SC Westfalia muss nach 2:0-Führung gegen
starke Zebras noch um den Sieg bangen.Erst
Martin Setzke erlöst die Fans mit dem
Kontertor zum 3:1-Endstand.
Der SC Westfalia Herne weiß, wie er auch an
einem kalten Wintertag die Herzen seiner
Fans erwärmen und den Puls höher schlagen
lassen kann. Mit einem Sieg sowieso. Auf
jeden Fall auch mit tollem Fußball, wie ihn
die Strünkeder gestern einmal mehr über
weite Strecken zelebrierten. Aber dass der
Puls zwischenzeitlich über die normale Skala
hinaus ausschlug, lag daran, dass der
Westfalia ein sicher geglaubter Sieg noch
aus den Händen zu gleiten drohte.
Nämlich nach dem Anschlusstreffer der
Jung-Zebras zum 1:2, die anschließend
vehement auf den Ausgleich drängten. Erst in
der 83. Minute bewahrte Martin Setzke die
SCW-Fangemeinde vor gesundheitlichen
Schäden. Nach seinem Treffer zum 3:1 war im
Stadion am Schloss ein kollektives
Durchatmen zu hören.
Die 700 Zuschauer, die den Weg nach
Strünkede gefunden hatten, brauchten ihr
Kommen nicht zu bereuen. Es war ein echtes
Topspiel zwischen Spitzenreiter SCW und dem
Tabellenfünften aus Duisburg, darüber gab es
später auch zwischen beiden Trainern keine
geteilte Meinung.

In einem hochklassigen Spiel auf tiefen
Boden boten sich den Zuschauern einige
Strafraumszenen. Foto:
InfoSchlumpf
MSV II-Coach Uwe Schubert hatte mit Tobias
Willi und Gregory Christ zwei Lizenzspieler
in seiner Startelf, die nach
Verletzungspausen wieder Spielpraxis sammeln
sollten. Willi musste aber bereits nach 25
Minuten angeschlagen wieder vom Feld, und
auch Christ stellte die SCW-Abwehr nicht vor
große Probleme.
Unbeeindruckt von den beiden Profis nahm die
Westfalia das Heft sofort in die Hand und
wurde für ihr konsequentes Forechecking
direkt belohnt. In der 7. Minute sprintete
André Badur in einen Querpass von
Karachristis, lief noch zwei Meter mit dem
Ball und zog dann vehement aus knapp 20
Metern in den Knick ab. Nachdem Kapitän
Arben Tahiri nach Foul an Martin Setzke per
Strafstoß auf 2:0 erhöht hatte (30.), schien
alles nach Plan zu verlaufen. Kevin Grund
vergab anschließend die größte Chance des
MSV, als er den Ball freistehend aus zehn
Metern am Herner Tor vorbei hämmerte.
Noch vor der Pause hätten Baum, Badur und
Onucka die Führung ausbauen können, Setzke
alleine boten sich nach dem Seitenwechsel
innerhalb von acht Minuten gleich drei dicke
Chancen. Das hätte sich durchaus rächen
können, denn nach dem Anschlusstreffer durch
Denis Pozder (56.) geriet der SCW ein wenig
ins Schwimmen. Die Zebras hatten nun ein
klares Übergewicht, die Defensive der
Strünkeder konnten sie aber nicht knacken.
Richtig durchschaufen konnte die Westfalia
aber erst, nachdem Setzke den Konter zum 3:1
gesetzt hatte.
SC Westfalia Herne - MSV Duisburg II 3:1
Tore: 1:0 (7.) Badur, 2:0 (30.,
Foulelfmeter) Tahiri, 2:1 (56.) Pozder, 3:1
(83.) Setzke.
SCW: Bautz - Barton, Mustroph, Baum, Kluy -
Gebauer, Allali (86. Özdemir) - Badur,
Tahiri (84. Kilian) - Setzke, Onucka (76.
Eisen).
MSV II: Kaczor - Willi (25. Göcke) ,
Karachristos, Theißen, Odak - Grund (47.
Windges), Humbert, Student, Abelski - Christ
(76. Lehmann), Pozder.
SR: Borsch (Mönchengladbach).
Zuschauer: 700.
Trainerstimmen:
Uwe Schubert (MSV II): „Aus meiner
Sicht haben wir ein sehr gutes Spiel
gesehen. Es ging rauf und runter. Aber am
Ende haben die Herner verdient gewonnen,
weil sie cleverer in der Chancenauswertung
waren. Wir wollten lange zu Null spielen,
haben uns das durch einen Fehlpass aber früh
vermasselt. Und der André hat das dann
geschickt genug – ich will ja nicht sagen,
dass er das bei mir in der Jugend gelernt
hat. Nach dem Anschluss haben wir auf dem
tiefen Boden sehr gut kombiniert, aber Herne
hat keinen Ball in die Spitze zugelassen.
Der entscheidende Konter war dann nur eine
Frage der Zeit."
Christoph Schlebach (SCW): „Der MSV
hat uns alles abverlangt und technisch sehr
versierten Fußball gespielt. Aber ich muss
meiner Mannschaft einmal mehr ein
Riesenkompliment machen. Vor allem vorne
haben wir uns sehr gut bewegt. 20 Minuten
lang haben wir dann zwar nicht so gut
gestanden, aber wir setzen immer mehr den
Fußball um, den ich mir vorstelle."
von Uwe Ross