PRESSE

Punkt oder Ausrufezeichen
 

31.05.08

Westfalia Herne beendet in Schermbeck das letzte Kapitel des Oberliga-Buchs. Im Fernduell mit Lotte geht es noch um die sportliche Qualifikation zur Regionalliga. Mögliche Siegener Insolvenz eröffnet neue Perspektiven.

Sonntag kommt der Deckel drauf, wird das Buch mit dem Titel "Oberliga Westfalen" für immer zugeschlagen. An etlichen Kapiteln schrieb der SC Westfalia Herne fleißig mit. Den letzten Abschnitt wollen die Strünkeder als Happy-End gestalten. Am Schluss soll kein Punkt stehen. Sondern ein Ausrufezeichen.

Das könnte die Westfalia in Schermbeck setzen, wo sie es ab 15 Uhr auf dem Waldsportplatz allerdings mit einem starken Gegner zu tun hat. Nach dem direkten Wiederaufstieg hat sich der SVS neben Herne zu der Überraschungsmannschaft der Liga gemausert, liegt zur Zeit nur drei Punkte hinter seinen Gästen auf Rang sechs. Theoretisch könnte die Elf von Martin Stroetzel die Herner also noch überflügeln. Doch dazu müsste sie morgen mit sieben Toren Unterschied gewinnen. Und damit rechnet selbst "auf dem Dorf" zwischen Dorsten und Wesel niemand.

Wenig wahrscheinlich, aber nicht gänzlich unrealistisch ist auch der zweite Fall: Dass der SCW nämlich der Rückstand von drei Punkten und fünf Tore auf den Tabellenvierten SF Lotte gut macht, der in Gütersloh gastiert. Natürlich kennt auch Frank Schulz alle Rechenspielchen, aber er lässt die Dinge einfach auf sich zu kommen. "Mein Wunsch ist, dass die Mannschaft ihre herausragende Rückrunde bestätigt und an ihre Leistungen der letzten Wochen anknüpft. Was dann noch geht, werden wir hinterher sehen."

Vielleicht geht ja wirklich noch was - selbst wenn der SCW die Saison als Fünfter abschließt. Aber das ist ein anderes Thema (siehe "Zweiter auf der Nachrückliste").

Jetzt gilt es, sich auf die letzten 90 Minuten zu fokussieren und noch einmal alles abzurufen, was die Energiespeicher hergeben. Der SV Schermbeck ist hinter Münster und Herne die drittstärkste Rückrunden-Mannschaft, hat dabei zuhause nicht verloren. Und verfügt über gute Spieler. Wie den langen Stefan Zepanski, der nach Lotte wechselt. Wie Alex Kaul, wie Pierre Bendig, Yakub Köse oder den pfeilschnellen, formstarken Rainer Hackenforth - ein Fall für Norman Seidel.

Doch Frank Schulz ist nicht bange, zumal nur Arben Tahiris Einsatz fraglich ist: "Wir haben mit unserem System auf alles eine Antwort."

Von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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