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Die Chancen auf einen
Einsatz von Sami El-Nounou beim Knüller gegen den Zweitligisten
Erzgebirge Aue am heutigen Samstag (14 Uhr) stehen nicht schlecht.
Trainer Frank Schulz: "Stimmung ist prächtig".
DFB-POKAL 1. HAUPTRUNDE: Spielt er - oder spielt er nicht? Seit
Sonntag um 16.45 Uhr, seit Sami El-Nounou nach dem starken 4:1-Sieg
gegen den VfL Bochum II mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Rasen
wankte, beschäftigt die Fans des Oberligisten Westfalia Herne vor
allem diese Frage. Fällt ausgerechnet der Kapitän, der
Publikumsliebling, der die Westfalia mit seinem Treffer zum 1:0
gegen Oestrich in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde schoss, beim Knüller
gegen Erzgebirge Aue aus? Wahrscheinlich - nicht.
Die Entscheidung, ob der Stürmer an diesem Samstag um kurz vor 14
Uhr mit der Binde am Arm auf den Platz läuft, fällt womöglich erst
am heutigen Morgen. Doch "es sieht nicht schlecht aus", sagte
gestern Trainer Frank Schulz. "Die Chancen sind von 40:60 auf 50:50
gestiegen." Und es klang der Optimismus durch, dass sich die
Wahrscheinlichkeit auf einen Einsatz des 27-Jährigen nach dem
Abschluss-Training am Freitagabend weiter erhöhte. Am
Donnerstagabend jedenfalls habe El-Nounou, der sich kurz vor Schluss
des Bochum-Spiels eine Bänderdehnung im Schultereck-Gelenk zugezogen
hatte, bereits "leicht mittrainiert", so der Trainer: "Da hätte er
noch nicht spielen können. Aber da war ja auch noch Zeit."
Sollte der Kapitän an Bord sein, dürfte wohl die Erfolgself vom
Sonntag spielen: "Dass es keine Riesenumstellung gibt, ist klar",
sagt Schulz, hält sich aber ein Hintertürchen offen: ein, zwei
Veränderungen schließlich sind ja nur kleine Umstellungen.
Ob mit Tahiri oder Baum in der Abwehr, ob mit oder ohne El-Nounou -
den Motivationskünstler muss Schulz diesmal nicht mimen. Bis auf
Cetera und den Kapitän sind alle topfit, die Stimmung sei
"prächtig", der Druck minimal. "Wir haben überhaupt nichts zu
verlieren, wir können nur alles gewinnen", sagt der Ex-Profi, der
als Spieler selbst gegen manch einen "Underdog" unterlag. Zum
Beispiel mit Borussia Mönchengladbach im Pokalfinale 1992 gegen den
damaligen Zweitligisten Hannover 96. "Eine kleine Chance haben
Außenseiter im Pokal immer."
Dabei setzt er insbesondere auch auf die Fans. Seit Tagen, berichtet
Schulz, schufteten jeden Abend 20,30 Ehrenamtliche im und ums
Stadion, um alles herzurichten für den Hit. Diesen Einsatz, die
Begeisterung in Herne "kriegt die Mannschaft auch mit", weiß der
Trainer, dass nun die Spieler ihren Teil zur "Party" beitragen
müssen. Schulz und seine Spieler haben Aue beim 2:4 in Duisburg
beobachtet. "Das ist ein kompaktes Team, das über das Kollektiv
kommt", so Schulz. "Natürlich sind die uns in allen Bereichen
überlegen." Sein Team müsse "über sich hinauswachsen" - dann sei was
drin. Schulz: "Ein, zwei Überraschungen wird es auch in dieser
Pokalrunde geben."
08.09.2006 Von Ralf Ritter
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