PRESSE

Neuer Trainer, neuer Stil
 

28.06.08

Auf keinen Fall werde ich Frank Schulz kopieren, sagt Christoph Schlebach im WAZ-Interview. Der neue Westfalia-Trainer liebt das Risiko und den Offensivfußball. Den Aufstieg will er aber nicht versprechen.

Noch vor wenigen Tagen ging Christoph Schlebach (40) davon aus, den Start der kommenden Fußballsaison erstmals nach 35 Jahren als Zuschauer zu erleben. Quasi über Nacht hat der Kirchhellener als Trainer des SC Westfalia eine neue Aufgabe übernommen. Vom türkischen Badestrand aus beantwortete Schlebach Fragen von WAZ-Redakteur Wolfgang Volmer.

Kaum war Frank Schulz weg, wurden Sie als neuer SCW-Trainer vorgestellt. Wie kam es dazu?

Schlebach: Vor zwei Wochen habe ich einen Anruf von Timur Camci bekommen, ob ich es mir vorstellen könnte, Trainer von Westfalia Herne zu werden. Dann ging es am Mittwoch ganz schnell, weil ich ja am selben Abend noch in Urlaub geflogen bin.

In Herne kennt man sie weniger als Trainer denn als Kunstschützen...

Schlebach: Kann schon sein. Freistöße waren als Spieler eine meiner Spezialitäten. Und auch den Hernern habe ich mal mit dem Schlusspfiff einen in den Giebel gesetzt.

Und was sind Ihre Spezialitäten als Trainer?

Schlebach: Meine Spielweise war immer sehr risikobehaftet, sehr offensiv. An dieser Denkweise habe ich auch als Trainer festgehalten. In Hassel habe ich fast immer mit drei Spitzen spielen lassen, das werde ich auch in Herne versuchen.

Ein ziemlich krasser Systemwechsel, oder?

Schlebach: Ja, das ist wohl so. Herne war bisher nicht so offensiv ausgerichtet. Aber jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, und meine ist es eben, nach vorne zu spielen.

Kennen Sie Ihre neue Mannschaft eigentlich schon?

Schlebach: Ich habe sie im letzten Jahr gegen Schermbeck und in einem zweiten Heimspiel gesehen. Mit André´ Badur habe ich zusammen in Osterfeld gespielt, andere wie Sven Barton, André Lindenblatt oder Olli Bautz kenne ich als Gegenspieler.

Als Trainer sind Sie noch nicht lange im Geschäft. Jetzt treten Sie in große Fußstapfen. Trauen Sie sich das zu?

Schlebach: Ja, natürlich. Mir ist bewusst, dass Herne eine andere Hausnummer als Hassel ist. Und welch' gute Arbeit Frank Schulz abgeliefert hat, habe ich aus der Ferne auch mitbekommen. Aber ich werde auf keinen Fall versuchen, Schulz zu kopieren. Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil, sein eigenes System.

Der Sportliche Leiter Timur Camci hat den Aufstieg als Saisonziel vorgegeben. Eine ordentliche Bürde, oder?

Schlebach: Mit Druck konnte ich schon als Spieler gut umgehen. Aber jeder hat seine eigene Meinung. Selber bin ich etwas vorsichtiger. Der Kader ist aber gut aufgestellt und qualitativ so besetzt, dass wir oben mitspielen müssten. Man muss aber abwarten, wie sich alles einspielt mit dem neuen Trainerteam und einer neuen taktischen Ausrichtung.

Wie schätzen Sie die neue NRW-Liga ein?

Schlebach: Ich halte sie für sehr ausgeglichen. Weil viele Mannschaften sich nicht kennen, wird es spannend. Auch vom Start wird abhängen, in welche Richtung es geht.

 

Quelle: WAZ Herne

 

 

© SC Westfalia 04 Herne e.V. 2008