NRW-Ligist erobert durch ein 2:0 über
Ausrichter SV Sdodingen zum neunten Mal den
inoffiziellen Titel eines
Hallenfußball-Stadtmeisters. Arminia
Sodingen überrascht mit Platz vier beim 20.
Manfred-Gall-Gedächtnisturnier.
Die Hallensaison ist kurz, aber heftig. Wenn
die Fußballer ihre Sambatreter auskramen,
wollen sie das Leder nicht nur streicheln.
Dann geht's auch schon mal zur Sache, wird
gegrätscht, gekämpft, gemeckert und gefoult
- erst recht, wenn es nicht nur um einen
hübschen Batzen Geld, sondern auch um viel
Prestige geht. Wie beim Manfred-Gall-Turnier
des SV Sodingen, das sich längst als
Topereignis des Hallenkicks in Herne
etabliert hat und als inoffizielle
Stadtmeisterschaft gilt. Doch so hektisch es
mitunter auf dem Parkett der Westringhalle
zuging, so ruhig und besonnen brachten
Schiedsrichter und Turnierleitung die beiden
tollen Tage über die Bühne. Am Ende gab es
deshalb viele Sieger: Den SC Westfalia, der
mit etwas Glück, aber sicher auch verdient
seine im Vorjahr unterbrochene Siegesserie
fortsetzte und sich zum neunten Mal zum
Stadtmeister krönte, den SV Sodingen, der
bis ins Finale vordrang und für einen
perfekt organisierten Ablauf sorgte, und den
Herner Fußball insgesamt, der sich – von
kleineren Rangeleien abgesehen – von seiner
besten Seite präsentierte. Das Lob kam
schließlich von höchster Stelle. „Ein dickes
Kompliment allen Mannschaften für so viel
Einsatz und Spielfreude”, war auch
Oberbürgermeister Horst Schiereck ziemlich
begeistert. Die Tribüne dankte es ihm mit
tosendem Beifall.

In Feierlaune: Der "inoffizielle"
Hallenfußball-Stadtmeister SC Westfalia 04
Herne
Arminen machen Stimmung
Auch auf den Rängen hatte der SC Westfalia
diesmal fast gleichstarke Konkurrenz. Und
zwar durch Arminia Sodingen. Die
Arminen-Fans machten ordentlich Stimmung –
mit der gleichen Energie, mit der ihre Jungs
das Turnier aufmischten. Die Arminen waren
die positive Überraschung des Turniers.
Souverän überstand der A-Ligist Vor- und
Zwischenrunde, schaltete im Viertelfinale
den klassenhöheren BV Süd aus und hielt
sogar gegen den SCW im Halbfinale sein Tor
sauber. Erst im Neunmeterschießen setzte
sich der NRW-Ligist durch, weil Torwart Olli
Bautz alle vier Arminen-Schüsse abwehrte.
Zwei torlose Halbfinals
Auch das zweite Halbfinale blieb torlos.
Weder DSC noch SV Sodingen wollten Risiko
gehen, beide spielten sehr diszipliniert und
ließen kaum Chancen zu. Um so spannender war
der finale Countdown. Zweimal hatte der DSC
die Chance, mit einem Schuss alles klar zu
machen. Zunächst entschärfte André Dante,
Sodingens neuer Keeper, Levent Gökceks
Knaller, dann zielte Daniel Gavranovic zu
hoch. Und als nach Marvin Scheers Treffer
für den SVS auch Thomas Syperrek patzte, war
der Titelverteidiger draußen.
Umso mehr Glück hatte der DSC im Spiel um
Platz drei. Lange fanden die Wanner kein
Mittel, die gut gestaffelte Abwehr von
Arminia Sodingen zu knacken, dann setzten
sich die Gäste selbst ein Ei ins Nest. Ein
Armine fälschte Markus Scherffs Hereingabe
unhaltbar für den zum besten Torhüter
gewählten Andreas Scarale zum Wanner
1:0-Sieg ab.
Badur spielt Gidaszewski frei
Das Endspiel eröffnete Sodingens Ersan Kaya
mit einem fuminanten Lattenkracher, dann
übernahm der SCW die Regie, ohne sich
zwingende Chancen zu erspielen. Erst als
André Badur in der letzten Sekunde der
ersten Hälfte einen Bautz-Abstoß genial
weiterleitete, hatte Dennis Gidaszewski, zur
eigenen Überraschung als bester
Turnierspieler geehrt, freie Bahn zum 1:0,
dem Kadir Mutluer kurz vor Schluss noch den
Treffer zum 2:0-Endstand folgen ließ.

Dennis Gidaszewski wurde zum besten Spieler
des Turniers gewählt
Fotos: InfoSchlumpf
Von Wolfgang Volmer
Fotoalben vom Turnier von InfoSchlumpf: