PRESSE
Triumph der Leidenschaft
 

03.04.06

Westfalia Herne kämpft spielstarke Schalker verdient mit 3:1 nieder. Schulz-Elf baut tolle Serie auf 13 Punkte aus fünf Spielen aus. Ümit Celik schaltet Lewejohann aus. Barton, Erzen und Yeboah treffen.

Gemeinsam mit "Willi, dem Kampfschwein" Wilmots, gilt Mike Büskens auf Schalke als der Prototyp des Eurofighters. Ackern, grätschen, Gras fressen - das war seine Art, Fußball zu kämpfen. Insofern hätte ihm der gestrige Auftritt des SC Westfalia eigentlich gefallen müssen. Doch Büskens war in erster Linie sauer. Sauer auf seine Schalker Jungs, die mit all´ ihrem Talent, ihrer Technik und Spielkunst nichts ausrichten konnten gegen die Kampfkraft und Einsatzfreude der Herner, die mit Büskens´schen Tugenden einen 3:1 (0:0)-Sieg errangen und mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen so etwas sind wie die "Mannschaft der Stunde" in der Fußball-Oberliga.

Seine Erfolgs-Elf der letzten Wochen hatte Frank Schulz auf einer Position geändert: Für Thomas Wienroth, gegen Lippstadt noch einer der Besten, verteidigte Ümit Celik. Ein Schachzug, den sich der SCW-Coach offenbar genau überlegt hatte. Denn der kopfballstarke Celik passte bestens zum bulligen Lewejohann, der kaum einen Stich machte. Und weil auch die Halbstürmer Heppke und Aziz bei Arben Tahiri und Norman Seidel in guten Händen waren, brannte hinten wenig an - und wenn, dann war SCW-Kapitän Charly Neumann zur Stelle und löschte.

Nach vorne hin mühte sich der SCW, ohne zunächst gefährlich zu werden. So fehlten der ersten Hälfte lange die prickelnden Torszenen. Bis zur 41. Minute. Da hob Mathias Krauth bei einem Zweikampf zwischen Lewejohann und Celik an der Strafraumgrenze die Fahne, doch Schiedsrichter Groppengießer ließ weiterspielen, Mario Klinger nutzte die Verwirrung und schoss ein. Erst nach Herner Reklamationen befragte Groppengießer seinen Assistenten und entschied auf Freistoß. Für Herne, was viele überraschte.

Das blieb der einzige echte Aufreger der ersten Halbzeit. Nach dem Wechsel sollte sich das schnell ändern. Bereits in der 56. Minute kam Sven Barton nach großartiger Vorarbeit von Sami El-Nounou und Michael Erzen am Elfmeterpunkt ans Leder, ließ einen Schalker aussteigen und traf mit dem linken Fuß zum 1:0. Nur zwei Minuten später die kalte Dusche, als Bungert nach toller Körpertäuschung mit einem Sonntagsschuss vom Strafraumeck Olli Bautz keine Chance ließ. Alles war wieder offen. Bis 04-Keeper Najemnik Köses Freistoßroller nicht festhalten konnte und Erzen zur erneuten Herner Führung einstocherte (64.) Das war der Auftakt zu einer aus Herner Sicht fantastischen letzten halben Stunde, in der sich die Hausherren mit unglaublicher Leidenschaft in die Zweikämpfe stürzten. War einer ausgespielt, stürzte der nächste heran. Büskens setzte alles auf eine Karte, brachte mit Erwig einen Stürmer für Innenverteidiger Petereit, löste später auch den Libero auf - die SCW-Abwehr aber hielt dicht. In letzter Minute war es dann Tony Yeboah, der gegen die entblößte Gäste-Deckung das erlösende 3:1 markierte.

SC Westfalia Herne FC Schalke 04 II 3:1

Tore: 1:0 (56.) Barton, 1:1 (58.) Bungert, 2:1 (64.) Erzen, 3:1 (90.) Yeboah.

SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Celik - Barton, Makarchuk (74. Kohl), Sürgit, Köse (88. Wienroth), Tahiri - El-Nounou, Erzen (86. Yeboah).

S04 II: Najemnik - Klinger (52. Kamba), Petereit (70. Erwig), Kläsener, Müller (86. Jansen) - Bungert, Hoogland - Heppke, Baumjohann, Aziz - Lewejohann.

SR: Martin Groppengießer (Hemer).

Zuschauer: 610.

02.04.2006 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

© SC Westfalia 04 Herne e.V. 2006