PRESSE

Ein "standesgemäßer" Sieg
 

11.08.08

Westfalia Herne erreicht durch ein 4:0 beim Bezirksligisten BVH Dorsten die zweite Verbandspokalrunde, offenbart dabei aber erstaunliche Schwächen bei hohen Bällen. Auch im Spiel nach vorne läuft nicht alles rund.

Ein 4:0 bei einem drei Klassen tiefer spielenden Gegner, das nennen Fußballer gern ein "standesgemäßes" Ergebnis. Doch Ergebnisse können lügen. Denn so deutlich, wie es das 4:0 ausdrückt, beherrschte der SC Westfalia den Bezirksligisten BVH Dorsten keineswegs. Bis weit in die zweite Hälfte hinein lag sogar der Ausgleich in der Luft, und erst zwei fein ausgespielte und von Andre Badur abgeschlossene Konter in den letzten Minuten suggerierten eine eindeutige Herner Überlegenheit, von der aber wenig zu sehen war.

"Wir haben um zwei Tore zu hoch gewonnen", gab dann auch Christoph Schlebach offen zu. Und erstmals äußerte er nach diesem letzten "Test" vor dem NRW-Liga-Auftakt auch deutlich seine Kritik. "Überhaupt nicht gefallen hat mir, dass wir doch die eine oder andere Torchance zugelassen haben, vor allem auch bei Standardsituationen."

Womit er den Nagel auf den Kopf traf. Denn dass nahezu jede Ecke, jede Freistoßflanke für Gefahr im Herner Strafraum sorgte, war schon erstaunlich. Schließlich standen mit Mirko Mustroph und Michael Baum zwei kopfballstarke Leute in der Innenverteidigung, und auch der lange Dennis Gidaszewski gesellte sich bei den Standards hinzu. "Aber obwohl die Einteilung da war, haben wir die Kopfbälle nicht bekommen", wunderte sich Schlebach.

Das Spiel nach vorne lief zuweilen auch ziemlich schleppend. Nach Arben Tahiris 1:0 gelangen bis zur Pause kaum noch sehenswerte Kombinationen. Viele Ballverluste, unpräzise Zuspiele auf die gut abgeschirmten Spitzen, schlecht getimte Flanken - so war auch der Abwehr eines Bezirksligisten nicht beizukommen. Zudem leistete sich die Deckung einige Aussetzer und bescherte Reckmann (14.) und Mahlitz (19.) zwei dicke Chancen, die aber ungenutzt blieben.


Arben Tahiri versetzt einen Gegner, nimmt Maß und trifft zum 1:0 in der 12. Minute                             Foto: InfoSchlumpf

Auch im zweiten Abschnitt hatte Herne zunächst Glück, dass Müllers Volleyschuss an einem Abwehrbein hängen blieb (61.). Vier Minuten später nutzte Martin Setzke einen fragwürdigen Foulelfmeter zum 2:0. Kurz darauf durfte Setzke vorzeitig duschen. "Das gibt's doch gar nicht", ärgerte er sich etwas zu laut über eine Freistoßentscheidung - und sah zum zweiten Mal Gelb. In Überzahl warf der BVH alles nach vorne, war aber offen für Konter, die vor allem Kadir Mutluer mit genialen Pässen einleitete. Zweimal musste Badur nur den Fuß hinhalten, dann stand es fest, das "standesgemäße" 4:0.

BVH Dorsten - SC Westfalia Herne 0:4

Tore: 0:1 (12.) Tahiri, 0:2 (65.) Setzke (Foulelfmeter, Mahlitz an Setzke), 0:3, 0:4 (85./86.) Badur.

BVH: Czok - Mahlitz - Elvermann, Richter, Bischof - Klein (57. Aldenhoff), Müller, Reckmann, Welter - Sahintürk (63. Knoblauch), Kara.

SCW: Lindenblatt - Kluy, Baum, Mustroph, Gidaszewski - Allali, Tahiri (60. Mutluer) - Behrend (60. Oerterer), Badur - Setzke, Onucka (46. Freyni).

SR: Dominic Cichon (Schöppingen).

Gelb/Rot: Setzke (SCW/73.)

Von Wolfgang Volmer

Foto-Album zum Spiel
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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