Westfalia gastiert beim kriselnden
Nachbarn. Frank Schulz: „Wir dürfen uns von
den Vorgängen in Erkenschwick nicht ablenken
lassen.” Hernes Trainer bangt um den Einsatz
von Edin Terzic.
Die Spannung steigt. Westfalias Fans fiebern
den letzten drei Spieltagen der Oberliga
entgegen, hoffen, ja erwarten fast, dass es
ein Herzschlagfinale gibt um Platz vier, der
sportlich zum Regionalligaaufstieg
berechtigt. Nur Trainer Frank Schulz bleibt
cool wie immer. „Ich schaue nur auf uns und
unser nächstes Spiel. Und das wird schwer
genug”, fokussiert er sich ganz auf den
morgigen Auftritt seines SCW am
Erkenschwicker Stimberg (15 Uhr).
Dort, beim Nachbarn und Erzrivalen, geht es
seit Monaten drunter und drüber. Die
Mannschaft läuft fast seit Saisonbeginn
ihrem Geld nach, meist vergeblich, Trainer
Manni Wölpper hat vor wenigen Wochen das
Weite gesucht und ist in Lotte gelandet,
seinem zunächst unentgeltlich tätigen
Nachfolger Holger Floßbach flatterte gerade
die zweite Kündigung ins Haus. Die erste
hatte Vorsitzender Achim Trautmann so
überraschend wieder rückgängig gemacht, wie
er sie ausgesprochen hatte.
Trautmann ist längst zur Reizfigur am
Stimberg geworden. Seine Alleingänge
verstören so ziemlich alle, die dem
Traditionsklub aus der Krise helfen wollen.
Zuletzt beklagten vier Beiratsmitglieder in
einem offenen Brief die „Fehl- und
Nichtinformationen” des Gremiums. Auch
belastbare Unterlagen über den Grad der
Verschuldung lägen nicht vor. Kolportiert
wurde unlängst eine Summe von 650 000 Euro.
Deshalb geht niemand davon aus, dass die
Spielvereinigung die NRW-Liga-Lizenz erhält.
All' das weiß auch Frank Schulz, wissen
seine Spieler. „Aber das darf uns nicht
ablenken. Die Erkenschwicker Mannschaft hat
sich trotzdem immer zusammen gerauft und
gute Leistungen abgeliefert”, lobt er aus
der Ferne. „Und die elf Spieler, die gegen
uns auflaufen, werden auch gewinnen wollen.”
Auch der Trainingsboykott in dieser Woche
dürfte nichts daran ändern.
Mit Alexander Thamm und Sebastian Westerhoff
sind zwei Leistungsträger der Hinrunde nicht
mehr dabei. Kapitän Martin Setzke muss
morgen wegen einer Rotsperre zuschauen.
Intern gesperrt ist Torwart Pascal Kurz, der
beim 0:6 in Bielefeld ausrastete und gegen
seinen Kollegen Philipp Kasperidus
handgreiflich wurde. Dennoch steckt noch
einige Qualität im Kader. Namen wie Francis
Bugri, Volkan Kiral oder Sascha Höhle haben
in der Liga einen guten Klang.
„Wir müssen schon hoch konzentriert sein, um
da zu bestehen”, betont Schulz noch einmal.
Da Andre´ Badur eine Grippe auskuriert hat,
bangt er nur noch um Edin Terzic, dessen
Mittelfußprellung noch nicht abgeklungen
ist.
Von Wolfgang Volmer
Zwei Fans können das vielleicht
entscheidende Spiel um den
Regionalliga-Aufstieg am 25. Mai gegen den
FC Gütersloh aus nächster Nähe
verfolgen. Der SCW bietet zwei
"Erlebnis-Pakete" beim Internet-Auktionshaus Ebay für je eine Person an. Enthalten sind:
Ein signiertes Trikot, ein Platz auf der
Bank, Teilnahme an der Besprechung,
Verköstigung im VIP-Bereich, ein
Erinnerungsfoto und eine Dauerkarte für die
nächste Saison.
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