Westfalia Herne knackt die Schermbecker
Festung, beendet die Saison aber trotzdem
„nur” als Fünfter. Edin Terzic und Dominik
Behrend treffen nach einer giftigen
Anfangsphase zum verdienten 2:0-Sieg.
Das Wunder ist ausgeblieben. Westfalia Herne
löste zwar seine Aufgabe und knackte die
Schermbecker Festung, aber die Schützenhilfe
aus Gütersloh blieb aus. Lotte gewann sicher
mit 4:1 und behauptete den vierten
Aufstiegsplatz. In Herne aber lebt die
Hoffnung weiter. Als großartiger Fünfter der
letzten Oberligaspielzeit in Westfalen
könnte der SCW in die Regionalliga rutschen,
sofern im Lizenzierungsverfahren zwei der 54
sportlich qualifizierten Klubs auf der
Strecke bleiben. In drei Wochen wissen wir
mehr. Spätestens.

Die Westfalia-Fans gaben zum Saisonabschluss
noch mal alles: "Blau-Weißes Schermbeck"!
Foto: Cib
So familiär die Atmosphäre auf dem
sonnenüberfluteten Waldsportplatz wirkte, so
herzlich sich einzelne Spieler beider Teams
begrüßten, auf der Gänseblümchenwiese ging
es richtig giftig zur Sache. Die Gastgeber
ließen nie einen Zweifel daran, dass sie
nichts verschenken würden. Der lange Stefan
Zepanski, der nach Lotte wechselt, gab die
gallige Marschrichtung vor. Er begann als „Stoß”-Stürmer,
was vor allem Michael Baum schmerzhaft
spürte, versuchte die lang nach vorn
geschlagenen Bälle auf die nachrückenden
Mittelfeldspieler abzulegen. Gleich nach 20
Sekunden musste sich Olli Bautz schon ganz
lang machen, um Yakub Köses Direktabnahme zu
parieren. Und auch bei Dominik Milaszewskis
Supervolley bewies Bautz, dass er auf der
Linie einer der Besten ist (14.).
Erst als Zepanski wieder ins Abwehrzentrum
rückte und der SVS auf die gewohnte
Formation umstellte, beruhigte sich das
Spiel, zumal Norman Seidel dem zweiten
Schermbecker Heißsporn, Rainer Hackenfort,
in vielen nickligen Duellen den Zahn zog.
Hinten stand der SCW damit wieder einmal
felsenfest, und nach vorne ging auch etwas.
Bei der ersten klaren Chance, einem
Behrend-Kopfball nach einer Ecke von Andre´
Badur, stand noch Zepanski im Weg (34.).
Sekunden später aber zappelte das Leder im
Netz. Andreas Kluy hatte nach einem Solo aus
25 Metern Maß genommen, seinen Hammer lenkte
Torwart Schröder an die Latte, und den
Abpraller drückte Edin Terzic per Kopf über
die Linie (34.). Vier Minuten später hätte
Mirko Mustroph erhöhen können, doch mit
einem blitzartigen Reflex wehrte Schröder
seinen Kopfball ab.
Die zweite Hälfte hatte dann eher etwas von
Sommerfußball. Die Nachricht von der Lotter
2:0-Führung nahm dem Spiel seine Brisanz.
Der guten Laune im großen Herner Fan-Lager
tat das keinen Abbruch, und auch die
Mannschaft ließ sich nichts anmerken. Auch
nach dem 2:0, als Schröder einen harmlosen
Schuss von Dominik Behrend durch Hände und
Beine rutschen ließ, spielte sie
konzentriert weiter und kontrollierte die
Partie. Um sich nach dem Schlusspfiff von
hunderten Fans feiern zu lassen. Für eine
Riesensaison, wie alle meinten. Zu Recht.

Fans und Spieler feierten gemeinsam das Ende
einer "Riesensaison"! NRW-Liga - wir kommen!
Foto: Cib
SV Schermbeck - SC Westfalia Herne 0:2
(0:1).
Tore: 0:1 (34.) Terzic, 0:2 (61.) Behrend.
SVS: Schröder - Konowski, Hahn, Zepanski,
Talaga - Kaul (69. Basol), Herzog,
Cholewinski (63. Bendig), Köse - Hackenfort
(80. Woberschal), Milaszewski.
SCW: Bautz - Baum, Mustroph, Seidel - Barton, Gebauer (89. Baron), Gidaszewski, Kluy - Behrend (87. Oerterer), Badur - Terzic (78. Freyni).
SR: Sebastian Moritz.
Zuschauer: 800.
Von Wolfgang Volmer