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Westfalia legt bei
einer 3:0-Führung nach starker erster Halbzeit den Schongang ein.
Zwei Cetera-Tore. DSC stellt sich selbst in allen Belangen ein
Armutszeugnis aus. Randale macht Kreisvorsitzenden Spohn
fassungslos.
Nein, das war nicht das
Wochenende des DSC Wanne-Eickel. Einen Tag nach dem negativen Urteil
der Verbandsspruchkammer gab der gesamte Verein gestern beim Finale
des Krombacher-Kreispokals ein erbärmliches Bild ab. Die Mannschaft
wirkte, als sei sie in eine kollektive Schockstarre gefallen, und
die Verantwortlichen schafften es nicht, ein paar hirnlose
Zeitgenossen am Abbrennen bengalischer Feuer und einer unzumutbaren
Störung der Siegerehrung zu hindern. Kreisvorsitzender Reinhold
Spohn war fassungslos, als einer der Randalierer noch durch den Zaun
langte und den Pokal umwarf. "So was habe ich überhaupt noch nicht
erlebt. Gibt´s denn hier keine Vertreter des DSC, die das in den
Griff bekommen?", redete er Klartext ins Mikrofon. Die Antwort blieb
ihm der ausrichtende Verein schuldig.

Skandalöse
Verhältnisse im Sportpark Wanne-Süd: Die Fans des DSC Wanne sorgten
für zwei Spielunterbrechungen
Wie zuvor auch die Mannschaft alles schuldig blieb, was sie noch vor
wenigen Wochen auszeichnete und zum verdienten Verbandsliga-Meister
werden ließ. Lethargisch, ja wie gelähmt schaute sie dem munteren
Spielchen zu, das der SC Westfalia in der ersten Hälfte aufzog.
Begünstigt wurde die Herner Dominanz durch Adrian Ceteras frühes
1:0, das Tim Kokoska mit einem üblen Bolzen selbst einleitete.
Fortan kontrollierte der ohne etliche Leistungsträger angetretene
Oberligist Ball und Gegner, schaffte durch geschicktes Verschieben,
aggressives Zustellen und die weit größere Laufbereitschaft ständig
Überzahl in Ballnähe.
Gerade Spieler wie Sebastian Kohl oder Tim Gebauer zeigten, dass sie
den Kampf um die Stammplätze aufgenommen haben und den Etablierten
mächtig Feuer machen wollen. Seine beste Vorstellung im SCW-Dress
lieferte Cetera, der in seinem ersten halben Jahr noch nicht richtig
Tritt fasste, jetzt aber von Spiel zu Spiel stärker wird und eine
Ahnung davon vermittelt, warum ihn Frank Schulz im Winter unbedingt
haben wollte.
Nach 15, 20 Minuten versuchte der DSC, etwas mehr gegenzuhalten.
Erdal Bastürk, Jens Wolf und Didi Gaida gingen mit gutem Beispiel
voran - doch es reichte nicht, die Schwarz-Gelben aus ihrer
Depression zu reißen. Westfalia blieb klar tonangebend und erspielte
sich weitere Chancen. Sven Bartons Schuss tauchte Jörg Nowaczyk mit
einer Klasseparade aus dem Eck, Michael Baums Kopfball verfehlte um
Haaresbreite sein Ziel. In der 34. Minute war´s so weit. Gebauer
knöpfte Fatih Cimsit den Ball ab, schickte mit einem Traumpass Arben
Tahiri auf die Reise. Dessen Schuss prallte von Nowaczyks Körper mit
viel Drall vor den Innenpfosten und dann über die Linie. Die
Vorentscheidung.
Als Cetera mit dem Pausenpfiff zunächst den Pfosten und im zweiten
Versuch dann ins Schwarze traf, bahnte sich ein Fiasko für den DSC
an. Doch ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Westfalia nahm im
zweiten Abschnitt das Tempo raus, ließ den Ball zirkulieren, ohne
unbedingt den Torerfolg zu suchen. Das Spiel verflachte, schleppte
sich mühsam dahin, zumal den Spielern bei der Hitze und dem
bestialischen Gestank der bengalischen Feuer die Luft wegblieb.
Immerhin bemühte sich die Koppmann-Elf um das Ehrentor. Zweimal
scheiterte Wolf nach Flanken auf den zweiten Pfosten nur knapp,
Christoph Dannhausens Rechtsschuss strich um Zentimeter über die
Latte. Kurz vor Schluss versuchte es der lange Ex-Herner mit einem
40m-Heber, den Thorben Gunkel aber im Rückwärtslaufen noch so eben
erwischte. Den Pott aber hatte der SCW da längst sicher.

Kreispokalsieger der
Saison 2005/06: SC Westfalia 04 Herne
DSC Wanne-Eickel SC -
Westfalia Herne 0:3
Tore: 0:1 (3.) Cetera,
0:2 (34.) Tahiri, 0:3 (45.) Cetera.
DSC: Nowaczyk - Keshawarzian, Kokoska (46. Pepe), Gaida - Kocakaya,
Wolf, Dannhausen - Kolodziej, Fatih Cimsit (52. Kara), Bastürk -
Drews (64. Sickel).
SCW: Gunkel - Kohl, Neumann, Baum, Urbainski - Barton, Köse (64.
Behrend), Gebauer, Tahiri - Cetera, Grüterich (70. Urban).
Zuschauer: 200.
SR: Matthias Ucka (B. Pantringshof).
23.07.2006 Von Wolfgang Volmer
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