PRESSE

Westfalia erklimmt Stimberg im Spaziergang
 

19.05.08

Erkenschwicker Fehler bescheren dem SC Westfalia eine schnelle 2:0-Führung. Danach hat die Schulz-Elf leichtes Spiel, verpasst aber ein Schützenfest. Zwei Tore von Andre´ Badur. Torwart Oliver Bautz fehlt wegen Grippe.

Westfalia hatte noch gar nicht angefangen, Fußball zu spielen, da führte sie bereits 2:0. Individuelle Erkenschwicker Fehler ebneten ihr den Weg zu einem leichten Sieg, bei dem sich die Elf von Frank Schulz aber keinesfalls mit Ruhm bekleckerte.

Allzu viele Pässe landeten beim Gegner, nur gelegentlich gelangen flotte Kombinationen. Dennoch war die krisengeschüttelte Stimberg-Elf am Ende mit dem 0:3 gut bedient. Hätten die Herner nur die Bälle versenkt, bei denen sie völlig allein aufs Tor zu liefen, wäre ein 8:1 oder 9:2 locker möglich gewesen. Dennoch: Der SCW hat seine Hausaufgaben gemacht, hat sein Saisonziel, die NRW-Liga, auch rechnerisch erreicht und kann sich jetzt mit voller Leidenschaft in die beiden letzten Aufgaben stürzen. „Gewinnen wir auch gegen Gütersloh und in Schermbeck, glaube ich schon, dass wir noch Vierter werden”, fasst nun auch Trainer Schulz den großen Coup ins Auge.

Rosige Aussichten in Herne, Untergangsstimmung beim geliebt-gehassten Erzrivalen. „Insolventia fantastica”, sangen die Schwicko-Fans. Und immer wieder: „Trautmann raus”. Der allmächtige Erkenschwicker Boss hörte es sich ungerührt an – die Hände in die Hüften gestemmt, die weiße Ordnerbinde um den Arm. So blieb er auch am Marathontor stehen, als ihm von gegenüber die übelste Schmähung entgegenschallte: „Trautmann nach Herne”, grölte die Tribüne. Der Konter kam gleich aus der Gäste-Kurve: „Trautmann raus.” Mit unfähigen Vorsitzenden haben ja auch die Herner so ihre Erfahrungen. Aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zum Spiel. Das wurde gehobenen Ansprüchen nie gerecht. Auf dem stumpfen, schlecht gemähten Rasen kam die Kugel nie richtig ins Rollen. Die erste gefällige Kombination über Arben Tahiri und Dominik Behrend aber führte gleich zum 0:1. Behrends Hereingabe hätte keinerlei Schaden angerichtet, aber zunächst grätschte Timo Ostdorf die Kugel Richtung eigenes Tor, und beim Rettungsversuch stolperte Max Böninghausen sie endgültig über die Linie. Fast ohne eigenes Zutun lag Herne vorn (15.). Elf Minuten später die Vorentscheidung. Torwart Jörgens rechnete offenbar mit einer Flanke, doch Andre´ Badurs Ball senkte sich über ihn in den Winkel.


Das 2:0 für die Westfalia durch Badur in der 26. Minute                                                                         Foto: InfoSchlumpf

Der Rest war Herner Pflichterfüllung mit Einstreuung einiger hübscher Kürelemente. Bis zur Pause hätten Tahiri, Badur und der starke Tim Gebauer schon auf 5:0 erhöhen müssen, brachten aber mutterseelenallein den Ball nicht unter. Wenigstens Badur machte es im zweiten Versuch besser, als er Edin Terzics Kopfballvorlage verwertete (58.). Das war's dann schon. Vier, fünf weitere Hochkaräter wurden kläglich versiebt, und auch das stete Bemühen der Gastgeber um Resultatsverbesserung blieb unbelohnt. Gleich zweimal stand in einer Situation die Latte im Weg. Am bitteren Erkenschwicker Schicksal hätte ein Tor eh' nichts geändert.

Spvgg. Erkenschwick - SC Westfalia Herne 0:3 (0:2)

Tore: 0:1 (15.) Eigentor Böninghausen, 0:2, 0:3 (26./58.) Badur.

Spvgg.: Jörgens - Ostdorf (68. Althaus), Eisen, Falkowski, Böninghausen - Kiral, Kasperidus (72. Kaczmarek), Allali, Sawatzki - Grieß (56. D. Seidel), Wood.

SCW: Ditterle - Mustroph - Seidel, Baum - Barton, Tahiri (72. Gidaszewski), Gebauer, Kluy - Behrend, Badur (80. Freyni) - Terzic (84. Salli).

SR: Florian Kötter.

Zuschauer: 705 Zahlende.

Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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