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Im Herner Sturm und
Drang schießt Gütersloh die Tore. Westfalia versiebt Chancen ohne
Ende. Der bullige Knappmann nutzt zwei Unaufmerksamkeiten humorlos
aus. Defensivprobleme auf den Außenbahnen.
Nur eine kleine Trauergemeinde hatte sich am Schloss versammelt, um
dem vorletzten Heimspiel ihrer Westfalia in dieser Saison
beizuwohnen. Ganze 226 Fußballfreunde passierten die Kassenhäuschen
und bildeten die ungewohnt lautlose Minikulisse für eine flotte,
ansehnliche Partie voller Torszenen, welche die Gäste aus Gütersloh
dank der besseren Chancenverwertung mit 3:1 für sich entschieden.
"Nach vorne hin haben wir gut gespielt, prima kombiniert und uns
auch reichlich Möglichkeiten erarbeitet", resümierte Trainer Frank
Schulz. "Die Partie hätte genauso gut andersherum ausgehen können."
Ein Fazit, dem auch sein Gegenüber Jörg Retzer nicht widersprechen
wollte.
Vor allem die Anfangsphase ließ aus Herner Sicht einiges erwarten.
Schulz machte aus der Personalnot eine Tugend und trat, wie
angekündigt, mit drei Spitzen und drei weiteren Offensivkräften
dahinter die Flucht nach vorne an. Vom Anpfiff an sahen sich die
Gütersloher in die Defensive gedrängt. Nur mit Glück konnten sie
einen frühen Rückstand bei zwei klaren Chancen von Adrian Cetera
(3., 7.) und einer durch den gut aufgelegten Sami El-Nounou (9.)
vermeiden. Wenig später kam El-Nounou im Laufduell mit Leenemann im
Sechzehner zu Fall. In ähnlichen Szenen haben andere Schiedsrichter
schon auf den Punkt gezeigt.
Stattdessen folgte die große Ernüchterung. Gleich der zweite
nennenswerte Gästeangriff führte zum Ziel. Gazwan Avakhti hielt nach
einem abgewehrten Ball einfach mal drauf und traf unhaltbar für Olli
Bautz in den Knick. Ein Sonntagsschuss zur besten Kaffeezeit. Nicht
nur in dieser Situation wurde deutlich, dass Herne auf den
Außenbahnen erhebliche Probleme in der defensiven Abstimmung hatte.
Aber das war bei den "Notpärchen" Behrend/Köse auf der rechten und
Makarchuk/Erzen auf der linken Seite auch kaum anders zu erwarten.
Als Schulz aus Angst vor einem möglichen Elfmeter Arben Tahiri vom
bulligen Markus Knappmann abzog und ihn die Position mit Norman
Seidel tauschen ließ, nahm das Schicksal seinen Lauf. Konnte Mykola
Makarchuk Knappmanns ersten Kopfball noch von der Linie putzen,
stand der "Schrank" im FCG-Zentrum bei der nachfolgenden Flanke
völlig frei und rammte das Leder mit seinem polierten Schädel
humorlos ins Netz. "Wenn man dem sieben Meter Platz lässt, macht er
so ein Ding. Das ist doch klar", wusste Schulz. Zwei Minuten später
durfte er mit den SCW-Fans wieder hoffen, als El-Nounou eine schöne
Kombination auf engstem Raum zum 1:2 abschloss.
Kurz nach Wiederbeginn schaltete der sonst so aufmerksame Seidel
wieder nicht schnell genug, Knappmann war erneut zur Stelle und
hämmerte trocken in die Maschen. Erneut musste der SCW einem
Zwei-Tore-Rückstand nachlaufen. Das taten die Herner auch, engagiert
und bis zum Abpfiff unverdrossen. Mehrfach lag der Anschlusstreffer
in der Luft, doch fehlten Glück und Konsequenz im Abschluss. Ein
Knappmann eben.
SC Westfalia Herne - FC
Gütersloh 2000 1:3
Tore: 0:1 (25.) Avakhti,
0:2 (40.) Knappmann, 1:2 (42.) El-Nounou, 1:3 (50.) Knappmann.
SCW: Bautz - Neumann - Seidel, Tahiri - Behrend, Köse, Gebauer,
Makarchuk - Cetera, El-Nounou, Erzen (78. Grüterich).
FCG: Kuschmann - Burger, Heinrich, Leenemann, Eckel - Niermann (79.
Bauer), Brinkmann - Flock (75. D. Barton), Bienemann (83. Maruschke),
Avakhti - Knappmann.
SR: Thomas Metzen (Erftstadt).
Zuschauer: 226 Zahlende.
13.05.2007 Von Wolfgang Volmer
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