Westfalia Herne will neuerlichen
Spielausfall unbedingt vermeiden. Dattenfeld
kommt mit dem früheren Kölner „Wunderkind”
Marco Quotschalla zum Schloss. Marko Onucka
stürmt neben Martin Setzke, Mirko Mustrophs
Einsatz ist fraglich.
Manche richten bange Blicke zum Himmel,
andere ersetzen den kurzen Draht zu Petrus
durch eine Standleitung zu den
Wetterportalen im Netz: Inständig hoffen sie
beim SC Westfalia, dass der Regen nachlässt
und das NRW-Liga-Nachholspiel gegen Germania
Dattenfeld Sonntag ab 14.30 Uhr am Schloss
Strünkede über die Bühne gehen kann.
Nach siebenwöchiger Abstinenz ist nicht nur
der Hunger auf „richtigen” Fußball
riesengroß, auch die Vereinskasse braucht
frische Nahrung. Und der Terminplan ist eh
schon so eng genäht, dass ihn ein
neuerlicher Ausfall platzen lassen würde.
Viele gute Gründe also, den Rasen mit
reichlich Manpower vor und nach dem Spiel so
zu präparieren, dass auch der Pokalhit am 1.
Februar gegen Lotte nicht gefährdet ist.
Auch Christoph Schlebach brennt darauf, dass
es los geht - ausschließlich aus sportlichen
Gründen. Schließlich hat der Trainer seine
Mannschaft auf den Punkt hin vorbereitet und
will die Früchte der Arbeit ernten, sprich:
einen Dreier einfahren. „Es wäre schon
wichtig, gut aus den Startlöchern zu
kommen.” Auf die Tabelle schaut er dabei
ebenso wenig wie auf Lotte. „Um das
Pokalspiel kümmern wir uns ab Sonntag
nachmittag. Bis dahin zählt nur Dattenfeld”,
fokussiert Schlebach alles auf die morgige
Partie.
Der Gegner nämlich hat es in sich. Zwar
rangiert die Germania derzeit nur auf Platz
elf, will aber nach oben klettern und im
nächsten Jahr zum 100. Vereinsjubiläum die
Regionalliga angreifen. So lautet jedenfalls
die ambitionierte Zielsetzung ihres jungen
Trainers Michael Boris (33), der einst mit
André Badur in der Jugend des VfB
Kirchhellen kickte. Den Kader für solche
Höhenflüge hat Boris jetzt schon. Kapitän
Markus Voike und Stürmer Sebastian Schoof,
der für Bayer Leverkusen schon
Bundesligatore erzielte, bürgen für
Erfahrung und Qualität. Im Winter angelte
sich der Klub aus der 2400-Seelen-Nest in
der Gemeinde Windeck zwei neue Angreifer:
Jonas Wendt und den 20-jährigen Marco
Quotschalla, der für Aachen bereits zwei
Bundesligaspiele absolvierte und beim 1. FC
Köln mal als „Wunderkind” galt. Fast so wie
Prinz Poldi.
Der SCW weiß also, was auf ihn zukommt.
Sebastian Freyni und Mirko Mustroph haben
nach ausgestandener Grippe noch
Trainingsrückstand, alle anderen sind fit.
Nicht mehr dabei sind Kadir Mutluer (zum VfB
Speldorf) und René Lewejohann. „Wir haben
Renés Wunsch entsprochen und den Vertrag
aufgelöst”, wünscht SCW-Manager Timur Camci
dem Stürmer alles Gute. So wird Marko Onucka
nach einer starken Vorbereitung mit Martin
Setzke das Angriffs-Duo bilden.
Von Wolfgang Volmer