der Aufstellung spiegelt. "Natürlich denke ich immer darüber nach, wie ich Köse oder Dohm einbinden kann. Aber mit unserem System waren wir bisher in der Oberliga recht erfolgreich, und das will ich auch ohne Not nicht ändern."

Auch wenn der Coach die ein, zwei offenen Personalfragen erst kurzfristig "aus dem Bauch" entscheidet, eines ist klar: Die Mannschaft steht, große Änderungen wird es nicht geben, zumal es bis auf Seidel (gesperrt) keine Ausfälle gibt. Taktisch bedingte Umstellungen verbieten sich schon deshalb, weil Schulz die Arminen kaum kennt. "Mit Sicherheit haben sie gute Fußballer. Und wir wissen ja auch, dass wir Probleme kriegen, wenn wir einen Gang runter schalten." Vollgas geben, drei Punkte einstreichen, Bierchen trinken - das also ist die Agenda für die morgige Partie.

21.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Der frühe Vogel fängt den Wurm
 

17.10.05

Bochum bleibt für die Oberliga-Fußballer des SC Westfalia ein prima Pflaster. Eine Woche nach dem Pokaltriumph in Wattenscheid beendete die Schulz-Elf mit einem nicht unverdienten 1:0 (1:0)-Sieg auch den Höhenflug des VfL Bochum II, der aus den letzten sechs Spielen 16 Punkte geholt hatte. Gestern kam keiner hinzu. Dennoch wollte VfL-Trainer Manni Wölpper mit seiner jungen Truppe nicht hart ins Gericht gehen: "Das einzige, womit ich unzufrieden sein muss, war die Chancenauswertung", meinte er, ohne sonderlich viele klare Gelegenheiten aufzählen zu können.

Genau das durfte der Gast als Kompliment verstehen. Denn nach der frühen und, zugegeben, glücklichen Führung durch Sami El-Nounou, dem Torwart Renno eine Makarchuk-Ecke direkt vors Schienbein faustete (4.), gestatteten die Herner den gut zur Hälfte mit einem Profivertrag ausgestatteten Bochumern nicht mehr viel. Vor allem in der zweiten Hälfte zeigte Westfalia wieder ihre Stärke, hielt die spielstarken VfL-Jungspunde mit Teamgeist und aggressivem Zweikampfverhalten in Schach. Den einzigen Leichtsinnsfehler von Charly Neumann, der ansonsten eine einwandfreie Liberopartie ablieferte, bügelte Olli Bautz mit tollkühnem Einsatz im Nachfassen gegen Hille aus (58.).

Und auch bei diversen Standardsituationen, die vor allem in der Schlussphase auf sein Tor segelten, stand der SCW-Keeper goldrichtig. Ihm fielen sie am Ende alle um den Hals - vor allem sein Vertreter Andreas Scarale. Der war mit dem Schlusspfiff um satte zwei Mille reicher. 100 Euro hatte er gemeinsam mit einem Arbeitskollegen riskiert, zwei Zweitligaspiele, die Partie Lotte - Delbrück und das Herner Spiel getippt. "Jetzt gibt es für uns beide 4350 Euro", jubelte Scarale. "Und für mich sitzt ja wohl ne Cola drin", flachste Bautz. Vielleicht spendiert Scarales Kollege dazu noch die Currywurst.

Dass es so kommen würde, war zur Pause allerdings noch sehr zweifelhaft. Denn nach El-Nounous frühem Tor taten sich die Gäste schwer. Vor allem Kiki Kaup hatte seine liebe Mühe mit dem antrittsschnellen Sebastian Hille. Mehrfach drang der Toptorjäger der Liga in den Strafraum ein, doch Bautz oder ein Abwehrbein verhinderten den Einschlag. Und auch Thamms Schlenzer, aus dem Liegen abgefeuert, fischte Bautz aus dem Eck (7.).

Mit Mühe und Massel retteten die Herner ihren Vorsprung in die Halbzeit. Und allen war klar: Weitere 45 Minuten würden sie nicht schadlos überstehen, wenn sie das Mittelfeld preisgeben würden.

Doch Frank Schulz fand in der Pause die richtigen Worte. Fortan griffen seine Jungs wieder eher an, standen enger am Mann und suchten die Zweikämpfe, so dass sich das Geschehen weiter ins Mittelfeld verlagerte. Und beinahe hätten sie gleich nach Wiederanpfiff das 2:0 nachgelegt. Mit feinem Pass auf El-Nounou hebelte der starke Edin Terzic die Bochumer Abseitsfalle aus, doch der Herner Torjäger drosch die Kugel freistehend über das Tor (53.). "Das war die klarste Chance des Spiels. Machen wir hier das 2:0, hätten wir eher Ruhe gehabt", blickte Frank Schulz zurück.

So mussten er und rund 500 Herner Fans noch fast 40 Minuten zittern, bis sie den Sieg und den Sprung auf Platz vier feiern konnten.

VfL Bochum II: Renno - Zajas, Klinger (55. Mustroph), Nimptsch - Könemann (55. Türkeri), Gordon, Costa, Ucar (72. Gülcü), Oppermann - Hille, Thamm

SCW: Bautz - Neumann - Wienroth, Kaup - Terzic (65. Köse), Barton, Sürgit, Hallerbach, Makarchuk - El-Nounou, Erzen (90. Dohm)

SR: Marcel Pelgrim

Tor: El-Nounou (4.)

16.10.2005, von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Schulz: "Das wird eine enge Kiste"
 

15.10.05

Eine Woche nach dem Triumph von Wattenscheid tritt Fußball-Oberligist Westfalia Herne erneut in der Nachbarstadt an. Gastgeber ist morgen um 15 Uhr auf dem Nebenplatz des Ruhrstadions der Tabellenvierte VfL Bochum II.

Jahr für Jahr spielt die Elf von Manni Wölpper an der Oberligaspitze mit, zum Aufstieg allerdings hat es noch nie gereicht. In der letzten Saison mussten die VfL-Buben auf den letzten Metern ausgerechnet den Lokalrivalen aus Wattenscheid an sich vorbeiziehen lassen. "Der VfL hat immer eine starke Mannschaft. Warum es letztlich nie reicht, weiß ich auch nicht", zollt SCW-Trainer Frank Schulz dem Gegner Respekt. Auch in diesem Jahr hat er die Bochumer im Titelkampf mit auf der Rechnung. "Die haben viele Spieler, die im letzten Jahr erst im Halbfinale der Deutschen Jugendmeisterschaft durch Elfmeterschießen ausgeschieden sind. Diese Spieler gehören zu den Besten ihres Jahrgangs in Deutschland." Noch wichtiger für die Mannschaft aber sind die "Korsettstangen", an denen sich die jungen Leute orientieren können. Dazu zählen Abwehrchef David Czysczon, Mittelfeldantreiber Claus Costa, Allrounder Alexander Thamm und der pfeilschnelle Ex-Gütersloher Sebastian Hille, der mit neun Toren vor Hernes Michael Erzen die Torjägerliste der Oberliga anführt.

"Schade, dass Norman Seidel bis zum 30. Oktober gesperrt ist. Er wäre der richtige Mann für Hille", ärgert sich Frank Schulz noch heute über den Platzverweis, den sich sein Manndecker in Siegen einhandelte. Nun muss Kiki Kaup diesen Job übernehmen. "Vielleicht ziehe ich auch Sven Barton zurück. Das würde von der Schnelligkeit gut passen", lässt sich Schulz nicht in die Karten blicken. Großartige Änderungen dürfte es in seiner Formation aber nicht geben. Ob Sami El-Nounou, der einen riesigen Bluterguss aus der Lohrheide mitbrachte, oder Christian Hallerbach, dessen "Andenken" mit sechs Stichen genäht werden musste - wer eben kann, will morgen auflaufen. "So sind sie, meine Jungs", lobt Schulz den Charakter seiner Elf. "Da läuft keiner weg. Und deshalb wird es auch in Bochum eine ganz enge Kiste."

14.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Auf dem Zahnfleisch zum Sieg
 

11.10.05

Pokaltriumph in Wattenscheid verlangt Westfalias Spielern alles ab. Frank Schulz schwärmt: "Wen soll ich draußen lassen?" Am Sonntag geht´s beim VfL Bochum II wieder um Punkte

Mit Krämpfen in beiden Beinen musste Laufwunder Jakup Köse nach 82 Minuten raus, Sami El-Nounou schleppte sich nach einem Pferdekuss so lange über den Platz, bis ihm in der Verlängerung das Siegtor gelang, über das auch Christian Hallerbach jubelte: gerade aus dem Krankenhaus, wo seine klaffende Kopfwunde mit sechs Stichen geflickt worden war. Drei Namen, drei Pokalhelden, eine Aussage: Wir sind ein Team. Alle, auch die, die draußen sitzen.

Als die völlig ausgepumpten Westfalia-Spieler nach dem 2:1 in Wattenscheid den Rasen verließen, standen 200 Herner klatschend Spalier: Gänsehaut-Feeling auch bei Michael Erzen, dessen Kreislauf gerade noch verrückt gespielt hatte. Ein Check in die Rippen raubte selbst diesem Naturburschen die Luft, nachdem er zwei Stunden wie aufgezogen gerannt war. "Mir ist der kalte Schweiß ausgebrochen", sagte Erzen nur, träufelte sich ein paar Tropfen japanisches Heilpflanzenöl auf die Zunge. Und weiter ging´s.

Kein Wunder, dass Trainer Frank Schulz nach dem Triumph vom Teamgeist seiner Truppe schwärmte. "Wen soll ich draußen lassen? Jeder, den ich bringe, gibt alles, jeder hat es verdient, zu spielen. Aber ich kann ja nur elf Mann aufstellen."

Am Sonntag hat er wieder die Qual der Wahl. Beim VfL Bochum II, mit dem es vielleicht schon im Februar ein Wiedersehen gibt. Wenn nämlich der SCW am 19. November zuhause gegen den FC Gütersloh 2000 die dritte Pokalrunde übersteht, müsste er in der vierten Runde beim Sieger der Partie Westfalia Wickede - VfL Bochum II antreten. In der fünften Runde gäbe es dann wieder ein Heimspiel. Es wäre die letzte Hürde auf dem Weg in die Hauptrunde.

11.10.2005, WAZ Herne, von Wolfgang Vollmer
 
Quelle: WAZ Herne

Pokalkrimi mit Happy-End
 

10.10.05

Herner Sternstunde an der Lohrheide: El-Nounou macht in der 116. Minute die Überraschung perfekt. 2:1-Sieg einer bärenstarken Mannschaft. Erzen spielt Wattenscheid schwindelig.

Gäbe es den DFB-Pokal nicht, man müsste ihn erfinden. Allein schon wegen des denkwürdigen Spiels. Nach 120 Minuten, die allemal interessanter waren als das Gegurke der Klinsmänner, feierte im Lohrheidestadion auch die richtige Mannschaft: Mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung setzte sich Westfalia Herne beim Regionalligisten Wattenscheid 09 durch - völlig verdient, wie auch 09-Trainer Georg Kreß einräumte.

Es war eine kleine Sternstunde für die Herner Oberligatruppe, die sich mit Leidenschaft, bedingungslosem Einsatz und Teamgeist schon in die Herzen vieler Fußballfreunde gespielt hat. Und als die 09-Fans bedröppelt nach Hause gestiefelt waren, feierten die SCW-Spieler mit ihren Anhängern noch immer den Triumph: "Herne ist die geilste Club die Welt", schallte es aus dem Block ganz weit draußen in der Kurve, in den die Herner Hardcore-Fans eingesperrt wurden - argwöhnisch beäugt von vier Hundeführern nebst ihrer bissigen Freunde.

Statt Angst vor den Fans hätten die Hausherren besser Respekt vor den Herner Spielern gezeigt. Aufreizend lässig begannen die 09er, nicht ahnend, dass sie zu einem echten Pokalfight gezwungen werden würden. Fast eine halbe Stunde lang dauerte das Abtasten. Dann war klar, dass Terranova bei Thomas Wienroth ebenso abgemeldet war wie der frühere Zweitliga-Profi Lars Toborg bei Kiki Kaup, und dass sich das Wattenscheider Mittelfeld schwer tat, überhaupt Druck zu entwickeln. Herne war galliger, wollte mehr, ging energischer in die Zweikämpfe, kontrollierte das Geschehen. Und hatte Michael Erzen.

Unglaublich, was der Straßenfußballer aus dem Sauerland gestern wieder leistete. 120 Minuten wie gedopt, rennen, bis die Socken qualmen. Dazu unberechenbar, torgeil, aber mannschaftsdienlich: Erzen war der beste Mann auf dem Platz. Die erste klare Torchance bereitete er vor, doch Sami El-Nounou rutschte knapp am Glück vorbei (32.). Die zweite nutzte er dann selbst: Mit dem Hinterkopf lenkte er Makarchuks Freistoßflanke Sekunden vor der Pause unhaltbar in den Winkel.

Kreß reagierte, zog Ex-Profi Baumann vor und ließ Pereira und Terranova die Positionen tauschen. Damit wurde 09 zwar gefährlicher, doch die klareren Torchancen lagen auch nach der Pause beim SCW. Als Erzen sich durchdribbelte und uneigennützig auf den besser postierten El-Nounou passte, jubelte die Herner Bank zu früh: Westfalias Torjäger zielte um Zentimeter vorbei (65.).

So kam es, wie kommen mußte. Wattenscheid warf alles nach vorn, versiebte durch Baumann die klarste Chance (67.), ehe Pereira in einer turbulenten Szene der Ball zum 1:1 vor die Füße prallte (79.). Westfalia schien kurz vor Schluß um den verdienten Lohn gebracht.

Doch dann zeigte sich, was Frank Schulz da für eine Truppe hingestellt hatte: Statt die Ohren hängen zu lassen, kämpften die Herner auch in der Verlängerung wie die Berserker. Einer für alle, alle für einen - oft eine Floskel, hier Realität.

Bei Baumanns Knaller knapp über das Tor und Pereiras Lattenkopfball musste der SCW zweimal zittern, dann hatten auch El-Nounou und Hasan Sürgit dicke Dinger auf dem Fuß. So richtete sich alles auf ein Elfmeterschießen ein. Bis El-Nounou dann doch noch zuschlug. Im Nachstochern versenkte er Erzens wunderbare Vorarbeit - und Herne war im siebten Fußballhimmel.

"Was soll ich sagen? Die Mannschaft hat toll gespielt und verdient gewonnen", war Trainer Frank Schulz ganz gerührt.

10.10.2005, WAZ Herne, von Wolfgang Vollmer


Angestossen: Erntezeit am Schloss

Der Auftritt der Wattenscheider Regionalligakicker grenzte in der ersten Hälfte schon fast an Arroganz. Sie vermittelten den Eindruck, als meinten sie, den kleinen Nachbarn aus Herne mal eben vor dem Kaffeeklatsch aus dem Pokal kegeln zu können.

Die Quittung stellte die Westfalia aus: Sie zeigte den 09ern, was Wille im Fußball wert ist. Einen höherklassigen Club aus dem Pokal zu werfen, ist immer eine Riesensache. Es auswärts zu schaffen, macht daraus eine Sensation. Eine Sensation, die sich die Wattenscheider noch lange unter die Nasen reiben lassen müssen.

Denn auch in der Lohrheide wären die Einnahmen aus weiteren Runden hochwillkommen, könnte der Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde, verbunden mit etwas Losglück, den Etat einer halben Saison decken. Diese Chance haben die Halbprofis vertan.

Die Identifikation mit dem eigenen Verein und seinen finanziellen Nöten war beim SCW offenbar größer. Deshalb dürfen die Herner nun zurecht die Ernte einfahren. Hoffen wir, dass sie üppig ausfällt. Gütersloh (19.11.2005, Stadion am Schloss Strünkede) muß noch nicht das Ende sein.

10.10.2005, WAZ Herne, von Wolfgang Vollmer
 
Quelle: WAZ Herne

Breite Brust statt voller Hosen
 

07.10.05

Der Weg nach Berlin führt über Wattenscheid. Es wäre aber eine faustdicke Überraschung, wenn die Oberligakicker des SC Westfalia die richtige Route finden und ihre Fahrt Richtung DFB-Pokalhauptrunde auch nach dem morgigen Spiel im Lohrheidestadion (15 Uhr) noch fortsetzen dürften. Als nächster Gegner käme dann der FC Gütersloh nach Herne.

Auf die Schulz-Elf wartet diesmal aber nicht die Wattenscheider Reserve, sondern das Regionalligateam der SG 09, ein schier übermächtiger Gegner. "Zwischen Ober- und Regionalliga liegt mehr als eine Klasse. Da wird ganz anderer Fußball gespielt", weist Westfalia-Trainer Frank Schulz auf fundamentale Unterschiede dies- und jenseits der Nahtstelle zum Profifußball hin.

Doch Bangemachen gilt nicht. "Wir sind zwar krasser Außenseiter, aber die sorgen im Pokal ja doch häufiger mal für eine Überraschung", hat Schulz die Partie noch lange nicht abgehakt. Vielmehr redet er seine Mannschaft stark. "Wir haben da nichts zu verlieren, können locker, aber mit breiter Brust auflaufen."

Anders jedenfalls als vor einem Dreivierteljahr, als der SCW im eigenen Stadion gegen den späteren Zweitliga-Aufsteiger SF Siegen sang- und klanglos unterging. "Damals hatten meine Jungs die Hosen voll. So etwas will ich nicht noch mal sehen", reibt der Trainer seinen Schützlingen das Negativbeispiel unter die Nase. Dass neben Dannhausen und Dino Degenhard auch der gesperrte Norman Seidel fehlt, schmerzt den Coach allerdings sehr. "Gerade gegen schnelle Leute wie Iyodo oder in der nächsten Woche gegen den Bochumer Hille wäre er der passende Gegenspieler."

Noch tüftelt Schulz an Alternativen. Ob Kiki Kaup in die Elf rutscht, der junge Ümit Celik eine Chance bekommt oder Hallerbach aus dem Mittelfeld zurückgezogen wird, so dass ein Platz für Köse oder Dohm frei wird: viele Varianten sind denkbar. "Da warte ich mal ab, wie die Wattenscheider auflaufen", so Schulz.DFB-Landespokal

07.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

SCW setzt keine Busse mehr ein
 

04.10.05

Westfalia Herne zeigt den Krawallmachern die Rote Karte. Nach den gewalttätigen Zwischenfällen in Siegen (die WAZ berichtete) entschied der Verwaltungsrat des SCW in Abstimmung mit dem Vorstand, sofort alle organisierten Fanfahrten einzustellen.

"Wir mussten feststellen, dass vereinsfremde Chaoten mit zum Teil bundesweitem Stadionverbot den Bus unter dem Vorwand betraten, das anstehende Auswärtsspiel als SCW-Fan zu unterstützen", heißt es in einer Pressemitteilung des Verwaltungsrats. "Stattdessen hat man sich bereits Tage vorher via Internet zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung in Siegen verabredet und den Bus als Transportmittel missbraucht."

Schon vor dem Anpfiff wunderten sich manche Besucher über das große Aufgebot an Ordnern und Polizisten, das sich sogleich daran machte, die Personalien der Besucher zu überprüfen. Trotzdem kam es während des Spiels zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen zum Teil stark alkoholisierten Schlägern beider Seiten, die dank des Eingreifens der Polizei schnell beendet werden konnten. Nach Spielende flammte die Gewalt aber wieder auf. Den Hauptübeltäter nahm die Polizei sogar vorübergehend in Sicherheitsverwahrung. Genutzt hat es wenig. Nach dem gut gemeinten Rücktransport im Fanbus zettelte er in Herne gleich die nächste Schlägerei an, so dass die Organisatoren die Polizei anfordern mussten.

