Planungslosigkeit nervt Schulz
Die Unruhe in Herne steigt von Tag zu Tag.
Denn nach wie vor herrscht am „Schloss
Strünkede“ absolute Planungslosigkeit für
die neue Saison. Werder ein Trainer,
geschweige denn Spieler wissen, wie es in
Herne weitergeht.
Und diese Hängepartie am Verhandlungstisch
hat natürlich auch die Konkurrenz
mitbekommen. Tim Gebauer steht
beispielsweise auf der Einkaufsliste der
Sportfreunde Lotte. Die
Vertrags-Unterschrift soll nach Angaben aus
dem Lotter Umfeld nur noch reine Formsache
sein. Das gilt auch für Stürmer Martin
Setzke. Doch der Stürmer hat zwischen Lotte
und Preußen Münster die Qual der Wahl. André
Badur steht indes auf dem Wunschzettel des
Bonner SC.
Und auch die Zukunft von Frank Schulz ist
völlig offen. Der Fußballlehrer hat nach wie
vor einen heißen Draht nach Essen (RWE und
ETB). „Aber die Westfalia hat auch mit mir
gesprochen und möchte gerne mit mir
weiterarbeiten“, berichtet der Coach. Doch
der Ex-Profi möchte sich die ganze Sache
erst noch durch den Kopf gehen lassen und
hat sich zehn Tage Bedenkzeit erbeten. „Ich
werde es mit meiner Familie besprechen. Denn
ich möchte wissen, wie es beim SCW weiter
geht“, fordert Schulz eine Perspektive und
endlich Planungssicherheit mit den Spielern.
„Dass mein Herz an der Westfalia hängt, ist
ja klar. Doch es kann aber auch sein, dass
ich im Sommer mal eine Pause einlegen
werde.“
Eine Auszeit legen die Akteure derweil
ständig auf dem Platz ein. „Die Art und
Weise wie wir auftreten, gefällt mir nicht“,
kann auch der knappe 1:0-Sieg über Oestrich
Schulz nicht beruhigen. Doch trotz der
sportlichen Talfahrt der vergangenen Wochen
hat der SCW noch Aufstiegschancen, wenn
Düsseldorf II nicht hoch gehen darf. „Wenn
ich unsere fußballerische Leistung sehe,
müssen wir uns nicht mit dem Aufstieg
beschäftigen“, winkt Schulz ab. „Erst wenn
in diesem Bereich ein Aufwärtstrend zu
erkennen wäre, kann man darüber noch mal
nachdenken.“
Bis dahin hat der ehemalige nur einen
Wunsch: „Wir müssen uns erst einmal
stabilisieren, denn die Leistungen
entsprechen nicht der Westfalia. Wir müssen
versuchen, die Saison vernünftig zu beenden
und mit den Planungen beginnen. Mehr kann
man im Moment nicht machen.“
Thorsten Richter