Westfalia Herne beendet in Schermbeck das
letzte Kapitel des Oberliga-Buchs. Im
Fernduell mit Lotte geht es noch um die
sportliche Qualifikation zur Regionalliga.
Mögliche Siegener Insolvenz eröffnet neue
Perspektiven.
Sonntag kommt der Deckel drauf, wird das
Buch mit dem Titel "Oberliga Westfalen" für
immer zugeschlagen. An etlichen Kapiteln
schrieb der SC Westfalia Herne fleißig mit.
Den letzten Abschnitt wollen die Strünkeder
als Happy-End gestalten. Am Schluss soll
kein Punkt stehen. Sondern ein
Ausrufezeichen.
Das könnte die Westfalia in Schermbeck
setzen, wo sie es ab 15 Uhr auf dem
Waldsportplatz allerdings mit einem starken
Gegner zu tun hat. Nach dem direkten
Wiederaufstieg hat sich der SVS neben Herne
zu der Überraschungsmannschaft der Liga
gemausert, liegt zur Zeit nur drei Punkte
hinter seinen Gästen auf Rang sechs.
Theoretisch könnte die Elf von Martin
Stroetzel die Herner also noch überflügeln.
Doch dazu müsste sie morgen mit sieben Toren
Unterschied gewinnen. Und damit rechnet
selbst "auf dem Dorf" zwischen Dorsten und
Wesel niemand.
Wenig wahrscheinlich, aber nicht gänzlich
unrealistisch ist auch der zweite Fall: Dass
der SCW nämlich der Rückstand von drei
Punkten und fünf Tore auf den
Tabellenvierten SF Lotte gut macht, der in
Gütersloh gastiert. Natürlich kennt auch
Frank Schulz alle Rechenspielchen, aber er
lässt die Dinge einfach auf sich zu kommen.
"Mein Wunsch ist, dass die Mannschaft ihre
herausragende Rückrunde bestätigt und an
ihre Leistungen der letzten Wochen anknüpft.
Was dann noch geht, werden wir hinterher
sehen."
Vielleicht geht ja wirklich noch was -
selbst wenn der SCW die Saison als Fünfter
abschließt. Aber das ist ein anderes Thema
(siehe "Zweiter auf der Nachrückliste").
Jetzt gilt es, sich auf die letzten 90
Minuten zu fokussieren und noch einmal alles
abzurufen, was die Energiespeicher hergeben.
Der SV Schermbeck ist hinter Münster und
Herne die drittstärkste
Rückrunden-Mannschaft, hat dabei zuhause
nicht verloren. Und verfügt über gute
Spieler. Wie den langen Stefan Zepanski, der
nach Lotte wechselt. Wie Alex Kaul, wie
Pierre Bendig, Yakub Köse oder den
pfeilschnellen, formstarken Rainer
Hackenforth - ein Fall für Norman Seidel.
Doch Frank Schulz ist nicht bange, zumal nur
Arben Tahiris Einsatz fraglich ist: "Wir
haben mit unserem System auf alles eine
Antwort."
Von Wolfgang Volmer