Herner Regisseur bereitet das erste Tor
vor und erzielt das zweite selbst. DSC hält
Pokalfight über weite Strecken offen.
Keine Frage, der DSC war sicher nicht drei
Tore schlechter. Dass am Ende aber mit der
Westfalia die reifere und kaltschnäuzigere
Mannschaft verdient ins Halbfinale einzog,
darüber gab es gestern Abend im Stadion
Wanne-Süd ebenfalls keine zwei Meinungen.
In der ersten Hälfte sahen die rund 400
Zuschauer ein flottes und verteiltes Spiel
mit Chancen auf beiden Seiten, die jedoch
allesamt ungenutzt blieben. Gleich in der
siebten Minute hatte Yusuf Kaba das 1:0 für
den DSC auf dem Fuß, als er mit dem Rücken
zum Tor eine Reis-Hereingabe annahm, seinen
Bewacher Danny Baron mit einer Drehung
düpierte und sofort abschloss. Aber
SCW-Keeper Oliver Bautz hatte aufgepasst und
konnte per Fußabwehr zur Ecke lenken. Kurz
darauf bot sich auf der Gegenseite Arben
Tahiri ein ebenso dickes Ding.
Muttereseelenallein konnte er eine schöne
Salli-Flanke mit der Brust annehmen. Beim
Versuch, die Kugel aus fünf Metern ins Tor
zu befördern, senste der SCW-Kapitän aber
über den Ball. "Den hätte ich normal
gemacht", haderte Tahiri noch mit seiner
gerade ausgeheilten Verletzung. "Die hat
mich bei kurzen Bewegungen schon noch
gehindert."
Das Führungstor hätte Tahiri aber auch mit
einem Bein gemacht. In der 52. Minute musste
er eine von Michael Baum per Kopf
verlängerte Badur-Ecke nur noch über die
Linie drücken. Damit war der Weg zum Herner
Sieg geebnet.

Das 1:0 für Herne in der 52. Minute durch
Arben Tahiri. Die Wanner Abwehr schaut nur
zu.
Foto: InfoSchlumpf
Die Gastgeber verstärkten zwar nun ihre
Offensivbemühungen und hatten durch Erdal
Bastürk, Yusuf Kaba, Tim Kokoska und Benni
Reis, der Oliver Bautz mit einem fulminanten
Kracher aus 22 Metern auf die Probe stellte,
durchaus noch die Chance zum Ausgleich, doch
mit zunehmender Spielzeit waren die Türen
für Herner Konter sperrangelweit geöffnet.
Das rächte sich in der 83. Minute. Nach
einem langen Ball aus der Abwehr schüttelte
Edin Terzic im Sprintduell Yusuf Kocakaya
ab, kreuzte am Sechzehner nach innen und
legte ab auf Andre' Badur, der den Ball ins
leere Tor schob.
"Damit war der Apfel geschält", wusste auch
der diesmal pausierende DSC-Torwart und
Co-Trainer Jörg Nowaczyk. "Bis dahin haben
wir ordentlich gespielt und gut
mitgehalten." Wirklich ärgern konnten sich
die Wanner auch über das 0:3 durch Sezgin
Sallis Foulelfmeter nicht mehr. Salli selbst
war zuvor von den Beinen geholt worden, als
ihm Dominik Behrend nach feinem Solo zum 0:3
auflegte. Dass der Gefoulte selbst ausführen
durfte, konnte Salli als Belohnung für eine
gute Partie in der Spitze werten.
DSC Wanne-Eickel - SC Westfalia Herne 0:3
Tore: 0:1 (52.) Tahiri, 0:2 (83.) Badur, 0:3
(90.) Salli (Foulelfmeter).
DSC: Ekici - Kokoska - Kohl, Syperrek,
Kocakaya - Wolf - Sickel (84. Yilmaz), Fatih
Cimsit, Bastürk (80. Gaida) - Reis, Kaba.
SCW: Bautz - Gidaszewski - Baron, Baum -
Barton, Gebauer, Tahiri (77. Terzic), Kluy -
Freyni (69. Behrend), Badur (88. Oerterer) -
Salli.
SR: Lars Bremkens (Herne).
Von Wolfgang Volmer