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Herner liefern in
Lippstadt einen Grottenkick ab und sind mit dem 2:3 noch gut
bedient. Schulz vermisst bei der halben Mannschaft den
Leistungswillen. El-Nounou und Tahiri treffen.
Es fault im Westfalia-Korb. Die Sache mit dem einen faulen Apfel ist
ja bekannt. Bleibt er im Korb, gammeln auch die anderen langsam vor
sich hin. Dieses Bild muss Frank Schulz im Kopf haben, wenn er die
letzten Wochen Revue passieren lässt. Sprach er anfangs von zwei,
drei Spielern, die nicht mehr alles für den SC Westfalia gäben,
machte er beim lahmen Auftritt in Lippstadt gleich fünf bis sechs
Balltreter aus, denen er den totalen Leistungswillen absprach. Die
Folgen: Eine 2:3-Schlappe, mit der die Herner noch gut bedient
waren, und ein total enttäuschter Coach. "Ich bin stinksauer, maßlos
bedient", so Schulz.
Bedient waren auch die 50, 60 treuen Fans, die sich nach der langen
Anreise über einen Grottenkick ihrer Mannschaft ärgern mussten. Vor
allem in der ersten Halbzeit waren die Herner gar nicht auf dem
Platz. Herbstmeister Lippstadt, inzwischen in einer ähnlichen
Situation wie der SCW, exerzierte vor, dass man Fußball auch mit
Freude und Leidenschaft spielen kann, wenn es um nichts mehr geht.
Die Gäste dagegen spulten müde ihr Programm ab und schienen schon
beim Anpfiff den Schlusspfiff herbeizusehnen.
So spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in der Herner
Hälfte ab, und bereits nach 14 Minuten klingelte es. Der schnelle
und trickreiche Robert Mainka, mit dem Norman Seidel seine liebe
Mühe hatte, versetzte seinen gegenspieler nach einem Issa-Pass und
traf flach ins lange Eck. Weitere Chancen folgten. So hatte Issa
kurz vor der Pause zweimal das 2:0 auf dem Fuß. Zunächst verfehlte
er freistehend den Winkel (42.), Sekunden später schepperte das
Aluminium nach seinem 25m-Knaller an die Unterkante des Querbalkens.
Doch damit nicht genug des Herner Glücks: Den einzigen sehenswerten
Angriff der ersten Hälfte vollendete Sami El-Nounou per Kopf zum
Ausgleich (45.).
In der Pause muss Schulz seinen Mannen die Leviten gelesen haben.
Die kamen jedenfalls mit anderer Einstellung zurück, machten zehn
Minuten lang Druck - und fielen dann zurück in die alte Lethargie.
Die Quittung kam prompt: Issas platzierter Fernschuss war für Olli
Bautz ebenso wenig zu halten wie Hustadts 3:1, das Grüterich durch
lasches Zweikampfverhalten ermöglicht hatte. Ein Debakel drohte, bis
die Partie nach einem lichten Herner Moment plötzlich wieder auf der
Kippe stand. Einen Traumpass von Michael Erzen, der wegen
Trainingsrückstands zunächst auf der Bank schmorte, nutzte Arben
Tahiri zum 2:3. So war bis zum Ende sogar ein Punkt drin - aber der
wäre nun wirklich nicht verdient gewesen.
SV Lippstadt 08 SC -
Westfalia Herne 3:2
Tore: 1:0 (14.) Mainka,
1:1 (45.) El-Nounou, 2:1 (57.) Issa, 3:1 (71.) Hustadt, 3:2 (77.)
Tahiri.
SVL: Klein - Rasic, Neumann, S. Dyballa - Öztürk (77. Eickel) ,
Özkaya, M. Dyballa (64. Reckordt) - Hustadt (75. Pahlke), Issa -
Mainka, Seidel.
SCW: Bautz - Neumann - Baum, Seidel - Makarchuk, Gebauer, Köse (61.
Erzen), Tahiri (79. Urban), Behrend - El-Nounou, Oerterer (61.
Grüterich).
SR: Michael Rutowski (Schnathorst).
Zuschauer: 350.
20.05.2007 Von Wolfgang Volmer
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