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Herner und Oestricher
Fans feiern gemeinsam einen fröhlichen Saisonausklang. Herner
Torjäger setzen das Drehbuch um: Sami El-Nounou und Michael Erzen
verabschieden sich mit Doppelpacks.
Strandparty im Schleddestadion: Mit Bademänteln und Strohhüten,
Luftmatratzen und Schwimmflügeln waren Westfalias Fans angerückt, um
mit ihren Oestricher Freunden das Ende einer für beide Klubs
erfolgreichen Oberligasaison zu feiern. "Wir sind nur zum Feiern
hier", schallte es schon vor dem Anpfiff aus heiseren Kehlen. Bis
zur Halbzeit trommelten und sangen sie ohne jede Pause, beschworen
die Freundschaft mit den Gastgebern. "Oestrich und der SCW" wurde
zum Hit des Tages. Nur ein paar Muskelmänner in Security-Shirts
wollten dem friedlichen Braten nicht so recht trauen, schauten sich
den bunten, fröhlichen Haufen mit verkniffenen Mienen an. Und wurden
selbst zur Zielscheibe der kreativen Liedermacher: "Wir woll´n die
Welle, der Ordner fängt an", oder "Ordner hol mal Bier" - nett
gemeint, aber vergebliche Liebesmüh´. Die Herren nahmen ihren Job
verdammt ernst. Verdurstet ist trotzdem niemand.
Passend zur guten Laune auf den Rängen entwickelte sich auch auf dem
Kunstrasen eine flotte, entspannte Partie. Mit einwöchiger
Verspätung setzten die Herner das Drehbuch um, das eigentlich für
das letzte Heimspiel geschrieben war. Zwei Tore Sami El-Nounou, zwei
Tore Michael Erzen, und als Happy-End ein rauschender Sieg: So hatte
es die WAZ am letzten Montag formuliert, und genau so passierte es
gestern in Oestrich. Besser konnten sich die beliebten und
erfolgreichen Torjäger nicht aus Herne verabschieden.
Kurz vor Schluss nahm Trainer Frank Schulz sie nacheinander vom
Feld, so dass sie im Beifall der Fans baden konnten. "Es waren drei
tolle Jahre. So viel Erfolg hatte ich nirgendwo. Wir waren ein super
Team, und ich habe in Herne viele neue Freunde gewonnen", blickte
El-Nounou stolz, aber auch mit etwas Wehmut auf seine Zeit in Herne
zurück. Den Kontakt zum SCW wird er nicht abreißen lassen, auch wenn
er, genauso wie Michael Erzen, beim nächsten Wiedersehen das
gegnerische Trikot trägt. So ist das im Fußball.
Das weiß kaum einer besser als Frank Schulz. "Jetzt müssen wir uns
eben neue Torjäger aufbauen", macht er sich ohne Wehklagen an die
Arbeit. Zwei Offensivstellen hat er noch zu vergeben. Natürlich
hätte auch er gern einen "Kracher", doch die zieht es gewöhnlich zur
zahlungskräftigeren Konkurrenz. Also wird er wieder seinem Gespür
für Talente aus unteren Ligen vertrauen müssen. Auch ein Erzen und
ein El-Nounou waren vor ihrer Herner Zeit noch nicht die ganz großen
Namen.
Ein hoffnungsvolles Talent präsentierte sich schon gestern: Onur
Tanriverdi aus der eigenen Jugend machte auf der linken Seite mit
forschem Zweikampfverhalten und selbstbewussten Dribblings ein
richtig gutes Spiel. Auch das ist die Zukunft des SCW.
Für den einzigen Misston bei der fröhlichen Strandparty sorgte Arben
Tahiri. Er ging einem Zuschauer, der ihn mehrfach beleidigt hatte,
an die Wäsche und sah nach dem Schlusspfiff noch rot.
SF Oestrich SC -
Westfalia Herne 1:4
Tore: 0:1, 0:2 (26./57.)
El-Nounou, 0:3, 0:4 (63./83.) Erzen, 1:4 (87.) Goeseke.
SFO: Karagiannis - Buchwald, Kutlu, Kut - Dolezych, Tomaschewski
(63. Spielmann), Goeseke, Tabaoglu - Sarisoy (78. Juchum), Lenz (57.
Tsotoulidis), Firat.
SCW: Bautz - Neumann - Tahiri, Urbainski, Tanriverdi - Makarchuk,
Gebauer, Urban (74. Köse), Behrend - El-Nounou (85. Grüterich),
Erzen (83. Oerterer).
Zuschauer: 600.
Rote Karte: Tahiri (SCW, nach Spielschluss).
03.06.2007 Von Wolfgang Volmer
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