Nach dem Doppelschlag durch Mirko
Mustroph und Arben Tahiri brennt Westfalia
ein tolles Feuerwerk ab. André Badur trifft
zum 3:0-Endstand. Herne verdrängt Hamm vom
fünften Platz.
Zur Halbzeit konnte niemand ahnen, dass die
Westfalia ihren Fans noch ein tolles
Fußballfest bescheren würde. Bis dahin hatte
sie sich mit den starken Gästen aus Hamm ein
zähes Ringen geliefert, das nur wenig
spielerische Höhepunkte und noch weniger
Torszenen bot. Dann löste ein schneller
Doppelschlag alle Barrieren, und eine
entfesselte Herner Mannschaft sorgte dafür,
dass auch Hernes Oberbürgermeister Horst
Schiereck seinen Besuch am Schloss nicht nur
wegen des herrlichen Sommerwetters in bester
Erinnerung behalten dürfte.
Die ersten 45 Minuten waren allenfalls
interessant für richtige Fußballkenner. Sie
sahen ein von der Taktik geprägtes Spiel
zweier Teams, die sehr diszipliniert und
geordnet standen, engagiert in die
Zweikämpfe gingen und den Offensivkräften
kaum Räume ließen. Die einzige klare Chance
bot sich den Gästen, als der starke
Christian Werner von der Eckfahne aus eine
feine Flanke auf Waldemar Jurez schlug, der
mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz
haarscharf das Ziel verfehlte (34.). Im
direkten Gegenzug trat Dominik Behrend nach
schönem Zuspiel in die Gasse in den Rasen,
sonst hätte es auch im HSV-Kasten klingeln
können. Zuvor hatte Arben Tahiri, für Dennis
Gidaszewski in die Anfangsformation gerückt,
einen Distanzschuss ein paar Zentimeter zu
hoch angesetzt.
So schwer sich SCW-Trainer Frank Schulz mit
dieser Personalentscheidung tat, sie machte
sich bezahlt. Kapitän Tahiri war nicht nur
einer der auffälligsten Akteure der ersten
Hälfte, er machte auch sein Tor. Es war
allerdings Mirko Mustroph, mit seiner
physischen Präsenz eine Art Marcelo Bordon
der Oberliga, der das HSV-Bollwerk knackte.
André Badur, der zur Pause seine Schuhe
gewechselt hatte, weil er mit seinen
Standards nicht zufrieden war, zirkelte mit
den neuen Tretern gleich die erste Ecke auf
Sven Barton, und dessen Verlängerung rammte
der aufgerückte SCW-Libero per Flugkopfball
in die Maschen. Hamm hatte sich von diesem
Schock noch nicht erholt, da legte Tahiri
aus kurzer Distanz das 2:0 nach. Herne war
im Rausch - und dachte gar nicht daran, nun
das Ergebnis zu verwalten.

Mirko Mustroph erzielt das 1:0 für den SCW
in der 47. Minute
Foto: Cib
Im Gegenteil. Kaum hatte die gewohnt starke
Deckung den jetzt immer wütender anrennenden
Gästen die Kugel abgeluchst, ging die Post
ab. Vor allem Sven Barton wirkte wie
aufgedreht, ignorierte seine Gegenspieler
und riss die HSV-Abwehr mit seinen Sprints
förmlich auf. Seine Vorarbeit für Behrend,
der das Leder aus kurzer Distanz nicht
versenken konnte (76.), war allein schon das
Eintrittsgeld wert. Ein weiterer „Matchwinner”
durfte sich gleich anschließend im
prasselnden Applaus sonnen: André Badur, der
den Ball nach tollem Zusammenspiel mit
Behrend aus der Luft zum entscheidenden 3:0
ins Netz gehämmert hatte (66.), machte Platz
für den jungen Sebastian Freyni.
Dass auch der junge Spaßfußballer richtig
was drauf hat, zeigte er kurz vor Schluss.
Mit der Hacke legte Freyni für Sezgin Salli
auf, dessen Schuss aber fischte Robert
Hietkamp aus dem Eck. Mit einem 4:0 wäre
Hamm aber auch unter Wert geschlagen worden.
SC Westfalia Herne - Hammer SpVg 3:0 (0:0)
Tore: 1:0 (47.) Mustroph, 2:0 (49.) Tahiri,
3:0 (66.) Badur.
SCW: Bautz - Mustroph - Barton, Seidel, Baum, Kluy - Gebauer, Tahiri (69. Gidaszewski) - Behrend (86. Salli), Badur (77. Freyni) - Terzic.
HSV: Hietkamp - Kunze, Degelmann, S. Dyballa, Bollmann - Kuntz (80. Tran), Kraus (60. Stojkoski), Hoffmann, Werner - Jurez, Bella.
SR: Marcus Kuhl (Köln).
Zuschauer: 900.
Von Wolfgang Volmer