Westfalia Herne zieht durch ein
verdientes 3:1 über RW Essen II ins Finale
ein. Nach dem Ausgleich machen Setzke und
Onucka binnen weniger Sekunden alles klar.
Schlebach freut sich über seine sattelfeste
Defensive.
Endlich wieder richtiger Fußball mit Härte,
Leidenschaft und Emotionen. Nachdem der SC
Westfalia bislang seine Gegner nach Belieben
dominiert hatte und neben der Höhe des
Sieges vor allem der interne Konkurrenzkampf
für Gesprächsstoff sorgte, lieferte die
zweite Halbfinalpartie des gestrigen Abends
einen Vorgeschmack auf das, was uns in gut
14 Tagen erwartet.
Denn mit RW Essen II stand der Schlebach-Elf
ein spielstarkes und hoch motiviertes Team
gegenüber, das den Hernern einiges
abverlangte. Mitte der zweiten Hälfte schien
es gar, als könnten die jungen Rot-Weißen
dem SCW den Finaleinzug streitig machen,
doch mit einem Doppelschlag erstickten
Martin Setzke und Marco Onucka das Essener
Aufbegehren und bescherten sich und ihrem
Team einen schönen Abend auf der Cranger
Kirmes. "Aufgrund des Ergebnisses, aber auch
unseres Spiels bin ich voll zufrieden. Nur
hätten wir schon in der ersten Hälfte alles
klar machen müssen", stellte Christoph
Schlebach seinen Jungs ein gutes Zeugnis
aus.
Dass Westfalia als beste Mannschaft des
Turniers auch gestern als verdienter Sieger
vom Platz ging, darüber gab es keine zwei
Meinungen. Die Herner hatten über weite
Strecken die Spielkontrolle, ohne sich aber
Chancen im Drei-Minuten-Takt erarbeiten zu
können. Dafür standen die Rot-Weißen zu
kompakt. Geschickt stellten sie die Passwege
in die Spitze zu, so dass Setzke und Onucka
sich kaum in Szene setzen konnten. Die erste
Möglichkeit bot sich Arben Tahiri (19.), als
ihm Sven Barton den Ball fein auflegte, doch
beim Außenrist-Schuss des SCW-Kapitäns aus
zwölf Metern hatte RWE-Keeper Himmelmann
keine Mühe. Bei seinem nächsten Vorstoß
suchte Barton dann selbst den Abschluss.
Nach Dennis Gidaszewskis langem Diagonalball
war er schneller als Krakala und drosch das
Leder herzhaft ins kurze Ecke (31.). Noch
vor der Pause boten sich gute Chancen zu
erhöhen. Die beste versiebte Setzke, als er
den Ball nach Nils Eisens Steilpass über den
Torwart heben wollte. Himmelmann aber roch
den Braten und pflückte das Leder lässig
herunter.

Beim Halbzeitstand von 1:0 erklärt SCW-Coach
Schlebach seinen Jungs den Weg zum Sieg.
Foto: InfoSchlumpf
In der zweiten Halbzeit tat sich vor den
Toren zunächst wenig. Bis Samet Alpay aus
heiterem Himmel mit einer Direktabnahme nach
Krakalas Flanke ausglich. Dies war aber auch
die einzige Situation, in der Hernes
Viererkette nicht im Bilde war. Ansonsten
ließ die Defensive fast nichts zu - sehr zur
Freude des Trainers, der bislang ja
überwiegend Einbahnstraßenfußball sah.
Dass auch die Angreifer gegen gleichklassige
Gegner treffen, zeigte sich in der
Schlussphase. Zunächst verwandelte Setzke
einen Handelfmeter, dann legte er mit einem
Rückzieher die Kugel in den Lauf von Onucka,
der sie aus zehn Metern in den Giebel jagte.
Dass Michael Baum kurz darauf erst
berechtigtes Gelb, noch vor der
Spielfortsetzung unberechtigtes Gelb/Rot
kassierte, konnte den guten Gesamteindruck
nicht trüben.
SC Westfalia Herne - Rot-Weiß Essen II 3:1
Tore: 1:0 (31.) Barton, 1:1 (68.) Alpay, 2:1
(77.) Setzke (Elfmeter, Handspiel Yasli),
3:1 (78.) Onucka.
SCW: Lindenblatt - Barton, Eisen (46.
Mustroph), Baum, Gidaszewski (46. Kilian) -
Allali (68. Kluy), Gebauer - Tahiri (46.
Behrend), Badur - Onucka (81. Oerterer),
Setzke.
RWE II: Himmelmann - Arslan (46. Yavuz),
Weißert, Caspers (79. Klink), Yasli - Alpay,
Dutschke, Cetinkaya, Krakala - Tokat (46.
Cakiroglu), Uzun.
Gelb/Rot: Baum (SCW, 82.).
SR: Cetin Sevinc (Herne).
Von Wolfgang Volmer