|
Westfalia Herne will heute mit einem Sieg über SF Oestrich nach 27
Jahren wieder in die 1. DFB-Hauptrunde einziehen. Am Schloss werden
über 3 000 Zuschauer erwartet.
Der SC Westfalia Herne hat als Neuling bisher eine überzeugende
Saison in der Oberliga gespielt. Daran können auch die beiden
letzten Niederlagen nichts ändern. Jetzt möchten die Strünkeder das
Tüpfelchen auf das i setzen. Mit einem Sieg über die Sportfreunde
Oestrich will der Traditionsclub heute (17.30 Uhr, Stadion Schloss
Strünkede) nach 27 Jahren wieder in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals
einziehen.
Das Pokalfieber grassiert in Herne. Auf der Straße oder am Tresen
gibt es nur ein Thema: Wer wird der nächste Gegner des SCW sein?
Schalke, Dortmund oder gar die großen Bayern? Solche Spekulationen
sind nun gar nicht das Ding von Trainer Frank Schulz, der sich
einzig und allein auf die heutigen Aufgabe gegen Oestrich
konzentriert. "Meine Mannschaft hat in dieser Spielzeit schon sehr,
sehr Großes geleistet. In der Meisterschaft oder auch im Pokal, wo
wir Wattenscheid, Bochum und Gütersloh ausgeschaltet haben. Aber
jetzt ist es ein völlig neues, und zwar ein ganz schweres Spiel",
warnt der Ex-Profi vor Überheblichkeit. Den Gegner aus Oestrich
sieht er durchaus auf Oberliganiveau. Und schon in der
Aufstiegssaison hatte der SC Westfalia mit den Sportfreunden große
Probleme. Zuhause gab es ein 3:3, im Sauerland kassierten die Herner
mit 0:4 sogar die empfindlichste Saisonschlappe.
"Meine Mannschaft weiß aber, dass jetzt eine ganze Menge möglich
ist. Und die Herner Fans, die das Herz an der richtigen Stelle haben
- egal, ob sie aus Sodingen oder Wanne kommen -, werden uns dabei
unterstützen", freut sich Schulz auf jeden Fall auf einen großen
Pokalabend, zu dem die Herner weit über 3 000 Zuschauer erwarten.
Wie sich die beiden letzten Heimniederlagen gegen Schermbeck und
Siegen II auf die heutige Partie auswirken könnten, weiß auch Schulz
nicht genau. "Es kann positiv, kann aber auch negativ sein. Aber wir
wollen wegen dieser beiden Partien doch nicht alles in Frage
stellen, was wir zuvor geleistet haben. Vor zehn Tagen gegen Schalke
haben wir doch noch eine große Partie gezeigt", vertraut der Coach
auf das Leistungsvermögen seiner Spieler.
Ob es personelle Veränderungen geben wird, lässt Schulz noch offen.
"Es hat zuletzt ein wenig der Teamgeist gefehlt. Und Gedanken mache
ich mir immer", so der Ex-Profi, der sich aber nicht weiter in die
Karten schauen lässt. Der Kader steht jedenfalls. Sami El-Nounou
hatte zuletzt zwar leichte Probleme, der Einsatz des Stürmers ist
aber nicht gefährdet. So werden im Pokalhit nur die beiden
Langzeitverletzten Christian Hallerbach und Christian Kaup fehlen.
12.04.2006 Von Uwe Ross
|