PRESSE

Brillante zweite Halbzeit
 

05.05.08

Nach dem Doppelschlag durch Mirko Mustroph und Arben Tahiri brennt Westfalia ein tolles Feuerwerk ab. André Badur trifft zum 3:0-Endstand. Herne verdrängt Hamm vom fünften Platz.

Zur Halbzeit konnte niemand ahnen, dass die Westfalia ihren Fans noch ein tolles Fußballfest bescheren würde. Bis dahin hatte sie sich mit den starken Gästen aus Hamm ein zähes Ringen geliefert, das nur wenig spielerische Höhepunkte und noch weniger Torszenen bot. Dann löste ein schneller Doppelschlag alle Barrieren, und eine entfesselte Herner Mannschaft sorgte dafür, dass auch Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck seinen Besuch am Schloss nicht nur wegen des herrlichen Sommerwetters in bester Erinnerung behalten dürfte.

Die ersten 45 Minuten waren allenfalls interessant für richtige Fußballkenner. Sie sahen ein von der Taktik geprägtes Spiel zweier Teams, die sehr diszipliniert und geordnet standen, engagiert in die Zweikämpfe gingen und den Offensivkräften kaum Räume ließen. Die einzige klare Chance bot sich den Gästen, als der starke Christian Werner von der Eckfahne aus eine feine Flanke auf Waldemar Jurez schlug, der mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz haarscharf das Ziel verfehlte (34.). Im direkten Gegenzug trat Dominik Behrend nach schönem Zuspiel in die Gasse in den Rasen, sonst hätte es auch im HSV-Kasten klingeln können. Zuvor hatte Arben Tahiri, für Dennis Gidaszewski in die Anfangsformation gerückt, einen Distanzschuss ein paar Zentimeter zu hoch angesetzt.

So schwer sich SCW-Trainer Frank Schulz mit dieser Personalentscheidung tat, sie machte sich bezahlt. Kapitän Tahiri war nicht nur einer der auffälligsten Akteure der ersten Hälfte, er machte auch sein Tor. Es war allerdings Mirko Mustroph, mit seiner physischen Präsenz eine Art Marcelo Bordon der Oberliga, der das HSV-Bollwerk knackte. André Badur, der zur Pause seine Schuhe gewechselt hatte, weil er mit seinen Standards nicht zufrieden war, zirkelte mit den neuen Tretern gleich die erste Ecke auf Sven Barton, und dessen Verlängerung rammte der aufgerückte SCW-Libero per Flugkopfball in die Maschen. Hamm hatte sich von diesem Schock noch nicht erholt, da legte Tahiri aus kurzer Distanz das 2:0 nach. Herne war im Rausch - und dachte gar nicht daran, nun das Ergebnis zu verwalten.


Mirko Mustroph erzielt das 1:0 für den SCW in der 47. Minute                                                                                Foto: Cib

Im Gegenteil. Kaum hatte die gewohnt starke Deckung den jetzt immer wütender anrennenden Gästen die Kugel abgeluchst, ging die Post ab. Vor allem Sven Barton wirkte wie aufgedreht, ignorierte seine Gegenspieler und riss die HSV-Abwehr mit seinen Sprints förmlich auf. Seine Vorarbeit für Behrend, der das Leder aus kurzer Distanz nicht versenken konnte (76.), war allein schon das Eintrittsgeld wert. Ein weiterer „Matchwinner” durfte sich gleich anschließend im prasselnden Applaus sonnen: André Badur, der den Ball nach tollem Zusammenspiel mit Behrend aus der Luft zum entscheidenden 3:0 ins Netz gehämmert hatte (66.), machte Platz für den jungen Sebastian Freyni.

Dass auch der junge Spaßfußballer richtig was drauf hat, zeigte er kurz vor Schluss. Mit der Hacke legte Freyni für Sezgin Salli auf, dessen Schuss aber fischte Robert Hietkamp aus dem Eck. Mit einem 4:0 wäre Hamm aber auch unter Wert geschlagen worden.

SC Westfalia Herne - Hammer SpVg 3:0 (0:0)

Tore: 1:0 (47.) Mustroph, 2:0 (49.) Tahiri, 3:0 (66.) Badur.

SCW: Bautz - Mustroph - Barton, Seidel, Baum, Kluy - Gebauer, Tahiri (69. Gidaszewski) - Behrend (86. Salli), Badur (77. Freyni) - Terzic.

HSV: Hietkamp - Kunze, Degelmann, S. Dyballa, Bollmann - Kuntz (80. Tran), Kraus (60. Stojkoski), Hoffmann, Werner - Jurez, Bella.

SR: Marcus Kuhl (Köln).

Zuschauer: 900.

Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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