Der Täter soll übrigens auch zum Sicherheitspersonal der Herner EG gehören. "Wir werden den Vorstand des Eichockey-Vereins kontaktieren. Auch in weiteren Fällen wird über Stadionverbote nachgedacht. Einige beteiligte Personen sind schon öfter negativ bei Fußballspielen aufgefallen. Auf diese Sorte selbst ernannter Fans werden wir verzichten, da wir jederzeit die Sicherheit für alle friedlichen Fußballfans garantieren wollen", kündigte Verwaltungsratsmitglied Bernd Faust weitere Konsequenzen an.

In einem besonders schwerwiegenden Fall wird der SCW nach dem schriftlichen Stadionverbot zusätzlich den Verfassungsschutz informieren, weil sich ein Mitreisender durch sein Verhalten und das Tragen einschlägiger Parolen auf seiner Kleidung als Rechtsradikaler zu erkennen gab. "Auf diese Sorte selbst ernannter Fans werden wir verzichten"

04.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Westfalia fühlt sich betrogen
 

03.10.05

Fans und Spieler waren hellauf empört, Frank Schulz witterte gar eine Verschwörung. "Jetzt wurden uns in drei Tagen vier Punkte gestohlen", nahm der Westfalia-Coach nach einem skandalösen 2:2 bei SF Siegen II kein Blatt vor den Mund. "Man muss den Eindruck gewinnen, dass hier irgendetwas gegen Westfalia Herne abgeht."

Abseits abwegiger Verschwörungstheorien war der Ärger im Herner Lager nur allzu verständlich. Selbst Siegener Zuschauer wunderten sich, mit welcher Chuzpe der zuvor eher unauffällig leitende Marco Cremer in der Schlussphase der Partie Einfluss auf das Ergebnis nahm - ob gewollt oder ungewollt. Die beiden krassesten Fehlentscheidungen fällte Cremer in den allerletzten Minuten, als die Sportfreunde alles nach vorne warfen, um die Herner 2:1-Führung auszugleichen.



Mehrfach lag bei Herner Kontern die endgültige Entscheidung in der Luft, endlich schien es soweit. Nach toller Vorarbeit des nie zu bremsenden Michael Erzen hatte Yakup Köse das leere Tor vor sich, doch noch ehe er das Leder einschieben konnte, stieß ihn ein Siegener Abwehrspieler mit beiden Händen um. Alle im Stadion hatten es gesehen, nur zwei nicht: Cremer und sein Assistent. Kein Pfiff, kein Winken, stattdessen eine rigorose Geste: Weiterspielen. Unfassbar. "Einen klareren Elfmeter gibt´s doch gar nicht", ereiferte sich Frank Schulz. Und niemand widersprach.

90 Sekunden später zeigte Cremer zwei Minuten Nachspielzeit an - Zeit genug, seiner Pfeife einen weiteren Misston zu entlocken. Über die linke Seite stürmte Sönmez, legte sich den Ball zu weit vor und hechtete über das Bein des grätschenden Sven Barton. Cremer zögerte keinen Moment, pfiff und zeigte auf den Punkt: Strafstoß. Ralf Schmitt lief an und verwandelte flach ins Eck. 2:2 - Zeit abzupfeifen. Elf erregte Herner bestürmten Cremer, Seidel sah wegen Reklamierens Rot, elf Siegener konnten ihre klammheimliche Freude nicht verhehlen. "Und, war das einer?", fragte ein Siegener den vom Platz kommenden Sönmez. "Nö", meinte der lapidar. Noch Fragen?

Danach wurde die Einöde Hofbachstadion zum Tollhaus. Wütende Westfalia-Fans wollten dem Schieri an die Wäsche, pöbelten und randalierten - Ordner und Polizei hatten Mühe, die Situation zu deeskalieren. Unschöne Szenen, die auf keinem Sportplatz was zu suchen haben. Selbst dann nicht, wenn man sich betrogen fühlt.

So wie Trainer Schulz, der auch eine andere Wahrheit offen ansprach: "Wir hätten den Sack zumachen müssen, dann hätten wir uns darüber nicht mehr aufzuregen brauchen", bemängelte er das Auslassen klarer Torchancen. Die besten versiebten Christian Hallerbach (63.) und Sami El-Nounou (77.), der momentan in einem kleinen Tief steckt.

Ganz anders sein Sturmpartner. Michael Erzen war nie zu halten und brachte den SCW mit einem 18m-Schuss früh in Führung (22.). Als sich Norman Seidels Bogenlampe aus gut 35 Metern im Tor verirrte (37.), schien Herne klar auf der Siegerstraße. Doch zwei Minuten später verkürzte Schmitt auf 1:2 und hielt so die Spannung aufrecht, die sich am Ende in Tumulten entlud.


Erst das 2:0 - dann Rot in letzter Minute: Norman Seidel                                                                                    Foto: Blank

SF Siegen II: Weiss - Richstein, Neumann, Wahl (65. Blecker), Seelbach - Jung, Wurm, Ecker (76. Sönmez), Tahiri - Schmitt, Waldrich (46. Sinaba).

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Wienroth - Terzic (78. Köse), Barton, Sürgit, Hallerbach, Makarchuk - El-Nounou (90. Celik), Erzen.

SR: Marco Cremer (Lennestadt).

Tore: 0:1 (22.) Erzen, 0:2 (37.) Seidel, 1:2 (39.) Schmitt, 2:2 (90.+2) Schmitt (11m). Rote Karte: Seidel (SCW/90.+2).

03.10.2005 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

Westfalia fährt mit breiter Brust ins Ungewisse
 

01.10.05

Nur drei Tage nach dem kräftezehrenden Spiel gegen Hüls muss der SC Westfalia schon wieder ran. Heute um 16.30 Uhr wird im Hofbachstadion in Siegen-Geisweid (Hofbachstr. 120) die Oberligapartie zwischen SG Siegen II und dem Aufsteiger aus Herne angepfiffen.

"Ich hoffe, dass wir im dritten Anlauf gegen eine Zweitvertretung endlich mal Erfolg haben", will Westfalia-Trainer Frank Schulz die weite Heimfahrt nicht mit leeren Händen antreten. In Ahlen und in Schalke haben seine Jungs bislang eher unangenehme Erfahrungen mit den Bundesliga-Reservisten gemacht. Doch daraus soll keine Negativserie werden. "Einen Punkt wollen wir mindestens holen, am liebsten natürlich drei", formuliert Schulz seine Erwartungen.

Die Siegener sind allerdings schwer auszurechnen. Nicht nur, dass bis auf Tobias Wurm die meisten Spieler hierzulande nahezu unbekannt sind; auch die bisherigen Ergebnisse lassen keine Schlüsse zu. 0:6 daheim gegen Schalke, nur 0:1 in Dortmund, dann sogar 2:1 in Erkenschwick - allein die letzten Resultate sorgen für Rätselraten. Die einzige Konstante scheint die Unberechenbarkeit zu sein. "Ich gehe davon aus, dass dieser Gegner genau so schwer zu spielen ist wie alle anderen. Also müssen wir uns auf uns selbst und auf unsere eigenen Stärken besinnen", mahnt Schulz.

Größte Herner Stärke war und ist der Teamgeist, die Moral. Damit hat der Aufsteiger bislang satte 16 Punkte gesammelt, drei mehr als der morgigen Gastgeber. Kein Wunder, dass Schulz keine großen Änderungen plant, zumal er seinen Grand erneut ohne Vier (Dohm, D. Degenhard, A. Degenhardt, Kohl) reizen muss. Viel deutet sogar darauf hin, dass er zum dritten Mal in Folge die gleiche Anfangsformation aufbietet, auch wenn zumindest Kiki Kaup und Yakup Köse einen Einsatz verdient hätten. "Aber wen soll ich raus nehmen? Alle haben 90 Minuten gearbeitet und ihre Qualitäten bewiesen", lobt Schulz.

30.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Packendes Derby bleibt ohne Sieger
 

29.09.05

Der sechste Dreier war zum Greifen nahe, letztlich aber musste sich der SC Westfalia erstmals in dieser Oberligasaison mit einem Punkt zufrieden geben. Mit dem 2:2 (1:0) gegen den VfB Hüls konnten am Ende alle leben, nachdem sich die Aufregung der Schlussphase etwas gelegt hatte.

Es lief die 83. Minute, als Schiedsrichter Christian Peters die Volksseele zum Kochen brachte. Michael Erzen war nach einem Steilpass vor Rantzow am Ball, umspielte den Hülser Keeper und hätte nur noch einzuschieben brauchen, kam aber zu Fall. 650 von 700 Zuschauern waren ganz sicher, und auch Erzen selbst schwor Stein und Bein: Ein glasklarer Elfmeter. Doch Peters ließ weiterspielen, zeigte Erzen auch nicht die gelbe Karte wegen einer Schwalbe. Die ganze Herner Bank sprang auf, die Fans schrien sich die Seele aus dem Leib. Einziger Erfolg: Frank Schulz und sein Co-Trainer Horst Bistrich mussten auf die Tribüne. Und das Gespann bekam auf dem Weg in die Kabine polizeilichen Geleitschutz.

Dabei bot die Partie auch ohne diesen Aufreger reichlich Gesprächsstoff. Eine Stunde lang schien es, als sollte sich Hernes Kampfkraft und Moral auch gegen die Spielkultur der im Vorjahr auswärtsstärksten Oberligamannschaft durchsetzen. Bereits in der 16. Minute grätschte Christian Hallerbach eine Makarchuk-Hereingabe ins Tor, und drei Minuten nach Wiederbeginn konnte der starke Edin Terzic seinen ersten Meisterschaftstreffer für den SCW bejubeln, als er Makarchuks Eckball per Kopf ins Netz beförderte. Herne schien auf der Siegerstraße, zumal Norman Seidel den gefürchteten Marco Schott über weite Strecken neutralisierte und Kadir Mutluer als einzige Hülser Spitze bei Thomas Wienroth gut aufgehoben war.

Doch plötzlich änderte sich das Bild. Mit Ercan Kacar (früher DSC Wanne) und dem Ex-Sodinger Andreas Kluy kam mehr Qualität ins Hülser Offensivspiel. Der SCW geriet unter Druck, ließ auch läuferisch nach. Die Mannschaft stand nicht mehr so kompakt wie gewohnt, im Mittelfeld taten sich Löcher auf, und schon ging es ratzfatz. Erst traf Schott mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze (64.), dann lief Beckmann ungehindert in Mutluers Kopfballvorlage und bezwang Olli Bautz (69.). Alles war wieder offen, und auf den Rängen glaubte mancher an ein böses Ende.

Bis die Westfalia ihre Fans eines Besseren belehrte. Mit erstaunlicher Moral kämpfte sie sich ins Spiel zurück, hatte durch Sürgits Drehschuss schon vor dem nicht gegebenen Elfmeter eine gute Chance, die aber ebenso ungenutzt blieb wie die von Kluy auf der Gegenseite (88.). "Wie sich die Mannschaft wieder aufgerappelt hat, dafür muss ich ihr ein dickes Kompliment machen", meinte Frank Schulz, bevor er doch ein paar Worte zum Schiedsrichter verlor. "Es kotzt mich an, mit welcher Arroganz man hier behandelt wird. Ich lasse es mir auch künftig nicht nehmen, mit Temperament dabei zu sein. Selbst wenn ich noch zehnmal auf die Tribüne muss."

28.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Schulz erwartet eine enge Kiste
 

28.09.05

Nur drei Tage blieben der Herner Westfalia Zeit, ihre Wunden zu lecken. Heute will sich der Oberliga-Aufsteiger sein in Schalke vermisstes Glück zurück erzwingen. Bereits um 17.15 Uhr kreuzt am Schloss der VfB Hüls auf - für Fußballfreunde eine ideale Einstimmung auf den abendlichen Champions-League-Knaller in der Veltins-Arena.

Die Hülser gehören zum Inventar der Oberliga Westfalen, führen die "ewige Tabelle" mit fast 60 Punkten Vorsprung vor dem VfL Bochum II an. Auch in dieser Saison zählt die Elf vom Badeweiher zu den spielstärksten der Liga, zumal mit dem vor wenigen Wochen verpflichteten Marco Schott der ideale Nachfolger von Miguel Pereira gefunden wurde. Nicht nur als Antreiber und Passgeber, auch als zweifacher Doppelpack-Torschütze ist der Ex-Hagener voll eingeschlagen. Kein Wunder, wie SCW-Trainer Frank Schulz meint. Er kennt Schott aus gemeinsamen Tagen in Lünen und weiß um seine Qualitäten. "Ich hätte ihn auch gerne gehabt, aber leider ließ sich das nicht realisieren", bedauert Schulz.

Ähnlich spielstark ist auch Kadir Mutluer, der nach langer Verletzungspause jetzt wieder seine Topform erreicht hat. "Auch Olschewski, Haxter und der Ex-Sodinger Kluy sind sehr gefährlich, besonders bei Kontern", impft Schulz seinen Leuten höchste Alarmbereitschaft ein. Er sieht jedoch keinen Grund, der Auseinandersetzung mit Bammel entgegenzusehen. Schließlich hat seine Mannschaft bislang noch nie enttäuscht, fünf von acht Partien gewonnen und auch Topteams wie Verl oder Schalke alles abverlangt. "Das wird bestimmt wieder eine enge Kiste", erwartet der SCW-Coach. "Und ich hoffe, dass wir diesmal das Quäntchen Glück auf unserer Seite haben."

Bis auf Dohm, Kohl, Andre? Degenhardt (alle verreist) und Sportstudent Dino Degenhard, der sich beim Stabhochsprung die Schulter ausgekugelt hat, ist der Herner Kader komplett. Größere Änderungen wird es nicht geben. "Mal sehen, wie Hüls spielt. Die haben zwei Systeme", lässt sich Schulz wie gewohnt nicht in die Karten schauen.

27.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Großer Kampf bleibt ohne Lohn
 

26.09.05

86 Minuten lief Westfalia Herne der frühen Schalker Führung hinterher, rackerte und drängte auf den Ausgleich, dann lag die Kugel endlich im Netz. Leider im falschen. Mit 0:2 verlor der Oberliga-Aufsteiger eine Partie, die er nicht unbedingt verlieren musste.

Dennoch sah Frank Schulz keinen Grund, Trübsal zu blasen. "Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnnen. Und das will etwas heißen, schließlich haben wir hier gegen Schalke gespielt", zollte der Westfalia-Trainer seinem Team größten Respekt.

Viel zu kritisieren gab es in der Tat nicht. Dass der eine oder andere Fehler passiert, ist normal. Auch am frühen 1:0 durch einen Kopfball von Lewejohann war wenig zu machen. Noch bevor sich der mit Makarchuk für Degenhard (Schulter ausgekugelt), sonst aber unverändert angetretene Gast richtig sortiert hatte, musste der starke Olli Bautz schon hinter sich greifen. Bilal Aziz hatte mit seinem linken Zauberfuß eine Ecke auf den ersten Pfosten gezirkelt, der Wanne-Eickeler Rene? Lewejohann sprang einen Tick höher als sein Bewacher Thomas Wienroth und lenkte das Leder so ins Netz. Fünf Minuten später bewies Aziz noch einmal feines Ballgefühl, doch sein Freistoß aus 18 Metern sprang vom Innenpfosten wieder ins Feld zurück.

Das scheppernde Aluminium schien auch die Herner geweckt zu haben. Vom Blitzstart der Büskens-Buben keineswegs geschockt, drückten sie nun aufs Tempo und drängten die Schalker zurück. Makarchuks Nachschuss blieb an einem Abwehrbein hängen (12.), eine Minute später fabrizierte Kläsener fast ein Eigentor, als er in Terzics flache Hereingabe lief - die ersten beiden Chancen waren dahin.

Doch Herne steckte nicht auf, setzte nach. Oft versuchte es die Schulz-Elf mit langen Bällen in die Spitze. Dort hatten Sami El-Nounou und Michael Erzen allerdings einen schweren Stand gegen Kläsener und Klinger, die tags zuvor noch bei den Schalker Profis auf der Bank saßen. Gefährlicher war es, wenn die Gäste über die Flügel angriffen. Vor allem über die rechte Seite mit Sven Barton und Edin Terzic ging einiges. Terzic bot sich auch die größte Chance der ersten Halbzeit, als er nach Erzens Hereingabe freistehend aus 14 Metern knapp am langen Eck vorbei zielte (29.). Kurz darauf sprintete Barton bis zur Grundlinie, doch der von Klinger hart bedrängte Erzen bekam den Fuß nicht an den Ball.

Nach der Pause taten sich beide Mannschaften zunächst schwer, den Faden wieder zu finden, zumal Schiedsrichter Steenebrügge mit kleinlichen und oft falschen Entscheidungen den Spielfluss ständig unterbrach. Herne versuchte es weiter mit langen Bällen - und hätte in der 58. Minute fast Erfolg gehabt. Doch Erzen übersah, dass Neuer weit aus seinem Tor geeilt war. Statt direkt einen Heber anzusetzen, versuchte er es mit einem Pass auf El-Nounou, und schon war die Chance vertan.

Vier Minuten später hatte El-Nounou nach Erzens Vorarbeit die beste Möglichkeit auf dem Fuß, doch David Müller blockte ab. Nun lief Herne die Zeit langsam davon. Mit Köse für Sürgit kam zwar noch einmal frischer Wind, doch es reichte nicht, um die Schalker Abwehr wirklich auszuhebeln. Schließlich setzte Schulz alles auf eine Karte, löste den Libero auf - und wurde bestraft. Mit dem Schlusspfiff nutzte Müller einen Konter über Lewejohann und Aziz zum für Schalke schmeichelhaften 2:0.

25.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Mit Mut nach Schalke
 

24.09.05

Passend zum Spätsommer herrscht bei Westfalia Herne eitel Sonnenschein. Nichts trübt die Laune von Trainer Frank Schulz, dessen Team dabei ist, die Hierarchie in der Oberliga Westfalen durcheinander zu wirbeln. Mit 15 Punkte aus sieben Spielen hat sich der Aufsteiger auf Rang drei festgebissen - weit vor vielen etablierten Teams. Wie zum Beispiel dem FC Schalke 04 II, dem die Herner morgen (15 Uhr, Glückaufkampfbahn) einen Besuch abstatten.

Die von Eurofighter Mike "Buyo" Büskens trainierten Jungknappen haben bislang extrem schwankende Leistungen gezeigt. Zuletzt trumpften sie mit 6:0 bei SF Siegen II auf, ein Auftritt, der am Schalker Markt als eine Art Befreiungsschlag gewertet wurde. Als dreifacher Torschütze glänzte dabei der Wanne-Eickeler Rene? Lewejohann, der nach seiner Verletzung jetzt auf Schalke offenbar richtig Fuß gefasst hat. Ihn hatte auch SCW-Trainer Frank Schulz vor anderthalb Jahren auf seinem Zettel, als Lewejohann jedoch ein Angebot des LR Ahlen vorzog.

Auch auf die zweite Top-Kraft in der Schalker Offensive hatte Schulz damals ein Auge geworfen: Joseph Laumann hatte für Iserlohn gegen Hernes Sven Barton starke Spiele gemacht. "Wir haben uns dreimal getroffen. Aber Laumann ging nach Erkenschwick, weil die schon in der Oberliga waren", erinnert sich Schulz. Dort kam er nicht so gut zurecht. Umso besser dann auf Schalke, wo er in der Vorbereitung auch für die Profis etliche Tore erzielte. "Scheinbar habe ich doch ein ganz gutes Näschen", sieht sich Schulz in seinem Interesse bestätigt.

