PRESSE

Der Stimberg wackelt
 

17.05.08

Westfalia gastiert beim kriselnden Nachbarn. Frank Schulz: „Wir dürfen uns von den Vorgängen in Erkenschwick nicht ablenken lassen.” Hernes Trainer bangt um den Einsatz von Edin Terzic.

Die Spannung steigt. Westfalias Fans fiebern den letzten drei Spieltagen der Oberliga entgegen, hoffen, ja erwarten fast, dass es ein Herzschlagfinale gibt um Platz vier, der sportlich zum Regionalligaaufstieg berechtigt. Nur Trainer Frank Schulz bleibt cool wie immer. „Ich schaue nur auf uns und unser nächstes Spiel. Und das wird schwer genug”, fokussiert er sich ganz auf den morgigen Auftritt seines SCW am Erkenschwicker Stimberg (15 Uhr).

Dort, beim Nachbarn und Erzrivalen, geht es seit Monaten drunter und drüber. Die Mannschaft läuft fast seit Saisonbeginn ihrem Geld nach, meist vergeblich, Trainer Manni Wölpper hat vor wenigen Wochen das Weite gesucht und ist in Lotte gelandet, seinem zunächst unentgeltlich tätigen Nachfolger Holger Floßbach flatterte gerade die zweite Kündigung ins Haus. Die erste hatte Vorsitzender Achim Trautmann so überraschend wieder rückgängig gemacht, wie er sie ausgesprochen hatte.

Trautmann ist längst zur Reizfigur am Stimberg geworden. Seine Alleingänge verstören so ziemlich alle, die dem Traditionsklub aus der Krise helfen wollen. Zuletzt beklagten vier Beiratsmitglieder in einem offenen Brief die „Fehl- und Nichtinformationen” des Gremiums. Auch belastbare Unterlagen über den Grad der Verschuldung lägen nicht vor. Kolportiert wurde unlängst eine Summe von 650 000 Euro. Deshalb geht niemand davon aus, dass die Spielvereinigung die NRW-Liga-Lizenz erhält.

All' das weiß auch Frank Schulz, wissen seine Spieler. „Aber das darf uns nicht ablenken. Die Erkenschwicker Mannschaft hat sich trotzdem immer zusammen gerauft und gute Leistungen abgeliefert”, lobt er aus der Ferne. „Und die elf Spieler, die gegen uns auflaufen, werden auch gewinnen wollen.” Auch der Trainingsboykott in dieser Woche dürfte nichts daran ändern.

Mit Alexander Thamm und Sebastian Westerhoff sind zwei Leistungsträger der Hinrunde nicht mehr dabei. Kapitän Martin Setzke muss morgen wegen einer Rotsperre zuschauen. Intern gesperrt ist Torwart Pascal Kurz, der beim 0:6 in Bielefeld ausrastete und gegen seinen Kollegen Philipp Kasperidus handgreiflich wurde. Dennoch steckt noch einige Qualität im Kader. Namen wie Francis Bugri, Volkan Kiral oder Sascha Höhle haben in der Liga einen guten Klang.

„Wir müssen schon hoch konzentriert sein, um da zu bestehen”, betont Schulz noch einmal. Da Andre´ Badur eine Grippe auskuriert hat, bangt er nur noch um Edin Terzic, dessen Mittelfußprellung noch nicht abgeklungen ist.

Von Wolfgang Volmer


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Quelle: WAZ Herne

 

 

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