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FC 96-Turnier: Westfalia Herne räumt wieder ab
 

12.01.09

NRW-Ligist gewinnt nach dem Mitternachtscup auch in Recklinghausen den Wanderpokal und 1000 Euro. A-Kreisligist Fortuna Herne düpert höherklassige Konkurrenz mit dem dritten Platz. Drei rote Karten.

Recklinghausen. Eigentlich wollten auch sie endlich „mal dran" sein bei einem der großen Hallenfußballturniere. Zumal ihnen die äußeren technischen Voraussetzungen mit der Rundum-Bande in der Recklinghäuser Kuniberg-Sporthalle ganz erheblich entgegenkamen.

Doch einmal mehr schauten die Kicker des NRW-Ligisten VfB Hüls am Samstag beim Vest-Cup des FC 96 Recklinghausen in die Röhre: Denn nach souverän gespielter Vorrunde mit neun Punkten und 11:1 Toren kam das Aus schon in der Zwischenrunde in Form des A-Kreisligisten Fortuna Herne. Der erzielte nicht nur wenige Sekunden vor Schluss des Spiels den Ausgleich zum 2:2: Er hatte beim anschließenden Neunmeterschießen auch die besseren Nerven und zog am Ende mit einem 5:4-Erfolg ins Halbfinale ein.

Spätestens nach dem Aus für den VfB Hüls war dann wohl auch klar: Nach dem Sieg beim Mitternachtscup in Herten hatte NRW-Ligist Westfalia Herne beim Vest-Cup die besten Karten für den Turniersieg. Und was sich in der Vorrunde (neun Punkte, 11:3 Tore) schon angedeutet hatte, setzte sich fort: In der Zwischenrunde wurde der 1. FC Preußen Hochlarmark klar ausgebootet (6:1), und auch Fortuna Herne hatte im Halbfinale bei seiner 1:4-Niederlage keine Chance. Nur im Finale schwächelte die Westfalia nach zunächst klarer Führung ein wenig, setzte sich dann aber doch mit 3:2 Toren gegen Ausrichter FC 96 Recklinghausen durch.

Die große negative Überraschung des Vest-Cup 2009 war NRW-Ligist SV Schermbeck. Denn Oliver Dirr, Trainer der zweiten Mannschaft des SV, musste nicht nur völlig ohne Unterstützung des NRW-Liga-Kaders auskommen: Auch seinen eigenen Spielern fehlte die Motivation, was das sang- und klanglose Ausscheiden in der Vorrunde (0/2:17) nachhaltig unterstreicht. Vor allem das 2:9 gegen Fortuna Herne wurmte den Schermbecker „Torwart-Dino" ganz mächtig.

Apropos Fortuna Herne: Der A-Kreisligist aus der Nachbarstadt war die eigentliche Sensationsmannschaft des Turniers. Denn er zog nicht nur als bester Tabellendritter in die Zwischenrunde ein, wo er den VfB Hüls ausschaltete: Er sicherte sich im „kleinen Finale" gegen die Spvgg. Erkenschwick mit 2:1 Toren auch noch das „dritte Geld" (250 Euro) aus dem 1900 Euro-Prämientopf.

Nur schade, dass das kleine Finale mit einem Eklat endete. Denn nach Rangeleien zwischen Hernes Ratajczak und Erkenschwicks Arek Grad nach dem Schlusspfiff sowie einem Rambo-Versuch des Herners Volkan Yaman gab es für alle Drei die rote Karte: Arek Grad wird damit der Spvgg. Erkenschwick voraussichtlich sowohl im Nachholspiel bei SuS Neuenkirchen als auch zum Rückrundenauftakt gegen den FC Eintracht Rheine fehlen. Ein Eklat, der bei etwas mehr Fingerspitzengefühl des Unparteiischen vermeidbar gewesen wäre. Doch der versäumte es, dem „förmlichen Betteln" Yamans um eine Zeitstrafe während des Spiels nachzukommen.

„Sportlich war das eine gute Sache. Mein Verein ist Zweiter geworden, das ist auch schön." Nur mit dem Drumherum war FC 96-Vorsitzender Jürgen Siedelhofer nicht so ganz zufrieden. Wobei es weniger die etwas enttäuschende Zuschauerzahl (365) war. Denn auch der Verkauf vor allem außerhalb der Halle am Grill und am Getränkestand ließ zu wünschen übrig. Das knackige Winterwetter machte dem Ausrichter so doch einen kräftigeren Strich durch seine Vorab-Kalkulationen.

von Jürgen Seyb

Fotostrecke: Bilder vom Turnier
 

Quelle: WAZ

 

 

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