Beiden S04-Stürmern wird er morgen "Schattenmänner" zuordnen. "Wen, entscheide ich erst, wenn ich die Schalker Aufstellung kenne." In jedem Fall müssen sich die Hausherren auf harten Widerstand einstellen. "Wir versuchen, auch dort unser Spiel durchzuziehen, also mit großer Moral und Kampfkraft dagegenzuhalten", kündigt Schulz an. "Dann ist es gegen uns für jede Mannschaft schwer."

Personelle Sorgen gibt es beim SCW nicht. Zwar fehlen Andre? Dohm (beruflich verreist), Andre? Degenhardt und Sebastian Kohl (Schule), aber dafür brennt Mykola Makarchuk nach seiner Blinddarm-OP wieder auf seinen Einsatz.

23.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Mit Maloche in den Spielrausch
 

19.09.05

Westfalia Herne ist auf dem besten Wege, sich als Markenname im Oberhaus des westfälischen Fußballs zu etablieren. Ein Name, der steht für Maloche, Leidenschaft, Hingabe. Diese Tugenden, die Trainer Frank Schulz seiner Truppe förmlich eingeimpft hat, waren es letztlich, denen der Aufsteiger den gestrigen 5:0 (1:0)-Triumph über eine keineswegs schwache Eintracht aus Rheine zu verdanken hatte.


Noch zur Pause hätte niemand unter den gut 900 Zuschauern auf einen derart klaren Herner Sieg gewettet. Zwar führte die Westfalia mit 1:0, was wegen der besseren Torchancen auch in Ordnung ging. Doch der Ball zirkulierte meist in den Reihen der Gäste, die spielerische Vorteile hatten und gepflegt kombinierten, ohne die beherzt kämpfende Herner Mannschaft ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Nach einer zehnminütigen Abtastphase nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Die ersten Chancen boten sich Sami El-Nounou, der nach Michael Erzens Zuspiel im Strafraum zunächst ins Straucheln geriet und im Anschluss an die folgende Ecke an Torwart Sandtel scheiterte. Zwei Minuten später war es Wirbelwind Erzen, der nur um Haaresbreite eine aus vollem Lauf geschlagene Flanke des agilen Edin Terzic verpasste.

Die Eintracht war also gewarnt. Und dennoch pennte die gesamte FCE-Abwehr, als Dino Degenhard in der 22. Minute einen Freistoß aus dem Halbfeld Richtung Elfmeterpunkt schlug. Niemand kümmerte sich um Erzen, der mutterseelenallein im Sechzehner auftauchte und den Ball per Kopf ins Tor verlängerte. Kurz darauf hätte Sven Barton nach tollem Solo und Doppelpass mit El-Nounou das 2:0 nachlegen können, doch Sandtel war auf dem Posten und parierte auch Terzics Nachschuss.

Die Führung passte natürlich bestens ins Konzept von Frank Schulz. Tief gestaffelt und mit einem enorm aggressiven Mittelfeld-Trio vor der eigentlichen Abwehr, fingen die Herner die meisten Bälle weit vor der gefährlichen Zone ab und bliesen dann blitzschnell zur Attacke. Von außen machten Terzic und Degenhard Druck, und vorne stürzten Erzen und El-Nounou die FC-Abwehr von einer Verlegenheit in die andere. Bis das "Duo infernale" jedoch wieder zuschlug und die Partie entschied, musste sich auch Olli Bautz zweimal auszeichnen. Sekunden vor der Pause parierte er Schmidts Drehschuss aufs kurze Eck, und in der 51. Minute wehrte er auch einen Schuss des von Thomas Wienroth ansonsten völlig zugedeckten Ali Göl ab.

Keine zwei Minuten später lag die Kugel plötzlich im anderen Netz. FC-Abwehrchef Röttger verschätzte sich bei einem eher harmlosen Pass aus dem Herner Mittelfeld, El-Nounou roch den Braten und verlud Torwart Sandtel im Stile eines Klasse-Torjägers. Ein Treffer, der dem ganzen Team gut tat, vor allem aber El-Nounou selbst. Der war überhaupt nicht mehr zu halten und legte nach Degenhards fantastischem Diagonalpass gleich noch das 3:0 nach (63.).

Auch der gerade eingewechselte Yakup Köse ließ sich vom Spielrausch gleich anstecken. Im Zusammenspiel mit Erzen und El-Nounou vernaschte Köse die Gäste-Abwehr und lochte zum 4:0 ein, um sich noch in derselben Minute mit einer Maßflanke auf Erzen zu bedanken, die der Irrwisch aus dem Sauerland zu seinem siebten Saisontreffer nutzte. "Das war super, das war Herne. So wird hier Fußball gespielt", bedankte sich Trainer Schulz bei seinem gesamten Team.

18.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Schulz warnt vor Rheiner Konterstärke
 

16.09.05

Auf die Oberligafußballer des SC Westfalia wartet am Sonntag ein weiteres Spitzenspiel, wenn sich um 15 Uhr die Eintracht aus Rheine am Schloss vorstellt.

Mit dem 1:0-Erfolg in Delbrück haben sich die Strünkeder mit zwölf Punkten wieder auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben. Mit einem Zähler Rückstand lauert Rheine dahinter auf Rang fünf. "Natürlich wollen wir unserem Boss Stieneke ein Geschenk zu seinem Jubiläum machen, aber es wird schwer genug werden. Rheine hatte mit elf Punkten ebenfalls einen guten Start und gehört schon seit Jahren zu den etablierten Mannschaften in der Oberliga", geht SCW-Trainer Frank Schulz trotz des Heimvorteils keinesfalls von einem Selbstläufer aus.

Für den Ex-Profi geht es in erster Linie darum, dass seine Mannschaft die bisher gezeigten Leistung bestätigt. "Für mich ist wichtig, dass das Team weiterhin so großartig mitzieht. Obwohl nicht alle spielen können, gibt es keine Unruhe in der Mannschaft", freut sich Schulz über die guten Voraussetzungen.

Auch gegen Rheine will der SCW nach vorne agieren, Tore erzielen und den Fans ein gutes Spiel zeigen. Aber der Trainer warnt: "Rheine ist eine gefährliche Kontermannschaft. Und mit Ali Göl hat ein hervorragender Stürmer gerade gegen uns seine vierwöchige Rot-Sperre abgesessen."

Optimismus bezieht Schulz aber aus der Tatsache, dass sein Team bisher von keinem Gegner vorgeführt wurde. "Selbst gegen Verl haben wir trotz der Niederlage hervorragend mitgehalten", erinnert Schulz, der bis auf Mykola Makarchuk seinen kompletten Kader zur Verfügung hat.

16.09.2005 Von Uwe Ross
 
Quelle: WAZ Herne

Erzen macht den SCW-Sieg in Delbrück perfekt
 

11.09.05

Die weiten Busrückfahrten aus Ostwestfalen sind sind für die Fußballer ein Gräuel. Da gibt es eigentlich nur ein Mittel - sie mit einem Dreier zu versüßen. So machte es gestern Oberligist SC Westfalia Herne, der sich im Duell der beiden Aufsteiger mit 1:0 (0:0) beim SC Delbrück durchsetzte.

Am Ende war auch Trainer Frank Schulz zufrieden, der in der ersten Halbzeit noch mit seinem Team gehadert hatte. "Da sind wir nicht so gut ins Spiel gekommen. Meine Mannschaft hat zu wenig Leidenschaft gezeigt", kritisierte der Ex-Profi.

Die rustikalen Gastgeber, bei denen gleich vier Akteure das Gardemaß von über 1,90 Metern aufwiesen, hatten sich ganz auf Standardsituationen eingestellt. "Und so haben die auch bestimmt 15 Ecken und Freistöße herausgeholt", fasste Schulz die ersten 45 Minuten zusammen. Allerdings hatte SCW-Keeper Oli Bautz dabei lediglich eine gefährlich Situation zu überstehen.

Auf der anderen Seite scheiterte Westfalia-Goalgetter Sami El-Nounou aus einem Meter an einem Super-Reflex des Delbrücker Keepers, während Sven Barton mit einem Freistoß nur knapp scheiterte. Das Remis zur Pause ging auf jeden Fall in Ordnung.

Im zweiten Durchgang einer jederzeit kampfbetonten Partie gewannen die Strünkeder dann aber Oberwasser. "Da war dann auch die Leidenschaft wieder da, die ich sehen möchte", so Schulz.

Die größte Möglichkeit hatten aber die Platzherren. Als Christian Hallerbach in der 60. Minute ausrutschte, war Berhorst frei durch. Aber mit Bautz hat der SCW zum Glück einen Meister seines Fachs zwischen den Balken.

Nur wenig später bot sich El-Nounou auf der anderen Seite eine ähnliche Situation, aber auch hier blieb der Schlussmann Sieger. Nachdem Michael Erzen eine weitere Möglichkeit ausgelassen hatte, durften die Strünkeder in der 70. Minute dann aber endlich jubeln. Nach einem schönen Angriff über die linke Seite verlängerte El-Nounou den Ball mit dem Kopf, und diesmal vollendete Erzen abgeklärt zum 1:0.

Frank Schulz: "Weil wir uns im zweiten Durchgang stark gesteigert haben, geht der Sieg für uns auch vollauf in Ordnung."

SCW: Bautz - Neumann - Wienroth, Seidel - Sürgit, Hallerbach, D. Degenhard (88. Celik), Barton - El-Nounou, Erzen.

11.09.2005 Von Uwe Ross
 
Quelle: WAZ Herne

90 Minuten Vollgas für einen Punkt
 

10.09.05

Völlig unbekanntes Terrain betritt Oberligist SC Westfalia Herne morgen um 15 Uhr beim Delbrücker SC. Wenn überhaupt, dann ist es lange her, dass die Strünkeder mal im "Stadion Laumeskamp" an der Boker Straße gastierten. Und auch die meisten Namen in der derzeitigen Delbrücker Mannschaft sind hierzulande Schall und Rauch.

Auch Frank Schulz kann sich nicht erinnern, die Delbrücker je gesehen zu haben. Doch der SCW-Coach weiß sich zu behelfen. "Ich werde noch mit Mike Büskens sprechen, der mit Schalke letzte Woche gegen Delbrück 1:1 gespielt hat", kündigte Schulz an. Mit einigen Namen aber konnte er schon was anfangen. "Berkemeier, Kuhn und Berhorst sind sehr starke Spieler, die alle aus Lippstadt kommen. Da wartet in jedem Fall eine sehr starke Mannschaft auf uns", richtet sich Schulz erneut auf einen ganz heißen Tanz ein. Ohnehin interessieren ihn die Akteure der Gastgeber erst in zweiter Linie. "Es geht darum, dass wir selbst wieder 90 Minuten Vollgas geben. Das ist unsere Stärke, und deshalb gelten wir auch in der Oberliga als unbequemer, schwer zu spielender Gegner."

Von daher ist klar, was er von seiner Truppe einfordert. "Wir müssen von der ersten Minute an hellwach sein und dagegen halten. Unser Minimalziel muss es sein, den Abstand zu Delbrück zu halten." Konkret heißt das: Ein Punkt muss her, mindestens. Eine dritte Niederlage in Folge wäre fatal. Auch für die Stimmung.

Da bis auf Mykola Makarchuk (Blinddarm-OP) keine Ausfälle zu beklagen sind - das Thema Kamil Bednarski hat sich erledigt - wird Schulz maximal eine oder zwei Änderungen vornehmen. Denn trotz eines recht großen Kaders hat er momentan nicht gerade die Qual der Wahl. "Im Pokal hat sich keiner aus dem zweiten Glied aufgedrängt", stellt der Coach noch mal klar. "Das war zu wenig. Ich brauche Leute, die 90 Minuten marschieren und bis zum Umfallen kämpfen. Auch im Pokal."

Erst recht in Delbrück, wo die Weichen für die nächsten Wochen gestellt werden. wv

09.09.2005
 
Quelle: WAZ Herne

Pflichtsieg in Holsterhausen
 

07.09.05

SV Holsterhausen - Westfalia Herne 0:3 (0:1).

Obwohl der Oberligist problemlos die vierte Runde erreichte und letztendlich auch ein standesgemäßes Ergebnis einfuhr, haderte Trainer Frank Schulz mit seiner Elf: "Mit diesem Auftreten kann ich nicht zufrieden sein. In einem solchen Spiel muss man viel dominanter auftreten." Die meisten der bisherigen "Bankdrücker" hätten ihre Chance nicht genutzt und könnten aus diesem Spiel keine Ansprüche auf weitere Einsätze ableiten. Womit Schulz keineswegs die Leistung des A-Ligisten vor 200 Zuschauern schmälern wollte. "Der Gegner hat klasse gegengehalten und auch sehr fair gespielt", erkannte der Ex-Profi an.


                                                                                                                                                               Foto: InfoSchlumpf

Ähnlich sah es sein Gegenüber. "Wir haben uns super verkauft, haben hinten sehr gut gestanden und sogar die eine oder andere Offensivaktion gestartet", lobte Ralf Gregowski. Bis zur 77. Minute lag sogar eine Verlängerung in der Luft. Erst dann musste Holsterhausen, zehn Minuten zuvor durch eine fragwürdige Ampelkarte gegen Bahadir Dernek dezimiert, das 0:2 durch einen Dohm-Kopfball hinnehmen. Zuvor hatte nur Christoph Dannhausen nach einem abgewehrten Köse-Schuss den starken "Flocki" Wlotzka überwinden können. Den Schlusspunkt setzte Ümit Celik mit einem wuchtigen Kopfball in der Nachspielzeit.

...
 

Quelle: WAZ Herne

Das Spiel des Jahrzehnts
 

06.09.05

Mit drei Lokalderbys beginnt heute das Achtelfinale des Kreispokals. Im Brennpunkt des Interesses steht der Auftritt des SC Westfalia beim SV Holsterhausen.

SV Holsterhausen - Westfalia Herne (18.30, Wiesenstraße). Groß war der Jubel beim SV Holsterhausen, als am letzten Montag der Achtelfinalgegner des A-Ligisten aus dem Lostopf gefingert wurde. "Für den SVH ist es das Spiel des Jahrzehnts", weiß Kreisvorsitzender Reinhold Spohn. Ganz so hoch hängt Ralf Gregowski die Partie nicht. "Das ist eine schöne Abwechslung vom Alltagsgeschäft", meint der Holsterhauser Trainer. "Sportlich ist das natürlich ein ziemlich schwerer Brocken". Unmögliches verlangt er seinen Jungs aber nicht ab. "Gegen eine solche Mannschaft spielen zu dürfen, muss Spaß machen. Und weil auch das Wetter gut werden soll, könnte auch die Kulisse passen. Das wäre eine schöne Abrundung dieser Geschichte." Da mit Martin Tegtmeier, Lars Ferchof, Nurettin Dernek und Tuner Yalcin vier Leistungsträger fehlen, rechnet niemand beim SVH wirklich mit einer Überraschung. "Wir wollen uns gut präsentieren. Mal sehen, was dabei herauskommt", geht Gregowski die Sache ganz entspannt an.

Wahrscheinlich wird ihm SCW-Trainer Frank Schulz den Wunsch erfüllen und Andreas Scarale ins Tor stellen, mit dem Gregowski einst beim SCR zusammenarbeitete. "Einige, die zuletzt nicht gespielt haben, werden ihre Chance erhalten", kündigt Schulz an. So soll Thomas Wienroth nach seiner Verletzung wieder Spielpraxis sammeln.

...  wv, 05.09.05
 

Quelle: WAZ Herne

Jähes Ende eines schönen Traums
 

04.09.05

Knapp daneben ist auch vorbei. Nur haarscharf verpasste der SC Westfalia eine dicke Überraschung und musste sich am Ende dem SC Verl noch mit 2:4 (2:1) beugen.

Frank Schulz wollte und konnte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. "Wir haben alles gegeben. Und es hat wirklich nur so viel gefehlt", rieb Westfalias Trainer Daumen und Zeigefinger fast gegeneinander. Das Fazit seines Assistenten klang etwas anders: "Heute kann man wirklich sagen, dass uns die Grenzen aufgezeigt wurden", meinte Horst Bistrich.

So paradox es klingt: Beide Aussagen trafen den Nagel auf den Kopf. Denn dass Verl die bessere Mannschaft stellte, die spielerisch und läuferisch richtig was drauf hatte, war von der ersten Minute an zu sehen. Genau so offensichtlich aber war, dass der SCW dieses starke Team ins Wanken brachte. Und es wäre wohl gestürzt und auch nicht mehr aufgestanden, wenn die Herner eine ihrer drei klaren Chancen zum 3:1 hätten nutzen können.

Doch Konjunktive haben im Fußball nichts zu suchen. Fakt ist, dass die knapp 1500 Zuschauer am Schloss ein rassiges und temporeiches Oberligaspiel sahen und voll auf ihre Kosten kamen. Einige Szenen waren schon allein das Eintrittsgeld wert. Zum Beispiel Sven Bartons Traumtor zur Herner 1:0-Führung (26.)

Stand die Schulz-Elf bis dahin nur in der eigenen Hälfte und wehrte sich verbissen gegen die Verler Angriffswellen, so wurde bereits die erste Offensivaktion mit einem Tor belohnt. Konnte Gäste-Keeper Kirchhoff einen Erzen-Schuss noch mit den Fingerkuppen zur Ecke lenken, so musste er Sekunden später doch hinter sich greifen. Dohm schlug die Ecke herein, ein Verler köpfte sie heraus, doch Barton stand 30 Meter vor dem Tor und jagte die Kugel per Bogenlampe unhaltbar in den Knick. Ein Wahnsinn - den Bartons direkter Gegenspieler Alexander Schiller fast noch getoppt hätte. Aus spitzem Winkel und satten 25 Metern Entfernung hielt der quirlige Linksfuß einfach drauf, und von der Lattenunterkante sprang der Ball vor den Innenpfosten und in die fangbereiten Hände von Oliver Bautz (32.). Unfassbar.

Drei Minuten später aber hieß es doch 1:1. Statt nur zu "löschen", wollte Kiki Kaup den Ball im Fünfmeterraum erst annehmen, der versprang - und Carlos Castilla lachte sich ins Fäustchen. Eine Drehung, ein Schuss, Bautz streckte sich vergeblich. Dumm gelaufen.

Als alles mit dem Pausenpfiff rechnete und sich an Bier- und Bratwurstbuden Schlangen bildeten, schlug Michael Erzen zu. Von Yakup Köse, dem zuvor nicht viel gelang, prima eingesetzt, entwischte der kleine Torjäger und ließ Kirchhoff keine Chance. 2:1 - Zeit zum Durchschnaufen.

Nach der Pause ging es im hohen Tempo weiter. Jetzt waren es die Herner, die sich die besseren Chancen erspielten. Nach tollem Konter über Köse und Erzen verfehlte Sami El-Nounous artistische Direktabnahme knapp das Ziel (47.), dann scheiterte Köse aus spitzem Winkel (68.), und zu schlechter Letzt zischte El-Nounous Kopfball um Millimeter am Tor vorbei (71.) - der SC Verl war um den "Gnadenstoß" herum gekommen.

Stattdessen das 2:2. Hallerbach verpasste eine Bode-Flanke, zwei Meter hinter ihm hatte sich Özkara freigeschlichen und sagte Danke (75.). Vier Minuten später konnte Kaup den wuchtigen Castilla nicht am Schuss hindern, und es hieß 2:3. Herne war fix und foxi, mit den Kräften und der Moral am Ende. Und konnte nur noch Spalier stehen, als Özkara, von Castilla per Absatzkick bediente, die ganze Abwehr vernaschte und zum Endstand einnetzte.


