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Dortmunder Hooligans setzen trotz starker Polizeipräsenz üblen
Schlusspunkt unter eine schöne Saison. Westfalia trotzt dem Meister
nach rassigem Spiel ein verdientes 1:1 ab. Makarchuk gleicht in
letzter Minute aus.
Die Dummheit stirbt nicht aus. Fünf Tage, bevor die Welt zu Gast bei
Freunden sein soll, waren es ganz und gar keine Freunde, die zu Gast
waren am Schloss Strünkede. Eine wilde Horde Dortmunder Hooligans,
teils Glatzen in schwarzen Bomberjacken, teils pickelgesichtige
Milchbubis, setzte den üblen Schlusspunkt unter eine für beide
Vereine so schöne und erfolgreiche Saison. Sie traten ein
Trenngitter nieder, zerlegten einen Bierstand, stürmten das
Spielfeld und rissen Fahnen und Transparente von den Zäunen - und
das unter den Augen starker Polizeikräfte. Die spürten zwar lange
vorher, dass sich Unheilvolles zusammenbraute, konnten mit ihrer
Strategie, einer Mischung aus Deeskalation und Einschüchterung,
gegen die offenbar gut organisierten Schlägertrupps aber wenig
ausrichten. Schade, jammerschade. Ein Fußballfest war verdorben.
Zuvor ging es auf dem Rasen auch sportlich richtig zur Sache. Obwohl
beide Teams ihr Saisonziel lange erreicht hatten, schenkten sie sich
nichts und lieferten sich ein packendes, höchst attraktives Spiel.
Eine Stunde lang demonstrierte der Meister, warum er die Liga so
klar beherrscht hat. Auch ohne künftige Stars wie Kruska, Sahin,
Caliskan und Gambino hatte Theo Schneider elf erstklassige Fußballer
auf dem Platz. Technisch versiert und taktisch gut ausgebildet,
ließen die jungen Borussen den Ball wunderbar laufen. Allzu viel
Wirkung erzielten die Gäste aber nicht, weil die Herner
leidenschaftlich dagegenhielten und engagiert in die Zweikämpfe
gingen. Das 0:1 resultierte dann auch aus einer Standardsituation.
Olli Bautz klebte bei Solgas Freistoß auf der Linie, so dass
Steegmann aus kurzer Distanz einnicken konnte. Kurz vor der Pause
machte Bautz seinen Fehler wieder wett, als er Steegmanns
Direktabnahme reaktionsschnell zur Ecke abwehrte. In der 70. Minute
zwang Pollok den SCW-Keeper zu einer weiteren Glanzparade.
Damit hatten die Gäste ihr Pulver verschossen. Die letzten 20
Minuten gehörten eindeutig dem SCW, der auch zuvor schon die eine
oder andere Gelegenheit ausgelassen hatte. Mit Köse und Makarchuk
kam noch einmal frischer Wind, die Chancen häuften sich. Zweimal
tankte sich Michael Erzen durch, der von Kosi Saka vor der Pause oft
in die Rolle des Linksverteidigers gedrängt worden war. Doch einmal
lenkte Samulewicz seinen Schuss zur Ecke (74.), beim zweiten Mal
flankte Erzen auf Sami El-Nounou, dessen Kopfball wurde jedoch von
der Linie geschlagen (81.).
"Da lag das 1:1 schon in der Luft", meinte auch Gästetrainer Theo
Schneider. Es fiel schließlich Sekunden vor dem Abpfiff. André Dohm
hatte im Mittelfeld den Ball erobert undf blitzschnell in die Gasse
zu Mykola Makarchuk gespielt, der Torwart Samulewicz austanzte und
einnetzte.
Dies wäre ein schöner, ein passender Schlusspunkt gewesen. Doch
leider bleib es nicht dabei.
Tore: Steegmann (13.), Makarchuk (90.)
SCW: Bautz - Neumann, Seidel, Wienroth - Sürgit, Tahiri, Terzic,
Barton, Cetera - Erzen, El-Nounou
BVB II: Samulewicz - Saka, Großkreutz, Neumeister, Kohlmann -
Parensen (60. Marc Heitmeier), Seggewiß, Akgün, Solga (60.
Hillenbrand) - Pollok, Steegmann
Gelbe Karten: Neumann, Sürgit - Großkreutz, Kohlmann, Pollok
SR: Torsten Günter (Bergheim)
Zuschauer: 1050
06.06.2006, von Wolfgang Volmer
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