Schlebach: "Kennen keine Gnade", Schulz
wehrt sich.
Hernes neuer Coach Christoph Schlebach setzt
ja bekanntlich voll auf die Offensive. Doch
wie sehr seine Elf die Marschroute
beherzigt, hatten selbst die kühnsten
Westfalia-Fans nicht erahnt. Im Kreispokal
fuhr der SCW einen 21:0-Kantersieg gegen den
B-Ligisten DJK Wanne-Eickel 88 ein.
"Das
ist schon richtig gut", schnalzt Schlebach
mit der Zunge. "Ich hatte im Vorfeld
unbedingt ein 'zu Null' gefordert und zwölf
Tore Unterschied. Die Jungs haben die
Vorgabe toll umgesetzt."
Belohnung: Am gestrigen Mittwoch war
trainingsfrei. "Hätten wir einen
Gegentreffer kassiert, wären die Jungs
gestern gelaufen", berichtet Schlebach.
Aber darauf hatten die Torschützen Marko
Onucka (8), Martin Setzke (3), Dominik
Behrnd (2), Tim Kilian, Andre Badur,
Sebastian Freyni, Tim Gebauer, Stefan
Oerterer, Kadir Mutluer, Dennis Gidaszewski
sowie Nils Eisen keinen Bock und hielten den
Laden hinten dicht. "Wir kennen eben keine
Gnade", grinst Schelbach und weiß genau,
dass er spätestens mit diesem Schützenfest
die Skeptiker Lügen gestraft hat.
Denn zusammen mit seinem "Co" Frank Plewka
hat er sofort einen guten Draht zur
Mannschaft gefunden. "Die Jungs haben uns
den Einstand leicht gemacht, aber wir sind
mit der Situation auch ganz locker
umgegangen", hofft Schlebach, die
Diskussionen über seine Person im Umfeld
schnellstens verstummen lassen zu können.
Derweil nimmt Ex-Coach Frank Schulz die
Wechselberichte nur ungern zur Kenntnis.
"Ich wildere nicht in Herne, denn die
Westfalia liegt mir am Herzen und deshalb
will ich nicht, dass die Mannschaft
auseinanderbricht." Dennoch holte er Norman
Seidel und Edin Terzic nach Cloppenburg.
"Stimmt, aber das sind auch die Einzigen",
macht Schulz deutlich. "Alle anderen Leute
hatten zu mir zwar privaten Kontakt, aber
kein Angebot. Ich werde niemanden mehr vom
SCW holen."
Thorsten Richter