PRESSE

Ende der Fastenzeit?
 

09.04.09

Nach dürren Wochen ist bei Westfalia Herne der Erfolgshunger groß. Am Donnerstag geht es zum Verfolgerduell bei der punktgleichen Bielefelder Arminia.

Während die Frühlingssonne das zarte Grün der Hoffnung in die Landschaft zaubert, stellt sich der Alltag beim SC Westfalia in der vorösterlichen Zeit in tristem Grau dar. Fünf der sechs Pflichtspiele des Jahres hat der NRW-Ligist verloren, hat sich in der Liga seiner glänzenden Ausgangsposition und im Pokal einer vielleicht sechsstelligen Einnahme beraubt. Fastenzeit in Herne.

In der Not muss ein Retter her. Obama war gerade nicht zu haben, also erinnerte man sich eines Mannes, mit dem der Erfolg sechs Jahre lang beinahe ständiger Gast war am Schloss: Frank Schulz. Vor fünf Tagen wurde der 48-Jährige wieder auf den Trainersitz gehievt, den sein Nachfolger Christoph Schlebach räumen musste. Der Auftrag ist klar: Notbremse ziehen, Steuer herumreißen, Erfolgsspur wiederfinden. Damit die Saison in ein paar Wochen nicht als vermurkst gilt und alles aus den Fugen gerät, was sich die Strünkeder in den letzten Jahren aufgebaut haben.

Spielfeld ist zu groß

Kein leichtes Unterfangen, wie Schulz nach seinen ersten Eindrücken schwant. „Die Mannschaft bringt nicht das rüber, was ich von ihr kenne. Sie ist nicht locker, manchmal ist das Spielfeld zu groß” – ein wenig verklausuliert kommt rüber, was Schulz keinesfalls als Kritik an seinem Vorgänger verstanden haben möchte.

Es brächte eh' nichts. Was zählt, ist auf'm Platz, und der liegt am heutigen Donnerstag an der Rußheide in Bielefeld, wo die punktgleiche Arminen-Reserve um 19.30 Uhr auf die Herner wartet. Hier treffen die beiden einzigen Klubs der ehemaligen Oberliga Westfalen aufeinander, die sich zwischen die dominierenden Nordrhein-Vereine geschoben haben. Der Sieger hält Kontakt zu Platz drei, der durchaus aufstiegsrelevant sein kann. Jedenfalls wird gemunkelt, dass Düsseldorfs Zweite nur dann aufsteigen soll, wenn die „Erste” den Sprung in die 2. Bundesliga schafft.

Wichtig: Die Körpersprache

Für Frank Schulz sind diese Überlegungen zweitrangig, zumal er sich bislang nur als „Aushilfstrainer” bis Saisonende betrachtet. Ihm geht es darum, aus Bielefeld Zählbares mitzubringen. „Wichtig ist, dass wir von der Körpersprache und vom Einsatz her da beginnen, wo wir Sonntag aufgehört haben. Und vielleicht ist fußballerisch auf dem anderen Platz mehr drin.” Im Training hat er versucht, die Jungs wieder aufzurichten. Mit einigem Erfolg, wie er meint. „Wir haben am Dienstag zwei Stunden intensiv trainiert. Das war richtig gut, da war richtig Stimmung drin.”

Natürlich rechnet der Herner Coach damit, dass der eine oder andere Profi heute für die Jung-Arminen aufläuft. „Egal, wer da spielt, das sind junge, technisch gut ausgebildete und schnelle Leute, die nach oben wollen. Zweite Mannschaften der Bundesligaklubs sind immer stark”, weiß Schulz. „Aber daran orientiere ich mich nicht. Westfalia Herne hat eigene Klasse und eigene Qualität.” Auch wenn heute der Kapitän ausfällt. Arben Tahiri hat sich gegen Bonn am Knie verletzt und fehlt ebenso wie Sebastian Freyni und der beruflich verhinderte Dennis Gidaszewski.

Wolfgang Volmer

 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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