PRESSE

Im Schwebezustand
 

02.05.09

Beim SC Westfalia Herne sind noch viele Fragen offen. Das Gastspiel am Essener Uhlenkrug kann Sonntag erste Antworten bringen.

Wenig Fakten, viele Mutmaßungen. Sechs Wochen vor Ende der NRW-Liga-Saison ist die Situation beim SC Westfalia Herne ziemlich unübersichtlich. Klar ist, dass es einen Schnitt geben und die Mannschaft billiger werden soll. Klar ist auch, dass der Vorstand diese Aufgabe gern mit Trainer Frank Schulz angehen würde. Alles weitere ist Spekulation. Selbst die Frage der künftigen Ligazugehörigkeit ist wieder ein Stück weit offen.

Erneut sind nämlich Gerüchte aufgeflammt, dass Fortuna Düsseldorf nur dann mit der Reserve in der Regionalliga antreten werde, wenn die „Erste” ebenfalls den Aufstieg schafft. Solange diese Gerüchte wabern, ist Platz drei in der NRW-Liga hochinteressant. Und der ist für den SCW vor dem Gastspiel beim ETB SW Essen (So., 15 Uhr) absolut in Reichweite.

Denn so mager die Darbietungen auf dem Platz waren, die Ausbeute war so schlecht nicht. Immerhin neun Punkte hat die Westfalia in den letzten vier Spielen eingefahren. Mit Leistungen wie gegen Oestrich aber wird am Uhlenkrug wenig zu holen sein.

Das weiß auch der Trainer. „Momentan ist alles schwierig. Es läuft einfach nicht rund”, stellt Frank Schulz fest. Und versucht alles, die Mannschaft wieder nach vorne zu bringen. Am Mittwoch packte er die Peitsche aus, als er direkt nach dem Pokalspiel noch in Elpeshof eine längere Laufeinheit ansetzte. Eher Zuckerbrot gibt's am heutigen Samstag beim gemeinsamen Frühstück vor dem Abschlusstraining.

„Spielerisch müssen wir uns gewaltig steigern. Das Kämpferische und Läuferische sind sowieso Grundvoraussetzungen, um bestehen zu können”, mahnt Schulz. „Essen hat eine sehr gute Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern, die zurecht auf Platz sechs steht.”

Anders als in Herne weist die Formkurve der Schwarz-Weißen deutlich aufwärts. Obwohl Trainer Klaus Berge schon vor Monaten ankündigte, den ETB zum Saisonende zu verlassen und die A-Junioren des Nachbarn RWE zu übernehmen, haben die Essener im Jahr 2009 von zehn Ligaspielen nur eines verloren (gegen Düsseldorf), 21 Punkte geholt – und dabei fast immer ordentlichen Fußball gespielt. Besonders augenfällig ist die Steigerung von Torjäger Sebastian Westerhoff, der in Delbrück gleich viermal traf und zuletzt auch beim 1:1 gegen RW Essen II erfolgreich war.

Der SCW trifft also auf einen starken Gegner. Das birgt Risiken, aber auch Chancen. Vielleicht schafft der SCW ja die Wende zum Guten, spielt endlich einmal wieder überzeugend und liefert seinem Trainer Argumente, am Schloss zu bleiben. Noch hat sich Frank Schulz nämlich nicht entschieden. „Ich habe ja noch ein paar Tage Zeit, werde mich nächste Woche mit dem Vorstand unterhalten.” Bis dahin will er auch abklopfen, welche „Korsettstangen” einen Neuaufbau mittragen würden. „Mit einigen haben ich schon gesprochen. Manche haben Anfragen andere Vereine, aber das letzte Wort ist noch bei niemandem gesprochen.”

Es sind viele Fragen offen beim SCW. Irgendwann werden sie beantwortet, so oder so. Das ist sicher.

von Wolfgang Volmer
 

Quelle: WAZ Herne

 

 

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