PRESSE
Strandparty an der Schledde
 

04.06.07

Herner und Oestricher Fans feiern gemeinsam einen fröhlichen Saisonausklang. Herner Torjäger setzen das Drehbuch um: Sami El-Nounou und Michael Erzen verabschieden sich mit Doppelpacks.

Strandparty im Schleddestadion: Mit Bademänteln und Strohhüten, Luftmatratzen und Schwimmflügeln waren Westfalias Fans angerückt, um mit ihren Oestricher Freunden das Ende einer für beide Klubs erfolgreichen Oberligasaison zu feiern. "Wir sind nur zum Feiern hier", schallte es schon vor dem Anpfiff aus heiseren Kehlen. Bis zur Halbzeit trommelten und sangen sie ohne jede Pause, beschworen die Freundschaft mit den Gastgebern. "Oestrich und der SCW" wurde zum Hit des Tages. Nur ein paar Muskelmänner in Security-Shirts wollten dem friedlichen Braten nicht so recht trauen, schauten sich den bunten, fröhlichen Haufen mit verkniffenen Mienen an. Und wurden selbst zur Zielscheibe der kreativen Liedermacher: "Wir woll´n die Welle, der Ordner fängt an", oder "Ordner hol mal Bier" - nett gemeint, aber vergebliche Liebesmüh´. Die Herren nahmen ihren Job verdammt ernst. Verdurstet ist trotzdem niemand.

Passend zur guten Laune auf den Rängen entwickelte sich auch auf dem Kunstrasen eine flotte, entspannte Partie. Mit einwöchiger Verspätung setzten die Herner das Drehbuch um, das eigentlich für das letzte Heimspiel geschrieben war. Zwei Tore Sami El-Nounou, zwei Tore Michael Erzen, und als Happy-End ein rauschender Sieg: So hatte es die WAZ am letzten Montag formuliert, und genau so passierte es gestern in Oestrich. Besser konnten sich die beliebten und erfolgreichen Torjäger nicht aus Herne verabschieden.

Kurz vor Schluss nahm Trainer Frank Schulz sie nacheinander vom Feld, so dass sie im Beifall der Fans baden konnten. "Es waren drei tolle Jahre. So viel Erfolg hatte ich nirgendwo. Wir waren ein super Team, und ich habe in Herne viele neue Freunde gewonnen", blickte El-Nounou stolz, aber auch mit etwas Wehmut auf seine Zeit in Herne zurück. Den Kontakt zum SCW wird er nicht abreißen lassen, auch wenn er, genauso wie Michael Erzen, beim nächsten Wiedersehen das gegnerische Trikot trägt. So ist das im Fußball.

Das weiß kaum einer besser als Frank Schulz. "Jetzt müssen wir uns eben neue Torjäger aufbauen", macht er sich ohne Wehklagen an die Arbeit. Zwei Offensivstellen hat er noch zu vergeben. Natürlich hätte auch er gern einen "Kracher", doch die zieht es gewöhnlich zur zahlungskräftigeren Konkurrenz. Also wird er wieder seinem Gespür für Talente aus unteren Ligen vertrauen müssen. Auch ein Erzen und ein El-Nounou waren vor ihrer Herner Zeit noch nicht die ganz großen Namen.

Ein hoffnungsvolles Talent präsentierte sich schon gestern: Onur Tanriverdi aus der eigenen Jugend machte auf der linken Seite mit forschem Zweikampfverhalten und selbstbewussten Dribblings ein richtig gutes Spiel. Auch das ist die Zukunft des SCW.

Für den einzigen Misston bei der fröhlichen Strandparty sorgte Arben Tahiri. Er ging einem Zuschauer, der ihn mehrfach beleidigt hatte, an die Wäsche und sah nach dem Schlusspfiff noch rot.

SF Oestrich SC - Westfalia Herne 1:4

Tore: 0:1, 0:2 (26./57.) El-Nounou, 0:3, 0:4 (63./83.) Erzen, 1:4 (87.) Goeseke.

SFO: Karagiannis - Buchwald, Kutlu, Kut - Dolezych, Tomaschewski (63. Spielmann), Goeseke, Tabaoglu - Sarisoy (78. Juchum), Lenz (57. Tsotoulidis), Firat.

SCW: Bautz - Neumann - Tahiri, Urbainski, Tanriverdi - Makarchuk, Gebauer, Urban (74. Köse), Behrend - El-Nounou (85. Grüterich), Erzen (83. Oerterer).

Zuschauer: 600.

Rote Karte: Tahiri (SCW, nach Spielschluss).

03.06.2007 Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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