Mit einem Heimsieg über die Hammer SpVg
könnte Westfalia Herne die NRW-Liga
erreichen und sich neuen Zielen zuwenden.
Marco Gruszka und Cyrille Bella sind die
Stützen des Tabellenfünften.
Der Matchball liegt bereit. Gewinnt der SC
Westfalia am Sonntag (15 Uhr) sein Heimspiel
gegen die Hammer Spielvereinigung, dürfte
die Qualifikation für die NRW-Liga
allenfalls theoretisch noch in Frage stehen.
„Und genau das ist unser vorrangiges
Anliegen. Drei Spieltage vor Schluss das
Saisonziel erreicht zu haben, das wäre schon
eine tolle Sache”, setzt auch Trainer Frank
Schulz voll auf Sieg.
Erst dann will er sich seinem „nachrangigen
Anliegen” zuwenden, das da Regionalliga
heißen könnte. Mit einem Dreier würden die
Herner ihren Gast aufgrund des besseren
Torverhältnisses von Platz fünf verdrängen
und, falls Lotte das gestrige Abendspiel in
Münster verloren hat, bis auf zwei Punkte an
die Sportfreunde heranrücken. Genau darauf
hofft auch Timur Camci. Der Sportlicher
Leiter pilgert derzeit von Pontius nach
Pilatus, um Sponsoren aufzutreiben, Gelder
für die vom DFB geforderten Stadionumbauten
zu erbetteln und neue Spieler für ein
Engagement am Schloss zu begeistern. „Noch
ist nichts spruchreif. Aber für die
Regionalliga sähe es gar nicht so schlecht
aus”, belässt es Camci bei zarten
Andeutungen. Geduld ist gefordert.
Das gilt vermutlich auch für die Partie
gegen Hamm. Trainer Schulz erwartet
jedenfalls ein zähes Ringen gegen einen
Gegner auf Augenhöhe. „Das ist eine sehr
kompakte Mannschaft”, sieht er auch in der
Spielanlage gewisse Parallelen zum eigenen
Team. „Leader” in der Elf des zum Saisonende
nach Wiedenbrück wechselnden Trainers Thomas
Stratos ist der lange Marco Gruszka, ein
Mittelfeldmann mit Erfahrung aus höheren
Ligen (u.a. St. Pauli, MSV Duisburg). Die
größte Gefahr droht aber wohl von Cyrille
Bella, dem Stürmer aus Kamerun, der nach
etlichen Zweitligajahren in Ahlen und
Oberhausen im Winter in Hamm gelandet ist -
und von seiner stattlichen Statur her wohl
eher zu Michael Baum als zu Norman Seidel
passt.
Doch über direkte Zuordnungen hüllt sich
Schulz in Schweigen. Mit Überraschungen kann
er ohnehin kaum aufwarten. Da Andre´ Badur
trotz muskulärer Probleme auflaufen wird und
auch sonst niemand ausfällt, reduziert sich
das Rätselraten um die Aufstellung auf zwei
Fragen: Spielt Kapitän Arben Tahiri wieder,
und wenn ja, für wen?
Von Wolfgang Volmer