PRESSE
SCW unterliegt Lippstadt mit 2:3
 

21.05.07

Herner liefern in Lippstadt einen Grottenkick ab und sind mit dem 2:3 noch gut bedient. Schulz vermisst bei der halben Mannschaft den Leistungswillen. El-Nounou und Tahiri treffen.

Es fault im Westfalia-Korb. Die Sache mit dem einen faulen Apfel ist ja bekannt. Bleibt er im Korb, gammeln auch die anderen langsam vor sich hin. Dieses Bild muss Frank Schulz im Kopf haben, wenn er die letzten Wochen Revue passieren lässt. Sprach er anfangs von zwei, drei Spielern, die nicht mehr alles für den SC Westfalia gäben, machte er beim lahmen Auftritt in Lippstadt gleich fünf bis sechs Balltreter aus, denen er den totalen Leistungswillen absprach. Die Folgen: Eine 2:3-Schlappe, mit der die Herner noch gut bedient waren, und ein total enttäuschter Coach. "Ich bin stinksauer, maßlos bedient", so Schulz.

Bedient waren auch die 50, 60 treuen Fans, die sich nach der langen Anreise über einen Grottenkick ihrer Mannschaft ärgern mussten. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Herner gar nicht auf dem Platz. Herbstmeister Lippstadt, inzwischen in einer ähnlichen Situation wie der SCW, exerzierte vor, dass man Fußball auch mit Freude und Leidenschaft spielen kann, wenn es um nichts mehr geht. Die Gäste dagegen spulten müde ihr Programm ab und schienen schon beim Anpfiff den Schlusspfiff herbeizusehnen.

So spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in der Herner Hälfte ab, und bereits nach 14 Minuten klingelte es. Der schnelle und trickreiche Robert Mainka, mit dem Norman Seidel seine liebe Mühe hatte, versetzte seinen gegenspieler nach einem Issa-Pass und traf flach ins lange Eck. Weitere Chancen folgten. So hatte Issa kurz vor der Pause zweimal das 2:0 auf dem Fuß. Zunächst verfehlte er freistehend den Winkel (42.), Sekunden später schepperte das Aluminium nach seinem 25m-Knaller an die Unterkante des Querbalkens. Doch damit nicht genug des Herner Glücks: Den einzigen sehenswerten Angriff der ersten Hälfte vollendete Sami El-Nounou per Kopf zum Ausgleich (45.).

In der Pause muss Schulz seinen Mannen die Leviten gelesen haben. Die kamen jedenfalls mit anderer Einstellung zurück, machten zehn Minuten lang Druck - und fielen dann zurück in die alte Lethargie. Die Quittung kam prompt: Issas platzierter Fernschuss war für Olli Bautz ebenso wenig zu halten wie Hustadts 3:1, das Grüterich durch lasches Zweikampfverhalten ermöglicht hatte. Ein Debakel drohte, bis die Partie nach einem lichten Herner Moment plötzlich wieder auf der Kippe stand. Einen Traumpass von Michael Erzen, der wegen Trainingsrückstands zunächst auf der Bank schmorte, nutzte Arben Tahiri zum 2:3. So war bis zum Ende sogar ein Punkt drin - aber der wäre nun wirklich nicht verdient gewesen.

SV Lippstadt 08 SC - Westfalia Herne 3:2

Tore: 1:0 (14.) Mainka, 1:1 (45.) El-Nounou, 2:1 (57.) Issa, 3:1 (71.) Hustadt, 3:2 (77.) Tahiri.

SVL: Klein - Rasic, Neumann, S. Dyballa - Öztürk (77. Eickel) , Özkaya, M. Dyballa (64. Reckordt) - Hustadt (75. Pahlke), Issa - Mainka, Seidel.

SCW: Bautz - Neumann - Baum, Seidel - Makarchuk, Gebauer, Köse (61. Erzen), Tahiri (79. Urban), Behrend - El-Nounou, Oerterer (61. Grüterich).

SR: Michael Rutowski (Schnathorst).

Zuschauer: 350.

20.05.2007 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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