Schneider: "Eine andere Qualität".
Die neue NRW-Liga wirft bereits ihre
Schatten voraus. Und jetzt haben die Vereine
vom Westdeutschen Fußball-Verband auch eine
konkrete Vorstellung darüber bekommen, was
auf sie zukommt. Auf der Verbands-CD ist ein
72 Seiten starkes Formular, welches die
Anforderungen für die neue Klasse
aufschlüsselt. Die "Richtlinien für das
Zulassungsverfahren
technisch-organisatorische und
sicherheitstechnische Leistungsfähigkeit
NRW-Liga" haben es in sich und stellen
einige Vereine vor erhebliche Probleme.
Denn neben einem VIP-Raum und dem
dazugehörigen Parkplatz muss das Stadion
mindestens 5.000 Zuschauer fassen und 1.000
Besuchern eine Überdachungsmöglichkeit
bieten. Zudem sieht der Katalog vor, dass
die Fanbereiche aus vier getrennten Sektoren
bestehen und mit jeweils eigenen Toiletten
und Kiosken versehen sind. Weitere Punkte
sind beispielsweise eine Presse- und
Ehrentribüne, zehn Arbeitsplätze für
Journalisten mit Pult und Telefon-Anschluss
oder 40 Quadratmeter große Umkleidekabinen.
Auflagen, die Clubs wie der SV Schermbeck
oder VfB Speldorf aus infrastrukturellen
Gründen nicht erfüllen können. Konsequenz:
Selbst wenn sich der SVS sportlich
qualifizieren würde und auch die Lizenz
erhalten sollte, könnten die Anforderungen
den Aufstieg verhindern. "So kritisch würde
ich das nicht sehen", erklärt Heinz-Leopold
Schneider, Vorsitzender des Westdeutschen
Fußball-Auschusses: "Dann wird abgewogen, ob
es eine Möglichkeit der Nachbetrachtung
gibt, die in einer gewissen Zeit abzustellen
ist."
Gemeint: Es wird Übergangsfristen geben, in
der die Vereine ihr Stadion nachrüsten
können. Dass diese Vorschläge bei den
Club-Verantwortlichen auf wenig Gegenliebe
stoßen, dafür hat Schneider wenig
Verständnis. "Die Liga hat eine andere
Qualität. Die Vereine, die mitmachen wollen,
müssen auch höhere Anforderungen, die das
Präsidium aufgestellt hat, erfüllen." Doch
Schneider zeigt sich auch gerne
gesprächsbereit: "An drei Toilettentöpfen
wird es nicht scheitern, auch nicht an
größeren Kabinen."
Um die Unklarheiten auszuräumen, wird es am
kommenden Mittwoch eine
Informations-Veranstaltung in Duisburg
geben. "Da sollen die Vereins-Vertreter
konkret Stellung beziehen und wir können
über alles reden", gibt sich auch Siegfried
Hirche, Vorsitzender des
Verbands-Fußball-Ausschusses Westfalen,
gelassen. "Man kann immer über den Sinn
einiger Statuten streiten, aber man muss
auch akzeptieren, dass die neue Liga ganz
andere Maßstäbe setzt."
Ungewiss ist auch noch der Spieltag. Wird
der Sonntag bleiben, oder wird der Ball
Samstags ins Rollen gebracht? "Zu 99 Prozent
wird die dritte Liga hauptsächlich am
Samstag spielen", verrät Hirche. "Aber wann
die Regionalliga angestoßen wird, steht noch
nicht fest. Die NRW-Klasse muss sich dann
danach richten." Eine Entscheidung soll
Anfang März getroffen werden. "Ich gehe aber
von einem Regelspieltag am Sonntag aus",
berichtet Schneider. Viele Fragen, auf die
es hoffentlich schnell Antworten geben
wird...