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Westfalia Herne kämpft spielstarke Schalker verdient mit 3:1
nieder. Schulz-Elf baut tolle Serie auf 13 Punkte aus fünf Spielen
aus. Ümit Celik schaltet Lewejohann aus. Barton, Erzen und Yeboah
treffen.
Gemeinsam mit "Willi, dem Kampfschwein" Wilmots, gilt Mike Büskens
auf Schalke als der Prototyp des Eurofighters. Ackern, grätschen,
Gras fressen - das war seine Art, Fußball zu kämpfen. Insofern hätte
ihm der gestrige Auftritt des SC Westfalia eigentlich gefallen
müssen. Doch Büskens war in erster Linie sauer. Sauer auf seine
Schalker Jungs, die mit all´ ihrem Talent, ihrer Technik und
Spielkunst nichts ausrichten konnten gegen die Kampfkraft und
Einsatzfreude der Herner, die mit Büskens´schen Tugenden einen 3:1
(0:0)-Sieg errangen und mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen
so etwas sind wie die "Mannschaft der Stunde" in der
Fußball-Oberliga.
Seine Erfolgs-Elf der letzten Wochen hatte Frank Schulz auf einer
Position geändert: Für Thomas Wienroth, gegen Lippstadt noch einer
der Besten, verteidigte Ümit Celik. Ein Schachzug, den sich der
SCW-Coach offenbar genau überlegt hatte. Denn der kopfballstarke
Celik passte bestens zum bulligen Lewejohann, der kaum einen Stich
machte. Und weil auch die Halbstürmer Heppke und Aziz bei Arben
Tahiri und Norman Seidel in guten Händen waren, brannte hinten wenig
an - und wenn, dann war SCW-Kapitän Charly Neumann zur Stelle und
löschte.
Nach vorne hin mühte sich der SCW, ohne zunächst gefährlich zu
werden. So fehlten der ersten Hälfte lange die prickelnden
Torszenen. Bis zur 41. Minute. Da hob Mathias Krauth bei einem
Zweikampf zwischen Lewejohann und Celik an der Strafraumgrenze die
Fahne, doch Schiedsrichter Groppengießer ließ weiterspielen, Mario
Klinger nutzte die Verwirrung und schoss ein. Erst nach Herner
Reklamationen befragte Groppengießer seinen Assistenten und
entschied auf Freistoß. Für Herne, was viele überraschte.
Das blieb der einzige echte Aufreger der ersten Halbzeit. Nach dem
Wechsel sollte sich das schnell ändern. Bereits in der 56. Minute
kam Sven Barton nach großartiger Vorarbeit von Sami El-Nounou und
Michael Erzen am Elfmeterpunkt ans Leder, ließ einen Schalker
aussteigen und traf mit dem linken Fuß zum 1:0. Nur zwei Minuten
später die kalte Dusche, als Bungert nach toller Körpertäuschung mit
einem Sonntagsschuss vom Strafraumeck Olli Bautz keine Chance ließ.
Alles war wieder offen. Bis 04-Keeper Najemnik Köses Freistoßroller
nicht festhalten konnte und Erzen zur erneuten Herner Führung
einstocherte (64.) Das war der Auftakt zu einer aus Herner Sicht
fantastischen letzten halben Stunde, in der sich die Hausherren mit
unglaublicher Leidenschaft in die Zweikämpfe stürzten. War einer
ausgespielt, stürzte der nächste heran. Büskens setzte alles auf
eine Karte, brachte mit Erwig einen Stürmer für Innenverteidiger
Petereit, löste später auch den Libero auf - die SCW-Abwehr aber
hielt dicht. In letzter Minute war es dann Tony Yeboah, der gegen
die entblößte Gäste-Deckung das erlösende 3:1 markierte.
SC Westfalia Herne FC Schalke 04 II 3:1
Tore: 1:0 (56.) Barton, 1:1 (58.) Bungert, 2:1 (64.) Erzen, 3:1
(90.) Yeboah.
SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Celik - Barton, Makarchuk (74. Kohl),
Sürgit, Köse (88. Wienroth), Tahiri - El-Nounou, Erzen (86. Yeboah).
S04 II: Najemnik - Klinger (52. Kamba), Petereit (70. Erwig),
Kläsener, Müller (86. Jansen) - Bungert, Hoogland - Heppke,
Baumjohann, Aziz - Lewejohann.
SR: Martin Groppengießer (Hemer).
Zuschauer: 610.
02.04.2006 Von Wolfgang Volmer
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