Für Westfalia Hernes Trainer Frank Schulz
geht es auch beim Tabellenvierten SF Lotte
in erster Linie um Punkte für die NRW-Liga.
Nur Sven Bartons Einsatz steht noch auf der
Kippe.
Noch reicht der Prozessor im menschlichen
Hirn nicht, alle Eventualitäten zu
berechnen. Zwar nehmen sich viele
Konkurrenten noch gegenseitig die Punkte ab,
ob acht Zähler Vorsprung bei fünf noch
ausstehenden Spielen aber reichen, sich
bereits in der NRW-Liga zu wähnen, das
spuckt sein Rechner noch nicht aus.
Also geht Frank Schulz auch die sonntägliche
Aufgabe des SC Westfalia beim
Tabellenvierten SF Lotte (15 Uhr, PGW-Arena)
ganz pragmatisch an. „Acht Punkte sind ein
schönes Polster. Nicht weniger, auch nicht
mehr”, blickt der Herner Trainer immer noch
nach unten, wo Bielefeld II Druck auf den
elften Platz macht. „Erst wenn rechnerisch
alles klar ist, beschäftige ich mich mit
anderen Dingen. Wir werden sicher noch ein
paar Punkte brauchen. Wo wir sie holen, ist
mir egal. Nur möglichst schnell.”
Vielleicht kann Schulz ja bereits am Sonntag
in eine neue Richtung denken. Bringt der SCW
vom Autobahnkreuz einen Dreier mit, rückt er
Lotte ganz dicht auf die Pelle - und das
Heimspiel gegen Hamm wäre ein halbes Finale
um die sportliche
Regionalliga-Qualifikation.
Schöne Zukunftsmusik. Für Schulz aber zählt
nur das Hier und Jetzt. „Lotte ist
individuell sehr stark besetzt. Obwohl wir
4:2 gewonnen haben, war das für mich die
technisch beste Mannschaft, gegen die wir in
der Hinrunde gespielt haben.”
Stellvertretend nennt der SCW-Coach nur zwei
Namen. „Böwing-Schmalenbrock und Dondorf
sind seit Jahren mit die besten Fußballer
der Liga.”
Dass sich die Sportfreunde nach einer
Durststrecke gefangen und in den letzten
sechs Spielen nur zwei Gegentore kassiert
haben, macht Schulz nicht nur am Wechsel auf
dem Trainerstuhl fest, wo jetzt Manni
Wölpper sitzt. „Seit Hozjak wieder fit ist,
hat die Abwehr viel mehr Stabilität. Das ist
ein richtig starker Abräumer im Mittelfeld.”
Der Ex-Herner Tobias Urban dagegen hat
seinen Stammplatz auf der Tribüne - auch ein
Zeichen für die Qualität des Lotter Kaders.
Aber beileibe kein Grund, Bammel zu haben.
„Wir gehen ins Spiel wie in den letzten
Wochen. Mal sehen, was da zu holen ist.
Vielleicht haben wir ja auch endlich wieder
das Quäntchen Glück.” Während Andreas Kluy
seine Blessur auskuriert hat, steht Sven
Bartons Einsatz noch auf der Kippe. „Sven
wird jeden Tag behandelt. Ob es reicht,
werden wir am Sonntag sehen.”
Von Wolfgang Volmer