PRESSE
Ein Derby zur Unzeit
 

16.05.07

Abstiegskampf in der Verbandsliga vermiest dem SV Sodingen die Vorfreude auf den heutigen Pokal-Hit gegen Westfalia. Frank Schulz warnt: Das wird kein Selbstläufer.

Eigentlich ist es ein Tag, dem ganz Fußball-Sodingen entgegen fiebert. Eigentlich ist es ein Abend, an dem die SVS-Kicker über ihre Grenzen gehen wollen. Eigentlich ist es ein Spiel, in dem sie dem großen Nachbarn liebend gern eins auswischen würden. Eigentlich gibt es nichts Schöneres, als Westfalia Herne im Glückaufstadion zu empfangen. Eigentlich.

Heute ab 19 Uhr aber ist alles anders. Nach drei Niederlagen in Folge ist der Verbandsligist mal wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Neun Punkte sind in der Meisterschaft noch zu vergeben, einen Großteil davon wird das Team von Thomas Joachim einfahren müssen, um nicht in der Landesliga zu versacken. "Unser Fokus richtet sich ganz klar auf Sonntag, auf Erndtebrück. Das Pokalspiel steht außen vor", setzt der Sodinger Trainer klare Prioritäten. Was nicht bedeutet, dass er seinen Spielern heute das Laufen verbietet, das Kämpfen oder gar das Toreschießen. "Wir wollen schon ein vernünftiges Spiel abliefern. Aber wir sind klarer Außenseiter."

Also greift Joachim auch zur Taktik des Außenseiters: "Wir wollen defensiv kompakt stehen und über Konter zum Erfolg kommen", macht er aus seiner Marschrichtung kein Hehl. Die angeschlagenen Toni Kotziampassis und Sascha Siebert werden auf jeden Fall geschont, "damit wir sie für Sonntag wieder fit haben."

Schonen würde auch Frank Schulz gern den einen oder anderen seiner Spieler. Doch weil die Liste der Ausfälle unverändert lang ist, wird der SC Westfalia in ähnlicher Besetzung auflaufen wie zuletzt gegen Gütersloh. Michael Baum ist nach seiner abgesessenen Rotsperre wieder dabei, dafür könnte Michael Erzen fehlen. "Er hat mir gesagt, er könne Mittwoch nicht", so Schulz. "Aber ich werde noch mal mit ihm reden und hoffe, dass er alles versucht, es doch möglich zu machen." Nicht nur wegen der angespannten Personallage geht der Herner Coach keineswegs von einem Selbstläufer aus. "Wir müssen schon gewaltig aufpassen, dass es keine Überraschung gibt. Für die Sodinger ist es immer ein Anreiz, wenn sie Westfalia Herne ärgern können."

Stimmt wohl. Eigentlich.

15.05.2007 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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