PRESSE
Die Sinnfrage
 

02.03.07

Vor dem morgigen Heimspiel gegen den SC Verl sucht Westfalias Trainer Frank Schulz Ziel und Motivation: "Was nutzt das alles, wenn der Verein nicht mitzieht?"

Verl? Wer ist Verl? Nein, den morgigen Gegner hatte Frank Schulz gestern nicht auf dem Schirm. Für den SCW-Trainer stand nur eine Frage im Raum. Die Sinnfrage. "Was soll das alles, dass wir uns hier jeden Sonntag den Hintern aufreißen, wenn andere nicht mitziehen? Welche Ziele können wir noch haben, welche Motivation?" Fragen, die er noch Donnerstag nacht mit seiner Frau erörterte, nachdem ihm SCW-Boss Stieneke den Brief aus Frankfurt gezeigt hatte.

"Ich bin sehr enttäuscht. Ich kann verstehen, wenn man alles versucht, und es klappt am Ende nicht. Aber dass man erst gar keine Lizenz beantragt, obwohl man es vorher verkündet hat, stimmt mich schon nachdenklich. Sehr nachdenklich."

Was am Ende des Nachdenkens herauskommt, wird man abwarten müssen. "Ich bin ein sehr emotionaler Typ, möchte erst mal ein paar Nächte drüber schlafen", ließ Schulz alle Möglichkeiten offen. Auch die eines Ausstiegs. Jetzt oder später.

Völlig schleierhaft war dem Trainer auch, wie seine Mannschaft die Nachricht aufnehmen würde. "Am Donnerstag hab ich es nicht übers Herz gebracht, sie zu informieren. Aber das ist auch Sache des Vorstands. Mir tat es richtig weh, zu sehen, wie sich die Jungs im Training reingehauen haben. Wofür eigentlich?"

Ob die Mannschaft, die von ihrer Leidenschaft, ihrer Hingabe, ihrem Teamgeist lebt, am Sonntag erneut das Letzte herauskitzeln kann, ob sich wieder etliche Angeschlagene in den Dienst der Sache stellen - das sind weitere offene Fragen. Gegen den auf Regionalligakurs getrimmten SC Verl mit seinen weit besser bezahlten Spielern würde alles andere ein böses Erwachen geben.

Aber das gab es ja bereits.

02.03.2007 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

© SC Westfalia 04 Herne e.V. 2007