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Conny Pohlers fingert
das schlimmste aller Lose aus der Trommel. Nach wenigen
Schrecksekunden macht sich beim SC Westfalia Galgenhumor breit.
Stefan Urbainski: "Ich hab noch nie gegen Aue verloren".
Das saß, das tat weh. Als Nationalspielerin Conny Pohlers gestern
gegen 18.15 Uhr die zwölfte Kapsel aus der Lostrommel fingerte, war
es mucksmäuschenstill im Stadion am Schloss Strünkede: Gut 150
Westfalia-Fans warteten vor dem Bildschirm mit pochendem Herzen auf
den Pokalgegner des "SV Westfalia Herne", wie es der
Sportschau-Moderator ignorant vom elften Zettelchen abgelesen hatte.
Und es war: Der FC Erzgebirge Aue. Betretenes Schweigen, entsetzte
Mienen. Die Hände nicht zum Himmel, sondern vors Gesicht. Alle
wussten: Dem SCW war in dieser Sekunde ein halber Jahres-Etat durch
die Lappen gegangen. Schlimmer geht´s nimmer. Nicht Dortmund oder
Schalke, nicht Hamburg oder Bremen, nicht Gladbach oder Köln, nicht
einmal die Bayern. Nein: Erzgebirge Aue, Synonym für Lospech, auf
einer Stufe höchstens noch mit Burghausen oder Unterhaching. Aber
die waren schon draußen...

Doch der Ruhri ist kein Kind von Traurigkeit. Schnell war er da, der
Trotz, der Selbstbehauptungswille, der die Menschen im Pott so stark
macht. "Zweite Runde, Herne ist dabei", schallten schon bald die
Sprechchöre durchs weite Rund. "Schade Aue, alles ist vorbei, alles
ist vorbei..."
Vorbei ist aber zunächst mal die Hoffnung auf eine sechsstellige
Einnahme, auf die Jürgen Stieneke spekuliert hatte. "Einen weniger
lukrativen Gegner hätten wir nicht ziehen können", war der Boss
ernüchtert. "Jetzt müssen wir die Herner Bevölkerung pushen, damit
wenigstens 8000 kommen." Bernd Faust aus dem Verwaltungsrat spann
diesen Faden gleich weiter: "Da spielen elf Auer gegen 8000 Herner.
Wir werden denen die Hölle auf Erden bereiten."
Ganz so martialisch war das nicht gemeint. Aber es gab die
allgemeine Stimmung wieder: "So können wir nicht aufhören, Jungs. Es
muss weiter gehen", stimmte Frank Schulz seine Truppe gleich auf den
10. (oder 9.) September ein. "Wir müssen die weghauen."
Seine Jungs, von einer beinharten Einheit geschlaucht, nahmen den
Ball gleich auf. "Die müssen erst mal die acht Stunden Fahrt
wegstecken", ulkte Charly Neumann, der auch einiges über den
Erstrundengegner wusste. "Da spielt doch der Juskowiak. Und Trainer
ist der mit dem Schnäuzer, der Schädlich." Ganz cool reagierte
Stefan Urbainski. "Ich habe in der Regionalliga zweimal gegen Aue
gespielt, und beide Male gewonnen." Olli Bautz gab gleich seine
Frustbewältigungsstrategie preis: "Ich bin bitter enttäuscht. Ich
fahr jetzt nach Hause und hol mir ne Pommes. Rot weiß." So einfach
ist das. Macht sie fettich.
16.07.2006 Von Wolfgang Volmer
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