SF Siegen vor der Insolvenz. Wenn zwei
Plätze frei sind, kann Herne hoffen.
Ein Traum würde wahr, sollte Westfalia Herne
die Sportfreunde Lotte noch abfangen und
sich als Vierter der
Oberliga-Abschlusstabelle die sportliche
Qualifikation für die Regionalliga
erkämpfen.
Doch auch für den Fünften sind noch nicht
alle Türen zur vierten Liga versperrt. Erst
am 25. Juni wird der DFB-Spielausschuss
formell über die Zusammensetzung der
künftigen Spielklassen informieren.
Bis dahin kommt auf die Gremien viel Arbeit
zu. Heinz-Leopold Schneider aus Bochum,
Vorsitzender des DFB-Spielausschusses,
erläuterte der WAZ das Prozedere. Bis zum 5.
Juni haben die Vereine Zeit, alle Auflagen
zu erfüllen, zum Beispiel ein
Ausweichstadion zu benennen. Diese
Unterlagen werden bis zum 8. Juni von der
DFB-Zentralverwaltung geprüft. Über die
Ergebnisse befindet am 10. /11. Juni der
Zulassungsbeschwerdeausschuss, der den
Vereinen seine Entscheidung am 13. Juni
bekannt gibt. Die können bis zum 20. Juni
Schiedsgerichtsverfahren anstrengen, ehe
fünf Tage später das letzte Wort gesprochen
wird.
Insgesamt 54 Plätze sind in drei Gruppen zu
besetzen. Zumindest ein Kandidat wackelt
ganz erheblich. SF Siegen wird am Montag
wahrscheinlich Insolvenz beantragen. Doch
obwohl die Siegener dem Fußballverband
Westfalen angehören, fällt ihr Platz nicht
automatisch an Westfalen zu. "Es gibt eine
Prioritätenliste, die sich nach der Zahl der
Seniorenmannschaften im Spielbetrieb
richtet", so Schneider. Erstes
Besetzungsrecht hätte demnach der
Süddeutsche Fußball-Verband, als Zweiter
käme Westfalen zum Zuge. wv