Westfalia Herne hat das Rennen um die
Regionalliga-Qualifikation noch nicht
aufgegeben. Zum letzten Heimspiel der
Oberliga-Geschichte kommt der FC Gütersloh
2000.
Ein Kapitel wird zugeschlagen, ein neues
beginnt. Gegen den alten Rivalen FC
Gütersloh 2000 trägt Westfalia Herne am
Sonntag um 15 Uhr am Schloss sein letztes
Heimspiel in der Geschichte der
Fußball-Oberliga Westfalen aus. Für das
Trainer Frank Schulz, ganz unbescheiden,
zwei Wünsche formuliert: Eine volle Hütte
und drei Punkte.
Letztere muss seine Elf ganz allein
einfahren. Für die Erfüllung des ersten
Wunsches trommeln auch andere. Zum Beispiel
Bernd Faust, kreativer Kopf hinter mancher
schrägen Aktion, mit einigen Gleichgesinnten
unentwegt bemüht, den SCW als Kultklub in
die Herzen der Herner Bürger zu pflanzen und
Massen zu mobilisieren. Gegen Schalke gelang
das prächtig, auch wegen der Demo der
04-Ultras. Nun wird Gütersloh zu einer Art
Lackmustest dafür, ob in Herne auf Dauer
höherklassiger Fußball möglich ist.
Vielleicht sogar schon in der nächsten
Saison. Nachdem die NRW-Liga gesichert und
das Saisonziel erreicht ist, bläst Frank
Schulz jetzt zum Angriff auf die
Regionalliga. „Wir kämpfen um Platz vier.
Wir wollen Lotte noch verdrängen”, schwört
er seine Truppe auf die Spiele gegen
Gütersloh und in Schermbeck ein. Und hofft
auf einen Lotter Patzer, vielleicht schon
morgen gegen Erkenschwick. „Einige
Erkenschwicker haben wohl einen richtig
dicken Hals auf ihren Ex-Trainer Manni
Wölpper”, hat er gehört. Was leicht
nachzuvollziehen wäre. Seine Spieler heiß zu
machen, sich trotz ausbleibender Zahlungen
voll ins Zeug zu legen, und sich dann selbst
bei erstbester Gelegenheit ans rettende
Lotter Ufer zu flüchten, kam weniger gut an.
Wie immer, wenn Wasser gepredigt und Wein
gesoffen wird.
Ob die Qualität des Spvgg-Kaders in Lotte
eine Antwort erlaubt, steht aber auf einem
anderen Blatt. Der SCW hat es eh' nicht mehr
selbst in der Hand, muss sich voll auf seine
eigene Aufgabe konzentrieren. „Und das wird
schwer genug”, rechnet Schulz mit einer hoch
motivierten Gütersloher Elf. Rechnerisch
haben die Ostwestfalen die NRW-Liga nämlich
noch nicht erreicht. Das soll auch morgen so
bleiben, um Gütersloh für das Saisonfinale
unter Dampf zu halten. Dann nämlich kreuzt
Lotte im Heidewaldstadion auf.
Beim SCW wird Olli Bautz trotz Christopher
Ditterles starker Leistung in Erkenschwick
nach überstandener Grippe ins Tor zurück
kehren. Ein kleines Fragezeichen steht noch
hinter Norman Seidel.
Von Wolfgang Volmer