04.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

Bereit zu neuen Taten
 

03.09.2005

Das Wort "Spitzenspiel" hört Frank Schulz gar nicht so gerne. Dennoch: Die Oberliga schaut nach Herne, wo Aufsteiger SC Westfalia morgen den SC Verl empfängt.

Schließlich treffen um 15 Uhr am Schloss die beiden punktgleichen Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund II aufeinander. Während die Gäste aus Verl dort erwartet wurden und als einer der ganz großen Titelanwärter gehandelt werden, gilt Aufsteiger Westfalia Herne bisher als Überraschung dieser noch jungen Spielzeit. Zumindest Trainer Schulz will das nicht überbewerten: "Es bleibt dabei, unser Ziel ist der Klassenerhalt", wiederholt er fast gebetsmühlenartig. Und die neun Punkte auf der Habenseite betrachtet er als guten Start in eine schwere Saison.

Doch bei aller Bescheidenheit: Die Erfolge des Aufsteigers haben in der Liga durchaus für Aufsehen gesorgt. So hat der SC Verl den Herner Wunsch abgelehnt, die Partie auf den heutigen Samstag vorzuziehen und so noch mehr Zuschauer ins Stadion zu locken. "Die Verler haben das damit begründet, im Rhythmus bleiben zu wollen", erläutert Schulz. "Und ich denke, das zeigt schon, wie ernst die uns nehmen."

Dennoch schanzt Schulz den Gästen die Favoritenrolle zu. "Das ist eine Mannschaft, die auf jeder Position top besetzt ist und ganz andere Möglichkeiten hat als wir", weist der SCW-Coach auf Asse wie Carlos Castilla oder den 36-jährigen früheren Bundesligaspieler Jörg Bode (HSV, Arm. Bielefeld) hin. "Aber wir werden trotzdem versuchen, das Spiel zu gewinnen. Und wir können auch jede Überraschung schaffen, das haben wir oft genug bewiesen."

Auch die erste Saisonniederlage und die dürftige Offensivleistung beim 0:2 in Ahlen hat dem Selbstvertrauen nicht geschadet. "Das ist lange abgehakt, solche Spiele werden immer wieder passieren", hält sich Schulz nicht lange mit der Ursachenforschung auf. Vielmehr hat er zwei positive Erkenntnisse herausgefiltert: "Erstens haben wir wie gegen Bielefeld kaum eine Chance zugelassen. Und zweitens haben wir gesehen, dass wir in der Liga mithalten können, selbst wenn wir mal nicht die optimale Leistung bringen."

Morgen aber will Schulz wieder alles aus seiner Truppe herauskitzeln. Eventuell ist sogar Sami El-Nounou dabei, der keinen Bänderanriss, sondern "nur" Meniskusprobleme hat und gestern einen Belastungstest absolvieren wollte. Wieder im Kader ist Abwehr-Routinier Thomas Wienroth, während Mykola Makarchuk nach seiner Blinddarm-OP noch zuschauen muss. Fast schon erledigt hat sich das Thema Kamil Bednarski, der sich seit dem Bielefeld-Spiel nicht mehr gemeldet hat. "Ich versteh´ es einfach nicht. Es ist schade für den Jungen", hält Schulz dem Nachwuchsmann immer noch eine Tür offen."Wir haben gesehen, dass wir in der Liga mithalten können"


Den Ball für das Verl-Spiel spendete und signierte Bundesfinanzminister Hans Eichel (links) bei seinem gestrigen Besuch
in Herne. Mit im Bild Georg Ortmann und Bernd Faust vom SC Westfalia 04 Herne.

02.09.2005 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

Westfalia muss nach Wattenscheid
 

02.09.2005

In der zweiten Runde des Krombacher-Verbandspokals muss Fußball-Oberligist SC Westfalia Herne ausgerechnet beim Regionalligisten SG Wattenscheid 09 antreten.

Die Glücksfee meinte es bei der Pokalauslosung, die unter der Regie des Herner Pokalspielleiters Reinhold Spohn in Kaiserau durchgeführt wurde, nicht gerade gut mit den Strünkedern. "Es hätte ja wohl wenigstens ein Heimspiel sein dürfen. Die Auslosung ist für uns nicht gerade günstig verlaufen", nahm SCW-Coach Frank Schulz das Los etwas missmutig zur Kenntnis.

Fest steht unterdessen, dass die Partie nicht am offiziellen Spieltag, dem 21. September, über die Bühne gehen wird. "Wattenscheid hat heute morgen schon angerufen, um den Termin wegen eines Meisterschaftspiels abzusagen. Bis jetzt haben wir uns noch nicht geeinigt", musste Schulz die Fans vertrösten.

Von einem richtigen Knaller hat der SCW nach der jüngsten Erfolgsgeschichte des Klubs schon seit Monaten geträumt. Der Verbandsliga-Hit gegen den SSV Hagen mit rund 5000 Zuschauern hatte in der letzten Saison den Appetit auf große Spiele am Schloss Strünkede bestimmt genährt. "In Herne wären mit Sicherheit 3000 Leute gekommen, in Wattenscheid werden es höchstens 1000 sein", konnte auch SCW-Pressesprecher Ralf Jelitto seine Enttäuschung nicht verbergen. Ein kleiner Trost ist, dass die Einnahmen unter den beiden Klubs aufgeteilt werden.

Sportlich gesehen hat Frank Schulz das Spiel trotz der klaren Favoritenstellung der Wattenscheider allerdings längst noch nicht abgehakt. Und das, obwohl er in rund drei Wochen wohl immer noch auf Torjäger Sami El-Nounou (Bänderanriss) verzichten muss. "Wir können nur gewinnen. Es gehört dann halt auch etwas Glück dazu", setzt Schulz auf die eigentümlichen Gesetze im Pokal.

In der ersten Runde hat sich die Westfalia beim Dortmunder Bezirksligisten Kemminghausen jedenfalls noch nicht mit Ruhm bekleckert. Erst im Elfmeterschießen setzte sich der Kreispokalsieger mit 5:3 durch. Dabei schickte Schulz jedoch nur seinen zweiten Anzug ins Rennen. Diesen Luxus wird sich der Ex-Profi gegen den mit Hochkarätern gespickten 09-Kader bestimmt nicht mehr erlauben.

01.09.2005 Von Jens Schumann
 
Quelle: WAZ Herne

El-Nounou fällt für einige Wochen aus
 

01.09.2005

Sami El-Nounou vom Fußball-Oberligisten SC Westfalia hat sich einen Bänderanriss zugezogen. Die Ärzte haben dem 26-Jährigen - mit 32 Treffern Torschützenkönig in der vergangenen Spielzeit - ein dreiwöchiges Trainingsverbot auferlegt. Verzichten muss Trainer Frank Schulz überdies auf Mykola Makarchuk. Der Neuzugang von Adler Osterfeld fällt nach seiner Blinddarm-Operation noch zwei Wochen aus. Am kommenden Sonntag gastiert mit dem langjährigen Regionalligisten SC Verl nun einer der Top-Favoriten am Schloss Strünkede.
 
Quelle: WAZ Herne

Ein Sonntag zum Vergessen
 

29.08.2005

Nein, das war wirklich kein schieres Vergnügen. Die Fahrt nach Ahlen war für den SCW gestern ein Schuss in den Ofen - nicht nur wegen der 0:2 (0:1)-Schlappe.

Schon der Anmarsch gestaltete sich für die ortsunkundigen Gäste zu einer Tort(o)ur. Bis sie ihr Auto irgendwo im Parkverbot abgestellt und die mitten in einem engen Wohngebiet gelegene Südenkampfbahn erreicht hatten, waren viele SCW-Fans schon ziemlich bedient. Wer dann noch den Nerv hatte, sich am einzigen Bratwurststand in die Schlange zu stellen, konnte kurz vor dem Halbzeitpfiff dann vielleicht doch schon einen kleinen Blick aufs Spielfeld erheischen.

Was sich da tat, sorgte ebenfalls nicht für die ganz große Begeisterung. Die Partie wurde zwar von beiden Seiten mit hoher Intensität geführt, doch Szenen zum Zungeschnalzen waren rar gesät.

Den besseren Start erwischten eigentlich die Herner, bei denen Yakup Köse für den am Blinddarm operierten Makarchuk die linke Seite beackerte. Der quirlige Ex-Schermbecker war auch Ausgangspunkt der ersten gelungenen Aktionen. Beide Male bediente er Michael Erzen, doch der war weder mit seinem Kopfball (4.) noch mit seinem Schuss aus spitzem Winkel (6.) erfolgreich.

Sekunden später der Nackenschlag: Eigentlich schien der Ahlener Konter schon abgefangen, hatte Norman Seidel dem explosiven Omerbegovic das Leder schon abgejagt. Doch der LR-Stürmer erstocherte sich zwischen Seidel und dem zur Hilfe eilenden Charly Neumann das Leder und spitzelte es an Olli Bautz vorbei zur Ahlener 1:0-Führung ins Netz. "Ein dummes, ja ein saudummes Tor", wie auch Bautz meinte.

Ein Tor zudem, das die Aufgabe für die Schulz-Elf extrem schwer machte. Denn die gut geordnete, mit etlichen Spielern aus dem Profi-Kader bestückte LR-Elf war auf dem engen Kunstrasenplatz kaum auszuspielen. Mit läuferischen Mitteln allein war da wenig zu machen. Dem Herner Mittelfeld fehlten Kreativität und Inspiration, und vorne konnte sich Sami El-Nounou gegen die Ahlener Viererkette nicht in Szene setzen. Nur Erzen versuchte es immer wieder, suchte die 1:1-Situationen - rieb sich letztlich aber in vielen Zweikämpfen auf.

Da die Ahlener Reserve vor allem nach der Ampelkarte gegen Julian Schmidt (34.) wenig Anstalten machte, selbst nach vorne zu spielen, plätscherte die Partie ereignisarm dahin. Bis zur 52. Minute. Da flankte Hasan Beganovic maßgerecht auf Erzen, doch dessen Kopfball aus zwei Metern prallte vom Rücken eines Abwehrspielers ins Feld zurück.

Das sollte die dickste Chance des Spiels bleiben. Danach rannte der SCW eher planlos an und kam kaum noch zum Abschluss. Dass Muwana aus einer klaren Abseitsposition noch das 2:0 nachlegte (86.), ließ die Gemüter zwar hochkochen, tat aber herzlich wenig zur Sache. Das Tor hätte der SCW gestern ohnehin nicht mehr getroffen.

28.08.2005 Von Wolfgang Volmer
 
Quelle: WAZ Herne

Westfalia will den Höhenflug fortsetzen
 

27.08.2005

Noch hat die Konkurrenz den Höhenflug von Westfalia Herne nur beiläufig zur Kenntnis genommen. Das könnte sich mit einem Sieg bei LR Ahlen II ändern.

Neun Punkte hat der Oberliga-Aufsteiger bereits im Sack, hat bislang die maximale Ausbeute eingefahren. Trainer Frank Schulz fällt es immer schwerer, die Euphorie rund ums Schloss Strünkede auf Normalmaß zu stutzen. Er nimmt es gern in Kauf - solange die Ergebnisse stimmen.

Morgen wartet auf seine Elf in der Südenkampfbahn allerdings erneut eine schwere Aufgabe. Nach holprigem Beginn trumpfte LR Ahlen II am letzten Sonntag in Schalke groß auf, entführte durch ein hoch verdientes 3:1 alle drei Punkte aus der Glückaufkampfbahn. Dabei zeigte die Ahlener Reserve genau die Qualitäten, die auch den SC Westfalia bislang auszeichneten: Geschlossenheit, Teamgeist, Kampfkraft und eine kompakte, kaum zu knackende Defensive.

"Das wird eine ganz heiße Kiste. Wie alle Bundesliga-Reserven haben auch die Ahlener sehr junge, schnelle und technisch starke Spieler in ihren Reihen", weiß Frank Schulz. "Außerdem spielt das Zweitliga-Team schon Freitag, so dass bestimmt einige Profis runtergezogen werden."

Doch Bangemachen gilt für den SCW-Trainer nicht. Dazu hat seine Mannschaft bislang viel zu stark gespielt. Das neue System mit einem zweiten defensiven Mittelfeldmann hat die Abwehr weiter stabilisiert. "Auch gegen Bielefeld haben wir kaum Chancen zugelassen", vertraut Schulz auch morgen auf das Bollwerk um Kapitän Charly Neumann.

Vorne sind Sami El-Nounou und Michael Erzen ohnehin immer für das eine oder andere Tor gut. Einzig auf der linken Außenbahn ist Schulz zu einer Änderung gezwungen. Mykola Makarchuk wurde am Blinddarm operiert. Mit dem privat verhinderten Dino Degenhard und Kamil Bednarski, der sich seit Sonntag nicht mehr gemeldet hat, fallen zwei Alternativen aus. "Keine Ahnung, was mit Kamil ist. Ich würde mich freuen, von ihm zu hören", hat Schulz den Nachwuchsspieler noch nicht vollends abgeschrieben.

26.08.2005 Von Wolfgang Volmer Fußball Oberliga Westfalen
 
Quelle: WAZ Herne

Drei Tore für einen Stammplatz
 

26.08.2005

Weit weniger Mühe als befürchtet hatte Westfalia Herne in der zweiten Kreispokalrunde. Bei Yeni Genclikspor siegte der Oberligist souverän mit 6:1 (3:0).

"So einfach hatte ich mir das auch nicht vorgestellt. Aber die Mannschaft hat wirklich klasse gespielt", lobte Trainer Frank Schulz seine gesamte Elf. Zu bemängeln hatte er allein die Chancenverwertung. "Wir hätten durchaus noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können."

Einen Mann musste der Coach aber selbst von dieser kleinen Kritik ausnehmen: Hassan Beganovic. Mit drei blitzsauberen Treffern (28., 65., 74.) bewies der Linksfuß einen erstaunlichen Torriecher. "Er macht mir sowieso viel Freude, ist sehr lernwillig und in jedem Training mit vollem Einsatz dabei", stellte Schulz dem Neuzugang ein gutes Zeugnis aus, der diesmal für Michael Erzen in der Spitze spielen durfte. Sein Sturmpartner Sami El-Nounou hatte den SCW mit zwei Treffern (12., 29.) früh in Führung gebracht und sämtliche Hoffnungen der Gastgeber auf eine Sensation im Keim erstickt.

Erst zehn Minuten vor Schluss kam Yeni durch einen direkt verwandelten Freistoß zum Ehrentor, ehe Yakub Köse das halbe Dutzend vollmachte (85.). "Das war insgesamt eine runde Sache. Ich habe einiges gemischt, und alle haben ihre Aufgabe voll erfüllt", war Schulz zufrieden.

SCW: Bautz - Neumann (65. Kohl) - Celik, Kaup - Barton (46. Terzic), Köse, Sürgit, Dohm, Dino Degenhard (70. Dannhausen) - El-Nounou, Beganovic.

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wv, 25.08.2005 Fußball DFB-Kreispokal, 2. Runde
 
Quelle: WAZ Herne

Final-Revanche am Fuchsweg
 

24.08.2005

Wiedersehen am Merklinder Fuchsweg: Nur zwei Monate nach dem letzten Kreispokalfinale stehen sich die damaligen Endspielgegner heute Abend erneut gegenüber.

Der Auftritt des Oberliga-Aufsteigers und aktuellen Tabellenführers Westfalia Herne beim SV Yeni Genclikspor ist zweifellos der Höhepunkt der zweiten Kreispokalrunde, die heute aber noch vier weitere Begegnungen bereit hält.

Yeni Genclikspor - Westfalia Herne (18.30 Uhr, Fuchsweg). Relativ entspannt geht Frank Schulz die Neuauflage des Endspiels an: "Für mich steht die Meisterschaft absolut im Vordergrund. Trotzdem wollen wir natürlich gewinnen und eine Runde weiter kommen", macht der Herner Trainer seine Prioritäten deutlich.

Er selbst war vor neun Wochen nicht dabei, als der frisch gebackene Verbandsligameister, kaum aus Mallorca zurück, nach einem 0:1-Rückstand noch mit 3:1 gewann. Doch Schulz hat sich informiert. "Ich weiß, dass Genclikspor ein schwerer Gegner ist und sich noch weiter verstärkt hat", zollt er dem Gastgeber Respekt. Namhaftester Neuzugang beim Bezirksliga-Aufsteiger ist Ergin Ersoy, ein genialer Ballverteiler, der schon in der Ober- und Regionalliga (u.a. Bor. Dortmund II, Erkenschwick) gekickt hat. Mit Erkan Gül steht zudem ein gefürchteter Torjäger im Team von Zeki Terzioglu, das mit einem 2:2 gegen Titelanwärter Osmanlispor in die Saison startete. "Wir wissen, was uns erwartet", zeigt sich Schulz gewappnet.

Bis auf Thomas Wienroth steht ihm der komplette Kader zur Verfügung. "Es werden viele der Spieler zum Einsatz kommen, die zuletzt auf der Bank saßen." Ohnehin sieht der Coach Köse, Dohm und Co. nicht als Ersatzspieler. "Sie haben alle den Anspruch, in der Oberliga zu spielen, und die meisten haben schon den Nachweis geliefert, dass sie es können." Doch bislang gab es wenig Grund zu wechseln. Also mahnt Schulz zur Geduld. "Die Saison ist noch lang, jeder wird seine Chance erhalten." Vielleicht ja schon heute.

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wv, 23.08.05
 

Quelle: WAZ Herne

Westfalia setzt sich an die Tabellenspitze
 

22.08.2005

Der Traumstart ist perfekt. Mit einem 3:0 (0:0) über den VfB Fichte Bielefeld, dem dritten Sieg im dritten Spiel, setzte sich Westfalia Herne an die Oberligaspitze.

Dass der Aufsteiger sich dort nicht dauerhaft festbeißen kann, ist für Frank Schulz ausgemachte Sache. "Genießt den Blick auf die Tabelle, das wird nicht lange so bleiben", holte der SCW-Coach die zur Euphorie neigenden Fans wieder auf den Teppich.

Argumente für die Prognose ihres Trainers lieferten die Westfalia-Spieler vor der Pause zur Genüge. Zwar gingen sie beherzt in die Zweikämpfe und riegelten ihren Strafraum rigoros ab, doch spielerisch lief wenig zusammen. Man pflegte den etwas rustikaleren Stil - allen voran Kiki Kaup, der das Leder mehrfach unbedrängt in die Walachei drosch. Als Sven Barton und Edin Terzic dem nacheiferten, schien das Ganze zur Pölerei auszuarten. Auf den Rängen regte sich Unmut. "Spielt doch mal Fußball", riefen die Fans, und Schulz rannte an die Linie, forderte: "Ruhiger, Jungs, ruhiger!"

Offenbar kennt Schulz das Seelenleben seiner Schützlinge recht genau. Denn kaum hatte er wieder Platz genommen, starteten die Herner die ersten gefährlichen Aktionen. Zunächst prüfte Hasan Sürgit Fichte-Keeper Bergenthal mit einem 25-m-Volley (31.). Sekunden später parierte der VfB-Schlussmann gegen Sami El-Nounou und Michael Erzen, ehe Sven Barton mit einem Schuss ans Außennetz diese erste Herner Angriffslawine abschloss (34.).

