PRESSE
Mit Kapitän zur Sensation
 

09.09.06

Die Chancen auf einen Einsatz von Sami El-Nounou beim Knüller gegen den Zweitligisten Erzgebirge Aue am heutigen Samstag (14 Uhr) stehen nicht schlecht. Trainer Frank Schulz: "Stimmung ist prächtig".

DFB-POKAL 1. HAUPTRUNDE: Spielt er - oder spielt er nicht? Seit Sonntag um 16.45 Uhr, seit Sami El-Nounou nach dem starken 4:1-Sieg gegen den VfL Bochum II mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Rasen wankte, beschäftigt die Fans des Oberligisten Westfalia Herne vor allem diese Frage. Fällt ausgerechnet der Kapitän, der Publikumsliebling, der die Westfalia mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Oestrich in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde schoss, beim Knüller gegen Erzgebirge Aue aus? Wahrscheinlich - nicht.

Die Entscheidung, ob der Stürmer an diesem Samstag um kurz vor 14 Uhr mit der Binde am Arm auf den Platz läuft, fällt womöglich erst am heutigen Morgen. Doch "es sieht nicht schlecht aus", sagte gestern Trainer Frank Schulz. "Die Chancen sind von 40:60 auf 50:50 gestiegen." Und es klang der Optimismus durch, dass sich die Wahrscheinlichkeit auf einen Einsatz des 27-Jährigen nach dem Abschluss-Training am Freitagabend weiter erhöhte. Am Donnerstagabend jedenfalls habe El-Nounou, der sich kurz vor Schluss des Bochum-Spiels eine Bänderdehnung im Schultereck-Gelenk zugezogen hatte, bereits "leicht mittrainiert", so der Trainer: "Da hätte er noch nicht spielen können. Aber da war ja auch noch Zeit."

Sollte der Kapitän an Bord sein, dürfte wohl die Erfolgself vom Sonntag spielen: "Dass es keine Riesenumstellung gibt, ist klar", sagt Schulz, hält sich aber ein Hintertürchen offen: ein, zwei Veränderungen schließlich sind ja nur kleine Umstellungen.

Ob mit Tahiri oder Baum in der Abwehr, ob mit oder ohne El-Nounou - den Motivationskünstler muss Schulz diesmal nicht mimen. Bis auf Cetera und den Kapitän sind alle topfit, die Stimmung sei "prächtig", der Druck minimal. "Wir haben überhaupt nichts zu verlieren, wir können nur alles gewinnen", sagt der Ex-Profi, der als Spieler selbst gegen manch einen "Underdog" unterlag. Zum Beispiel mit Borussia Mönchengladbach im Pokalfinale 1992 gegen den damaligen Zweitligisten Hannover 96. "Eine kleine Chance haben Außenseiter im Pokal immer."

Dabei setzt er insbesondere auch auf die Fans. Seit Tagen, berichtet Schulz, schufteten jeden Abend 20,30 Ehrenamtliche im und ums Stadion, um alles herzurichten für den Hit. Diesen Einsatz, die Begeisterung in Herne "kriegt die Mannschaft auch mit", weiß der Trainer, dass nun die Spieler ihren Teil zur "Party" beitragen müssen. Schulz und seine Spieler haben Aue beim 2:4 in Duisburg beobachtet. "Das ist ein kompaktes Team, das über das Kollektiv kommt", so Schulz. "Natürlich sind die uns in allen Bereichen überlegen." Sein Team müsse "über sich hinauswachsen" - dann sei was drin. Schulz: "Ein, zwei Überraschungen wird es auch in dieser Pokalrunde geben."

08.09.2006 Von Ralf Ritter
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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