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Nach nur zwei Punkten
aus drei Spielen will der SC Westfalia Herne gegen den VfL Bochum II
am Sonntag (15 Uhr) im Stadion Schloss Strünkede den ersten
Saisonsieg feiern. Trainer Frank Schulz fordert vor allem eines:
"Einsatz"!
Remis in Erkenschwick und Emsdetten, Heimniederlage gegen Bielefeld,
dazwischen eine 1:7-Pokal-Packung gegen Regionalligist BVB II. Frank
Schulz, Trainer des Oberligisten Westfalia Herne (15. Platz/2
Punkte), weiß vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum II (11./3),
dass "wir nicht toll gestartet sind". Und er kennt die Gesetze des
Geschäftes: Erfolge von gestern, der Aufstieg, Platz acht als
Oberliga-Neuling, der Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde, können
schnell vergessen sein. Deshalb erinnert er daran, dass "es seit
dreieinhalb Jahren nur aufwärts ging". Deshalb appelliert er an
alle, die Ruhe zu behalten. Deshalb kann er die für ihn allzu laute
Kritik von einigen Seiten und vor allem die Störfeuer, die bei der
Westfalia zuletzt Unruhe reinbrachten, nicht nachvollziehen. Dass
nun Ex-Marketing-Manager Ulrich Göken nicht mehr für den SCW
arbeitet, sieht der Coach als richtige Maßnahme des Vorstands -
freilich ohne den Namen Göken zu nennen. Gerade jetzt, in einer
schwächeren Phase, zeige sich, ob "alle an einem Strang ziehen, alle
zusammenarbeiten", sagt Schulz und meint: Fans und Verantwortliche -
Trainer und Team. "Der Impuls", stellt der Ex-Profi klar, "muss
natürlich von der Mannschaft kommen. Ich hoffe, wir können jetzt
auch sportlich für mehr Ruhe sorgen."
Dabei ist der 45-Jährige auch als Psychologe gefragt, denn das 1:7
gegen Dortmund sorgte für eine allgemeine Verunsicherung "gerade bei
den jungen Spielern", so Schulz. Zuletzt zu sehen beim 3:3 in
Emsdetten, als sein dominierendes Team in den letzten Minuten eine
3:1-Führung verspielte. Das nahm der Trainer auf seine Kappe und
lobte den Einsatz seiner Spieler - wohl auch, damit sie nicht weiter
an Selbstvertrauen verlieren. "Die Ängstlichkeit müssen wir
herauskriegen", sagt Schulz.
Der Wille, zu Saisonbeginn nicht immer zu spüren, sei jedenfalls
wieder voll da. "Wir haben im Training angezogen", berichet Schulz,
"alle ziehen voll mit. Diese Leistungen müssen wir jetzt auch in der
Meisterschaft umsetzen." Gegen den VfL Bochum II fordert er erneut
"100 Prozent Einsatz. Die Einstellung muss rüberkommen." Nach diesem
Kriterium - und nicht stur nach Ergebnis - will Schulz auch die
Leistung bewerten. Und ob ein Punkt gegen den VfL gut sei oder zu
wenig.
Natürlich hofft er auf ein Erfolgserlebnis. Wem er das zutraut,
lässt er wie gewohnt offen. Zum Beispiel, ob erneut Stephan
Urbainski Libero spielt, der in Emsdetten die Position von Routinier
Michael Neumann übernommen hatte. Oder ob der bisher überzeugende
Tobias Urban wieder zentral hinter den Spitzen agieren wird. Sicher
ist: Bis auf Adrian Cetera (Bänderriss) sind alle fit. Und, so
Schulz: hoch motiviert.
01.09.2006 Von Ralf Ritter
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