Dennoch überwog zur Pause die Skepsis. "Ein Punkt, mehr geht nicht", tippte etwa Werner Lappeneit. Doch der Ex-Trainer sollte bald eines Besseren belehrt werden. Acht Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da zeigte Sami El-Nounou, warum er in der Verbandsliga zum Schrecken der Abwehrreihen wurde. Unnachahmlich schraubte er sich bei Bartons Flanke in die Höhe, stand förmlich in der Luft, und als sein Kopfball zurückprallte, drosch er den Nachschuss mit Lust ins Netz (53.).

Damit war der Weg geebnet. Zwar gaben sich die "Fichten" noch nicht geschlagen, doch sie waren nun gezwungen, den Druck zu erhöhen. Das kam den Hernern entgegen. So sehr sich Robert Mainka und Kapitän Reitemeier auch bemühten, die kompakte SCW-Deckung war nicht zu knacken. Der frühere Herner Rafael Arlet lag bei Kaup ebenso an der Kette wie Belombo beim unerbittlichen Norman Seidel, der erneut eine ganz starke Partie zeigte. Und weil auch das Mittelfeld mit Barton, Hallerbach und Sürgit viel abräumte und Charly Neumann die wenigen Löcher "mit Auge" stopfte, verlebte Keeper Olli Bautz einen ruhigen Nachmittag.

Mit zunehmender Spieldauer boten sich immer bessere Möglichkeiten, Konter zu setzen. Dabei zeichnete sich vor allem Yakup Köse aus. Kaum eingewechselt, zwang er Bergentahl zu einer Glanzparade und servierte gleich darauf für El-Nounou, dessen spektakulärer Seitfallschuss von der Linie geschlagen wurde (78.).

Fünf Minuten später leitete Köse das entscheidende 2:0 ein. Seine Flanke köpfte Edin Terzic aufs Tor, den abgewehrten Ball stocherte Michael Erzen über die Linie. Auch beim 3:0, von Mykola Makarchuk ebenfalls im Nachsetzen erzielt, machte eines deutlich: Wenn schon nicht die bessere, so hat zumindest die entschlossenere Mannschaft gewonnen. Und das zu Recht.

21.08.2005 Von Wolfgang Volmer Fußball Oberliga Westfalen
 
Quelle: WAZ Herne

Sami El-Nounou hofft Sonntag auf sein Comeback
 

19.08.2005

So schnell kann es gehen. Schon am dritten Spieltag der neuen Oberligasaison schlüpft Aufsteiger SC Westfalia Herne plötzlich in die Favoritenrolle.

Zu Gast im Stadion am Schloss Strünkede ist am Sonntag um 15 Uhr der VfB Fichte Bielefeld. Und da die Herner dem Traumauftakt mit dem 3:0 gegen Erkenschwick auch einen 2:1-Auswärtserfolg in Schermbeck folgen ließen und die "Fichten" nur mit einem Pünktchen anreisen, dürfte die Erwartungshaltung der Westfalia-Anhänger recht hoch sein.

Das weiß auch Frank Schulz, der zu diesem Thema seine ganz eigene Meinung hat: "Wenn es nach unseren Fans geht, müsste der SCW ganz schnell Deutscher Meister werden." Umso mehr betont der Trainer fast gebetsmühlenartig, dass man auf dem Teppich bleiben müsse. "Wir haben sechs Punkte auf dem Konto und wissen das richtig einzuschätzen. Jetzt schon eine Prognose abzugeben, wäre sehr verfrüht. Und genauso wenig kann man bei Fichte Bielefeld schon jetzt von einem Fehlstart sprechen. Nach fünf, sechs Spieltagen kann man den Saisonstart vielleicht beurteilen", baut Schulz verfrühten Optimismus vor.

Den morgigen Gegner nimmt der SCW-Trainer jedenfalls nicht auf die leichte Schulter: "Wir richten uns auf ein gefährliches Konterspiel der Bielefelder ein und müssen dabei vor allem auf die Sturmspitzen Rafael Arlet und Bayamba Belombo achten."

Im Team des SC Westfalia wird es auf jeden Fall eine Umstellung geben, da der bereits zur Halbzeit in Schermbeck wegen einer Zerrung ausgewechselte Thomas Wienroth ausfällt. Für ihn könnte Christian Kaup erstmals in der Startelf stehen.

Und dann bleibt da noch die Frage nach Sami El-Nounou. Der letztjährige Goalgetter der Strünkeder dazu: "Ich habe mich in dieser Woche richtig reingekniet und werde das auch im Abschlusstraining tun. Ob ich spielen werde, muss aber der Trainer entscheiden."

19.08.2005 Von Uwe Ross Fußball Oberliga Westfalen
 
Quelle: WAZ Herne

Oberliga Westfalen: Herne startet mit zwei Siegen optimal
 

19.08.2005

Torjäger El-Nounou vor Saisondebüt

Der SC Westfalia hat sich mit zwei Siegen gleich Respekt verschafft, vor dem dritten Schlagabtausch gegen den VfB Fichte Bielefeld hält Coach Frank Schulz den Ball aber gewohnt flach.

"Wir wissen das richtig einzuschätzen. Verlieren wir die nächsten Spiele, haben wir immer noch sechs Punkte. Den Saisonstart kann man erst nach fünf oder sechs Runden beurteilen. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Den wollen wir so schnell wie möglich sicher stellen“, bekräftigt der Ex-Profi die Zielsetzung.

Gleichwohl ist der Trainer des Aufsteigers offensichtlich auf dem besten Weg, die gute Arbeit auch in der Oberliga fortzusetzen. "Bei uns ging es in den letzten zwei Jahren immer weiter bergauf. Ich bin mir sicher, dass ich bei einigen noch etwas rauskitzeln kann. Wir haben viele junge Spieler, die genauso wie ich alle noch höher spielen wollen. Am liebsten in Herne, aber das wird finanziell wohl noch nicht machbar sein", prophezeit Schulz. Vor seinem Saisondebüt steht Verbandsliga-Torschützenkönig Sami El-Nounou (32 Tore), der sich nach Prüfungsstress noch einen entspannenden Kurzurlaub gönnen durfte. "Das ist sicherlich noch ein Pluspunkt für uns", frohlockt der Coach.

Jens Schumann
© Olympia-Verlag 2005
 
Quelle: www.kicker.de

SC Westfalia feiert den zweiten Dreier
 

15.08.2005

Der SC Westfalia Herne ist in der Oberliga angekommen. Mit dem 2:1 (1:0) beim SV Schermbeck feierte der Aufsteiger im zweiten Saisonspiel den zweiten Sieg.

Nach dem Motto "Wir machen dem Gegner das Stadion voll und nehmen dafür die Punkte mit" präsentierte sich der SCW auf dem Schermbecker Waldsportplatz. 1 000 Zuschauer beobachteten die Partie, und von denen waren gut 600 aus Herne angereist. "So spielt ein Aufsteiger", sangen die Fans der Blau-Weißen Mitte der zweiten Spielhälfte, als die Westfalia hoch verdient mit 2:0 führte und die Gastgeber durch die Rote Karte für Markus Seyer nach einem Ellenbogencheck gegen Sven Barton dezimiert waren.

SCW-Trainer Frank Schulz vertraute ganz auf die Mannschaft, die sich zum Saisonstart mit 3:0 gegen Erkenschwick behauptet hatte. Zwar war Goalgetter Sami El-Nounou aus dem Urlaub zurück, doch für ihn blieb nicht einmal ein Platz auf der Bank. "Das hätte ich der Mannschaft gegenüber nicht rechtfertigen können", sagte Schulz. El-Nounou hatte dafür volles Verständnis: "Ich werde jetzt im Training richtig Gas geben und will mir meinen Stammplatz zurück erkämpfen. Ich hoffe, dass ich am nächsten Sonntag gegen Bielefeld spielen werde."

Gestern langte es auch ohne ihn für einen verdienten Sieg des SCW. Taktisch hatte Frank Schulz die richtige Karte gezogen. Christian Hallerbach lief als "Sonderbewachser" auf und degradierte Schermbecks Spielgestalter Florian Dondorf trotz dessen Anschlusstreffer in der Schlussminute fast zur Bedeutungslosigkeit, und in der Defensive hatten ein überragender Libero Charly Neumann sowie Thomas Wienroth und Norman Seidel alles im Griff. Als Wienroth mit einer Zerrung vom Platz musste, fügte sich Christian Kaup nahtlos in den souveränen Deckungsverband ein.


Die Abwehr um Libero Charly Neumann spielte souverän                                                                           Foto: Bohrmann

Im ersten Durchgang hatte der SCW eigentlich nur zwei gefährliche Situationen zu überstehen. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld konnte Kaul bereits nach drei Minuten gefährlich abziehen, der Ball landete aber knapp neben dem Pfosten. Und als Hackenforth SCW-Keeper Oli Bautz bereits überwunden hatte, kratzte Seidel den Ball noch von der Linie (37.).

Zuvor hätten Barton mit einem gefährlichen Flatterball aus gut 30 Metern (6.) und Wienroth per Kopf nach einer Ecke von Mykola Makarchuk bereits die Führung erzielen können.

Die fiel dann kurz vor der Pause. Nach einem indirekten Freistoß hämmerte Barton das Leder aus 18 Metern unten links ins Eck (41.). Ein wichtiger Treffer, der Auftrieb gab. Nur drei Minuten später scheiterte Edin Terzic an einem tollen Reflex von SVS-Keeper Dirr, und nach Wiederbeginn übernahm der SCW dann noch deutlicher das Kommando. Als Hallerbach dann nach Makarchuk-Ecke per Kopfballtorpedo zum 2:0 einnetzte (56.) und die Gastgeber sich durch Seyers Foul selbst dezimierten, war der Weg zum zweiten Sieg der Westfalia frei. Über ihre Konter hätten die Herner nachlegen müssen, am Ende änderte aber auch der späte Anschluss nichts mehr an ihrem verdienten Sieg.

14.08.2005 Von Uwe Ross Fußball Oberliga Westfalen

Jetzt nur nicht abheben !!!

Auch nach dem zweiten Spieltag werden die Fans des SC Westfalia mit Stolz den Blick auf die Tabelle der Oberliga Westfalen richten. Zwar ist der Aufsteiger die Spitzenposition wieder los. Aber zwei Siege aus zwei Spielen weist neben den Strünkedern nur noch eine Mannschaft auf: Der SC Verl, der vor Saisonbeginn von vielen Trainern als ganz heißer Meisterschaftskandidat genannt wurde.

So, wie auch die zweiten Mannschaften der Bundesligisten aus Dortmund, Schalke und Bochum, die allesamt hinter der Westfalia rangieren.

Jetzt erwartet der SCW den VfB Fichte Bielefeld, der mit einem Punkt den vorletzten Tabellenplatz einnimmt. Und plötzlich ist die Westfalia in der Favoritenrolle. Frank Schulz wird in dieser Woche mit Sicherheit stark auf die Euphoriebremse treten. Aber die Mannschaft scheint reif genug, um jetzt nicht abzuheben.
 

Quelle: WAZ Herne

SCW fährt voll motiviert nach Schermbeck
 

12.08.2005

Die Kür ist mit dem 3:0 über Erkenschwick glänzend gelungen. Am Sonntag (15 Uhr) folgt für den SC Westfalia Herne nun beim SV Schermbeck die Pflicht.

Als Spitzenreiter fahren die Strünkeder morgen zum Waldsportplatz. Aber auf das Tabellenbild legt SCW-Trainer Frank Schulz nach einem Spieltag absolut keinen Wert: "Das wird ein ganz schweres Spiel für uns. Schermbeck ist ebenfalls gut gestartet. Das 1:1 in Schalke sagt schon etwas über die Stärke der Mannschaft aus."

Allerdings hat sich der SV Schermbeck unter der Woche im Pokal beim Landesligisten TuS Heven (4:3 n.V.) äußerst schwer getan - und das, obwohl Trainer Martin Stroetzel dort die Elf auflaufen ließ, die auch gegen die Westfalia starten soll.

"Wir müssen auf jeden Fall auf Florian Dondorf achten, der dort der überragende Spielgestalter ist", kündigte Schulz an. Ob das wieder eine Sonderaufgabe für Christian Hallerbach sein könnte, lässt der SCW-Coach wie bei den meisten Personalspekulationen offen. So darf auch Yakup Köse nicht selbstverständlich davon ausgehen, gegen seinen alten Klub in der Startformation zu stehen.

Und dann ist da noch Goalgetter Sami El-Nounou, der sich ausgerechnet zum Saisonstart nach seinem Studiumsstress einen Erholungsurlaub gegönnt hatte und im Spiel gegen die SpVg. Erkenschwick fehlte. "Er wird am Sonntag auf jeden Fall wieder bei der Mannschaft sein. Ob er aber auch spielen wird, kann ich noch nicht sagen", hielt sich Schulz auch in dieser Sache gestern noch bedeckt.

Ernsthafte personelle Sorgen gibt es bei der Westfalia im Augenblick aber nicht. Schlussmann Oli Bautz laborierte zuletzt zwar an einer leichten Zerrung, sein Einsatz ist aber nicht gefährdet.

Frank Schulz gibt sich jedenfalls zuversichtlich. "Wir fahren voll motiviert und mit guter Laune nach Schermbeck und hoffen, dass die gute Laune auch auf der Rückfahrt noch vorhanden ist."

12.08.2005 Von Uwe Ross Fußball Oberliga Westfalen
 
Quelle: WAZ Herne

Elferschießen bringt SCW in Runde zwei
 

10.08.2005

Erst im Elfmeterschießen machte der SC Westfalia Herne mit 5:3 (1:1, 1:0) beim VfL Kemminghausen den Einzug in die zweite Verbandspokalrunde perfekt.

"Wir wollten eine Runde weiterkommen, und das ist uns gelungen. Allerdings hätte ich mehr Dominanz von meiner Mannschaft erwartet. Der eine oder andere konnte in dieser Partie seine Chance nicht nutzen", erklärte Trainer Frank Schulz, der aus seiner Anfangsformation beim 3:0-Oberligaauftakt gegen Erkenschwick diesmal nur Sven Barton von Beginn an spielen ließ.

In einem typischen Pokalspiel überzeugte der VfL Kemminghausen, der in der kommenden Saison unbedingt in die Landesliga will, mit viel Einsatz. "Die haben wahnsinnig gekämpft", lobte Schulz den Gegner. Sein Team tat sich dagegen auf dem total aufgewühlten Ascheplatz in Dortmund-Eving recht schwer. Die Platzherren ließen sich auch durch die Westfalia-Führung von Dominik Teske (25.) nicht aus dem Konzept bringen und kamen in der 83. Minute nach einer Ecke zum 1:1-Ausgleich.

Nachdem Kamil Bednarski bereits nach 75 Minuten die Ampelkarte gesehen hatte, musste in der Verlängerung auch Yakup Köse mit Gelb-Rot vorzeitig unter die Dusche. "Beide Platzverweise waren für mich nicht nachzuvollziehen", erklärte Schulz. Aber auch mit nur noch acht Feldspielern rettete sich der SCW ins Elfmeterschießen.

"Wenigstens hier waren wir dann souverän", schmunzelte Schulz. Mykola Makarchuk, Christoph Dannhausen, Sven Barton und Ümit Celik verwandelten sicher, und da Andreas Scarale einen Elfer abwehrte und ein weiterer das Ziel verfehlte, brauchte Andre Dohm nicht mehr anzutreten.

SCW: Scarale - Dannhausen - Kaup, Celik - Kohl, Dohm, Köse, Barton, D. Degenhard (63. Bednarski) - Teske (75. A. Degenhardt), Beganovic (95. Makarchuk).

10.08.2005 Von Uwe Ross Fußball 1. Runde Verbandspokal
 
Quelle: WAZ Herne

SC Westfalia bleibt auf dem Teppich
 

07.08.2005

Nach dem tollen Start in die Meisterschaftssaison will der SC Westfalia Herne heute Abend auch im DFB-Pokal auf Verbandsebene eine Runde weiter kommen.

Um 18.30 Uhr gastieren die Strünkeder beim Bezirksligisten VfL Kemminghausen (Gretelweg, Dortmund-Eving). Viel weiß Trainer Frank Schulz über den Gegner nicht, aber das hat nicht viel zu bedeuten. "Wir werden Kemminghausen nicht unterschätzen. Ansonsten gehen wir in die Partie wie in alle Spiele - wir wollen gewinnen." Was dem Ex-Profi nicht ganz schmeckt ist die Tatsache, dass seine Jungs sich heute auf der ungeliebten roten Asche quälen müssen.

Nach dem "Feiertag" am Sonntag mit dem umjubelten 3:0-Erfolg über die SpVg. Erkenschwick begibt sich der SCW heute also wieder in das Alltagsgeschäft.

Dass die Euphoriewelle überschwappt, befürchtet Schulz nicht. "Dass wir nach dem ersten Oberligaspieltag an der Tabellenspitze stehen, ist eine sicherlich schöne Sache zum Angucken. Aber die Mannschaft bleibt auf dem Teppich. Wir wissen alle, dass das nur eine Momentaufnahme ist", bleibt Frank Schulz realistisch.

08.08.2005 Von Uwe Ross
 
Quelle: WAZ Herne

Westfalia sorgt für ersten Paukenschlag
 

07.08.2005

Mit Sicherheit weit mehr als die offiziell angegebenen 2 000 Zuschauer sahen im Stadion am Schloss Strünkede ein rassiges Derby der beiden Traditionsvereine, das die Westfalia nicht unverdient gewann. Die SCW-Fans lauschten zunächst irritiert der Aufstellung. Sami El-Nounou, Verbandsliga-Torschützenkönig der letzten Saison, tauchte gar nicht auf, war nicht einmal im Stadion. In der Pressekonferenz nach dem Spiel gab SCW-Trainer Frank Schulz die Erklärung: "Nachdem er in der letzten Woche seine Diplomarbeit abgeschlossen hat, fühlte er sich seelisch und körperlich nicht in der Lage, heute zu spielen. Er hat darum gebeten, eine Woche abschalten zu dürfen. Ich war zwar ein bisschen enttäuscht, kann das aber auch verstehen. Und Andre Degenhardt hat ja auch einen guten Ersatz abgegeben."

Nach einem unnachahmlichen Sololauf über 40 Meter, bei dem er den routinierten Thomas Magga einfach stehen ließ, schloss der junge Stürmer in der 59. Minute eiskalt ab und machte mit dem 3:0 den Erfolg des Aufsteigers perfekt.

Danach hatte es in der ersten Halbzeit nicht unbedingt ausgesehen, denn vor allem im Mittelfeld hatten die als "Geheimfavorit" gehandelten Erkenschwicker Vorteile. Aber die SCW-Abwehr stand. Charly Neumann gab einen umsichtigen Libero, Thomas Wienroth behauptete klar die Lufthoheit im eigenen Strafraum, und Norman Seidel kam mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Zweikämpfe.


                                                                                                                                                                    Foto: Bohrmann

Allerdings musste sich Schlussmann Oliver Bautz bei Ceteras Kopfball (9.) ganz schön lang machen, und bei weiteren guten Chancen von Cetera (19.) und Woidke (20.) hatte die Westfalia auch das nötige Quäntchen Glück.

Das galt aber auch für die Gäste, denn nach einem schönen Konter und Doppelpass mit Michael Erzen hatte Sven Barton in der 9. Minute nur knapp verzogen.

Nach einer Standardsituation in der 38. Minute war aber die Führung der Schlossherren perfekt. Mykola Makarchuk hatte eine Ecke hereingezirkelt, und Erzen setzte den Kopfball per Aufsetzer unter die Latte. Und dass Erzen auch ohne seinen kongenialen Sturmpartner El-Nonou groß auftrumpen kann, bewies er direkt nach Wiederbeginn. Hasan Sürgit hatte den quirligen Stürmer mit einem Lupfer aus dem Mittelfeld eingesetzt, Erzen wackelte auch noch Falkowski aus und netzte abgeklärt zum 2:0 (47.) ein.

