PRESSE

Regionalliga ist eher machbar
 

07.05.08

Der Ehrenvorsitzende Jürgen Stieneke stellt sich dem Interview - nicht aber zur Wahl eines neuen Vorstandes. Die Stadionsanierung bereitet dem Ex-Präsidenten das größte Kopfzerbrechen. Neues Sponsorenkonzept.

Herr Stieneke, nach dem 3:0 gegen Hamm droht dem SC Westfalia die Regionalliga. Oder wäre der Aufstieg für den Verein eine Chance?

Stieneke: Droht ist schon richtig, aber in Anführungszeichen. Ich halte die Regionalliga nämlich für eher machbar als die NRW-Liga.

Wieso das?

Stieneke: Weil es viel leichter ist, für die Regionalliga an neue Sponsoren zu kommen. Die NRW-Liga halte ich für nicht interessant, da gibt es keine Fernsehgelder mehr, das ist eine deutliche Abwertung im Vergleich zur Oberliga.

Trotzdem muss der SCW jetzt zweigleisig planen. Das Gerüst der künftigen Mannschaft steht. Sonst aber gibt es jede Menge Baustellen. Welche bereitet Ihnen das größte Kopfzerbrechen?

Stieneke: Momentan ist das die Stadionsanierung. Da sind wir jetzt mit der Firma Hochtief in Verbindung. Die werden sich das Stadion in den nächsten Tagen ansehen, und dann werden wir versuchen, mit Hochtief ein gemeinsames Sanierungskonzept zu erstellen.

Was verlangt denn der DFB?

Stieneke: Eine ganze Menge. Zum Beispiel eine Flutlichtanlage. Aber die muss nicht morgen stehen, damit lassen sie uns noch ein Jahr in Ruhe. Sofort müssen wir 500 Schalensitze auf der Tribüne anbringen, einige Wege müssen neu gepflastert oder asphaltiert werden, weil nirgendwo lockeres Gestein oder Schotter rumliegen darf. Zwischen Rasen und Clubhaus muss ein Tunnel erstellt werden. Das sind die wichtigsten Sachen.

Für die der Sportliche Leiter Timur Camci mal eine Summe von 200 00 Euro in den Raum gestellt hat.

Stieneke: Das wird sehr eng. Aber Hochtief ist da gut im Stoff, die kennen jeden Topf, aus dem für einen Verein wie Westfalia Geld fließen kann.

Muss auch die Stadt helfen?

Stieneke: Die Beschäftigungsgesellschaft hilft uns und damit indirekt die Stadt. Sonst kämen wir gar nicht voran.

Kurzfristig werden Sie aber dem DFB ein Ausweichstadion benennen müssen . . .

Stieneke: Wir arbeiten dran. Wir haben mit Oberhausen gesprochen, mit Essen auch, da gibt es keine Möglichkeiten. Das wird nicht einfach.

Anderes Thema: Die Führungskrise schwelt weiter. Wie ist die zu lösen, welche Rolle spielen Sie selbst?

Stieneke: Ich bin Ehrenpräsident, mehr nicht. Im Moment kümmern wir uns darum, dass alles läuft. Das ist schwer zu definieren.

Aber ohne handlungsfähigen Vorstand geht's doch nicht.

Stieneke: Richtig. Deshalb werden wir auch im Juli oder August eine außerordenliche Hauptversammlung einberufen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Der jetzige ist, wie soll ich sagen, amtsmüde.

Stehen Sie selbst zur Wahl?

Stieneke: Auf keinen Fall. Wir erarbeiten gerade ein völlig anderes Konzept, auch ein neues Sponsorenkonzept. Wir planen, die erste Mannschaft aus dem Verein zu lösen und als Kapitalgesellschaft zu führen. Der DFB erlaubt das, wenn 51 Prozent der Gesellschafter den Vorstand vertreten. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass das klappt. Mehr kann ich aber noch nicht sagen. Geben Sie uns noch 14 Tage.

Interview: Wolfgang Volmer
 
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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