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SCW-Boss
Stieneke zufolge trainiert die Nationalmannschaft vor dem WM-Spiel
gegen Polen im Stadion am Schloss. Ob man sie dabei zu Gesicht
bekommt, ist fraglich. Ungewiss ist auch, was auf Stadt und Polizei
zukommt.
Sie sollen also wirklich kommen, Klinsmann & Co. Vor dem
Weltmeisterschafts-Vorrundenspiel gegen Polen (14. Juni) will die
deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Castrop logieren und im
Stadion des SC Westfalia trainieren. Das bestätigte SCW-Boss Jürgen
Stieneke. Nicht öffentlich, wie es heißt. Aber: Auch ein
abgedunkelter Bus voller "WM-Helden" kann reichen, um für Trubel
rund ums Stadion in Baukau zu sorgen.
Die
Verantwortlichen der Stadtverwaltung gaben sich gestern
zurückhaltend. Vor allem deren Chef, Oberbürgermeister Horst
Schiereck. Er kenne nur Mutmaßungen. "Wir freuen uns natürlich über
jeden Prominenten, der nach Herne kommt", sagt Schiereck über den
Fall der Fälle. Präzise Angaben, was auf die Stadt zukomme, könne er
nicht machen. Das sei zu früh.
"Super, das finde ich echt super", freut sich hingegen Holger
Wennrich, Chef der Stadtmarketing Herne GmbH, über den Besuch der
deutschen Nationalmannschaft im Westfalia-Stadion. "Die WM kommt
jetzt live nach Herne. Schade nur, dass die Trainingseinheiten nicht
öffentlich sind." Gerechnet habe er nicht mehr damit, dass sich eine
der WM-Mannschaften in der Emscherstadt blicken lassen würde,
nachdem sich die Brasilianer anders entschieden hatten. "Wir hatten
das schon abgehakt." Nun müssten sich alle Beteiligten so schnell
wie möglich an einen Tisch setzen und überlegen, was die Stadt
Fußballfans und womöglich anreisenden Journalisten bieten könne:
"Preiswerter als vor einigen Monaten berechnet sind mögliche
Aktionen nicht geworden." Aber er sei erst einmal froh und
glücklich, dass sich diese Chance für Herne biete. Vor allem müssten
DFB und FIFA sich äußern, was sie an Anforderungen an Stadt und
Verein stellen.
In dieselbe Kerbe schlägt auch Eduard Belker, Abteilungsleiter im
Fachbereich Sport und gemeinsam mit Holger Wennrich WM-Beauftragter
der Stadt. "Wir haben von der FIFA noch keinerlei Informationen. Ich
feier´ und freu´ mich jetzt erst mal." Vermutlich müsse im Westfalia
Stadion noch einiges am Rasen getan werden, der in keinem guten
Zustand sei. Im Juni sehe das schon anders aus: "Bis dahin kann mit
guter Pflege noch einiges erreicht werden."
Die Herner Polizei rechnet damit, dass ein Besuch von Ballack & Co.
auch für sie arbeitsreiche Auswirkungen haben wird. "Vom
Objektschutz bis zu Verkehrssicherungsmaßnahmen", so der Leiter der
Polizeiinspektion Herne, Thomas Gutsfeld. In welchem Umfang, könne
er nicht sagen. Gutsfeld findet es natürlich, wenn die Leute zum
Stadion strömten, auch wenn es nicht viel zu sehen gäbe. Gutsfeld:
"Die Fans werden Interesse haben. Und das ist ja eigentlich auch
etwas Positives." Hei/kai
29.03.2006
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