Vielleicht hätten die Gäste vom Stimberg noch eine Aufholjagd starten können, wäre Damnitz´ Freistoß aus 20 Metern in der 53. Minute nicht nur am Querbalken gelandet. So machte Andre? Degenhardt sechs Minuten später alles klar. Edin Terzic hätte sogar noch einen draufsetzen können (69.), aber des wäre des Guten wohl zu viel gewesen. Auf jeden Fall hatte der SCW in den letzten 20 Minuten keine Probleme, den Vorsprung mit einer konzentrierten Defensivleistung souverän nach Hause zu schaukeln.

07.08.2005 Von Uwe Ross
 

Quelle: WAZ Herne
 

Erzen sorgt für arge Schmerzen
 

07.08.2005

OBERLIGA: Erkenschwick 0:3 in Herne
Das saß! Mit 0:3 (0:1) ging für Oberligist Spvgg. Erkenschwick der Saisonstart ausgerechnet im Traditionsderby bei Westfalia Herne derbe in die Hose – die allerdings schon nach 45 Minuten randvoll schien. Selten hat ein Rückstand eine Mannschaft derart aus der Bahn geworfen, wie das gestrige 1:0 für die Westfalia.
Denn die Schwarz-Roten sind keineswegs in einem Westfalia-Feuerwerk untergegangen, sondern schlicht an ihrer eigenen taktischen Undiszipliniertheit gescheitert. Vor mehr als 2000 Zuschauern besiegelte Michael Erzen mit einem Doppelschlag kurz vor und nach der Halbzeit das Aus aller Erkenschwicker Hoffnungen (40., 47.) und sorgte damit nicht nur bei Trainer Michael Pannenbecker für arge Kopfschmerzen...
Dabei hatte das Derby aus Sicht der Gäste gar nicht einmal schlecht begonnen. Über eine halbe Stunde hatten die Erkenschwicker alles im Griff. Der Ball lief recht flüssig durch die Reihen, am Herner Strafraum allerdings war Endstation. Der Aufsteiger zog sich weit zurück und machte mit Erfolg die Räume eng. Norman Seidel hatte nach anfänglichen Schwierigkeiten Martin Setzke den Schneid abgekauft, wie es auch „Zwille“ Wienroth gelungen war, der sich um Bendig kümmerte. Hasan Sürgit und selbst Mykola Makarchuk leisteten zudem wertvolle Laufarbeit vor dem eigenen Sechzehner. An der mangelte es zwar auch bei den Gästen nicht, wohl aber an zündenden Ideen. Bei allem spielerischen Übergewicht blieben Torszenen nämlich Mangelware. Zwei, drei „dicke“ Möglichkeiten waren angesichts des deutlichen Übergewichts schlichtweg zu wenig.
Nach neun Minuten musste sich SCW-Keeper Oliver Bautz bei einem Cetera-Kopfball ganz lang machen, und als nach 21 Minuten Damnitz Danny Woidtke bediente, der völlig frei um Millimeter am Ball vorbei rutschte, schien ein Erkenschwicker Torerfolg kurzzeitig sogar nur eine Frage der Zeit. Das Schlimmste verhinderte zehn Minuten später Wienroth, der einen sehenswerten Kasperidus-Schuss über das eigene Tor ablenkte.
So rann die Zeit dahin, doch wer gemeint hatte, gegen die passiven Herner, bei denen überraschend Samy El-Nounou fehlte (offizielle Stellungnahme: Der Stürmer brauchte bedingt durch Prüfungsstress Abstand zum Fußball), sei das 1:0 nur eine Frage der Zeit, der irrte gewaltig. Beim ersten Herner Eckball in der 40. Minute irrte Danny Woidtke orientierungslos durch den eigenen Strafraum, anstatt wie vorgegeben Michel Erzen zu bewachen. Der ließ sich eine solche Gelegenheit natürlich nicht nehmen – 1:0. Herne witterte Morgenluft, und die Erkenschwicker Hosen waren plötzlich voll bis zum Rand.
Es wäre ja noch alles drin gewesen für die Gäste, hätte Erkenschwick nach der Pause selbstbewusster und energischer agiert. Doch Angst essen Seele auf, heißt es bekanntlich. Ein leichter Ballverlust von Cetera ebnete Erzen gegen die unverständlicherweise bereits weit aufgerückte Abwehr schon in der 47. Minute den Weg zum 2:0. Als André Degenhardt nach einer Stunde den zu zögerlichen Thommy Magga im Laufduell einfach stehen ließ und ebenso frei zum 3:0 traf, war das Derby auch schon entschieden.
Die Spvgg. ergab sich nun vollends ihrem Schicksal. Ein Lattentreffer von Damnitz (54.) hätte vielleicht noch einmal die Wende bringen können, doch das alles war dann doch viel zu wenig. Und als die große Mehrheit der über 2000 schon feierte, waren die Schwarz-Roten nicht mehr als dankbare Statisten.
 
Quelle: Stimberg-Zeitung

Schulz lässt sich nicht in die Karten gucken
 

05.08.2005

Als Aufsteiger empfangen die Strünkeder den alten Rivalen SpVg. Erkenschwick, der mit vielen Vorschusslorbeern überschüttet wurde und für einige Trainer gar als Geheimfavorit auf die Meisterschaft gilt. "Alle freuen sich auf den Start. Wir hoffen auf eine große Kulisse und sind froh darüber, dass es mit der Partie gegen Erkenschwick für uns gleich zu einem Highlight der Saison kommt", blickt auch SCW-Coach Frank Schulz dem Auftakt mit einer gewissen Vorfreude entgegen.


Dass mit der Stimberg-Elf, die sich für die neue Spielzeit gleich mit einer ganzen Reihe von gestandenen Oberligaakteuren verstärkt hat, gleich ein dicker Brocken auf sein Team wartet, stört den Ex-Profi wenig. "Natürlich wird das ein schweres Spiel, aber leichte Spiele wird es für uns in dieser Saison ohnehin nicht geben", weiß Schulz.

Auf jeden Fall hat sich die Westfalia auf den Auftakt optimal vorbereitet. Im Training dieser Woche hat der Coach gespürt, wie heiß und ehrgeizig seine Jungs sind. "Jeder will spielen. Aber unser Kader ist in dieser Saison wesentlich größer als im letzten Jahr, und die Unterschiede sind nicht so groß. Es wird mit Sicherheit so sein, dass einige Leistungsträger zunächst nur auf der Bank sitzen", kündigte Schulz an.

"Gesetzt" ist für Frank Schulz nur ein Spieler: "Keine andere Position ist bei uns so eindeutig besetzt wie die des Torwarts. Oli Bautz ist der einzige, der mit Sicherheit spielen wird", lässt sich Schulz nicht weiter in die Karten gucken.

Über die restliche Aufstellung kann man nur spekulieren. Da Schulz seine Top-Angreifer Michael Erzen und Sami El-Nounou im Kirmes-Cup-Finale gegen Erkenschwick schonte, muss man schon davon ausgehen, dass auch der "Zauber-Sturm" des SCW auflaufen wird. Die größte Konkurrenz gibt es im Mittelfeld. "Wir werden in dieser Saison sicherlich rotieren und uns auf den jeweiligen Gegner einstellen", ist Schulz froh über seine Alternativen.

05.08.2005 Von Uwe Ross Fußball Oberliga Westfalen
 
Quelle: WAZ Herne

SCW müht sich in Runde zwei
 

04.08.2005

Keineswegs im Schongang löste der SC Westfalia Herne seine Pokalaufgabe bei BG Schwerin. Am Ende siegte der Oberligist aber verdient mit 2:0 (1:0).

"Das war keine überragende Leistung von uns. Aber wir wissen, dass wir besser spielen können", meinte Mittelfeldantreiber Andre Dohm fünf Tage vor dem Oberligaauftakt gegen die SpVg. Erkenschwick.

Beim Castroper Bezirksligisten, der mit einer disziplinierten Abwehrarbeit und großer Laufbereitschaft gefiel, wirkten die Herner in ihren Angriffsbemühungen ein wenig schwerfällig und konnten auch aus ihren vielen Standardsituationen bei Freistößen und Eckbällen kein Kapital schlagen.

Bei den wenigen Chancen, die sich der SCW erspielte, zeigte sich zudem BG-Keeper Michael Tams mit guten Reflexen auf dem Posten. Chancenlos war er allerdings, als der Schuss von Dominik Teske in der 28. Minute von der Schweriner Abwehr nicht geklärt werden konnte und Sebastian Kohl das Leder aus dem Getümmel heraus mit der Brust zur 1:0-Führung über die Linie bugsierte.

In der 70. Minute bot sich den Platzherren nach einem Missverständnis in der SCW-Abwehr sogar die Möglichkeit zum Ausgleich, aber Libero Charly Neumann konnte den Ball noch weit vor der Linie klären. "Das war aber auch die einzige Chance, die wir zugelassen haben. Ansonsten sind wir aber nie in Bedrängnis geraten", erklärte Dohm.

Auf die endgültige Entscheidung musste die Westfalia aber bis kurz vor Schluss warten. In der 88. Minute zog Christian Hallerbach aus der Distanz ab, und als Bogenlampe senkte sich der abgefälschte Schuss zum 2:0 ins Netz. ur

03.08.2005 Fußball 1. Runde Kreispokal
 
Quelle: WAZ Herne

Schulz nimmt auch den Pokal ernst
 

02.08.2005

Der Countdown läuft. Noch sechs Tage sind es bis zum mit Spannung erwarteten Oberligastart gegen die SpVg. Erkenschwick. Aber heute steht für den SC Westfalia Herne zunächst noch die Pflichtaufgabe im Pokal an.

In der ersten Runde auf Kreisebene gastiert der SCW um 18.30 Uhr beim Castroper Bezirksligisten BG Schwerin. "Dort waren wir auch im letzten Jahr und haben die Hürde locker mit 5:0 genommen. Ich hoffe, dass es diesmal ähnlich wird. Denn wir wollen natürlich im Pokal weiterkommen", denkt Trainer Frank Schulz nicht nur an Erkenschwick.

Nach dem Sieg im Cranger Kirmes-Cup, der neben dem großen WAZ-Pokal zur Freude von Vereinsboss Jürgen Stieneke auch mit 4 000 E belohnt wurde, ging der SCW bereits gestern mit dem Training wieder nahtlos in die letzte Phase der Vorbereitung über. Nach dem Pokalspiel in Schwerin können die Spieler am Mittwoch noch einmal verschnaufen, ehe dann Donnerstag und Freitag die letzten Feineinstimmungen auf den Meisterschaftsstart erfolgen.

Wie die Startformation gegen den alten Rivalen vom Stimberg dann aussehen wird, steht noch lange nicht fest. "Der Kader ist ganz eng zusammen. Einige Positionen sind noch offen, vor allem im Mittelfeld gibt es viele Alternativen", erklärte Schulz nach dem 3:2-Finalerfolg über Erkenschwick im Kirmes-Cup. Auf jeden Fall gesetzt ist aber das "Zauber-Duo" im Sturm, Sami El-Nounou und Michael Erzen. Am Sonntag durften sich beide das Finale allerdings von der Bank aus ansehen. "Das Risiko war mir dann doch zu groß. Wenn da einem der beiden etwas passiert wäre, hätte ich dumm ausgesehen", erklärte Schulz seine Entscheidung.

Gefreut hat den Trainer, dass seine Mannschaft konditionell topfit zu sein scheint. "Wie wir im Halbfinale gegen Hordel die Partie noch mit zehn Mann umgebogen haben, war schon beachtlich. Und auch heute sind wir wieder ein sehr hohes Tempo gegangen", war Schulz angetan. Im Endspiel verzichtete der Ex-Profi ganz auf Auswechslungen und ließ die Startelf durchspielen. Auch dafür hatte Schulz eine seiner typischen Begründungen: "Wir sind eben die Westfalia. Früher haben die Leute im Schacht malocht, da können die Jungs heute auch mal über 90 Minuten Gas geben."

Heute bietet sich für einige Spieler jedenfalls noch mal die Chance, sich für die erste Elf zu empfehlen. Schulz: "Die Mannschaft wird wieder anders aussehen als am Sonntag. Aber wir haben einen großen Kader und das Glück, dass im Augenblick fast alle gesund sind." Die einzige Ausnahme bildet da Hasan Sürgit, der sich in der Partie gegen Hordel einen Nerv einklemmte und kurzfristig mit einer Halskrause dekoriert wurde. Aber auch er soll bis zum Meisterschaftsstart wieder fit sein.
01.08.2005 Von Uwe Ross Blickpunkt SC Westfalia Herne
 
Quelle: WAZ Herne

WAZ-Pokal geht verdient an den SCW
 

01.08.2005

Nach 2003 sicherte sich der SC Westfalia Herne im Cranger Kirmes-Cup zum zweiten Mal den großen WAZ-Pokal. Im Finale bezwang die Elf von Frank Schulz gestern die SpVg. Erkenschwick, die am kommenden Sonntag auch Auftaktgegner der Strünkeder in der Oberligameisterschaft ist, mit 3:2 (2:0).

Knapp 600 Zuschauer lockte das Duell der beiden Traditionsvereine ins Sodinger Glückauf-Stadion. Und obwohl beide Trainer eine Woche vor dem Saisonstart mit verdecktem Visier agierten, boten die Teams gute Fußballunterhaltung.

Beim SCW fiel als erstes ins Auge, dass Frank Schulz seinen "Zaubersturm" Sami El-Nounou und Michael Erzen auf der Bank ließ. Aber auch mit Christian Hallerbach, Hasan Sürgit, Thomas Wienroth und Neuzugang Mykola Makarchuk erhielten Leute eine Pause, die in einer Woche wohl zur Startelf zählen dürften.

Auch Erkenschwicks Coach Michael Pannenbecker hatte auf einige gesetzte Kräfte verzichtet, dennoch entwickelte sich von Beginn an eine ansehnliche Partie mit flottem Tempo. Dafür, dass alles im fairen Rahmen blieb, sorgte Hernes Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Er hatte keine Probleme und kam mit insgesamt sieben gelben Karten aus, von denen Herne vier kassierte. Dass Roger Schajor kurv vor Ende der Partie bei einem Zweikampf mit Andre? Degenhardt zwei Schneidezähne verlor, war unglücklich, aber keine Absicht des Herners.

Das Spiel bestimmte zunächst die Westfalia, die früh in Führung ging. In der siebten Minute legte Barton nach Zuspiel von Terzic quer auf Andre? Degenhardt, und der schob abgeklärt zum 1:0 ein. Das Sturmduo mit Degenhardt bildete diesmal Neuzugang Hasan Beganovic, und auch der kam zum Erfolg. Nach einem weiten Einwurf spitzelte er in der 29. Minute zum 2:0 ein.

Hätte Sven Barton nach einem tollen Solo in der 31. Minute nicht in Kozakowski seinen Meister gefunden, wäre die Partie wohl vorzeitig entschieden gewesen. So aber startete Erkenschwick elanvoll in den zweiten Durchgang und wurde in der 49. Minute durch Yildirims schönen Schlenzer mit dem Anschluss belohnt. In der 57. Minute war wieder alles offen. Nach einer Ecke hämmerte Grad volley zum Ausgleich ein.

Aber obwohl Frank Schulz gar nicht ans Auswechseln dachte, ließ seine Elf konditionell nicht nach und konnte sogar noch einmal das Tempo anziehen. In der 66. Minute hatte Beganovich das richtige Auge für den Steilpass, und Barton machte das 3:2 perfekt. Damit war die Partie entschieden, denn die Stimberg-Elf hatte nicht mehr viel entgegen zu setzen. Zum Schluss hätte der SCW das Ergebnis noch höher schrauben können, aber Ümit Celiks Kopfball wurde noch auf der Linie geklärt, Beganovic und Köse zielten etwas zu hoch, und bei Dohms Schuss nach Köse-Zuspiel fischte Erkenschwicks junger Schlussmann Kozakowski den Ball noch aus dem Eck. Am verdienten Sieg der Westfalia gab es so jedenfalls keinen Zweifel.

SCW: Bautz - Neumann - Celik, Kaup - Barton, Terzic, Dohm, Köse, D. Degenhard - A. Degenhardt, Beganovic.

SpVg.: Kozakowski - Althaus, Knoessel, Mireinski (58. Aljukic), Schajor (84. Gorges) - Grallert, Kaczor, Sawatzki, Winter - Wood (46. Yildirim), Grad.

31.07.2005 Von Uwe Ross Fußball 6. Cranger Kirmes-Cup
 
Quelle: WAZ Herne

Zehn Herner biegen die Partie noch um
 

30.07.2005

Das Hammer-Finale ist perfekt: Am Sonntag (17 Uhr) stehen sich der SC Westfalia Herne und die SpVg. Erkenschwick im Endspiel um den Cranger Kirmes-Cup gegenüber. Eine Woche später treffen die beiden Traditionsvereine zum Start der Oberligameisterschaft erneut aufeinander.

Bis ins Elfmeterschießen musste sich der SCW gestern Abend vor gut 300 Zuschauern im Sodinger Glückauf-Stadion quälen, um den Verbandsligisten TuS Hordel am Ende mit 5:4 (2:2, 0:1) abzuhängen. "Das war wieder meine Westfalia. Wer uns vorzeitig abschreibt, liegt falsch", zeigte sich Frank Schulz richtig stolz auf seine Mannschaft, die nach der Roten Karte für Kamil Bednarski (48.) mit zehn Mann einen 0:2-Rückstand aufgeholt hatte. Aber ganz ohne Kritik kamen seine Jungs nicht davon: "Was wir in der ersten Halbzeit im Spiel nach hinten gezeigt haben, war ziemlich schwach", tadelte der Ex-Profi.



Hordel gefiel im ersten Durchgang durch schnelle Konter, ging aber erst durch ein Geschenk in Führung. Als Christoph Dannhausen, den Schulz auf der Liberoposition testete, einen zu kurz geratenen Rückpass auf Oliver Bautz spielte, sprintete Christian Risikat dazwischen und markierte das 1:0. Der SCW ging mit seinen Chancen fahrlässiger um. Sami El-Nounou hatte allerdings Pech, dass sein Kopfball nur am Pfosten landete (19.). Michael Erzen hätte aber den Ausgleich erzielen müssen, anstatt den Ball aus einem Meter über die Latte zu setzen.

Als Kamil Bednarski kurz nach der Pause der Ball auf der Linie an die Hand sprang und Uwe Sack den Strafstoß zum 2:0 verwandelte (48.), wurde es eng für den SCW. Schulz löste nun die Liberoposition auf und brachte mit Edin Terzic und Andre? Dohm frischen Wind für die Offensivabteilung. Schon kurz nach seiner Einwechslung hatte Dohm den Anschluss auf dem Fuß, doch Hordels Keeper Vilz lenkte den Ball mit einem tollen Reflex an die Latte. Stark spielte auch Mykola Makarchuk, der schließlich beide Treffer zum Ausgleich vorbereitete. In der 73. Minute spielte er Erzen frei, der leitete weiter, und El-Nounou vollstreckte mit dem Knie. Und als Terzic in der 82. Minute eine Makurchak-Flanke volley einhämmerte, stand es 2:2.

Im Elfmeterschießen bügelte Oli Bautz die "Fahrkarten" von Köse und Hallerbach aus, und nachdem Terzic und Makarchuk getroffen hatten, machte Sami El-Nounou den Finaleinzug klar.


