PRESSE

Etwas für Herz und Puls
 

09.02.09

SC Westfalia muss nach 2:0-Führung gegen starke Zebras noch um den Sieg bangen.Erst Martin Setzke erlöst die Fans mit dem Kontertor zum 3:1-Endstand.

Der SC Westfalia Herne weiß, wie er auch an einem kalten Wintertag die Herzen seiner Fans erwärmen und den Puls höher schlagen lassen kann. Mit einem Sieg sowieso. Auf jeden Fall auch mit tollem Fußball, wie ihn die Strünkeder gestern einmal mehr über weite Strecken zelebrierten. Aber dass der Puls zwischenzeitlich über die normale Skala hinaus ausschlug, lag daran, dass der Westfalia ein sicher geglaubter Sieg noch aus den Händen zu gleiten drohte.

Nämlich nach dem Anschlusstreffer der Jung-Zebras zum 1:2, die anschließend vehement auf den Ausgleich drängten. Erst in der 83. Minute bewahrte Martin Setzke die SCW-Fangemeinde vor gesundheitlichen Schäden. Nach seinem Treffer zum 3:1 war im Stadion am Schloss ein kollektives Durchatmen zu hören.

Die 700 Zuschauer, die den Weg nach Strünkede gefunden hatten, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Es war ein echtes Topspiel zwischen Spitzenreiter SCW und dem Tabellenfünften aus Duisburg, darüber gab es später auch zwischen beiden Trainern keine geteilte Meinung.


In einem hochklassigen Spiel auf tiefen Boden boten sich den Zuschauern einige Strafraumszenen.    Foto: InfoSchlumpf

MSV II-Coach Uwe Schubert hatte mit Tobias Willi und Gregory Christ zwei Lizenzspieler in seiner Startelf, die nach Verletzungspausen wieder Spielpraxis sammeln sollten. Willi musste aber bereits nach 25 Minuten angeschlagen wieder vom Feld, und auch Christ stellte die SCW-Abwehr nicht vor große Probleme.

Unbeeindruckt von den beiden Profis nahm die Westfalia das Heft sofort in die Hand und wurde für ihr konsequentes Forechecking direkt belohnt. In der 7. Minute sprintete André Badur in einen Querpass von Karachristis, lief noch zwei Meter mit dem Ball und zog dann vehement aus knapp 20 Metern in den Knick ab. Nachdem Kapitän Arben Tahiri nach Foul an Martin Setzke per Strafstoß auf 2:0 erhöht hatte (30.), schien alles nach Plan zu verlaufen. Kevin Grund vergab anschließend die größte Chance des MSV, als er den Ball freistehend aus zehn Metern am Herner Tor vorbei hämmerte.

Noch vor der Pause hätten Baum, Badur und Onucka die Führung ausbauen können, Setzke alleine boten sich nach dem Seitenwechsel innerhalb von acht Minuten gleich drei dicke Chancen. Das hätte sich durchaus rächen können, denn nach dem Anschlusstreffer durch Denis Pozder (56.) geriet der SCW ein wenig ins Schwimmen. Die Zebras hatten nun ein klares Übergewicht, die Defensive der Strünkeder konnten sie aber nicht knacken. Richtig durchschaufen konnte die Westfalia aber erst, nachdem Setzke den Konter zum 3:1 gesetzt hatte.

SC Westfalia Herne - MSV Duisburg II 3:1

Tore: 1:0 (7.) Badur, 2:0 (30., Foulelfmeter) Tahiri, 2:1 (56.) Pozder, 3:1 (83.) Setzke.

SCW: Bautz - Barton, Mustroph, Baum, Kluy - Gebauer, Allali (86. Özdemir) - Badur, Tahiri (84. Kilian) - Setzke, Onucka (76. Eisen).

MSV II: Kaczor - Willi (25. Göcke) , Karachristos, Theißen, Odak - Grund (47. Windges), Humbert, Student, Abelski - Christ (76. Lehmann), Pozder.

SR: Borsch (Mönchengladbach).

Zuschauer: 700.


Trainerstimmen:

Uwe Schubert (MSV II): „Aus meiner Sicht haben wir ein sehr gutes Spiel gesehen. Es ging rauf und runter. Aber am Ende haben die Herner verdient gewonnen, weil sie cleverer in der Chancenauswertung waren. Wir wollten lange zu Null spielen, haben uns das durch einen Fehlpass aber früh vermasselt. Und der André hat das dann geschickt genug – ich will ja nicht sagen, dass er das bei mir in der Jugend gelernt hat. Nach dem Anschluss haben wir auf dem tiefen Boden sehr gut kombiniert, aber Herne hat keinen Ball in die Spitze zugelassen. Der entscheidende Konter war dann nur eine Frage der Zeit."

Christoph Schlebach (SCW): „Der MSV hat uns alles abverlangt und technisch sehr versierten Fußball gespielt. Aber ich muss meiner Mannschaft einmal mehr ein Riesenkompliment machen. Vor allem vorne haben wir uns sehr gut bewegt. 20 Minuten lang haben wir dann zwar nicht so gut gestanden, aber wir setzen immer mehr den Fußball um, den ich mir vorstelle."
 

von Uwe Ross
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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