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Herner Freude mitten
in Bochum: Die Westfalia zog nach Elfmeterschießen ins Endspiel des
Westfalen-Pokals, für die VfL- Amateure war im Halbfinale
Endstation. Foto: WAZ, Michael Korte
Bochumer Amateure scheiden im Halbfinale des Westfalen-Pokals aus.
Westfalia Herne hatte im Elfmeterschießen das bessere Ende für sich.
"Keinen Vorwurf" wollte Trainer Wölpper seinen Spielern machen.
Als Hernes Torhüter Oliver Bautz die Fäuste in den klaren
Winterhimmel streckte, bildete die Balustrade für die zahlreichen
Herner Fans kein Hindernis mehr. Sie stürmten den Rasen des
Leichtathletikplatzes und ließen ihre Helden hochleben.
Bochums Trainer Manfred Wölpper war indes inmitten der
Menschenmassen ziemlich einsam. Enttäuscht, frustriert. Im Vorjahr
mit den Amateuren in der DFB-Pokalhauptrunde nur knapp an Erzgebirge
Aue gescheitert, wollte er zum Ende seiner Trainertätigkeit beim VfL
seinen Spielern noch einmal ein solches Erlebnis bieten. "Doch
unsere junge Truppe war einfach nicht abgedackelt genug", meinte
Wölpper.
Nach dem frühen Rückstand durch Erzen (18.) kam Bochum kurz vor der
Pause durch einen verwandelten Foulelfmeter von Dilaver Güclü (Hille
soll zuvor von Seidel umgerissen worden sein) zum Ausgleich. Dabei
blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit, trotz einiger
hochkarätiger Chancen, die Gordon und der Luxemburger Joachim aus
kürzester Distanz vergaben.
Dem Spielverlauf nach auch ein gerechtes Resultat. Da die Partie
aber einen Sieger brauchte, wurde um zweimal 15 Minuten verlängert.
Und wieder hatten die Bochumer Möglichkeiten. Doch erst der
eingewechselte A-Jugendliche Faruk Gül versetzte den zahlenmäßig
weit unterlegenen Bochumer Anhang in Freudentaumel: Gleich vier
Herner ließ er stehen wie Slalomstangen und versenkte dann trocken.
111 Minuten waren da gespielt, eigentlich hätte damit für Bochum
alles klar sein müssen. "Noch neun Minuten", schrie David Zajas
seinen Mannschaftskameraden zu. Doch irgendwie war die Kraft am
Ende, die Konzentration nicht mehr hundertprozentig da. Der agile
Barton flankte, Torhüter Keser wehrte mit dem Fuß zu kurz ab und
Samir El Nounou erzielte doch noch den Herner Ausgleich.
Jetzt war Nervenstärke im Elfmeterschießen gefragt. Doch während
Torhüter Keser nur den Schuss von Erzen abwehren konnte, vergaben
gleich zwei Bochumer: Joachim schoss zu lasch und Gordon traf das
Tor nicht. Das war das "Aus" für Bochum. "Ich kann niemandem einen
Vorwurf machen", meinte Trainer Wölpper. "Es war halt ein typisches
Pokalspiel. Leider mit dem schlechteren Ende für uns."
VfL Bochum II
Westfalia Herne 5:6 n. E.
Tore: 0:1 Erzen (18.), 1:1 Güclü (Foulelfmeter), 2:1 Gül (111.), 2:2
El Nou-Nou (115).
Elfmeter: Klinger, Türkeri, Westerhoff - Yeboah, Kölse, Neumann, El
Nounou VfL Bochum II: Keser, Könemann, Thamm, Zajas, Ucar (119.
Westerhoff), Hille (61. Gül), Güclü (61. Türkeri), Joachim, Klinger,
Barg, Gordon
26.02.2006 Von Michael Hinz
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