Der entscheidende Elfer: 5:4 durch Sami El-Nounou


Sami wir danken Dir  

SCW: Bautz - Dannhausen (62. Dohm) - Wienroth (64. Terzic), Seidel - Barton, Köse, Sürgit (46. Hallerbach), Makarchuk, Bednarski - El-Nounou, Erzen.

SpVg. Erkenschwick - Vorwärts Kornharpen 2:0 (1:0). Erkenschwick erspielte sich vom Anpfiff weg eine Großzahl von Chancen und ging durch Thomas Magga in der 34. Minute verdient in Führung. Nach dem frühen 2:0 im zweiten Durchgang von Danny Woidtke (49.) schaukelte der Oberligist den Sieg locker nach Hause.

Damit bestreiten Hordel und Kornharpen morgen um 15 Uhr das kleine Finale.

29.07.2005 Von Uwe Ross Fußball 6. Cranger Kirmes-Cup, Fotos: Cib

 

Quelle: WAZ Herne

Schulz nimmt die Favoritenrolle an
 

29.07.2005

Der SC Westfalia Herne muss mal wieder die Kohlen aus dem Feuer holen. Als einzige von vier heimischen Mannschaft überstanden die Strünkeder die Vorrunde im Kirmes-Cup und treffen heute im ersten Halbfinale (17.45 Uhr, Sodinger Glückauf-Stadion) auf die DJK TuS Hordel.

Einmal, vor zwei Jahren, konnte sich der SCW bereits den großen WAZ-Pokal und das dickste Preisgeld an Land ziehen. Im letzten Jahr unterlag die Westfalia im Finale den Amateuren des VfL Bochum mit 0:2, jetzt wollen die Herner zumindest erneut ins Endspiel einziehen.

SCW-Trainer Frank Schulz schätzt den Cranger Kirmes-Cup als wichtigen Bestandteil seines Vorbereitungsprogramms: "Ich komme immer gerne nach Sodingen. Die Anreise ist kurz, und auch in diesem Jahr haben wir durch das Turnier wieder vier Spiele auf Rasen, und das gegen hochwertige Gegner."

Auch am Mittwoch bemühte sich Schulz ins Glückauf-Stadion. In erster Linie zwar, um Oberliga-Auftaktgegner SpVg. Erkenschwick unter die Lupe zu nehmen, aber eine Halbzeit lang beobachtete er auch den TuS Hordel bei dessen 1:0-Erfolg über Sodingen.

"Hordel hat eine gute Mannschaft, die gut auf Konter spielt. Allerdings leistete Sodingen in den Zweikämpfen auch zu wenig Gegenwehr. Ich weiß schon, wo wir da ansetzen müssen", zeigt Schulz keinen übertriebenen Respekt und akzeptiert die Favoritenrolle für seine Mannschaft, die heute in bester Besetzung auflaufen kann. Im Vorbereitungsprogramm nimmt der Coach übrigens keine besondere Rücksicht auf das Turnier. "Nachdem die Spieler am Mittwoch frei hatten, werden wir heute Abend noch mal richtig hart trainieren", kündigte Schulz gestern an. Trotzdem sollte es für die Strünkeder zum dritten Finaleinzug in Folge reichen.

Im zweiten Halbfinale treffen um 19.45 Uhr Oberligist SpVg. Erkenschwick und Oberligaabsteiger Vorwärts Kornharpen aufeinander.

28.07.2005 Von Uwe Ross Fußball 6. Cranger Kirmes-Cup

 
Quelle: WAZ Herne

Im Schongang ins Halbfinale
 

27.07.2005

Auch der zweite Auftritt beim diesjährigen Kirmes-Cup hatte für Oberliga-Aufsteiger Westfalia Herne nur Testspielcharakter. Wie schon gegen Mengede siegte der SCW auch gegen den TSK Herne mit 5:0 (3:0) und trifft am Freitag im ersten Halbfinale auf den Sieger der Partie SV Sodingen - TuS Hordel.

"Sicher haben wir die leichteste Gruppe erwischt. Aber auch solche Gegner muss man erstmal mit 5:0 wegtun", war Frank Schulz, braun gebrannt aus dem Urlaub zurück, mit dem Auftritt seiner Truppe sehr zufrieden. Aus gutem Grund, wie der SCW-Trainer betonte: "Jetzt haben wir noch zwei weitere Spiele gegen gute Mannschaften und brauchen uns keine anderen Gegner zu suchen."

Starke Gegner kann der SCW in der Tat noch gebrauchen. Denn der türkische Fusionsklub wirkte gestern doch noch wie ein zusammen gewürfelter Haufen - eine Kirmestruppe eben. Zwar bemühten sich Illi Gülcebi und Ali Demir um Ordnung, inszenierten auch einige gut angelegte Spielzüge, doch ihre überwiegend neuen Kameraden gingen noch zu wenig auf die Ideen ein. Zudem fehlten vorne Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft, so dass SCW-Keeper Andreas Scarale kaum einmal ernsthaft geprüft wurde.

Noch mehr Sorgen dürfte sich TSK-Trainer Zole Jankovic aber über seine Abwehr machen. Hier herrschte zuweilen das blanke Chaos. Für Stürmer vom Kaliber eines Sami El-Nounou oder eines Michael Erzen war es ein Leichtes, das Runde ins Eckige zu befördern. Erzen, El-Nounou - El Nounou, Erzen: Nach diesem in der Meistersaison oft erprobten Schema beulten die Herner das Netz aus, ehe der junge Neuzugang Dominik Teske in letzter Sekunde mit seinem ersten Treffer im SCW-Dress den Schlusspunkt setzte. Dass zwischenzeitlich noch die eine oder andere Großchance verbaselt wurde, interessierte niemanden unter den knapp 300 Zuschauern.

Auch wenn er das Spiel sicher nicht überbewerten wird, konnte Frank Schulz doch einige Erkenntnisse mitnehmen. Zum Beispiel die, dass der junge Ümit Celik durchaus das Zeug hat, eine Alternative für die Manndeckerposition zu werden. Auch Edin Terzic, der im Vorjahr nicht so recht Fuß fasste, drängt ins Team und konnte auf der rechten Außenbahn viele Akzente setzen. Sein Pendant auf der linken Seite, der junge Hasan Beganovic, zeigte bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden ebenfalls gute Ansätze.

TSK Herne: Öztürk - Balci, Özer, Gümüstekin - Feledyk, Gülcebi, Demir, Demirkaya, Selcuk Can - Alemdar, Serdar Can (55. Kalfa). SCW: Scarale - Neumann (79. Makarchuk) - Celik, Kaup - Terzic, Hallerbach (70. Kohl), Sürgit, Beganovic (37. D. Degenhard) - Dohm (74. Bednarski) - El-Nounou (57. Teske), Erzen (57. A. Degenhardt). Tore: 0:1 (3.) Erzen, 0:2, 0:3 (21., 32.) El-Nounou, 0:4 (56.) Erzen, 0:5 (90.) Teske.

 
Quelle: WAZ Herne

SCW ist haushoher Favorit für den Einzug ins Halbfinale
 

26.07.2005

Dass Oberligist SC Westfalia Herne heute (17.45 Uhr, Glückauf-Stadion in Sodingen) in der Partie gegen den TSK Herne als erste Mannschaft in das Halbfinale des 6. Cranger Kirmes-Cups einziehen wird, bezweifelt eigentlich niemand.

Nach dem glatten 5:0-Erfolg des SCW über den SV Mengede 08 und dessen 2:0-Sieg über den türkischen Fusionsverein aus Herne könnten sich die Strünkeder sogar eine Niederlage mit drei Toren Differenz erlauben. Aber davon will Co-Trainer Horst Bistrich, der Chefcoach Frank Schulz zum heutigen Spiel aus dem Urlaub zurück erwartet, nichts wissen.

Gestern Abend wollte der "Co" die Truppe noch einmal auf die heutige Partie einstimmen, auch wenn es ihm im Augenblick nicht besonders gut geht. Nach einer Zahnbehandlung lösten Schmerzmittel eine allergische Reaktion bei Bistrich aus, die ihm eine Nacht im Krankenhaus bescherte. "Zähne zusammen beißen", hat er sich danach selbst auferlegt, um Schulz heute eine Westfalia-Mannschaft in guter Verfassung zu übergeben.

Personell sieht es beim SCW im Augenblick recht gut aus. Sami El-Nounou hatte sich bereits gegen Mengede mit einer guten Leistung und einem Tor zurück gemeldet. Sorgen bereitet Bistrich daher nur Neuzugang Mykola Makarchuk, bei dem sich eine ältere Verletzung wieder bemerkbar macht.

Ganz anders gestaltet sich die Situation für Zole Jankovic, der am Sonntag aus dem Urlaub zurück kam und seinen neuen TSK-Kader bei der 0:2-Niederlage gegen Mengede erstmals begutachten konnte. Dabei fehlte allerdings noch mehr als ein halbes Dutzend an Spielern. Da die Saison in der Landesliga aber erst am 21. August gestartet wird, bleibt Jankovic noch ein wenig Vorbereitungszeit. Gegen den SCW darf er sich heute sicherlich keine großen Chancen für sein Team ausrechnen.

In der zweiten Begegnung des Abends treffen um 19.30 Uhr Verbandsligist Vorwärts Kornharpen und Nordrhein-Oberligist MSV Duisburg II aufeinander. Nach dem Kornharpener 3:1 über Germania Gladbeck können die "Zebras" nur mit einem Sieg noch den Sprung ins Halbfinale schaffen. ur

25.07.2005 Kirmes-Cup

 
Quelle: WAZ Herne

SCW baut auf Teamgeist und seine Fans
 

25.07.2005

Einigkeit macht stark. Getreu dieser Einsicht suchte Fußball-Oberligist Westfalia Herne bei der Mannschaftsvorstellung die Nähe zu seinen Fans, um gemeinsam die hohen Anforderungen der Zukunft zu meistern.

                      

Natürlich war sie auch am Samstag noch spürbar, die Euphorie des Aufstiegs, die Freude über die Krönung zweier erfolgreicher und harmonischer Spielzeiten in der Verbandsliga. Doch diese Freude ging einher mit einem für Herner Verhältnisse fast schon erstaunlichen Realitätssinn. "Wie peilen eine Position um Platz zehn an. Alles, was darüber hinausgeht, wäre ein Bombenerfolg", gab SCW-Boss Jürgen Stieneke die Richtung vor. Und alle 24 Spieler, die er anschließend ans Mikro holte, um ihnen ein paar Worte zu entlocken, äußerten sich ähnlich. "Es sind nicht viele besser als wir, aber auch nicht viele schlechter. Alles ist möglich", meinte Kapitän Michael "Charly" Neumann mit der ganzen Erfahrung seiner 36 Jahre. Auf konkretere Aussagen oder forschere Prognosen warteten die 200 Westfalia-Fans vergeblich.


Neuzugänge der Saison 2005/06: Oben von links: Hasan Beganovic, Andre Degenhardt, Sebastian Kohl, Ümit Celik.
Vorne von links: Mykola Makarchuk, Timo Buchholz, Dominik Teske, Yakup Köse                                                 Fotos: Cib

Zwei andere Aspekte zogen sich aber wie ein roter Faden durch alle Äußerungen: der tolle Teamgeist und die großartige Unterstützung durch die Fans, fast unisono als wichtigste Bausteine des Aufstiegs ausgemacht, stehen jetzt auf dem Prüfstand. "Ich hoffe, dass die Zuschauer auch dann noch hinter uns stehen, wenn wir ein paar Spiele verlieren" - so wie Andre? Dohm formulierten es viele seiner Kameraden. Und auch in der anderen Frage waren sich alle einig. "Erst bei Misserfolgen wird sich der Charakter der Mannschaft zeigen", schallte es mehrfach aus dem Lautsprecher.

Und Misserfolge werden kommen, keine Frage. Denn so stark wie in der kommenden Saison war die Oberliga lange nicht. Drei Erst- und drei Zweitbundesligisten sind mit ihren Reserveteams dabei. Sie besitzen alle genug Potenzial, zumindest nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden. Auch mit Mannschaften wie Gütersloh, Verl oder Hüls kann sich der SCW nicht auf eine Stufe stellen - weder finanziell noch von der Klasse seines Kaders. Erkenschwick und Lotte, die Aufsteiger des Vorjahres, haben viel Qualität hinzubekommen und werden allgemein recht hoch eingeschätzt. Was bleibt, sind Klubs wie Rheine, seit Jahren eine Insitution in der Liga, Emsdetten, zuletzt lange in der Spitzengruppe, Lippstadt, Fichte Bielefeld oder Schermbeck.

Um gegen derart starke Konkurrenz gar nicht erst in den Tabellenkeller zu geraten, dazu muss alles passen. Vor allem der Start, wie Andre? Dohm aus seinem langen Fußballerleben weiß: "Holen wir aus den ersten drei Spielen sieben Punkte, kriegen vielleicht einen Lauf. Holen wir nur einen, und das ist genauso möglich, stecken wir gleich unten drin."

Eine realistische Einschätzung, der sich auch Frank Schulz anschließen wird. Der Trainer kehrte erst am Wochenende aus dem Urlaub zurück und fehlte ebenso wie sein "Co" Horst Bistrich, der in der Nacht zum Samstag ins Krankenhaus musste, weil nach einer Zahnbehandlung Komplikationen auftraten. Doch wozu bedarf es eines Trainers, wenn die Ergebnisse stimmen? Das 7:2 - andere zählten 8:3 - gegen die eigenen Fans war jedenfalls nie wirklich in Gefahr.


Das Team der besten Fans die Welt ;-)                                                                                                              Foto: Froese

25.07.2005 Von Wolfgang Volmer

 

Quelle: WAZ Herne

SCW eröffnet Turnier mit Paukenschlag
 

23.07.2005

Mit einem Paukenschlag eröffnete Vorjahrsfinalist und Lokalmatador SC Westfalia Herne gestern den 6. Cranger-Kirmes-Cup des SV Sodingen. Nach 90 munteren Minuten feierte die von Co-Trainer Horst Bistrich prima eingestelllte Elf einen 5:0 (2:0)-Erfolg über den SV Mengede. Im zweiten Spiel des Abends trennten sich Germania Gladbeck und MSV Duisburg II mit 1:1.

Gruppe A: SV Mengede - Westfalia Herne 0:5 (0:2). Eine halbe Stunde lang war auf dem Rasen kein Klassenunterschied erkennbar. Da zeigten die Mengeder, warum ihnen der Ruf einer enorm spielstarken Mannschaft vorauseilt. Wunderschön ließen sie das Leder zirkulieren, und nach einer Traumkombination verlängerte der starke Azuka Ede einen Kotlewski-Kopfball sogar ins Netz (13.). Zum Glück für den SCW und Torwart Olli Bautz, der gestern seinen 24. Geburtstag feierte, erkannte das Schiedsrichtergespann eine Abseitsposition, es blieb beim 0:0. Kurz darauf musste sich Bautz lang machen, um einen Ridder-Freistoß aus dem Winkel zu fischen. Damit war das Mengeder Strohfeuer ausgetreten. Der SCW, mit sechs Offensivkräften angetreten, übernahm das Kommando, und schon bald klingelte es. Sami El-Nounou, nach diversen muskulären Problemen erstmals wieder dabei, legte für seinen kongenialen Partner Michael Erzen zum 1:0 auf (34.), das zweite Tor erzielte er nach einem Konter selbst (45.).

Damit war der Widerstand gebrochen. Auch konditionell ließen die Dortmunder immer stärker nach, konnten den SCW kaum noch ernsthaft fordern. In dessen Reihen blühte vor allem Andre? Dohm förmlich auf. Der Routinier wurde zum Dreh- und Angelpunkt seiner Mannschaft. Ein anderer glänzte durch ungewohnte Vollstreckerqualitätet: Sven Barton, dessen Flankenläufe so häufig wirkungslos verpuffen, hatte gestern sein Visier richtig eingestellt und traf zweimal aus fast identischer Position (51., 62.).

Auch am fünften Tor war Barton beteiligt. Seinen Steilpass erlief Edin Terzic, und dessen Maßflanke köpfte der junge Andre? Degenhard zum 5:0 ins Netz (85.). "Das war eine runde Leistung. Obwohl auch meine Jungs platt waren, hat man in der zweiten Hälfte deutlich gesehen, dass wir schon wesentlich mehr drauf haben als Mengede", schmunzelte Horst Bistrich zufrieden.

SCW: Bautz - Wienroth, Neumann, Dannhausen (46. Hallerbach), Seidel - Makarchuk (46. Barton), Dohm, Köse (75. Terzic), Bednarski (46. D. Degenhard) -El-Nounou (55. A. Degenhardt), Erzen (84. Kohl).

Gruppe B: Germania Gladbeck - MSV Duisburg II 1:1 (1:1). Die mit den Ex-Herner Thorsten Sievert und Bahadir Polat angetretenen Germanen gingen durch Spielertrainer Schiel (4.) früh in Führung und lieferten den favorisierten Zebras auch nach dem 1:1 durch Peters (21.) einen offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Erst als di Manna mit gelb/rot vom Platz musste (62.), wurde der MSV überlegen, doch Gladbecks Torwart Vitolins war nicht mehr zu überwinden.

Von Wolfgang Volmer Fußball 6. Cranger Kirmes-Cup

 
Quelle: WAZ Herne

Bistrich wartet noch auf grünes Licht von El-Nounou
 

22.07.2005

Das Warten hat ein Ende: Beim 6. Cranger Kirmes-Cup des SV Sodingen werden die Fans ab heute wieder mit regionaler Fußball-Feinkost versorgt. Zum Auftakt stehen sich Oberliga-Aufsteiger SC Westfalia Herne und Landesligist SV Mengede 08 gegenüber (17.45 Uhr, Holzplatz).

Das größte Fußballturnier für Amteurteams im Ruhrpott erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Turnierchef Günter Stromberg ist es diesmal zwar nicht gelungen, einen Regionalligisten zu präsentieren. Dafür dürfen sich die Zuschauer mit vier Ober-, sechs Verbands- und zwei Landesligisten auf eine ausgewogene Mischung und einen spannenden Turnierverlauf freuen. Offene Schlagabtäusche und spannende Derbys sind auch garantiert, weil sich der Veranstalter mit seinen Sponsoren erneut nicht lumpen ließ und nette Preisgelder in Aussicht gestellt hat. Der Sieger bekommt 4000, der Finalist 2500, der Dritte 1500 und der Vierte noch satte 1000 E. Außerdem geht es wieder um den WAZ-Pokal.

Das Eröffnungsspiel bestreitet standesgemäß Vorjahresfinalist Westfalia Herne. Anschließend trifft Turnier-Debütant und Nordrhein-Oberligist MSV Duisburg II in der Gruppe B um 19.30 Uhr auf Germania Gladbeck. Nach fünf Vorbereitungsspielen steht der SCW bereits gut im Saft und will mit einem Sieg gegen den Dortmunder Landesligisten SV Mengede 08 den Grundstein für den Erfolg in der Gruppe A legen. "Man sagt, wir hätten die leichteste Gruppe. Ehrlich gesagt, auch ich hätte lieber gleich etwas größere Brocken. Das ist eine etwas undankbare, aber auch gefährliche Gruppe", stellte SCW-Coach Horst Bistrich fest, der noch bis Dienstag die volle Verantwortung für Chefcoach Frank Schulz trägt.

