Karsten König schart alte Kumpels
zusammen und bildet mit ihnen eine zweite
Westfalia-Mannschaft. Nach dem Aufstieg in
die Kreisliga B plant Trainer Guido van der
Heusen gleich den Durchmarsch.
Aus der Idee heraus, gemeinsam mit Freunden
Fußball spielen zu können, gab Karsten König
vor einem Jahr den Anstoß, eine zweite
Mannschaft des SC Westfalia Herne ins Leben
zu rufen und sie in ins Rennen um die
Meisterschaft der Kreisliga C 3 zu schicken.
Das Engagement hat sich gelohnt. Gleich in
der ersten Spielzeit gelang der neu zusammen
gestellten Elf der Aufstieg in die B-Liga.
Doch bevor es so weit war, gab es für König
einige Überzeugungsarbeit zu leisten.
Zunächst mussten Mitspieler gefunden werden.
Am Ende konnte König, der selbst über zehn
Jahre in der Jugend des SCW aktiv war, 23
Freunde gewinnen und davon überzeugen, ganz
unten, in der Kreisliga C, einen Neuanfang
zu wagen. Einige Spieler hatten bereits
Erfahrungen aus höheren Ligen, bei der
Mehrzahl lag jedoch die aktive Laufbahn eine
ganz Weile zurück. Ein Teil war sogar vorher
noch nie in einem Verein aktiv gewesen.
Große Unterstützung erhielt die junge
Mannschaft, deren Durchschnittsalter bei
gerade einmal 24 Jahren liegt, vom
Westfalia-Vorstand. Der schenkte den
"Machern" sein volles Vertrauen und sorgte
für die notwendige Ausrüstung. Als sich dann
schließlich Guido van der Heusen bereit
erklärte, das Team zu trainieren, war alles
perfekt.
Und so startete die neu gegründete Elf mit
hohen Erwartungen in die Saison. "Wir
wollten unbedingt aufsteigen. Da waren wir
uns alle einig", erklärte König.
In der ersten Begegnung gegen den SC
Röhlinghausen II tat sich Westfalia jedoch
zunächst schwer, konnte dann aber doch den
Platz als Sieger verlassen und legte damit
den Grundstein für die kommenden Erfolge.
Auch an den nächsten Spieltagen sammelte der
SCW zahlreich Siege, sodass die Elf von
Trainer van den Heusen an der Tabellenspitze
überwintern konnte. Nur einen Rückschlag
musste die Mannschaft auf diesem Weg in der
Hinrunde hinnehmen. Gegen Europäische Sivas
Union setzte es die einzige Niederlage der
Spielzeit.
In der Winterpause stieß Stefan Robert neu
zum Team. Er wird in der kommenden Saison
auch das Amt des Co-Trainers bekleiden.
Zuversichtlich ging es in die Rückrunde, und
weiterhin verlief alles nach Plan. "Es lief
richtig rund bei uns, und glücklicherweise
blieben wir auch von Verletzungen weitgehend
verschont", freute sich König. Drei
Spieltage vor dem Ende kam es zum
entscheidenden Aufeinandertreffen mit dem
größten Konkurrenten, Arminia Holsterhausen
III. Der SCW konnte sich, auch dank seines
hervorragenden Torwarts Steffen Fäller, mit
3:0 durchsetzen. "Danach waren wir uns
sicher, dass wir es nun packen würden",
erläuterte König. Er behielt Recht. Am
Saisonende holte der SCW mit einem Punkt
Vorsprung auf Arminia Holsterhausen III die
Meisterschaft.

Schafften gleich in der ersten Saison den
Durchmarsch in die Kreisliga B: Die "Zweite"
vom SCW. Foto:
InfoSchlumpf
"Der Teamgeist bei uns hat von Beginn an
gestimmt. Wir verstehen uns alle bestens und
unternehmen häufig neben dem Fußball etwas
gemeinsam", versuchte König das
Erfolgsrezept für Westfalias schnellen
Aufstieg in Worte zu fassen. "Außerdem haben
uns auf unserem Weg viele Menschen
unterstützt, denen unser besonderer Dank
gilt. Neben dem Trainer und dem Vorstand
waren das Peter Vogt, Klaus Gesel, Franz
Soestwöhner und Marco Teubner."
Auch für die kommende Saison ist Trainer van
der Heusen optimistisch und träumt direkt
vom nächsten Aufstieg. Mithelfen wollen auch
drei Neuzugänge: Sebastian Helms und Pascal
Rareck haben bereits in der Kreisliga A
gekickt, Ercan Kücük kommt aus der A-Jugend.
Von Julia Schüning