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Neue Mannschaft hat Schulz´sche Erfolgsformel bereits
verinnerlicht. Minimalziel heißt NRW-Liga. Am Schloss Strünkede
ziehen wieder alle am selben Strang. Auch der Himmel strahlt
blau-weiß.
Als Ingo Paeske erstmals als Vorsitzender des SC Westfalia ans Mikro
ging, um den Fans neue und alte Spieler des Oberligakaders
vorzustellen, strahlte der Himmel über Schloss Strünkede in Blau und
Weiß. Nichts war mehr zu spüren von den Schatten der Vergangenheit,
selbst das gleißende Sonnenlicht machte keine Gräben sichtbar. Im
Frühjahr hatte es noch heftig gerumst, doch das kleine Beben konnte
dem Fundament des Traiditionsklubs nichts anhaben. Nach Abschluss
der Aufräumarbeiten präsentierte sich bei der Saisoneröffnung ein
Verein, in dem alle, Vorstand, Anhänger und Mannschaft, an einem
Strang ziehen.
Und wenn so viele ziehen, geht´s in der Regel auch flott vorwärts.
Das wird auch nötig sein, steht doch eine außergewöhnliche Spielzeit
vor der Tür. In dieser letzten Oberligasaison geht es nicht schnöde
darum, wer Meister wird und welche drei Teams ins Gras beißen.
Konnte man bei dieser Konstellation mitunter schon zeitig ins breite
Niemandsland der Tabelle abtauchen, so gibt es diesmal kaum ein
Versteck. Die ersten Vier bleiben viertklassig, ziehen in die neue
Regionalliga ein, die folgenden sieben Mannschaften (Plätze 5 bis
11) qualifizieren sich für die NRW-Liga, ab Platz zwölf rauscht der
Fahrstuhl gleich um zwei Stockwerke abwärts und macht erst kurz vor
der Versenkung halt.
Klar, dass jeder Verein, jeder Spieler einen solchen Absturz
vermeiden möchte. Die Frage nach den Saisonzielen erübrigt sich da
fast. Als Kandidaten für die Ränge eins bis vier gelten die üblichen
Verdächtigen: Preußen Münster natürlich, die Bayern der Liga. Auch
Gütersloh, Lotte, eventuell Rheine. Nicht zu vergessen Schalke,
Bochum, Bielefeld. Die Profiklubs werden es sich nicht leisten
wollen, dass ihre Talente in der fünften oder sechsten Liga
versauern.
Für alle anderen kann es nur ein Ziel geben: die NRW-Liga. Auch
Frank Schulz wäre mit dem Hammer getauft, würde er für den SCW etwas
anderes proklamieren. Schließlich hat er nicht nur seinen
Paradesturm El-Nounou/Erzen verloren, sondern auch fünf, sechs
weitere erfahrene Oberligaspieler. Gekommen ist dafür fast ein
Dutzend neuer Leute, ausgesucht mit viel Sachverstand, aber relativ
kleinem Budget. Des Trainers Kunst wird es sein, möglichst schnell
wieder eine funktionierende Mannschaft zu formen, in die jeder seine
individuellen Qualitäten einbringt.
Und beim "Teambuilding", so der Eindruck, ist der SCW in den letzten
14 Tagen gut vorangekommen. Dafür bürgen neben dem Trainer-Gespann
Schulz/Albert auch Leute wie Olli Bautz, Charly Neumann oder Sven
Barton, junges Urgestein und Stimmungskanone zugleich. Sie haben die
Schulz´sche Philosophie lange verinnerlicht, helfen mit, auch junge
Spieler schnell zu integrieren. "Wir wollen Spaß haben und eine gute
Saison spielen", so lauteten dann auch fast unisono die
Statementsder Spieler, denen Ingo Paeske mit humorvoller Ansprache
aber auch manchen Spruch entlockte. Nur einen bat Paeske nicht aufs
Podium: Trainer Frank Schulz. Was der gesagt hätte, wussten die
blau-weiß gewandeten Fans im rappelvollen Zelt aber längt. "Tach
zusammen..."

Die Neuzugänge des SC Westfalia 04 Herne in der Oberliga-Saison 2007/2008.
Mehr Infos unter Kader.
Foto: Cib
15.07.2007 Von Wolfgang Volmer
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