Westfalia Herne fühlt sich in der
Außenseiterrolle pudelwohl und möchte
Münster die Meisterschaftsambitionen
vermiesen. Trainer Frank Schulz kann mit
allen Spielern planen. Preußen werben um
Michael Baum.
Wer fünfzehn Mal in Folge gepunktet hat, den
kippt auch eine einzige Niederlage nicht aus
den Schuhen. Westfalia Herne jedenfalls hat
das 1:2 gegen Bielefeld locker weggesteckt
und wendet sich beinahe entspannt der
Hammeraufgabe beim Titelfavoriten Preußen
Münster zu (So., 15 Uhr).
„Wir sind trotz der letzten Niederlage gut
drauf und freuen uns auf diese Partie.
Münster will Meister werden, müsste es mit
seinen gewaltigen Möglichkeiten eigentlich
auch”, sieht Frank Schulz den Druck klar
beim Gegner. „Und wir schauen mal, was da so
möglich ist.”
In der letzten Saison war da einiges
möglich, wie sich Hernes Trainer gern
erinnert. Auch da trat der SCW im Stadion an
der Hammer Straße als krasser Außenseiter
an, spielte die Preußen aber vor allem in
der zweiten Hälfte in Grund und Boden und
brachte einen glanzvollen 3:1-Sieg mit nach
Hause. Michael Baum, Michael Erzen und Sami
El-Nounou trafen damals für die Westfalia.
Während El-Nounou inzwischen für Bochum
stürmt und die Torjägerliste der Oberliga
klar anführt, spielen die beiden übrigen
Torschützen auch morgen eine wichtige Rolle.
Michael Erzen trägt seit dieser Saison das
Adler-Dress, ist mit zwölf Saisontoren
treffsicherster Preuße und im Angriff
gesetzt. Und Michael Baum hat seinen Ruf als
einer der besten Innenverteidiger der Liga
mit konstant starken Leistungen zementiert,
so dass er beinahe zwangsläufig auf dem
Münster'schen Einkaufszettel landete.
Gestern wollte sich der 27-Jährige die
Vorstellungen der Preußen anhören. „Die
Tendenz geht aber dahin, dass er bleibt”,
hofft Frank Schulz, dass es nicht zum „Bäumchen-wechsel-dich”-Spiel
kommt.
Am Sonntag wird Baum den Preußen jedenfalls
zeigen wollen, was sie an ihm gewonnen oder
auch verloren haben. Ob er sich um Erzen
oder Marius Sowislo, am Mittwoch zweifacher
Torschütze in Oestrich, kümmern wird, ließ
Schulz noch offen. „Wir spielen unser System
und warten mal, wie es passt”, will er sich
nicht vorab auf eine Zuordnung festlegen.
Auch dank eines fein dosierten Trainings ist
der SCW derzeit völlig verletzungsfrei.
Kapitän Arben Tahiri hat seine in Rheine
erlittene Fleischwunde auskuriert,
offenbarte im Pokalspiel in Wanne aber noch
Trainingsrückstand. Ob er zunächst auf der
Bank Platz nimmt, hängt auch vom Verlauf des
Abschlusstrainings ab. Aus privaten Gründen
konnte Dennis Gidaszewski eine Einheit nicht
mitmachen.
Von Wolfgang Volmer