PRESSE
Nicht "abgedackelt" genug
 

27.02.06

Herner Freude mitten in Bochum: Die Westfalia zog nach Elfmeterschießen ins Endspiel des Westfalen-Pokals, für die VfL- Amateure war im Halbfinale Endstation. Foto: WAZ, Michael Korte

Bochumer Amateure scheiden im Halbfinale des Westfalen-Pokals aus. Westfalia Herne hatte im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich. "Keinen Vorwurf" wollte Trainer Wölpper seinen Spielern machen.

Als Hernes Torhüter Oliver Bautz die Fäuste in den klaren Winterhimmel streckte, bildete die Balustrade für die zahlreichen Herner Fans kein Hindernis mehr. Sie stürmten den Rasen des Leichtathletikplatzes und ließen ihre Helden hochleben.

Bochums Trainer Manfred Wölpper war indes inmitten der Menschenmassen ziemlich einsam. Enttäuscht, frustriert. Im Vorjahr mit den Amateuren in der DFB-Pokalhauptrunde nur knapp an Erzgebirge Aue gescheitert, wollte er zum Ende seiner Trainertätigkeit beim VfL seinen Spielern noch einmal ein solches Erlebnis bieten. "Doch unsere junge Truppe war einfach nicht abgedackelt genug", meinte Wölpper.

Nach dem frühen Rückstand durch Erzen (18.) kam Bochum kurz vor der Pause durch einen verwandelten Foulelfmeter von Dilaver Güclü (Hille soll zuvor von Seidel umgerissen worden sein) zum Ausgleich. Dabei blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit, trotz einiger hochkarätiger Chancen, die Gordon und der Luxemburger Joachim aus kürzester Distanz vergaben.

Dem Spielverlauf nach auch ein gerechtes Resultat. Da die Partie aber einen Sieger brauchte, wurde um zweimal 15 Minuten verlängert. Und wieder hatten die Bochumer Möglichkeiten. Doch erst der eingewechselte A-Jugendliche Faruk Gül versetzte den zahlenmäßig weit unterlegenen Bochumer Anhang in Freudentaumel: Gleich vier Herner ließ er stehen wie Slalomstangen und versenkte dann trocken. 111 Minuten waren da gespielt, eigentlich hätte damit für Bochum alles klar sein müssen. "Noch neun Minuten", schrie David Zajas seinen Mannschaftskameraden zu. Doch irgendwie war die Kraft am Ende, die Konzentration nicht mehr hundertprozentig da. Der agile Barton flankte, Torhüter Keser wehrte mit dem Fuß zu kurz ab und Samir El Nounou erzielte doch noch den Herner Ausgleich.

Jetzt war Nervenstärke im Elfmeterschießen gefragt. Doch während Torhüter Keser nur den Schuss von Erzen abwehren konnte, vergaben gleich zwei Bochumer: Joachim schoss zu lasch und Gordon traf das Tor nicht. Das war das "Aus" für Bochum. "Ich kann niemandem einen Vorwurf machen", meinte Trainer Wölpper. "Es war halt ein typisches Pokalspiel. Leider mit dem schlechteren Ende für uns."

VfL Bochum II Westfalia Herne 5:6 n. E.

Tore: 0:1 Erzen (18.), 1:1 Güclü (Foulelfmeter), 2:1 Gül (111.), 2:2 El Nou-Nou (115).

Elfmeter: Klinger, Türkeri, Westerhoff - Yeboah, Kölse, Neumann, El Nounou VfL Bochum II: Keser, Könemann, Thamm, Zajas, Ucar (119. Westerhoff), Hille (61. Gül), Güclü (61. Türkeri), Joachim, Klinger, Barg, Gordon

26.02.2006 Von Michael Hinz
 

Quelle: WAZ Bochum

 

 

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