Erkenschwicker Fehler bescheren dem SC
Westfalia eine schnelle 2:0-Führung. Danach
hat die Schulz-Elf leichtes Spiel, verpasst
aber ein Schützenfest. Zwei Tore von Andre´
Badur. Torwart Oliver Bautz fehlt wegen
Grippe.
Westfalia hatte noch gar nicht angefangen,
Fußball zu spielen, da führte sie bereits
2:0. Individuelle Erkenschwicker Fehler
ebneten ihr den Weg zu einem leichten Sieg,
bei dem sich die Elf von Frank Schulz aber
keinesfalls mit Ruhm bekleckerte.
Allzu viele Pässe landeten beim Gegner, nur
gelegentlich gelangen flotte Kombinationen.
Dennoch war die krisengeschüttelte
Stimberg-Elf am Ende mit dem 0:3 gut
bedient. Hätten die Herner nur die Bälle
versenkt, bei denen sie völlig allein aufs
Tor zu liefen, wäre ein 8:1 oder 9:2 locker
möglich gewesen. Dennoch: Der SCW hat seine
Hausaufgaben gemacht, hat sein Saisonziel,
die NRW-Liga, auch rechnerisch erreicht und
kann sich jetzt mit voller Leidenschaft in
die beiden letzten Aufgaben stürzen.
„Gewinnen wir auch gegen Gütersloh und in
Schermbeck, glaube ich schon, dass wir noch
Vierter werden”, fasst nun auch Trainer
Schulz den großen Coup ins Auge.
Rosige Aussichten in Herne,
Untergangsstimmung beim geliebt-gehassten
Erzrivalen. „Insolventia fantastica”, sangen
die Schwicko-Fans. Und immer wieder:
„Trautmann raus”. Der allmächtige
Erkenschwicker Boss hörte es sich ungerührt
an – die Hände in die Hüften gestemmt, die
weiße Ordnerbinde um den Arm. So blieb er
auch am Marathontor stehen, als ihm von
gegenüber die übelste Schmähung
entgegenschallte: „Trautmann nach Herne”,
grölte die Tribüne. Der Konter kam gleich
aus der Gäste-Kurve: „Trautmann raus.” Mit
unfähigen Vorsitzenden haben ja auch die
Herner so ihre Erfahrungen. Aber das ist ein
anderes Thema.
Zurück zum Spiel. Das wurde gehobenen
Ansprüchen nie gerecht. Auf dem stumpfen,
schlecht gemähten Rasen kam die Kugel nie
richtig ins Rollen. Die erste gefällige
Kombination über Arben Tahiri und Dominik
Behrend aber führte gleich zum 0:1. Behrends
Hereingabe hätte keinerlei Schaden
angerichtet, aber zunächst grätschte Timo
Ostdorf die Kugel Richtung eigenes Tor, und
beim Rettungsversuch stolperte Max
Böninghausen sie endgültig über die Linie.
Fast ohne eigenes Zutun lag Herne vorn
(15.). Elf Minuten später die
Vorentscheidung. Torwart Jörgens rechnete
offenbar mit einer Flanke, doch Andre´
Badurs Ball senkte sich über ihn in den
Winkel.

Das 2:0 für die Westfalia durch Badur in der
26. Minute
Foto: InfoSchlumpf
Der Rest war Herner Pflichterfüllung mit
Einstreuung einiger hübscher Kürelemente.
Bis zur Pause hätten Tahiri, Badur und der
starke Tim Gebauer schon auf 5:0 erhöhen
müssen, brachten aber mutterseelenallein den
Ball nicht unter. Wenigstens Badur machte es
im zweiten Versuch besser, als er Edin
Terzics Kopfballvorlage verwertete (58.).
Das war's dann schon. Vier, fünf weitere
Hochkaräter wurden kläglich versiebt, und
auch das stete Bemühen der Gastgeber um
Resultatsverbesserung blieb unbelohnt.
Gleich zweimal stand in einer Situation die
Latte im Weg. Am bitteren Erkenschwicker
Schicksal hätte ein Tor eh' nichts geändert.
Spvgg. Erkenschwick - SC Westfalia Herne 0:3
(0:2)
Tore: 0:1 (15.) Eigentor Böninghausen, 0:2,
0:3 (26./58.) Badur.
Spvgg.: Jörgens - Ostdorf (68. Althaus), Eisen, Falkowski, Böninghausen - Kiral, Kasperidus (72. Kaczmarek), Allali, Sawatzki - Grieß (56. D. Seidel), Wood.
SCW: Ditterle - Mustroph - Seidel, Baum - Barton, Tahiri (72. Gidaszewski), Gebauer, Kluy - Behrend, Badur (80. Freyni) - Terzic (84. Salli).
SR: Florian Kötter.
Zuschauer: 705 Zahlende.
Von Wolfgang Volmer