Auf keinen Fall werde ich Frank Schulz
kopieren, sagt Christoph Schlebach im
WAZ-Interview. Der neue Westfalia-Trainer
liebt das Risiko und den Offensivfußball.
Den Aufstieg will er aber nicht versprechen.
Noch
vor wenigen Tagen ging Christoph Schlebach
(40) davon aus, den Start der kommenden
Fußballsaison erstmals nach 35 Jahren als
Zuschauer zu erleben. Quasi über Nacht hat
der Kirchhellener als Trainer des SC
Westfalia eine neue Aufgabe übernommen. Vom
türkischen Badestrand aus beantwortete
Schlebach Fragen von WAZ-Redakteur Wolfgang
Volmer.
Kaum war Frank Schulz weg, wurden Sie als
neuer SCW-Trainer vorgestellt. Wie kam es
dazu?
Schlebach: Vor zwei Wochen habe ich
einen Anruf von Timur Camci bekommen, ob ich
es mir vorstellen könnte, Trainer von
Westfalia Herne zu werden. Dann ging es am
Mittwoch ganz schnell, weil ich ja am selben
Abend noch in Urlaub geflogen bin.
In Herne kennt man sie weniger als
Trainer denn als Kunstschützen...
Schlebach: Kann schon sein. Freistöße
waren als Spieler eine meiner Spezialitäten.
Und auch den Hernern habe ich mal mit dem
Schlusspfiff einen in den Giebel gesetzt.
Und was sind Ihre Spezialitäten als
Trainer?
Schlebach: Meine Spielweise war immer
sehr risikobehaftet, sehr offensiv. An
dieser Denkweise habe ich auch als Trainer
festgehalten. In Hassel habe ich fast immer
mit drei Spitzen spielen lassen, das werde
ich auch in Herne versuchen.
Ein ziemlich krasser Systemwechsel, oder?
Schlebach: Ja, das ist wohl so. Herne
war bisher nicht so offensiv ausgerichtet.
Aber jeder Trainer hat seine eigene
Philosophie, und meine ist es eben, nach
vorne zu spielen.
Kennen Sie Ihre neue Mannschaft
eigentlich schon?
Schlebach: Ich habe sie im letzten
Jahr gegen Schermbeck und in einem zweiten
Heimspiel gesehen. Mit André´ Badur habe ich
zusammen in Osterfeld gespielt, andere wie
Sven Barton, André Lindenblatt oder Olli
Bautz kenne ich als Gegenspieler.
Als Trainer sind Sie noch nicht lange im
Geschäft. Jetzt treten Sie in große
Fußstapfen. Trauen Sie sich das zu?
Schlebach: Ja, natürlich. Mir ist
bewusst, dass Herne eine andere Hausnummer
als Hassel ist. Und welch' gute Arbeit Frank
Schulz abgeliefert hat, habe ich aus der
Ferne auch mitbekommen. Aber ich werde auf
keinen Fall versuchen, Schulz zu kopieren.
Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil, sein
eigenes System.
Der Sportliche Leiter Timur Camci hat den
Aufstieg als Saisonziel vorgegeben. Eine
ordentliche Bürde, oder?
Schlebach: Mit Druck konnte ich schon
als Spieler gut umgehen. Aber jeder hat
seine eigene Meinung. Selber bin ich etwas
vorsichtiger. Der Kader ist aber gut
aufgestellt und qualitativ so besetzt, dass
wir oben mitspielen müssten. Man muss aber
abwarten, wie sich alles einspielt mit dem
neuen Trainerteam und einer neuen taktischen
Ausrichtung.
Wie schätzen Sie die neue NRW-Liga ein?
Schlebach: Ich halte sie für sehr
ausgeglichen. Weil viele Mannschaften sich
nicht kennen, wird es spannend. Auch vom
Start wird abhängen, in welche Richtung es
geht.