NRW-Ligist gewinnt nach dem
Mitternachtscup auch in Recklinghausen den
Wanderpokal und 1000 Euro. A-Kreisligist
Fortuna Herne düpert höherklassige
Konkurrenz mit dem dritten Platz. Drei rote
Karten.
Recklinghausen. Eigentlich wollten auch sie
endlich „mal dran" sein bei einem der großen
Hallenfußballturniere. Zumal ihnen die
äußeren technischen Voraussetzungen mit der
Rundum-Bande in der Recklinghäuser
Kuniberg-Sporthalle ganz erheblich
entgegenkamen.
Doch einmal mehr schauten die Kicker des
NRW-Ligisten VfB Hüls am Samstag beim
Vest-Cup des FC 96 Recklinghausen in die
Röhre: Denn nach souverän gespielter
Vorrunde mit neun Punkten und 11:1 Toren kam
das Aus schon in der Zwischenrunde in Form
des A-Kreisligisten Fortuna Herne. Der
erzielte nicht nur wenige Sekunden vor
Schluss des Spiels den Ausgleich zum 2:2: Er
hatte beim anschließenden Neunmeterschießen
auch die besseren Nerven und zog am Ende mit
einem 5:4-Erfolg ins Halbfinale ein.
Spätestens nach dem Aus für den VfB Hüls war
dann wohl auch klar: Nach dem Sieg beim
Mitternachtscup in Herten hatte NRW-Ligist
Westfalia Herne beim Vest-Cup die besten
Karten für den Turniersieg. Und was sich in
der Vorrunde (neun Punkte, 11:3 Tore) schon
angedeutet hatte, setzte sich fort: In der
Zwischenrunde wurde der 1. FC Preußen
Hochlarmark klar ausgebootet (6:1), und auch
Fortuna Herne hatte im Halbfinale bei seiner
1:4-Niederlage keine Chance. Nur im Finale
schwächelte die Westfalia nach zunächst
klarer Führung ein wenig, setzte sich dann
aber doch mit 3:2 Toren gegen Ausrichter FC
96 Recklinghausen durch.
Die große negative Überraschung des Vest-Cup
2009 war NRW-Ligist SV Schermbeck. Denn
Oliver Dirr, Trainer der zweiten Mannschaft
des SV, musste nicht nur völlig ohne
Unterstützung des NRW-Liga-Kaders auskommen:
Auch seinen eigenen Spielern fehlte die
Motivation, was das sang- und klanglose
Ausscheiden in der Vorrunde (0/2:17)
nachhaltig unterstreicht. Vor allem das 2:9
gegen Fortuna Herne wurmte den Schermbecker
„Torwart-Dino" ganz mächtig.
Apropos Fortuna Herne: Der A-Kreisligist aus
der Nachbarstadt war die eigentliche
Sensationsmannschaft des Turniers. Denn er
zog nicht nur als bester Tabellendritter in
die Zwischenrunde ein, wo er den VfB Hüls
ausschaltete: Er sicherte sich im „kleinen
Finale" gegen die Spvgg. Erkenschwick mit
2:1 Toren auch noch das „dritte Geld" (250
Euro) aus dem 1900 Euro-Prämientopf.
Nur schade, dass das kleine Finale mit einem
Eklat endete. Denn nach Rangeleien zwischen
Hernes Ratajczak und Erkenschwicks Arek Grad
nach dem Schlusspfiff sowie einem
Rambo-Versuch des Herners Volkan Yaman gab
es für alle Drei die rote Karte: Arek Grad
wird damit der Spvgg. Erkenschwick
voraussichtlich sowohl im Nachholspiel bei
SuS Neuenkirchen als auch zum
Rückrundenauftakt gegen den FC Eintracht
Rheine fehlen. Ein Eklat, der bei etwas mehr
Fingerspitzengefühl des Unparteiischen
vermeidbar gewesen wäre. Doch der versäumte
es, dem „förmlichen Betteln" Yamans um eine
Zeitstrafe während des Spiels nachzukommen.
„Sportlich war das eine gute Sache. Mein
Verein ist Zweiter geworden, das ist auch
schön." Nur mit dem Drumherum war FC
96-Vorsitzender Jürgen Siedelhofer nicht so
ganz zufrieden. Wobei es weniger die etwas
enttäuschende Zuschauerzahl (365) war. Denn
auch der Verkauf vor allem außerhalb der
Halle am Grill und am Getränkestand ließ zu
wünschen übrig. Das knackige Winterwetter
machte dem Ausrichter so doch einen
kräftigeren Strich durch seine
Vorab-Kalkulationen.
von Jürgen Seyb