PRESSE
Ein Mann mit Visionen
 

16.04.07

Generationenwechsel beim SCW: Ingo Paeske will die "Marke Westfalia" aufpäppeln und den Traditionsklub in die dritte Liga führen. Donnernder Applaus für Jürgen Stieneke, den neuen Ehrenpräsidenten.

Standing ovations für den scheidenden Vorsitzenden Jürgen Stieneke, ein dicker Vartrauensvorschuss für seinen Nachfolger Ingo Paeske, der mit großen Visionen angetreten ist: Der SC Westfalia hat seinen Führungswechsel relativ geräuschlos über die Bühne gebracht. Zumindest die Wahlergebnisse zeichneten ein Bild der Geschlossenheit, bilden einen Boden, auf dem etwas gedeihen kann. Ein konkretes Konzept für die nahe Zukunft aber steht noch aus.

Das große Hauen und Stechen, von vielen befürchtet, blieb am Freitagabend bei der Mitgliederversammlung im Sportjugendhaus am Westring aus. Hier und da brachen sich zwar Emotionen Bahn, offenbarten die tiefe Kluft, welche die Lager nicht erst seit der Lizenzaffäre trennt. Doch mit einiger Mühe gelang es alten und neuen Verantwortlichen, diese Gräben zuzukleistern.

Was nicht unbedingt an der Regie lag. Die nämlich wirkte auf manche der 111 wahlberechtigten Mitglieder eher befremdlich. Nach flotter Abhandlung der einleitenden Regularien ergriff nämlich nicht Jürgen Stieneke das Wort, um den Bericht des Vorstands abzugeben. Vielmehr überließ der hemdsärmelige Boss Mikro und Overhead-Projektor zwei Herren in dunklen Maßanzügen, die nicht nur wegen ihres gediegenen Outfits irgendwie deplatziert wirkten.

Mit Hilfe merkwürdig zusammengeschusterter Zahlen und Fakten mühten sich die Steuerberater Kruska und Bittka, die Versammlung von der Richtigkeit der Entscheidung gegen eine Regionalligalizenz zu überzeugen. "Was soll das? Was wollen Sie damit sagen? Das ist doch kalter Kaffee", maulte schon nach wenigen Sätzen Ulrich Clement. Ein nicht ganz unberechtigter Einwand, der aber außer großem Getöse keine substanziellen Antworten zur Folge hatte.

Immerhin erfuhren die Mitglieder, dass der Verein keine größeren Verbindlichkeiten hat, seinen Verpflichtungen auch an die Spieler stets nachkam, und dass Stieneke aus seinem Privatvermögen erhebliche Summen in den Verein gesteckt hat. Nicht nur deshalb durfte sich der scheidende Boss des Dankes aller Mitglieder gewiss sein. Mit langem Applaus gratulierten sie Stieneke zu seiner einstimmigen Wahl zum Ehrenpräsidenten.

Der neue SCW-Vorsitzende Ingo W. PaeskeAlsdann stellte sich sein Nachfolger vor: Ingo Paeske (40), Zahnarzt und Geschäftsführer des Sponsors Haranni-Clinic. Feuer gefangen habe er, so der gebürtige Hannoveraner, als er erstmals am Schloss Strünkede gewesen sei. "Für mich ist es das schönste Stadion überhaupt. Es muss doch möglich sein, es mit Leben zu füllen", schwärmte Paeske. Seine Vision sei es, den Verein auf eine breitere Mitgliederbasis zu stellen, ihn in der Bevölkerung fester zu verankern, um von dieser Basis aus höhere sportliche Ziele anzugreifen. "Im ersten Jahr wollen wir in die Regionalliga, im zweiten wollen wir uns da etablieren, und am Ende meines Fünf-Jahres-Plans steht der Angriff auf die dritte Liga", so Paeske.

Dabei baut er auf die Unterstützung des gesamten Vereins. Seine ersten Helfer sind der Architekt Wolfgang Müller und der Banker Stefan Tysbierek, die mit großen Mehrheiten in die Ämter der stellvertretentend Vorsitzenden gewählt wurden.

15.04.2007 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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