PRESSE

Angriff auf Platz vier
 

24.05.08

Westfalia Herne hat das Rennen um die Regionalliga-Qualifikation noch nicht aufgegeben. Zum letzten Heimspiel der Oberliga-Geschichte kommt der FC Gütersloh 2000.

Ein Kapitel wird zugeschlagen, ein neues beginnt. Gegen den alten Rivalen FC Gütersloh 2000 trägt Westfalia Herne am Sonntag um 15 Uhr am Schloss sein letztes Heimspiel in der Geschichte der Fußball-Oberliga Westfalen aus. Für das Trainer Frank Schulz, ganz unbescheiden, zwei Wünsche formuliert: Eine volle Hütte und drei Punkte.

Letztere muss seine Elf ganz allein einfahren. Für die Erfüllung des ersten Wunsches trommeln auch andere. Zum Beispiel Bernd Faust, kreativer Kopf hinter mancher schrägen Aktion, mit einigen Gleichgesinnten unentwegt bemüht, den SCW als Kultklub in die Herzen der Herner Bürger zu pflanzen und Massen zu mobilisieren. Gegen Schalke gelang das prächtig, auch wegen der Demo der 04-Ultras. Nun wird Gütersloh zu einer Art Lackmustest dafür, ob in Herne auf Dauer höherklassiger Fußball möglich ist.

Vielleicht sogar schon in der nächsten Saison. Nachdem die NRW-Liga gesichert und das Saisonziel erreicht ist, bläst Frank Schulz jetzt zum Angriff auf die Regionalliga. „Wir kämpfen um Platz vier. Wir wollen Lotte noch verdrängen”, schwört er seine Truppe auf die Spiele gegen Gütersloh und in Schermbeck ein. Und hofft auf einen Lotter Patzer, vielleicht schon morgen gegen Erkenschwick. „Einige Erkenschwicker haben wohl einen richtig dicken Hals auf ihren Ex-Trainer Manni Wölpper”, hat er gehört. Was leicht nachzuvollziehen wäre. Seine Spieler heiß zu machen, sich trotz ausbleibender Zahlungen voll ins Zeug zu legen, und sich dann selbst bei erstbester Gelegenheit ans rettende Lotter Ufer zu flüchten, kam weniger gut an. Wie immer, wenn Wasser gepredigt und Wein gesoffen wird.

Ob die Qualität des Spvgg-Kaders in Lotte eine Antwort erlaubt, steht aber auf einem anderen Blatt. Der SCW hat es eh' nicht mehr selbst in der Hand, muss sich voll auf seine eigene Aufgabe konzentrieren. „Und das wird schwer genug”, rechnet Schulz mit einer hoch motivierten Gütersloher Elf. Rechnerisch haben die Ostwestfalen die NRW-Liga nämlich noch nicht erreicht. Das soll auch morgen so bleiben, um Gütersloh für das Saisonfinale unter Dampf zu halten. Dann nämlich kreuzt Lotte im Heidewaldstadion auf.

Beim SCW wird Olli Bautz trotz Christopher Ditterles starker Leistung in Erkenschwick nach überstandener Grippe ins Tor zurück kehren. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Norman Seidel.

Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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