Mit dem aktuellen Leistungsstand seiner Jungs ist der 65-jährige Altmeister aber schon ganz zufrieden. Lediglich Torschützenkönig Sami El-Nounou, der wegen diverser Oberschenkelzerrungen nicht richtig fit wird, und der starke Neuzugang Mykola Makarchuk (Blockierung der Lendenwirbelsäule) machen Bistrich Sorgen. "Ich hoffe, dass Sami mir heute grünes Licht gibt. Sein Einsatz ist nicht ausgeschlossen."

Da die übrigen 22 Akteure im Vollbesitz ihrer Kräfte sind und der Kampf um die Stammplätze bereits voll entfacht ist, wäre Bistrich lieber erst später ins Turnier eingestiegen. "Ich hatte noch ein paar harte Einheiten vorgesehen. Die Leute heulen mir schon die Ohren voll, wenn ich sie im Spiel nur kurz einsetze, aber das sollen sie dann nächste Woche mit Frank Schulz klären. Ich bin halt ein harter Hund", bekannte der Bottroper.

Routinier Markus Hasecke, der in den letzten Einheiten voll mittrainiert hat, wird bei der Teampräsentation am Samstag um 15.30 Uhr im Stadion am Schloss Strünkede definitiv nicht dabei sein. "Das Thema ist durch, obwohl Markus einen sehr starken Eindruck gemacht hat. Frank hat aber gesagt, dass würde nur Unruhe reinbringen, und da gebe ich ihm Recht. Wenn, dann hätten wir schon viel früher alles klar machen müssen", stellte Bistrich fest.

 
Quelle: WAZ Herne

SCW lässt in Tests kaum Chancen zu
 

18.07.2005

Nach zwei 1:0-Siegen in den Wochenend-Tests sieht Co-Trainer Horst Bistrich den SC Westfalia auf einem guten Weg.

"In beiden Spielen haben wir in der Abwehr sehr gut gestanden und kaum eine Chance zugelassen", lobte der Vertreter des urlaubenden Frank Schulz vor allem das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft. "Allerdings haben wir aus unseren eigenen Chancen viel zu wenig gemacht."

Letzteres bezog Bistrich in erster Linie auf die Partie bei Sterkrade 06/07, einen mittelprächtigen Landesligisten, welcher der "zweiten Herner Garnitur" wenig abverlangte. "Da hätten wir eigentlich 5:0 gewinnen müssen", fasste Bistrich die 90 Minuten vom Samstag zusammen. Es blieb allerdings beim 1:0, das Mykola Makarchuk nach einem von Andre? Dohm verlängerten Scarale-Abschlag bereits in der 19. Minute erzielte. Der Torschütze musste wenig später wegen einer Blockade im Lendenwirbelbereich das Feld räumen und war auch am Sonntag nicht dabei.

Da hatte der Gegner schon ein anderes Kaliber. Doch auch Germania Ratingen, ein Verbandsligist mit Aufstiegsambitionen, konnte den SCW nicht in Verlegenheit bringen. Wenigstens nicht, solange die Kräfte reichten. Da beherrschten die Herner Ball und Gegner und erspielten sich auch nach Yakub Köses frühem 1:0 (16.) noch etliche Möglichkeiten. So traf Köse Mitte der ersten Hälfte aus 20 Metern nur den Pfosten, und Edin Terzic blieb der Lohn für seine starke Leistung ebenfalls verwehrt. Als die Herner nach der Pause immer stärker abbauten, wurde Ratingen optisch überlegen, ohne sich jedoch klare Chancen zu erarbeiten. wv Die Anfangsformationen - Samstag: Scarale - Dannhausen - Hallerbach, Celik - Terzic, Sürgit, Dohm, Bednarski, Beganovic - Teske, Makarchuk. Sonntag: Bautz - Neumann - Wienroth, Kaup - Barton, Sürgit, Köse, Hallerbach, D. Degenhard - Erzen, Terzic.

 
Quelle: WAZ Herne

Bistrich: "Truppe zieht knallhart mit"
 

16.07.2005

Nach einer harten Trainingswoche freuen sich viele Fußballer, dass sie die Laufschuhe am Wochenende in die Ecke stellen und die Stollen für Testspiele einschrauben können.

Oberliga-Aufsteiger Westfalia Herne tritt zweimal an. Am Sonntag um 15 Uhr bei Germania Ratingen, einem Verbandsligisten mit Aufstiegsambitionen, und heute zur gleichen Zeit bei Sterkrade 06/07.

Co-Trainer Horst Bistrich, der fast täglich mit Türkei-Urlauber Frank Schulz telefoniert, wird heute vor allem den jungen Spielern Gelegenheit geben, sich zu zeigen. "Dominik Teske, Ümit Celik und Hassan Beganovic spielen von Anfang an, im Tor steht Scarale, und Dannhausen wird erneut als Libero getestet", kündigte Bistrich an. In Ratingen sollen morgen dann die Arrivierten zum Zuge kommen.

Nicht dabei ist Sami El-Nounou, der sich immer noch mit Oberschenkelproblemen herumplagt. Grünes Licht hat dagegen Christian Hallerbach nach Ausheilung einer leichten Gehirnerschütterung bekommen. Auch Michael Erzen hat seine Fußverletzung auskuriert und gehört ebenso zum Kader wie Andre? Dohm, der im Urlaub gut gearbeitet hat. Ordentliche Fitness attestiert Bistrich auch Markus Hasecke, für dessen Verpflichtung noch Sponsoren gesucht werden. "Überhaupt bin ich sehr zufrieden. Die Truppe zieht knallhart mit", zieht Bistrich zufrieden Bilanz einer Schweiß treibenden Woche.

Auf eigenem Platz stellen sich morgen beide Verbandsligisten vor. Bereits um 13 Uhr empfängt der SV Sodingen zu seinem ersten Testspiel den Bezirksligisten SV Holzwickede. Zur gleichen Zeit beginnt im Stadion Wanne-Süd die offizielle Saisoneröffnung des DSC Wanne-Eickel, der dann um 15 Uhr mit Adler Riemke ebenfalls ein Bezirksliga-Team zu Gast hat. wv Weitere Begegnungen: SC Constantin I/II - FC Wattenscheid-Ost I/II (So., 15/13.15 Uhr); SV Holsterhausen - RW Bodelschwingh(So., 15); SF Stukenbusch - SpVgg Horsthausen (So., 15); FC Herne 57 - Ruhrtal Witten (So., 15); FC 57 II - TV Brechten (So., 13.15); E. Ickern - RSV Wanne (So., 15).

 
Quelle: WAZ Herne

Meister SCW auch in der Fairness vorne
 

15.07.2005

Die Staffeltage der Fußball-Verbandsliga sollen für den SC Westfalia Herne erst einmal der Vergangenheit angehören. Am Mittwochabend verabschiedete sich der SCW als guter Gastgeber aus dem Kreis der ehemaligen Gefährten in Richtung Oberliga.

Im Restaurant der Eissporthalle am Gysenberg hatte der SCW als Meister traditionell die Vereinsvertreter der Verbandsliga-Staffel 2 zu Gast. Zu den bekannten Gesichtern gesellten sich dabei auch die beiden Neulinge DSC Wanne-Eickel und TSV Weißtal sowie die Oberligaabsteiger SC Hassel, Vorwärts Kornharpen und die TSG Sprockhövel. Nicht mehr dabei war die DJK Germania Gladbeck, die in die Staffel 1 umgruppiert wurde.

Im Mittelpunkt des Abends stand natürlich der Gastgeber. "Westfalia Herne ist ein würdiger Meister. Ich gratuliere nochmals recht herzlich der Mannschaft, dem Trainer und den Betreuern, dem Vorstand und allen, die im Umfeld zu diesem Erfolg beigetragen haben", sagte Staffelleiter Alfred Link, ehe er SCW-Boss Jürgen Stieneke die Meisterurkunde übergab.

Mit Freude schilderte Link anschließend die Entwicklung auf den Sportplätzen: "Die Schiedsrichter haben nur 48 rote Karten (im Vorjahr 53) und 64 gelb-rote Karten (im Vorjahr 96) zeigen müssen. Das ist eine tolle Verbesserung, wofür ich allen Akteuren einschließlich der Schiedsrichter herzlich danke." Nur ein Verein blieb ohne "Rot", und das war der Meister. Somit wurde der SCW auch mit dem Oddset-Fairnesspreis ausgezeichnet.

Erfreulich war auch die Zuschauerresonanz in der vergangenen Saison. Rund 72 000 Fans sahen die Spiele, und Zuschauerkrösus war auch hier der Meister SCW mit rund 15 000 Besuchern vor Vizemeister SSV Hagen (8 000). "Ich würde mich freuen, wenn dieser Trend anhalten würde, obwohl die Vereine mit den meisten Fans, Erkenschwick und Herne, nicht mehr bei uns sind", sagte Alfred Link.

Am Rande des Treffens in Herne wurde auch über die neue Abseitsregel gesprochen. "Auf dem Staffeltag der Gruppe 1 wurde gesagt, dass die Regelung aus dem Confed-Cup im Amateurbereich nicht gelten würde. Aber danach gab es bereits andere Meldungen. Die Vereine und die Schiedsrichter sind sehr verunsichert", hofft Alfred Link auf eine schnelle Klärung.
 

Quelle: WAZ Herne

SC Westfalia setzt Vorbereitung fort
 

14.07.2005

Fußball-Oberligist Westfalia Herne setzt seine Vorbereitung am kommenden Sonntag um 15 Uhr mit einem Spiel beim ambitionierten Verbandsligisten FC Ratingen fort. Das weitere Programm sieht die Teilnahme am Cranger-Kirmes-Cup mit Vorrundenspielen gegen Mengede 08/20 (Fr., 22. 7.) und TSK Herne (Di., 26. 7.) vor. Sofern der SCW aus diesen Partien als Gruppensieger hervorgeht, warten im Halbfinale am Freitag, 29. Juli, sowie im kleinen oder großen Finale am Sonntag, 31. Juli, zwei weitere hochkarätige Prüfsteine auf die Mannschaft von Frank Schulz. Für den Endspieltag des Kirmes-Cups hat der SCW überdies einen Test beim Mülheimer Oberliga-Aufsteiger VfB Speldorf vereinbart.
 
Quelle: WAZ Herne

Erste Tests liefern positive Erkenntnisse
 

10.07.2005


SCW-Neuzugang Dominik Teske schießt aus 5 Metern über das Günnigfelder Tor                                                 Foto: Cib

Mit einem guten Gefühl konnte sich Trainer Frank Schulz gestern Abend in den verdienten Familienurlaub verabschieden. Vom Vorbereitungsturnier in Kornharpen nahm der SC Westfalia den dritten Platz und die Gewissheit mit, sich im Rahmen der engen finanziellen Möglichkeiten gut verstärkt zu haben.

"Das lief schon richtig klasse", freute sich Schulz nach dem gestrigen 3:1 (1:0)-Sieg über die Elf des Ausrichters. "Dabei steckt den Jungs eine knallharte Woche in den Beinen." Dass seine Mannschaft tags zuvor nur mit zwei Last-Minute-Toren zum 3:3 gegen Alemannia Aachen II und zum 1:1 gegen den VfB Günnigfeld das kleine Finale des Jever-Cups erreicht und dabei enorme Abwehrschwächen gezeigt hatte, spielte für Schulz keine große Rolle. "Das ist doch bei diesem Stand der Vorbereitungen ganz normal."

Ganz oben auf der Positivliste stand die Erkenntnis, an spielerischer Substanz deutlich hinzugewonnen zu haben. Vor allem der quirlige, lauf- und dribbelstarke Yakub Köse sowie der technisch ebenfalls sehr beschlagene und offenbar auch torgefährliche Mykola Makarchuk meldeten bei ihren ersten Auftritten im SCW-Trikot gleich Anspruch auf einen Stammplatz an. Als gelungen kann auch das Experiment mit Christoph Dannhausen als Libero gelten, der Charly Neumann gestern glänzend vertrat. Insgesamt bestätigte das Turnier aber die Einschätzung, dass der SCW eher hinten als vorne Probleme bekommen wird. Vielleicht kann sich ja Markus Hasecke Hoffnung auf ein Angebot machen, der nicht in Bocholt bleiben will und bereits in Herne mittrainiert.

Hier nun der Turnierverlauf aus Herner Sicht im Überblick:

Vorrunde: SCW - Alemannia Aachen II 3:3 (1:2). Dreimal lag der SCW zurück, dreimal schaffte er den Ausgleich. Das 3:3 erzielte Christian Hallerbach allerdings erst in der Nachspielzeit. Zuvor hatten Makarchuk (16.) und Michael Erzen (29.) getroffen. Zwei weitere dicke Möglichkeiten vergab der Ex-Osterfelder Makarchuk, der in der Spitze neben Erzen begann, sich später aber mehr ins Mittelfeld fallen ließ. Nach vorne hin spielte der SCW sehr gefällig, hinten aber ging es drunter und drüber, obwohl der komplette Abwehrblock der letzten Saison auf dem Feld stand. Drei Gegentore in 50 Minuten sprechen eine deutliche Sprache.

SCW: Bautz - Neumann - Wienroth, Kaup - Barton (45. Terzic), Köse, Sürgit (41. Beganovic), Hallerbach, D. Degenhard (48. Bednarski) - Erzen, Makarchuk.

SCW - VfB Günnigfeld 1:1 (0:1). Nach dem frühen Rückstand durch Dag (15.), bei dem die halbe Herner Deckung Pate stand, bestimmte der Oberligist zwar das Spiel, scheiterte bei seinen Chancen aber immer wieder am überragenden VfB-Keeper Pommer. Erst in letzter Sekunde bewahrte Kapitän Neumann sein Team mit dem 1:1 vor dem drohenden Turnier-Aus und einem harten Trainingssonntag.

SCW: Bautz - Neumann - Barton, Wienroth - Terzic (32. Dannhausen), Köse, Seidel, Makarchuk (26. D. Degenhard), Bednarski - Erzen, Beganovic (26. Teske).

Spiel um Platz 3: SCW - Vorw. Kornharpen 3:1 (1:0). Im kleinen Finale über die volle Spielzeit wirkte der SCW wesentlich konzentrierter als in der Vorrunde. Nach Erzens 1:0 (33.) nutzten die Herner die Räume zu schnellen Kontern und hätten auch fünf Tore erzielen können. Das 2:0 durch Hasan Sürgit bereitete Makarchuk mit tollem Solo vor (55.), beim 3:0 köpfte Baum eine Köse-Flanke ins eigene Netz. Kurz vor Schluss gelang Guido Silberbach per Elfmeter das Kornharpener Ehrentor.

SCW: Bautz - Dannhausen (81. Celik) - Seidel, Kaup - Barton, Köse (77. Bednarski), Sürgit, Makarchuk, Beganovic (46. D. Degenhard) - A. Degenhardt (46. Teske), Erzen (72. Terzic).
 

06.07.2005 Von Wolfgang Volmer Fußball Oberliga Westfalen
 

Quelle: WAZ Herne

Westfalia startet gegen Wunschgegner
 

07.07.2005

Mit einem Knaller startet der SC Westfalia Herne am 7. August in die Oberliga-Saison. Staffelleiter Siegfried Hirche erfüllte den Wunsch des Aufsteigers und schickt den Erzrivalen SpVg Erkenschwick als Auftaktgegner zum Schloss Strünkede.

"Das ist ein echtes Highlight", freut sich SCW-Trainer Frank Schulz. "Gerade erst ist der Aufstieg geschafft, die Euphorie ist immer noch da, und jetzt kommt dieses Derby." Wie viele seiner Kollegen hat auch Schulz die Stimberg-Elf als eine Art "Geheimfavorit" auf den Titel auf seinem Zettel. "Erkenschwick hat sich super verstärkt. Das wird ein sehr interessantes Spiel, das sicher viele Zuschauer anlockt. Und eine große Kulisse beflügelt jeden Fußballer", fiebert Schulz dieser ersten Standortbestimmung entgegen.

Auch das zweite Spiel hat es in sich. Am 14. August geht es zum SV Schermbeck, der nach einem Durchmarsch aus der Bezirksliga vor zwei Jahren in Westfalens Oberhaus ankam und sich dort etabliert hat. Übrigens mit Hilfe etlicher Fußballer, die einst in Herne kickten. Mark Greine, Christian Röder und Dirk Cholewinski stehen noch im Schermbecker Aufgebot. Dagegen ist Mittelfeld-Quirl Yakub Köse zum SC Westfalia zurückgekehrt, wo er einst schon in der Jugend spielte. Er wird seinem neuen Trainer für das Gastspiel auf dem Waldsportplatz sicher gute Tipps geben können.

Als "schwierig, aber machbar" schätzt Schulz das Herner Anfangsprogramm ein. "Aber leichte Gegner gibt es sowieso nicht. Die Oberliga ist in diesem Jahr enorm stark und ausgeglichen. Ich gehe davon aus, dass es eine sehr breite Spitzengruppe geben wird." Dazu zählt er die Reserveteams aus Dortmund, Bochum, Schalke und Bielefeld, aber auch finanzstarke Klubs wie Verl und Gütersloh. "Auch Emsdetten, Hüls und Rheine können oben reinrutschen", zieht der SCW-Coach den Kreis noch größer. Addiert man dazu Erkenschwick und SF Lotte, einen Verein mit "exzellenten Möglichkeiten", wie Frank Schulz meint, bleibt nicht mehr viel.

Entsprechend vorsichtig formuliert der Trainer die eigenen Ziele. "Wir wollen uns etablieren und nicht in den Abstiegskampf geraten. Einen einstelligen Tabellenplatz zu erwarten, wäre ziemlich blauäugig." Wichtig ist es ihm, dass sich seine eigene Mannschaft weiterentwickelt. "Wir werden nicht mehr so oft gewinnen wie in den letzten Jahren. Unser Kader ist größer, der Konkurrenzkampf härter geworden. Mal sehen, wie die Mannschaft damit umgeht. Auch das ist ein Lernprozess. Ich hoffe, dass es da einen Schritt voran geht."

Die bisherigen Trainingseinheiten stimmen ihn schon zuversichtlich. "Durch die Neuen ist viel frischer Wind drin, es ist viel Dynamik hinzugekommen. Die meisten haben im Urlaub richtig was getan und sind super fit und unheimlich heiß."

Bereits am Wochenende kommt der Ball ins Spiel. Beim "5. Jever-Cup" von Vorwärts Kornharpen trifft der SCW am Samstag in verkürzten Spielen (2x25 min) auf Alemannia Aachen II (14 Uhr) und den VfB Günnigfeld (15 Uhr). Reicht es zu einem der beiden ersten Plätze, folgt tags darauf ein Finalspiel. Mögliche Gegner sind VfB Hüls, FC Bocholt und das Team des Ausrichters.

Dass der "Fall Slupek" in einem Fachblatt erneut hochgekocht wurde, stört die Vorbereitungen wenig. Wie die WAZ berichtete, hat der SCW gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt, die wohl im Herbst vor dem LAG in Hamm verhandelt wird. Bis dahin ist das Urteil nicht rechtskräftig, wohl aber vorläufig vollstreckbar. "Das wussten wir nicht", räumt Jürgen Stieneke ein. Erfahren habe er davon erst durch einen Anruf der Sparkasse, die zwecks Kontopfändung das Konto sperrte. "Inzwischen haben wir gezahlt und das Konto ist wieder frei", so der Vorsitzende. Nun hofft er, dass der SCW nach einem rechtskräftigen Urteil auch seine möglichen Rückzahlungsforderungen realisieren kann. "Es wäre natürlich bitter, wenn das Geld dann ausgegeben und bei Herrn Slupek nichts mehr zu pfänden wäre."

06.07.2005 Von Wolfgang Volmer Fußball Oberliga Westfalen

 
Quelle: WAZ Herne

 

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