Schulz und Albert relativieren Camcis
Aufstiegsprognose
Als SCW-Trainer Frank Schulz am
Sonntagmorgen RevierSport aufschlug, fielen
ihm fast die Augen heraus. Denn dort ließ
Hernes Sportlicher Leiter Timur Camci
verlauten, dass die Westfalia in der neuen
NRW-Liga ganz klar um den Sprung in die
Regionalliga spielen wird:
"Mein Ziel ist der Aufstieg. Es wird
natürlich schwer, wenn beispielsweise die
Sportfreunde aus Siegen zu uns kommen
sollten, aber ich habe keine Lust, um die
goldene Ananas zu spielen. Dafür ist unser
Aufwand einfach zu groß", meinte Camci, der
sich auch bewusst war, dass es eine
Diskussion mit Schulz geben wird.
Und die gab es bereits, denn der Ex-Profi
will die Sicht Camcis nicht uneingeschränkt
teilen: "Es geht bei ihm um Ziele und
Wünsche. Den Wunsch, aufzusteigen, habe ich
auch. Die Ziele müssen aber anders
aussehen." Der Fußballlehrer will die
Aussage dabei nicht als Tiefstapelei
verstanden wissen, sondern "es handelt sich
um eine neue Klasse, in der sich alle Teams
erst einmal zurecht finden müssen", mutmaßt
der Coach, der seit Jahren mit einem
Mini-Etat arbeiten muss und dennoch die
größten Erfolge der jüngeren
Vereinsgeschichte eingefahren hat. "Niemand
weiß, wie stark oder schwach die Liga
wirklich ist. Es wird immer gesagt, dass der
Nordrhein stärker sein soll, als Westfalen.
Deshalb muss man sehen, wie sich
Mannschaften wie Bonn, Essen oder Velbert
sowie die Unterbauten der Profi-Clubs aus
Duisburg oder Aachen verkaufen werden."
Doch trotz aller Ungewissheit weiß Schulz
auch, dass "wir uns nicht verstecken werden.
Ich will auch nicht um die goldene Ananas
spielen. Wir hätten es sicherlich in dieser
Saison verdient gehabt, aufzusteigen." Doch
er weiß auch, dass der SCW vom
Verletzungspech verschont geblieben ist. "Es
ist auch unheimlich viel Positives
zusammengekommen und man kann doch nicht
davon ausgehen, dass es so bleiben wird",
hofft Schulz trotz aller Vorsicht, dass es
natürlich so weiter gehen wird. "Wir sind
gut aufgestellt, haben uns super verstärkt
und der Konkurrenzkampf wird größer als im
letzten Jahr sein. Dennoch sind wir
sicherlich nicht der Topfavorit."
Eine Einschätzung, der auch sein "Co" Horst
Albert zustimmen kann. "Timur setzt uns mit
solchen Prognosen ganz schön unter Druck.
Aber wir müssen uns auch erst einmal
akklimatisieren. Wir haben eine sehr
glückliche Serie hinter uns, die man nicht
ständig gebucht hat." Doch Albert schiebt
nach: "Anders herum sage ich, dass wir einen
guten Kader haben und mit Sicherheit nicht
gegen den Abstieg spielen werden."
tr