PRESSE
Sportlich Ruhe reinbringen
 

02.09.06

Nach nur zwei Punkten aus drei Spielen will der SC Westfalia Herne gegen den VfL Bochum II am Sonntag (15 Uhr) im Stadion Schloss Strünkede den ersten Saisonsieg feiern. Trainer Frank Schulz fordert vor allem eines: "Einsatz"!

Remis in Erkenschwick und Emsdetten, Heimniederlage gegen Bielefeld, dazwischen eine 1:7-Pokal-Packung gegen Regionalligist BVB II. Frank Schulz, Trainer des Oberligisten Westfalia Herne (15. Platz/2 Punkte), weiß vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum II (11./3), dass "wir nicht toll gestartet sind". Und er kennt die Gesetze des Geschäftes: Erfolge von gestern, der Aufstieg, Platz acht als Oberliga-Neuling, der Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde, können schnell vergessen sein. Deshalb erinnert er daran, dass "es seit dreieinhalb Jahren nur aufwärts ging". Deshalb appelliert er an alle, die Ruhe zu behalten. Deshalb kann er die für ihn allzu laute Kritik von einigen Seiten und vor allem die Störfeuer, die bei der Westfalia zuletzt Unruhe reinbrachten, nicht nachvollziehen. Dass nun Ex-Marketing-Manager Ulrich Göken nicht mehr für den SCW arbeitet, sieht der Coach als richtige Maßnahme des Vorstands - freilich ohne den Namen Göken zu nennen. Gerade jetzt, in einer schwächeren Phase, zeige sich, ob "alle an einem Strang ziehen, alle zusammenarbeiten", sagt Schulz und meint: Fans und Verantwortliche - Trainer und Team. "Der Impuls", stellt der Ex-Profi klar, "muss natürlich von der Mannschaft kommen. Ich hoffe, wir können jetzt auch sportlich für mehr Ruhe sorgen."

Dabei ist der 45-Jährige auch als Psychologe gefragt, denn das 1:7 gegen Dortmund sorgte für eine allgemeine Verunsicherung "gerade bei den jungen Spielern", so Schulz. Zuletzt zu sehen beim 3:3 in Emsdetten, als sein dominierendes Team in den letzten Minuten eine 3:1-Führung verspielte. Das nahm der Trainer auf seine Kappe und lobte den Einsatz seiner Spieler - wohl auch, damit sie nicht weiter an Selbstvertrauen verlieren. "Die Ängstlichkeit müssen wir herauskriegen", sagt Schulz.

Der Wille, zu Saisonbeginn nicht immer zu spüren, sei jedenfalls wieder voll da. "Wir haben im Training angezogen", berichet Schulz, "alle ziehen voll mit. Diese Leistungen müssen wir jetzt auch in der Meisterschaft umsetzen." Gegen den VfL Bochum II fordert er erneut "100 Prozent Einsatz. Die Einstellung muss rüberkommen." Nach diesem Kriterium - und nicht stur nach Ergebnis - will Schulz auch die Leistung bewerten. Und ob ein Punkt gegen den VfL gut sei oder zu wenig.

Natürlich hofft er auf ein Erfolgserlebnis. Wem er das zutraut, lässt er wie gewohnt offen. Zum Beispiel, ob erneut Stephan Urbainski Libero spielt, der in Emsdetten die Position von Routinier Michael Neumann übernommen hatte. Oder ob der bisher überzeugende Tobias Urban wieder zentral hinter den Spitzen agieren wird. Sicher ist: Bis auf Adrian Cetera (Bänderriss) sind alle fit. Und, so Schulz: hoch motiviert.

01.09.2006 Von Ralf Ritter
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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